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Insolvenzen: Große Pleitewelle steht an? Wirtschaftsforscher geben Entwarnung

Claudio Kummerfeld

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am

Insolvenzen sollen erstmal im großen Stil ausbleiben

Steht die große Welle an Insolvenzen noch an? Seit Monaten berichten wir darüber, dass eine große Pleitewelle bei Unternehmen in Deutschland durch künstliche Maßnahmen hinausgezögert wird. Dank Coronakrise müssten (so sollte man meinen) reihenweise Unternehmen pleite gehen. Aber vor allem weil der Gesetzgeber die Pflicht zu Insolvenzanmeldung monatelang außer Kraft setzte, war klar was passieren würde. Und die offiziellen Zahlen der staatlichen Statistiker zeigen es seit Monaten, dass die Zahl der Insolvenzen in Deutschland dramatisch niedriger ist als vor der Coronakrise. Und das in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten.

IWH-Daten als Frühindikator für Insolvenzen?

Und nun, wo die Pflicht zur Insolvenzanmeldung wieder in Kraft ist, da explodiert die Zahl der Insolvenzen? Nun, noch nicht. Jüngst wiesen die staatlichen Statistiker darauf hin, dass die zuständigen Amtsgerichte wegen Corona lange Verzögerungen bei der Bearbeitungszeit hätten. Also dauert es noch einige Monate, bis die Pleitewelle anrollt? Nein. Wenn es nach dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) geht, bleibt die Insolvenzwelle zumindest bis Ende Februar erstmal aus. Laut eigener Aussage könne das IWH hierzu deutlich früher als das Statistische Bundesamt Aussagen treffen, weil das IWH für seine Analysen die aktuellen Insolvenzbekanntmachungen der deutschen Registergerichte auswerte und sie mit Bilanzkennzahlen betroffener Unternehmen verknüpfe. Die Ergebnisse weisen laut IWH nur geringfügige Abweichungen von den amtlichen Zahlen auf, die mit etwa zwei Monaten Zeitverzug eine umfassende Einschätzung der Lage erlauben. Der IWH-Insolvenztrend sei deshalb ein verlässlicher Frühindikator.

Und siehe da, heute präsentiert das IWH Daten für Dezember. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen sei im Dezember 2020 zwar spürbar angestiegen mit 921 insolventen Personen- und Kapitalgesellschaften. Damit lagen die Insolvenzen im Dezember 30 Prozent über dem Mittel der vorangegangenen drei Monate und erreichten das Niveau von Dezember 2019.

Pleitewelle soll ausbleiben

Laut IWH ist die Welle an Insolvenzen bisher ausgeblieben. Zitat: „Die Rückkehr zur Insolvenzantragspflicht hat nur zu moderat steigenden Insolvenzanmeldungen geführt. Eine Insolvenzwelle ist ausgeblieben.“ Auch betont das IWH, dass trotz steigender Insolvenzzahlen vergleichsweise wenige Jobs betroffen waren. Die Analyse des IWH zeige, dass die größten 10 Prozent der Unternehmen, deren Insolvenz im Dezember gemeldet wurde, insgesamt gut 10.000 Personen beschäftigen. Weiter sagt das IWH für Januar und Februar, Zitat:

Müller geht für die kommenden beiden Monate nicht von einer veränderten Lage aus. „Die Insolvenzzahlen werden im Januar und Februar in der Nähe des langjährigen Mittels bleiben. Eine Insolvenzwelle wird es bis zum Februar nicht geben,“ so Müller.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Faktenchecker

    7. Januar 2021 20:09 at 20:09

    Von Zombies, kollabierenden Banken, dummen Lemmingen und galoppierender Inflation
    Propheten, Prognosen und Ausreden im Faktencheck
    Crashprophten auf finanzmarktwelt.de im Zeitraffer seit 2019

    8. Juli 2019 15:59
    Eines muß man Markus Krall in jedem Fall lassen: seine Prognose, dass im Jahr 2020 vor allem die europäischen, speziell aber die deutschen Banken implodieren werden, ist mutig bis riskant! Aber wie dramatisch die Lage im Bankensektor schon aktuell ist, zeigt der radikale Schritt der Deutschen Bank mit der angekündigten Entlassung von 18.000 Mitarbeitern und dem Rückzug aus dem Aktiengeschäft … Und so ist es eine Kombination aus bilanziellen Altlasten und der wohl endgültigen Abschaffung des Zinses, die den Banken das Leben immer schwerer macht und zu ihrer Implosion führen dürfte.

