Europa

Aktuelle Daten vom IWH Insolvenztrend Insolvenzen dramatisch im Anstieg – aktuell höhere Zahlen als in der Finanzkrise

Die Insolvenzen liegen im März 18 % höher als im Vorjahr und 71 % über dem Schnitt der Jahre 2016-2019. Es ist das höchste Niveau seit 2005.

Foto: Claudio Kummerfeld

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland nimmt derzeit weiter dramatisch zu! Im März lag die Zahl bei 1.716. Das sind 17 % mehr als im Februar, 18 % mehr als im März 2025 und 71 % mehr als in einem durchschnittlichen März der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. So zeigt es die heutige Veröffentlichung des verlässlichen IWH Insolvenztrend. Zuletzt lag diese Zahl im Juni 2005 höher. Also sehen wir aktuell sogar ein höheres Niveau bei den Insolvenzen als zu Zeiten der Finanzkrise 2009. Die Grafik zeigt die Entwicklung der letzten sechs Jahre.


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Anstieg der Insolvenzen in Deutschland seit dem Jahr 2020

Insolvenzen im Detail

Eine branchenspezifische Aufschlüsselung der Insolvenzen wird vom Statistischen Bundesamt nicht mehr veröffentlicht. Aber vom Institut IWH werden diese Daten erhoben. Im März 2026 wurden die höchsten jemals gemessenen Werte im Baugewerbe, im Handel und in den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen erfasst. Regionale Höchstwerte (seit 2020) gab es im März in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Laut IWH-Insolvenztrend waren im März in den größten 10 % der insolventen Unternehmen etwa 14.000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschäftigten 40 % unter dem Vormonatswert und 15 % unter dem Niveau von März 2025, aber 77 % über dem Durchschnitt eines typischen März der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Der starke aktuelle Zuwachs bei der Anzahl der Insolvenzen geht somit auf eine Häufung von Pleiten kleinerer Unternehmen zurück.

Quartalsblick


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Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 4.573 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften verzeichnet. Das ist der höchste Stand seit dem dritten Quartal 2005, und somit liegen die Insolvenzzahlen auch höher als im Zuge der großen Finanzkrise 2009. Insgesamt waren etwa 54.000 Arbeitsplätze von Insolvenzen betroffen, der höchste Wert seit dem dritten Quartal 2020 (damals u. a. große Unternehmen wie Esprit, Vapiano und Wirecard). Wie in den Vorquartalen entfiel auch im ersten Quartal 2026 der größte Anteil der betroffenen Arbeitsplätze auf das Verarbeitende Gewerbe mit rund 16 000 Jobs, so die Aussage der IWH-Experten.

FMW-Kommentar

Unser Kommentar: Die Bundesregierung versucht aktuell die Konjunktur zu „animieren“ mit Aufrüstung und Ausgaben für Infrastruktur, alles auf Pump finanziert (Sondervermögen). Dies wird auch eine gewisse Wirkung haben. Aber aktuell „grätscht“ der Iran-Krieg mit deutlich höheren Treibstoffkosten gegen diese Konjunkturbelebung. Und über allem schwebt die große strukturelle Krise der deutschen Industrie. Es ist ein toxischer Mix aus grundlegend viel zu hohen Energiekosten, viel zu viel Bürokratie, teuren Arbeitskosten etc. Dies belastet die Konjunktur massiv und sorgt seit einiger Zeit für einen stetigen Zuwachs bei den Insolvenzen.

Seit geraumer Zeit hagelt es Meldungen zu Insolvenzen, Betriebsschließungen oder der Verlagerung der Produktion ins Ausland. Diese Meldungen sorgen nicht sofort für einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit. Es ist ein sich lange hinziehender, schleichender Prozess. Denn zwischen Verkündung und Umsetzung vergeht viel Zeit mit Fristen, Sozialplan-Erstellung, Abfindungsregelungen, nur schrittweisem Job-Abbau usw. Der Arbeitsmarkt dürfte weiterhin unter deutlich negativen Auswirkungen dieser Krise leiden. Gleichzeitig könnten Aufrüstung und Infrastruktur-Investitionen gewisse positive Impulse liefern.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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27 Kommentare

