Aktien

Insider kaufen im großen Stil Aktien

Intel-CEO und CSX-CEO kaufen eigene Aktien dazu, BMW-Vorstand greift zu, Familie Dräger kauft Draegerwerk-Aktien. Hier ein Blick auf die Details der Insider-Käufe.

Bankentürme in Frankfurt

Die CEOs von Intel und CSX kaufen eigene Aktien dazu, der BMW-Vorstand kauft, und Familie Dräger kauft Draegerwerk-Aktien. Die Insider langen zu. Die weltweiten Aktienmärkte befinden seit Anfang des Jahres in einer Korrektur, die wichtigsten Indizes haben sich mittlerweile weit von ihren noch Ende letzten Jahres erreichten Hochs entfernt. Mancher Börsenexperte spricht schon von einem sich entwickelnden Bärenmarkt. Nach sechs Wochen kontinuierlicher Kursverluste im S&P500 greifen einige CEOs namhafter Konzerne (sogenannte Insider) bei den Aktien ihres Arbeitgebers daher ordentlich zu und kaufen in Millionenhöhe.

Insider-Käufe so ausgeprägt wie schon lange nicht mehr

Insidern wird nachgesagt, einen tiefen Einblick in die Bücher zu haben und somit die zukünftige Entwicklung am besten vorausahnen können. Wenn sie eigene Aktien kaufen, dann, weil sie wahrscheinlich das eigene Unternehmen für zu günstig bewertet halten. Verschiedene Websites tracken die Insider-Käufe und -Verkäufe. Die Seite openinsider.com veröffentlicht einen Chart, der die Käufe und Verkäufe misst. Im Monat Mai haben viele Insider zugegriffen, der Index ist auf das höchste Niveau seit Juni 2020 gestiegen. Hier ein Überblick der auffälligsten Transaktionen.

BMW-Vorstand und Drägerwerk-Familie kaufen eigene Aktien

Sechs von sieben Vorstandsmitglieder der BMW AG haben am 19. Mai für mindestens eine dreiviertel Millionen Euro eigene Aktien hinzu gekauft. BMW plant wohl die erste Autofabrik der Welt in Debrecen (Ungarn) zu eröffnen, die ohne fossile Brennstoffe und hauptsächlich mit Solarenergie betrieben werden soll. Für den Konzern plane der Vorstand Investitionsgelegenheiten in den Bereichen Solar-, Geothermal- und Wasserstoff-Energie wahrzunehmen, um die BMW AG auf einen Sudden-Stopp russischer Gaslieferungen vorzubereiten. Laut Produktionschef Milan Nedeljković plane man Solarpanels und „grünen“ Wasserstoff nach Leipzig zu bringen, um die Fabrik dort noch unabhängiger von der russischen Gas-Versorgung zu machen. Die Fabrik in Leipzig wurde von Anfang an als „Grünes Werk“ geplant. Für die Intralogistik kommen wasserstoffbetriebene Fahrzeuge zum Einsatz, auf dem Werksgelände sind mittlerweile vier Wasserstoff-Tankstellen, vier Windräder und eine Speicherfarm. Die BMW-Aktie hat in diesem Jahr bereits 13 Prozent verloren und liegt fast gleichauf mit dem Dax.

Grafik vergleicht Kursverlauf von BMW und Dax

Insider-Käufe bei Drägerwerk

Drägerwerk AG ist ein Familienunternehmen aus Lübeck, Vorstandsvorsitzender ist seit 2005 Stefan Dräger. Das Unternehmen hat sich auf die Bereiche Medizin- und Sicherheitstechnik fokussiert. Der Bereich Medizintechnik wurde gerade wegen seiner Spezialisierung auf Atemgeräte in den letzten beiden Jahren kontinuierlich ausgebaut. Zuletzt erwarb man im Frühjahr 2021 die Mehrheitsanteile am Schweizer Medizintechnik-Start-up STIMIT. Das Unternehmen ist auf die Aktivierung der Lunge und die nicht-invasive Stimulation der Atemmuskulatur bei Intensivpatienten spezialisiert. Obwohl in Deutschland der Bedarf an Beatmungsgeräten nachlässt, ist die Nachfrage im Ausland immer noch sehr hoch. Am 11. Mai haben die Insider Stefan Jäger und Dr. Heinrich Jäger für insgesamt 3,5 Millionen Euro eigene Aktien gekauft. Dies ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in das eigene Unternehmen. Die Aktie hat sich dieses Jahr sehr ähnlich wie der DAX entwickelt und rund 12 Prozent verloren.

Drägerwerk-Aktie im Vergleich zum Dax

Insider-Käufe in den USA – Intel (INTC) und CSX Corp (CSX)

Auch in den USA haben Insider verstärkt eigene Aktien gekauft. Bei Intel hat CEO Patrick P. Gelsinger 11.100 Intel-Aktien und Direktor Ishrak Omar 11.025 Intel-Aktien gekauft, EVP & CEO David Zinsner erwarb zu seinem Bestand weitere 5.500 Stück hinzu. Ende des Jahres hatte Intel angekündigt, eine neue Chip-Fabrik in Malaysia zu gründen, die 2024 ihre Produktion aufnehmen soll. Damit will man mit der weltweit steigenden Chip-Nachfrage Schritt halten. Der Aktienkurs von Intel hat den Aktionären in diesem Jahr noch keine Freude bereitet, aber die gesamte Halbleiter-Branche steht unter Druck. Schuld sind eine Verkettung von unglücklichen Umständen und die aktuelle geopolitische und politische Situation, die wegen Lockdowns und Sanktionen weitere Engpässe bei wichtigen Vor-Komponenten der Chip-Produktion (z.B. Neon-Gas) voraus ahnen lassen.

Intel im Vergleich zum Nasdaq

Übernahme von Pan Am Railways durch CSX Corporation genehmigt

CSX ist eine Eisenbahngesellschaft mit Sitz in Jacksonville (Florida), wichtigste Tochter ist die CSX Transportation, eine der größten Eisenbahngesellschaften des nordamerikanischen Kontinents östlich des Mississippis. CSX Corp. ist im Dow Jones Transportation-Index und im NASDAQ 100 gelistet. Am 14. April gab das Unternehmen bekannt, dass das Surface Transportation Board, eine amerikanische Regulierungsbehörde für Transportdienstleistungen, die Übernahme von Pan Am Railways genehmigt habe. Das Unternehmen CSX Corp. weist aktuell recht solide Zahlen aus, für das laufende Quartal wird eine Steigerung der Erträge und des EPS (Earnings per Share; Gewinn pro Aktie) um 24 und 20,5 Prozent erwartet. Allerdings wurde CSX Corp. am 19. Mai von den Analysten der Citigroup von kaufen auf neutral herabgestuft. Die Aktie notiert aktuell bei 31,15 US-Dollar, damit errechnet sich eine Marktkapitalisierung von gut 67 Milliarden US-Dollar, eine Dividenden-Rendite von 1,28 Prozent und ein KGV von 17,5. Am 27. Mai werden 0,10 US-Dollar Dividende ausgeschüttet. Der Direktor von CSX, James Wainscott, kaufte als Insider erst vor kurzem weitere 10.000 Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 33,21 US-Dollar zu seinem Bestand hinzu. Hier der Chart im Vergleich zum Dow Jones Transportation Index und dem NASDAQ 100:

CSX im Vergleich zu Dow und Nasdaq

Kursdaten aus https://de.tradingview.com

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