    9. Juli 2020 12:39
    Ab Oktober, wenn die Insolvenzantragspflicht wieder gilt, wird eine Lawine über die Amtsgerichte rollen.

    31. Juli 2020 18:37
    Laut Markus Krall habe der Kollaps der Lieferketten dank Corona im letzten halben Jahr zu dramatisch niedrigeren Produktionskapazitäten geführt. Dieses geringere Angebot treffen auf eine dramatisch steigende Geldmenge, die irgendwann auch durch die Käufer-Nachfrage wirksam werde. Dann gebe es eine kräftige Inflation! … Er [Markus Krall] erwartet nämlich noch dieses Jahr eine große Banken-Rettungswelle, die letztlich 10 Billionen Euro oder mehr kosten werde. Und im Herbst werden laut Markus Krall die Zombieunternehmen kippen.

    25. September 2020 15:13
    Gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind … Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen … Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm.

    8. Oktober 2020 15:50
    Man erwartet jetzt für Oktober eine große Pleitewelle, nämlich von dem angestauten Berg an Pleitefirmen, die in den letzten Monaten keine Insolvenz anmeldeten, aber de facto schon am Ende waren.

    8. Oktober 2020 16:32
    Diese Inflation wird sich allerdings sehr schnell in eine galoppierende und dann in eine Hyperinflation verwandeln … Das so entstehende gesellschaftliche Chaos aber würde der Zentralbank die einmalige Chance bieten, auf ihren größten Trumpf zu setzen: die Unwissenheit der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, die die Inflation für eine Art Naturphänomen hält und nicht begreift, dass sie gewollt ist und vorsätzlich herbeigeführt wurde … Mit der Durchsetzung dieses Plans, auf den sehr viele Zeichen der vergangenen Wochen und Monate hindeuten, würde die Finanzelite – ohne jede Anwendung von Gewalt – gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: die eigene Macht erhalten, ihre Schulden loswerden und durch die Hintertür ein Geldsystem einführen, mit dem sie den Rest der Bevölkerung kontrollieren und disziplinieren könnte.

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    Faktenchecker

    7. Januar 2021 20:36 at 20:36

    Wir schreiben den 7. Januar 2021.
    Was sind die Fakten?
    Kollabierende Prophezeiungen, galoppierende Zombies und inflationäre Dummheit in der alles verleugnenden Querdenker-Untergangs-Gemeinde. Ein grandioses Scheitern nationalistischer Populisten und Separatisten, ein drohender Bankencrash im antieuropäischen Brexit-Land, nicht der geringste Ansatz von Inflation und Millionen von Selbständigen und mittelständischen Betrieben, die einfach nicht willens sind, pleite zu gehen.

  3. Avatar

    Brötchen

    8. Januar 2021 01:01 at 01:01

    Na so eine „Überraschung“, die Insolvenzpflicht soll weiter ausgesetzt bleiben. Aber spätestens am Sankt Nimmerleinstag wird sie wieder eingeführt. Alles ntürlich nur zum Besten, es geht ja um Arbeitsplätze.
    https://de.reuters.com/article/virus-deutschland-insolvenzen-idDEKBN29C279

  4. Avatar

    Kartoffel

    8. Januar 2021 10:35 at 10:35

    Kurzes Kommentar: Nachdem Krall gecheckt hat, dass die Pleitewelle ausbleibt, hat er eine theoretisch dünne Theorie aufgestellt über das Seignoragekapital der Notenbanken, welche sich nicht damit auseinandersetzt, warum dieser Indikator wichtig ist und nicht die 10.000 anderen, welche versuchen eine Hyperinflation zu erklären, und die einzige Glaubwürdigkeit dadurch erhält, dass Krall dafür bürgt und es in seinem Hinterzimmer ausgerechnet hat. Er hat aber keinerlei Transmissionskanal aufgestellt, warum die Menschen ausgerechnet dann ihr Vertrauen in das Geldsystem verlieren. Hauptsache der Crash kommt noch dieses Jahr und er kann Kleinanleger ins Gold locken.