  1. Das ist kein Problem für die Kommentartoren, die sich das alles schönrechnen.
    Diese Gruppe muss es ja auch geben, denn sie sind das „Schlachtvieh“ das zur Schlachtbank der Enteignung (auf verschiedenen Wegen) geführt wird.
    Jeder kann im Wohlstand leben, nur nicht Alle.
    Das war immer so.
    Nun wird es so weitergehen und die Sozialisten werden dem mit der Neuverschuldung und Steuererhöhungen versuchen entgegenzuwirken.
    Macht nichts.
    Wer sein Geld in/aus Deutschland immer noch nicht in Sicherheit gebracht hat, sollte es den Sozialisten zur Verfügung stellen.
    Viel Spaß.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      ich verstehe deinen Unmut aber wen meinst Du denn eigentlich mit Sozialisten?

      Du schreibst aus Spanien, das ist sozialdemokratisch geprägt regiert. Die BRD befindet sich mit wenigen kurzen Ausnahmen in Hand der Konservativen, mit sozialem Juniorpartner, der aber zunehmend keine Rolle mehr spielt und ohnehin eine alles andere als sozialistische Extreme in die Koalitionen eingebracht hat. Das geht mehr Richtung soziale Bestandsverwaltung.

      Könnte man auch sagen, der Liberalismus versagt bei uns während der Sozialstaat bei Euch aufblüht?
      Auch den Franzosen scheint es deutlich besser zu gehen, was das Soziale angeht.

      1. Für @Helmut sind alles links der AfD böse Sozialisten – wobei er sich persönlich unter einer Regierungskoalition aus Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und Grünen recht wohlzufühlen scheint 😉

  2. Ich stimme dem Kommentar zu.

    Ich denke auch, hier besteht ein Verständnisproblem des Staates. Der versteht sich offenbar als primärer Empfänger. Denn sonst wären Steuersenkungen Thema.

    Und ich denke weiterhin, das genau ist des Staates Rolle eben nicht, aber – genau anders als jene versuchen zu schildern – sind die Bürger insbes. große Teile der Sozialkassen schon die Primärberechtigen, da Einzahler! Sie sind definitiv Staat.

    Insofern entsteht draus große Unlogik, die vom Problem ablenkt und dieses kann dann so auch nicht gelöst werden. Der Blick wird auf die Sozialkassen gelenkt. Ursache sind aber zu hohe Kosten, insbesondere Energie, zum großen Teil aufgebläht durch Steuern.

    Fast jeder, der es will, versteht, dass die Sozialbeiträge durch gestiegene Bürgergeldkosten und undifferenzierten Postentrennungen verzerrt aufgeblasen sind. Der Rückschluss, hier zu erschrecken und die Reaktion: Da muss man sparen ist zwar emotional korrekt aber faktisch eben falsch. Denn hier muss differenziert rangegangen werden, wenn man hier sparen will. Die Beitragszahler sollten jedenfalls nicht beschnitten werden, das wäre komplett falsch, denn die Sozialversicherung sind ja nicht umsonst geschaffen worden.

    Ursache der Insolvenzen sind die Sozialkassen aber freilich nicht. Daher frage ich nach dem Sinn und der Kompetenz unserer Regierung. Denn hier wurde ja mehrfach massiv verbal interveniert, ich erinnere an Das Bas-Treffen mit Arbeitgebern.

    Faktenbasiert – wirklich staatsmännisch und verantwortungsvoll wäre:

    Einen Kreis ziehen und dort alle Dinge reinschreiben, die funktionieren müssen (!!!) und nicht gekürzt werden dürfen (der Sozialstaat ist Teil davon, er muss funktionieren).

    Steuern massiv senken.

    Dann an den Stellen kürzen, wo gekürzt werden kann:

    Bürokratie
    Verwaltung
    Subventionen
    Verschwendung

    Ich behaupte, solange die Kassen sprudeln, will da keiner ran und sie sprudeln weiter trotz der Insolvenzen, das ist das Fatale.

    Das Problem ist das Grundverständnis des Staates. Die Einnahmen werden dabei „selbstverständlich“ wahrgenommen, man ist ja der Berechtigte (also die Regierung). Der Staat sind vor allem die Bürger und die Wirtschaft, diese beiden erwirtschaften und bilden den Staat, die Regierung leistet nichts in dieser Hinsicht. Sie soll regeln. Ich denke das ist vergessen worden in der jahrzehnte andauernden Phase des Booms.

