Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt immer weiter an. Gigantische schuldenfinanzierte Programme (Sondervermögen + Aufrüstung) werden sicherlich nur bestimmen Branchen helfen. Aber die Industrie (Maschinenbau, Chemie, Auto) sowie unzählige Dienstleistungsbranchen leiden unter einer seit Jahren andauernden Strukturkrise. Jetzt werden die Auswirkungen immer deutlicher. Heute liegen frische Zahlen vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) vor.
IWH-Insolvenztrend
Wichtig: Das IWH erhebt Frühindikatoren, die dem Insolvenzgeschehen in der Regel zwei bis drei Monate vorauslaufen. Wir sehen also beim IWH in die Zukunft, die uns die staatlichen Statistiker noch nicht zeigen. Deutlich schneller als die amtliche Statistik liefert der IWH-Insolvenztrend jeden Monat einen belastbaren Befund bei Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Die branchenspezifische Aufschlüsselung wird vom Statistischen Bundesamt inzwischen nicht mehr veröffentlicht, aber das IWH liefert diese Information weiter.
Insolvenzen auf höchstem Stand seit 2005
Kommen wir zur Sache. Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland liegt laut IWH-Insolvenztrend im April bei 1.776. Das sind 3 % mehr als im März und 10 % mehr als im April 2025. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen April der Jahre 2016 bis 2019 – also vor der Corona-Pandemie – liegt die aktuelle Zahl um 82 % höher. Damit lag die Zahl der insolventen Personen- und Kapitalgesellschaften im April so hoch wie seit Juni 2005 nicht mehr. Damals waren 1.859 Insolvenzen gezählt worden. Für die kommenden Monate ist laut Aussage des IWH keine Entspannung in Sicht.
Blick auf einzelne Branchen
Neue Höchstwerte waren im April in den Bereichen Hotel und Gastronomie sowie Grundstücks- und Wohnungswesen zu verzeichnen. Beim Handel und den Dienstleistungen wurden neue Höchstwerte nur knapp verfehlt. Eine regionale Aufschlüsselung zeigt Rekordwerte an Insolvenzen in Berlin und Bayern, wobei sich der Anstieg der Zahl in Berlin durch ungewöhnlich viele Hotelinsolvenzen erklären lässt.
Laut IWH-Insolvenztrend waren im April in den größten 10 % der insolventen Unternehmen knapp 20.000 Arbeitsplätze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen Beschäftigten deutlich über der im März (+43 %) und im Vorjahresmonat (+39 %) und sogar bei mehr als dem Doppelten (+112 %) des April-Durchschnitts der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Die hohe Zahl der von Insolvenzen betroffenen Arbeitsplätze im April geht auch auf zwei Großinsolvenzen im Handel mit insgesamt knapp 6.000 Jobs zurück.
Ausblick
Sehr hohe Werte dieser Frühindikatoren in den Monaten Februar bis April lassen auch für die Folgemonate sehr hohe Insolvenzzahlen erwarten, wobei die Zahl im Monat Mai durch die verringerte Anzahl an Werktagen etwas gedämpft werden könnte. Das IWH geht aktuell auf Basis dieser Zahlen davon aus, dass bis einschließlich Juli mit sehr hohen Insolvenzzahlen zu rechnen ist.
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Sie erwähnten 2005…? Da stand der DAX Performance Index bei den 5000 und jetzt fast beim Fünffachen…!
Merken Sie was…? Das passt nicht zusammen….!
Aber was war der Unterschied..? Na was….? Die Notenbanken !
Vergleichen Sie bitte hierzu die Unterschiede in der EZB Bilanz…2005 zu heute ! Jetzt verlassen sich die Investoren, Anleger und Spekulanten ganz allgemein auf die Notenbanken !
Sie mögen doch wieder einspringen ..wenn die Hütte brennt…so wie bei Corona, in der Eurokrise, in der Finanzkrise und so weiter und so fort…!
Whatever it takes…!
Und die Notenbanken? Die spielen weiter mein Name ist Hase ich weiß von nichts ….Die Inflation sei ja nur temporär….da müssen wir die Zinsen… trotz Inflation von über 3 Prozent …..nicht erhöhen….!
@Dr. Sebastian Schaarschmidt: Die Welt will belogen werden.
Naja, die Pleiten aus den Niedrigzinsjahren, die Betriebe zombizifiert haben, werden nun nachgeholt. Dabei werden auch gesunde Betriebe mit in den Strudel gezogen, die dann wegen zahlungsunfähiger Schuldner Pleite gehen.
Das es so kommen wird, wenn die Zinsen wieder steigen, ist seit Jahren bekannt.
Normal gehen im Schnitt 2 % der Unternehmen im Jahr Pleite. Die Niedrigzinsen haben viele der Unternehmen am Leben gehalten, die nun Pleite gehen.
Praktisch ein Nachholeffekt.
Hinzu kommen noch die gestiegenen Energiepreise, Bürokratie usw.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Damit haben dann wohl der Investitionsbooster, welcher steuerliche Vorteile im Falle von Investitionen in Maschinen schafft, und die Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie ihre Wirkung verfehlt. Die AfD hat für den 06.05.26 eine Aktuelle Stunde im Deutschen Bundestag zum Thema Industrienation Deutschland auf den Weg gebracht, wozu ja die beiden Branchen Maschinenbauindustrie und Tourismusindustrie gehören. Beides somit auch ein Thema für den Bundesverband der Deutschen Industrie im Haus der Deutschen Wirtschaft. Industriepräsident Peter Leibinger ist ein Maschinenbauer.