  5. Avatar

    Michael

    8. Januar 2021 12:29 at 12:29

    @Brötchen, erstens einmal gibt es keine Insolvenzpflicht. Eine Pflicht, Pleite zu gehen, wäre wohl etwas kontraproduktiv 🙈

    Warum auch sollten prinzipiell wirtschaftlich gesunde Unternehmen Insolvenz anmelden müssen, die unverschuldet und lediglich nur aufgrund der Corona-Maßnahmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind? Und bei denen Anspruch auf die November- und Dezemberhilfen besteht, die diese auch längst beantragt haben, aber wegen der Trägheit von Behörden noch auf die Auszahlung warten. Unddie bis zum Ausbruch der Pandemie nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckten. Und bei denen die erlangbare Hilfeleistung für die Beseitigung der Insolvenzreife ausreichend ist.

    Das klingt fast schon so, als würden Sie sehnsüchtig auf eine Pleitewelle hoffen. Oder Sie haben die Voraussetzungen für die Verlängerung nicht zur Kenntnis genommen bzw. nicht verstanden. Oder Sie reagieren reflexhaft und lediglich instinktiv auf den Ausdruck „Verlängerung der Insolvenz(antrags)pflicht. Oder alles zusammen!

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Ölpreis: Aufwärtstrend geht weiter? Was macht Biden? API-Daten lassen aufhorchen

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis war seit dem 5. Januar im Aufwärtstrend. Nach einer Mini-Pause ging es Anfang dieser Woche weiter nach oben, von unter 48 Dollar im WTI-Öl am 5. Januar bis auf derzeit knapp unter 53 Dollar. Zahlreiche Gründe für die jüngst gestiegenen Preise und womöglich auch weiter anziehenden Preise hatten wir die letzten Tage genannt.

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Positiv für den Ölpreis zu werten waren die inzwischen seit fünf Wochen fallenden Lagerbestände für Öl in den USA, die großen Stimulus-Hoffnungen an den neuen US-Präsidenten, und vor allem die zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Öl-Fördermenge durch Saudi-Arabien (minus 1 Million Barrels pro Tag für Februar und März).

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Öl veröffentlicht mit einer Wochenveränderung von +2,6 Millionen Barrels. Die API-Daten gelten stets als Vorschau auf die am folgenden Tag vermeldeten offiziellen Lagerdaten. Diese Woche verschieben sich viele Konjunkturdaten in den USA um einen Tag nach hinten, weil am Montag Feiertag war. Die offiziellen Lagerdaten aber verschieben sich aufgrund der gestrigen Amtseinführung von Joe Biden um noch einen weiteren Tag nach hinten auf Freitag Nachmittag. Bis dahin könnte der Ölpreis also zittrig bleiben, in der Vorschau auf möglicherweise steigende Lagerbestände in den USA.

Was bringt Joe Biden für den Ölpreis?

Positiv für die Öl-Bullen ist zu werten, dass Joe Biden gestern im Rahmen diverser präsidialer Dekrete die Keystone XL Pipeline gestoppt hat, deren Bau in den USA noch nicht begonnen hat. Damit wird zukünftig nicht noch mehr Öl aus Kanada in Texas ankommen. Grundsätzlich ist dies vorsichtig positiv für den Ölpreis zu werten, da die Angebotsmenge geringer ausfallen dürfte. Aber na ja… werden die Kanadier ihr Öl dann nicht anderweitig auf dem Weltmarkt anbieten?