    Die Regierung verprellt meiner Ansicht nach Wirtschaft und Bürger gleichermaßen (mal wird in die Richtung verbalisiert, mal in die andere). Beide bilden aber untrennbar das Fundament des Staates. Beide liegen richtig, wer falsch liegt ist die Regierung.

    1. Hallo Arbeiter,

      Sie haben hier den mE sachlichsten Beitrag geliefert. Nur leider 50 Jahre zu spät, was ich Ihnen natürlich nicht anlaste, vielleicht haben Sie die Politik ja vor 50 Jahren schon kritisiert.

      Der Unterscheid zwischen unseren Meinungen ist im wesentlichen, dass ich davon ausgehe, dass die Probleme bereits so weit fortgeschritten sind, dass sie nicht mehr vernünftig zu lösen sind. Nicht nur die Politiker, auch die Bevölkerung hat zu lange zu viel als selbstverständlich hingenommen.

      Dennoch führt der einzige konstruktive Ausweg über Steuersenkungen und Abschaffung von Bürokratie. Gerade in diesen Wochen erhöhen die Großhändler die Preise für die Handwerker massiv und auch deren Versicherungskosten sind gestiegen. Diese Kosten können sie aber nicht weitergeben. Die Konzerne werfen ihre inländischen Zulieferer raus und wechseln zu ausländischen. Weil diese nicht von den deutschen Kosten betroffen sind, können sie weitaus günstiger liefern

      Immer mehr Menschen werden so aus der Produktion in die Sozialhilfe gedrängt und werden dort zum Kostenfaktor für einen bereits überforderten Staat.

      An Schulden kommen wir nun nicht mehr vorbei, aber wenn diese nicht genutzt werden, um eine Wende herbeizuführen, wird unser System bis zum Ende der jetzigen Regierung kollabieren.
      Ich vermute, der Plan ist dann eine Währungsreform in den digitalen Euro hinein. Und das wird auch schiefgehen.
      Selbst die Chinesen nehmen das staatliche Kontrollgeld nicht an.

      Wenn sich der Staub dann gelegt hat, können die Türken Deutschland wieder aufbauen. Diesmal wirklich.

      1. „…wird unser System bis zum Ende der jetzigen Regierung kollabieren.
        Ich vermute, der Plan ist dann eine Währungsreform in den digitalen Euro hinein. Und das wird auch schiefgehen…“

        Also @Felix, ja, ganz klar, es wird alles schiefgehen, und wie, ganz schief.
        Aber was machen eigentlich Sie, wenn all diese Fürchterlichkeiten auf uns zukommen?
        Haben Sie einen Plan für sich und Ihre Lieben?
        Von @Helmut wissen wir ja schon alles, aber Sie und all die anderen, die so genau Bescheid über das kommende Unglück wissen, was macht Ihr eigentlich, wenn`s so weit ist?

        1. Ganz einfach, was wir immer schon machen: schwächer werden und in den Westen gehen.

          1. Sie gehen in den Westen? In die Berge rund um Malaga? Ich verstehe😄.

      2. @Felix

        50 Jahre brauchen wir nicht zurück gehen. Das wirklich träge fing mit der Regierung Merkel an, nachdem zuvor Schröder die SPD Wähler veräppelt hat. Ich frage mich bis heute, warum die SPD dieses trojanische Pferd akzeptiert hat. Erholt hat sie sich bis heute nicht und sie wird dringend gebraucht, allerdings funktionsfähig.

        Ich starte also bei Merkel. In der Ära wurden Dinge auf den Weg gebracht:

        -Eurorettung (die Währung funktioniert nicht, ach wie vor)
        -Flüchtlingskrise
        -Nordstream
        -Atomausstieg
        -Sicherheitsarchitektur in Europa/Ukraine
        -Natodefizit (kleiner 2% Ziel)
        -Schuldenbremse

        Vieles davon ging nach hinten los, z.T. gewaltig und die Trägheit ist immer noch vorhanden. Nur kleine Teile sind – bis jetzt vor allem ausschließlich verbal – korrigiert, also in der Realität noch lange nicht wirksam angekommen.

        Die EU wirkt zusätzlich wie ein Bürokratiezombie lähmend auf die freie Beweglichkeit. Es gibt keine Leichtigkeit, nur träge Masse.

        Die Einnahmen der Bundesregierung sind in dem Zeitraum gestiegen, z.T. stark. Verwaltung, Verschwendung, kaputte, ineffiziente Strukturen wurden aufgebaut. Die Regierung hat sich an das als selbstverständlich wahrgenommene Füllhorn der Steuerzahler gewöhnt. Sie wirkt faul und inkompetent. Die Bürger sehen das. Nicht mal eine Steuerentlastung beim Sprit, nicht mal das können sie.

        Ich sehe hier weder Wirtschaft, noch Bürger oder Beamte in der Verantwortung. Alle machen ihren Job so gut sie es können, nur einer tut es es meiner Ansicht nach nicht, die die gewählt wurden.

        Egal was sie tun -und sie reden ja nur – empfinde ich als das genaue Gegenteil dessen, was getan werden müsste, betonung auf getan, es wird ja nur geredet. Es wird von Pflicht geredet, mehr Leistung eingefordert, die Bürger sollen schuld sein, die Bürger will man schröpfen, der Wirtschaft bürdet man Vorschriften auf, versucht Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer auszuspielen, redet von Sozalstaat als Problem…

        Warum baut man keine Berufsarmee wie in anderen Staaten, wo das gut funktioniert? Man will die neue Idee der 180° Wende für umme oder wie? Wird niemals funktionieren, wenn die Armee in Krisengebieten eingesetzt werden soll, das ist nur was für Menschen, die das für sich entscheiden zu tun. Ich zwinge ja auch keinen Mechaniker Pfannkuchen zu backen, weil ich gerade Pfannkuchenbäcker brauche.

        Man könnte mal weg streichen, was aktuell als Nice To Have eingestuft werden kann: Die Klimasteuern. Die kann man ja wieder einführen, wenn der Motor wieder rund läuft.

        Träge Masse!

        Ich würde versuchen die Regierung durch eine KI zu ersetzen.

        1. Arbeiter

          Unter Merkel wurde beschleunigt und völliger Unfug getrieben. Das ist unstrittig. Aber damit sie das konnte, war eine Vorbereitung erforderlich.

          Es begann mit der Ignoranz gegenüber der sich ab 1970 abzeichnenden Rentenproblematik.
          Ab der Ölkrise 1973 liefen die öffentlichen Haushalte in eine strukturelle Überschuldung.
          Die Kohl-Regierung senke die Ausgaben für Investitionen und Bildung und trat so die Dose die Straße weiter herunter.
          Parallel dazu wurden die Universitäten mit intellektuell ungeeigneten Menschen geflutet, ohne wenigstens die Kapazitäten der Universitäten anzupassen.
          Alle Regierungen knickten vor der idiotischen Klimahysterie ein und alle Regierungen haben familienfeindliche Politik betrieben, stets den Mittelstand belastet und Konzerne besser gestellt.
          Ab 1989 wurde die Bundeswehr regelrecht in den Arsch getreten. Generäle wurden wegen leisester Kritik in den Ruhestand geschickt. Während der Auftrag offiziell weiterhin Landesverteidigung hieß, wurden die Mittel auf Auslandseinsatz allokiert. Das führte zu völliger Verwahrlosung in großen Teilen der Truppe.
          Auf den Pisa-Schock reagierte man mit einer weiteren Absenkung des Niveaus. Alle Probleme wurden auf die Lehrer abgewälzt.
          Bürokratische Regelungen für verschiedenste Bereiche der Verwaltung organisierten ein anschwellendes Chaos.
          Wirtschaftliche Tätigkeit wird immer mehr erschwert.
          Migration in die Sozialsysteme macht sie unbezahlbar.

          Sie haben sicher Recht, dass die meisten Menschen versuchen, den Betrieb im Alltag aufrecht zu erhalten. Aber das gerät an Grenzen oder hat diese bereits überschritten.

          Sie haben meiner Meinung nach auch Recht, dass die Politiker das Problem sind. Aber die werden eben gewählt. Und das ist offenbar nur so erklärbar, dass die Wähler ihre Pflichten nicht ernst genug nehmen.
          Vielmehr wählen sie stets die Partei, die ihnen das beste „Freibier“ verspricht. So kann eine Demokratie nicht funktionieren.

          Die Weichen sind jetzt auf Deindustrialisierung und Sozialabbau, zunächst noch nur für Deutsche, gestellt.