Also, bringt Joe Biden tendenziell für die nächsten Jahre dank dem Pipeline-Stop und sicherlich diversen schärferen Umweltgesetzen die Öl-Förderung in den USA zu einem Wachstumsstop, oder sogar zu einer Schrumpfung? Das wäre gut für alle Trader, die einen höheren Ölpreis sehen wollen. Aber da gibt es noch die andere Seite der Medaille. Man darf annehmen, dass sich die Beziehung zwischen den USA und dem Iran unter dem neuen US-Präsidenten entspannt. Sollten die US-Sanktionen gelockert werden, dürfte der Iran wohl zügig mehr Öl fördern und auf dem Weltmarkt verkaufen. Denn das Land braucht wohl jeden Petro-Dollar. Dies wäre folglich schlecht für den Ölpreis. Also ist es nicht so einfach zu beantworten, ob Joe Biden nun gut oder schlecht für einen potenziell weiter steigenden Ölpreis zu betrachten ist. Schaut man auf den Chart 30 Tage zurück, dann ist der Ölmarkt noch im Aufwärtstrend. Die Grundstimmung ist vor allem wegen dem möglichen anstehenden Mega-Stimulus in den USA positiv.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen
Chart zeigt Ölpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen.

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Christine Lagarde: Headlines der PK der EZB: entscheidende Fragen unbeantwortet

Markus Fugmann

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Hier die wichtigsten Aussagen von Christine Lagarde auf der heutigen Pressekonferenz der EZB – im offiziellen Statement bislang wenig Neues:

– Lagarde beginnt mit warmen Wünschen für 2021

– Impfungen wichtiger Meilentstein

– Industrie weiter robust, Dienstleistung weiter schwach, wenngleich weniger schwach als in der ersten Corona-Welle

– Inflation bleibt niedrig

– Kurzfristig überwiegen die Risiken

– Wirtschaft der Eurozone dürfte auch im 4.Quartal geschrumpft sein

– Pandemie wird auch 1.Quartal 2021 belasten

– es wird trotz Impfungen noch dauern, bis Herdenimmunität erreicht ist

– Impfungen und Brexit-Deal sind ermutigend, aber übergeordnet bleiben die Risiken bestehen

– Headline-Inflation dürfte bald ansteigen, auch wegen deutscher Wieder-Anhebung der Mehrwertsteuer

– Inflation dürfte mittelfristig anziehen, Inflationserwartungen sind gestiegen

– Kreditvergabe: Banken etwas vorsichtiger geworden

– Europäische Länder sollen schnell beschlossene EU-Hilfsmaßnahmen in ihren Parlamenten beschließen, um Erholung anzuschieben

– Lagarde „hat fertig“, jetzt Fragen

—-
– Lagarde: positiv sind Impfungen, dass der Brexit-Dealk zustande gekommen ist, dazu bessere Aussichten auf Kooperation mit der neuen US-Regierung

– schärfere Lockdowns wegen Mutationen durchaus möglich

– Frage nach Zombiefirmen: bislang weicht Lagarde einer Antwort aus – da redet sie minutenlang herum, aber die Frage zielte letztlich auf die negativen Konsequenzen der EZB-Politik, und das ließ sie (wieder einmal!) unbeantwortet!

– Frage nach (unausgesprochener) yield curve control der EZB (Berichte darüber, dass EZB versucht, die Renditen für Anleihen vor allem italienischer Anleohen nicht zu stark gegenüber deutschen Anleihen als Benchmark steigen zu lassen:: wieder keine konkrete Antwort von Lagarde!

– Frage nach digitalem Euro: was soll der für die Menschen bringen? Lagarde: ein digitaler Euro würde das Bargeld nicht ersetzen (FMW: echt??)
Lagarde: wir wollen in Sachen Digitaleuro sehr transparent sein (FMW: wohl eher pseudo-transparent..)
Lagarde:Einführung des digitalen Euros würde noch Jahre dauern; viele Fragen darüber noch offen und schwierig, wenn er käme, wäre er für alle gut, nicht nur für Elite

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