          Ohne Abschaffung der CO2-Abgaben, Reaktivierung aller Energiequellen, Abschaffung des Lieferkettengesetzes und des Heizungsgesetzes als „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ gibt es keine Chance der Entwicklung zu entkommen.

  3. Der Zeitraum seit 2020 in der Grafik ist geschickt gewählt – denn davor lagen die Zahlen seit mindestens 2003 jedes Jahr höher (in der Spitze bis zu 35%) 😉

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/_Grafik/_Interaktiv/betriebsgruendungen-insgesamt.html

    1. Soll das insinuieren, dass es nicht so schlimm wäre? Die schlechte Wirtschaftslage dieser Jahre führte unmittelbar zur Vertrauensfrage und Neuwahlen 2005. Die wirtschaftlichen Probleme wuchsen mit der der Rot-Grünen Regierung ab 1998. Schon die Wahl 2002 wurde nur noch knapp gewonnen, weil Schröder der bessere Wahlkämpfer war.

      Wenn es 2003 und 2004 noch schlimmer war als 2005, ändert das nichts an der Aussage: solche Entwicklungen sind ein Desaster und dürfen nicht länger anhalten. Es treibt eine Gesellschaft zu totalitären Entwicklungen.

  4. „Der starke aktuelle Zuwachs bei der Anzahl der Insolvenzen geht somit auf eine Häufung von Pleiten kleinerer Unternehmen zurück.“
    Ich meine mich zu erinnern, dass ein analytisches Genie aus Andalusien zu den bisherigen Insolvenzberichten das genaue Gegenteil behauptet hat. Dass sich nämlich die deutlich höhere Zahl an Unternehmensneugründungen (die auf FMW leider nie veröffentlicht wird) daraus erklärt, dass hauptsächlich große Unternehmen Insolvenz anmelden und daraus ein paar kleinere ohne wirtschaftliche Bedeutung hervorgehen 🤣

    7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe im Jahr 2025
    – Zahl der vollständigen Aufgaben größerer Betriebe steigt mit +0,8 % zum Vorjahr deutlich schwächer als Zahl der Betriebsgründungen
    – Gesamtzahl der Neugründungen von Gewerben nimmt im Vorjahresvergleich um 7,7 % zu, Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben sinkt leicht um 0,2 %
    https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/03/PD26_074_52311.html

  5. Hallo @ Arbeiter
    Ich meine die Partei, die Gott sei Dank immer weiter und schneller in Richtung der der 5 % geht, aber die CDU am Nasenrung durch die Manege führen kann, weil der Kanzler der 2 . Wahl, der sich mit zig Milliarden seine Kanzlerschaft erkauft und erlogen hat, diese auch behalten will.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      Sie erhoffen sich Lösung von einer Partei, die noch nie an der Macht war. Deren Konzepte sind nicht klar. Man weiß nicht, ob sie funktionieren. Ich habe mal versucht im Fernsehen einem Gespräch zu folgen, wo sie ihr Rentenkozept vorstellen wollten. Ich muss sagen, der Journalist hat immer nur reingekrätscht, bis die ihr Konzept verloren hat. Aber sie hat sich gefühlt gefangen und mein Fazit war: Da ist kein Konzept.
      Die anderen Parteien schließen die Zusammenarbeit zudem aus. Das läuft maximal auf Patt hinaus.

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Antwort auf unsere Krise von den Rändern gelöst werden kann.
      Aber wenn die Parteien der Mitte das nicht rafft, dann wird das immer dunkler.

      Ein Patt ist mir persänlich lieber als Reformen von den bürgerfeindlich gesinnten. Das Patt sollte ein ordentlich sozialistisches Gegengewicht haben, damit nichts anbrennt. Wuppen kann man da nichts, nur Schaden verhindern.

  6. Ja @ Soziale angeht.

    Sandra Scheubeck

    In Spanien regieren die Sozialisten mit Führungspersonal, das extremen Sachverstand hat.
    Daher wächst die Wirtschaft auch in Folge um ein Vielfaches gegenüber Deutschland.
    Ich sehe aber alles mehr aus der Perspektive des Rentners.
    Die Mindestrente wurde nach 9 % im letzten Jahr, in diesem Jahr um 12 % erhöht. Und das ist eine Rente, die der Versicherte nach 15 Jahren Beiträgen erreicht hat. In Deutschland muss dafür ein Versicherter
    etwa 40 Jahre den etwa 40lachen Beitrag einzahlen.
    Und dann darf er davon noch Krankenkassenbeitröge zahlen.
    Natürlich fährt Spanien auch gegen die Wand. Wie eben alle Länder die den Euro haben.
    Dagegen haben wir uns abgesichert und genießen bis dahin das Leben unter der Sonne Andalusiens.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. @Helmut
      Es ist interessant zu lesen, dass es andernorts auch „gute“ Grüne, Sozialisten und Kommunisten gibt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sozialismus und Kommunismus nicht per se systemisch zum Scheitern verurteilt sind, sondern durchaus überlegen und tragfähig sein können.

      Ich hoffe nur, der „extreme Sachverstand“ erschöpft sich nicht in einem Sozialsystem mit massivem strukturellen Defizit. In Spanien erhalten Rentner im Schnitt deutlich mehr, als das System durch Beiträge generiert. Die Lücken werden durch gigantische Staatszuschüsse aus Steuermitteln gestopft: 2023 waren es rund 40 Mrd. Euro, 2024 etwa 43 Mrd. und für 2025 liegen die Schätzungen bei rund 50 Mrd. Euro.

      Spanien verfeuert ca. 12,7 % seines BIP für Renten – das ist deutlich mehr als der EU-Durchschnitt (in Deutschland 9,0 %). Der Anteil der Staatszuschüsse in Spanien liegt bei stolzen 4 % des BIP – in Deutschland sind es lediglich 2,7 % (inkl. versicherungsfremden Leistungen).
      Spanien leistet sich also einen Wohlstand auf Pump, der ohne massive Quersubventionierung durch den Staat (ein Viertel des gesamten Rentenbudgets) sofort kollabieren würde. Ob das die Blaupause für ein überlegenes System auf Basis „extremen Sachverstands“ ist, wird sich zeigen.

      1. @Sandra

        „Spanien leistet sich also einen Wohlstand auf Pump“

        Das macht nicht nur Spainen, das machen die anderen auch. Und die häufen Schulden an und diese Schulden müssen gerollt werden, beim Rollen spielt der EZB-Zins dann eine ganz besonders große Rolle. Die EZB wird darauf achten, dass dieser nicht zu hoch sein wird.

        Blabla, ich will auf Inflation hinaus, die ist das Fundament für den Euro.

        Ich behaupte aufgrund von Logik folgendes: Die BRD wird verarmen wenn sie keine Schulden macht, denn die Schulden werden weg inflationniert. Wer keine Schulden macht, hat weniger. Es ist richtig, die Renten durch Steuermittel zu finanzieren, wenn die Umlagesysteme nicht ausreichen.

        Alternative: Euroaustritt.

      2. Sandra Scheubeck
        Naja- die Spanier verschenken nicht so viel Geld in die Welt.
        Die Neuverschuldung liegt bei 2,1 %.
        Die Steigerung des BIP lag 2025 bei 2,9% und 2026 bei etwa 2,3 %.

        Spaniens Gesamthilfe für die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 beläuft sich auf insgesamt 4 Milliarden Euro.

        Deutschland hat schon 2022 100 Milliarden Sondervermögen fürs Militär *zusätzlich* verblasen.
        Jetzt folgen jährlich Hunderte von Milliarden.
        Das Sondervermögen wird nun zu 80 oder 90 % zweckentfremdet.
        Es werden massiver Steuererhöhungen kommen.
        Dann wird die Schuldenbremse ausgehebelt.
        Denn auch für die steigende Zinslast wird viel Geld benötigt.

        Viele Grüße aus Andalusien
        Helmut

    2. In der BRD regieren die Konservativen mit Führungspersonal denen es an Sachvertand mangelt?

      Wäre doch dann die logische Inverse. Oder?

  7. Helix 52
    Das ist es eben.
    – Zahl der vollständigen Aufgaben größerer Betriebe steigt mit +0,8 % zum Vorjahr deutlich schwächer als Zahl der Betriebsgründungen-
    Es wird schon gefeiert, dass die vollständige Aufgabe größer Betriebe „nur“ um 0,8 % gestiegen ist.
    Die Prozentzahl wird nach der Deindustrialisierung ssogar auf 0 % sinken..

    …7,6 % mehr Neugründungen größerer Betriebe im Jahr 2025…

    Als Neugründung „im größeren Umfang“ werden auch GmbHs gezählt.
    Auch eine Ich- GmbH.

    Interessanter wären da die Zahlen, wieviel Personal durch Pleiten, Schließung oder Wegzug ins Ausland freigesetzt wurden, und wieviel von diesem Personal wieder eine neue Anstellung in neu gegründeten Firmen gefunden haben.
    Damit meine ich nun nicht, wieviel des entlassenen Personals dort eingestellt wurden, dessen Gehalt nun von Steuern bezahlt werden.
    Der jüngere Bruder meiner Frau hat z. B. eine Kiosk aufgemacht, nachdem sein Arbeitgeber in die Pleite gegangen ist. und als Rechtsform die GmbH gewählt, was ja grundsätzlich richtig ist
    Auch mehrere Arbeitskollegen von ihm sind in die Selbständigkeit gegangen, bis hin zur Taxi- GmbH und Gesellschaft für Fahrrad- Reparatur Service mbH.

    Das meine ich mit schönreden.
    Aber – mal weiter so.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  8. Sandra Scheubeck

    Im Telegrammstil.
    Das Defiziten in Spanien besteht aus Renten- und Krankenversicherung.
    Die Beiträge für Renten- und Krankenkassen betragen für einen Arbeitnehmer *zusammen* unter 7 % vom Lohn.
    Rechne mal beides in Deutschland zusammen.
    Wir haben uns sehr gut seit 2000 „gegen die Wand“ geschützt und seit 2019 ganz extrem.
    Gerade seit 2019 hat uns das Millionen eingebracht.
    Nicht weil wir gearbeitet haben.
    Nur weil wir richtig gehandelt haben.
    Macht alle weiter so.
    Wir auch.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  9. Lothar

    >>>Steuererhöhung: Klingbeil & Merz kriegen nicht genug!<<<

    Die geplanten Steuererhöhungen treffen vor allem Familien, Arbeitnehmer und kleine Einkommen – während der Staat immer tiefer in die Taschen der Bürger greift, um die Folgen seiner eigenen Fehlentscheidungen zu finanzieren. Wenn Konsum, Sparquote und Wirtschaftskraft weiter einbrechen, droht aus dem nächsten Steuerpaket keine Lösung, sondern die nächste Eskalationsstufe des wirtschaftlichen Niedergangs.

    https://www.youtube.com/watch?v=KOhhtiuawvM

  10. Ja @ Großer Bär
    Wenn die Leute viel sparen, dann wollen sie Zinsen.
    Daher legen die Banken nicht einfach das Gekd in den Tresor.
    Der deutsche Bundeskanzler (eine ausgesprägte Niete als Ökonom) will das Geld der Sparer aktivieren. Er weiß gar nicht, dass das Geld der Sparer schon verliehen ist.
    Auch in die Südländer, zu denen auch Frankreich gehört.
    Nur – von dort kommt es niemehr zurück.
    Auch die etwa 1 Billionen Euro Target 2 werden die Sparer nie mehr zurückgekommen.
    Nur Zinsen und die müssen wieder angelegt werden.
    Wer kann sollte sein Erspartes außerhalb des Geldkreislauf parken.
    Wer das macht, hat seit 1971
    im Schnitt jedes Jahr 9,2 % steuerfreie Kapitalerträge gehabt.
    Er weiß wo sein Geld ist, kann soviel davon ausgeben wie er möchte, der Staat weiß nicht wieviel er hat und er hat kein Drittparteienrisiko.

    Die Sparer werden immer schleichend enteignet und sind die Ersten, die bei einem Währungsknall ihr ganzes Geld verlieren.
    Das war immer so.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  11. Großer Bär

    Grundsätzlich ist richtig, dass man Schulden im Gleichklang mit den Währungspartnern machen muss, wenn man in einem gemeinsamen Fiatgeld-System lebt. Tut man dies nicht, verarmt man relativ zu den Partnern.

    Andererseits ist die Verschuldung in Fiatgeld ohne gallopierende Inflation nur möglich, solange die Schuldentragfähigkeit erhalten bleibt. Dafür war im Euro ein geringer verschuldetes und industriell erfolgreiches Deutschland maßgeblich.
    Beides haben die letzten Regierung zerstört. Da sich solche Prozesse nicht über Nacht abspielen, dauert es, bis sich diese Erkenntnis materialisiert.
    Ein Kennzeichen dafür ist, wenn die Höher der Abschreibungen die der Investitionen übersteigt. Da wären wir.

    Sozialsysteme sind einerseits notwendig, andererseits stellen sie Konsum dar. Konsum kann aber niemand nachhaltig mit Verschuldung finanzieren. Auch hier gilt, dass ein starkes Industrieland, dass lange Zeit kann – relativ im Vergleich zu einer menschlichen Lebensspanne -, aber eben nicht auf Dauer.

    Die Politik aller westlichen Regierungen kann man mit dem Motto „nach mir die Sintflut“ gut beschreiben.

  12. Zum Thema Wahl…

    Die Bürger wählen kein Fteibier, denke ich. Die meisten schnallen, dass was stinkt. Das Problem, die Politiker wirken wie Klone, nur mit anderer Farbe gestrichen.

    Sie haben recht, der Klimaschutz ist zu einer Repression der Wirtschaft mutiert.

    Wenn selbst die CDU wie ein Totalversagen agiert….

    Das Korsett muss gelockert werden. An dem banalen Ding Spritpreise erkennen wir, dass die irgenwo rumschwirren aber nicht da wo es sein muss. Wo ist das verdammte Problem Handlungafähigkeit zu signalisieren? Einfach mal ne Steuer aussetzen, menschenskinder. Die unterschätzen die Politikverdrossenheit. Das Signal ist ungleich viel wichtiger als der tatsächliche Effekt.

  13. Genau @ Columbo

    Wir sind den in Deutschland passierten Unglücken schon vor 26 Jahren aus dem Weg gegangen und haben Deutschland verlassen.
    Für Menschen, die Sonne lieben und nur noch ihren Hobbys nachgehen wollen, ist Andalusien ideal.
    Menschen, die noch arbeiten müssen, sollten dort hingehen, wohin die deutsche Industrie abwandert.
    Dafür entwickelt sich Spanien auch nicht schlecht.
    Zumal in Deutschland jede Chance genutzt wird, das Land zu deindustrialisieren.

    …Es lässt sich ein Trend beobachten, bei dem deutsche Industrieunternehmen verstärkt in Spanien investieren oder Teile ihrer Produktion dorthin verlagern. Während Deutschland mit wirtschaftlicher Stagnation und hohen Energiekosten kämpft, hat sich Spanien mit einem prognostizierten Wachstum von rund 2,9 % für 2025 zu einem attraktiven Ziel entwickelt…

    https://www.google.com/search?sourceid=chrome&udm=50&aep=42&source=chrome.crn.rb&q=wandert+deutsche+Industrie+nach+Spanien+ab&mstk=AUtExfBAaRz4W_RbBswFBKkpJJbs5p8cd1Seai_QhwmRaH_G0xfkE9JTYiUQM58XfepHm0JgBBoPmlO6zv3lrf_4NVqUh0Xkupjr51Ts2oGaiTWUHp6RO7py2yUElQYkGjXUr911xwOuea-5k49jtstyfzLD9eDH_vQliuIYvTbb_jLwhOzO2gOjNsAkGe5gy2DV00LXZ9wuBmsJY0zKKW3cJc8nY6ttJJq26ZTQCoW0y5CsD1JpoWAB3-lj0ubCbvoNrCV-19fNV7iVuTrf6LNktwK9zzRdLu65uww&csuir=1&mtid=ux7bab6QKJW3i-gPtOORwA0

    Auch eine Ministerin mit weiterreichendem Sachverstand kommt in Deutschland nicht gegen die grüne Ideologie an, dass Deutschland weiter deindustrialisiert werden muss und wird.

    Ideologien fressen eben Hirn.

    …Unerreichbare Ziele und immense Kosten…

    „Unsere Industrie blutet aus. Die Deindustrialisierung beschleunigt sich“

    In einem Gastbeitrag listet Wirtschaftsministerin Reiche die Kosten der erneuerbaren Energien auf. Sie warnt: Deutschland erlebt „eine der schwersten Energiekrisen der Geschichte“.

    https://www.welt.de/wirtschaft/article69d61ecffd8469dba0a119b7/katherina-reiche-unsere-industrie-blutet-aus-die-deindustrialisierung-beschleunigt-sich.html

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

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