Europa

Statistisches Bundesamt mit frischen Daten Insolvenzen in Deutschland: Trend zeigt weiter bergauf

Insolvenz-Stempel
Grafik: Mark-Mainka-Freepik.com

Die Zahl der Insolvenzen zeigt weiter bergauf. Nach dem gestern gemeldeten IWH Insolvenztrend zeigt dies heute auch die staatliche Statistik. Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt im Oktober um 6,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen.

Für August 2025 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 1.979 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren 12,2 % mehr als im August 2024. Die Forderungen der Gläubiger aus den im August 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte auf rund 5,4 Milliarden Euro. Im August 2024 hatten die Forderungen bei rund 2,3 Milliarden Euro gelegen.

Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im August 2025 in Deutschland insgesamt 5,7 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10.000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 10,1 Fällen. Danach folgte das Baugewerbe mit 8,9 Fällen sowie das Gastgewerbe mit 8,2 Insolvenzen je 10 000 Unternehmen.

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Die Grafik zeigt: Seit drei Jahren befinden sich die Insolvenzen im Aufwärtstrend.



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17 Kommentare

  1. Das Schlimme ist, dass auch gesunde Firmen mit in den Strudel geraten.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Solange mehr neue Unternehmen, innovative Start-Ups und Hidden Champions aus dem Strudel hervorgehen, als Fossilien und deren Trittbrettfahrer verschluckt werden und die Zahl der Betriebsaufgaben deutlich unterm Durchschnitt der letzten 20 Jahre liegt, würde ich mir weniger alarmistische Gedanken machen.
      https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/_Grafik/_Interaktiv/betriebsgruendungen-insgesamt.html
      Bitte jetzt keine seltsamen, selbst zusammengereimten Definitionen mehr von Unternehmen, Betrieben, Firmen, wo ein Pleitier zwei oder zwei Pleitiers je einen neuen Betrieb gründen… 🥱

      So ist das nun einmal in Zeiten von Wandel und Transformation. Wer unflexibel, ökonomisch reaktionär, wenig resilient ist, neue disruptive Entwicklungen verpennt und an guten alten Zeiten mit völlig anderen Voraussetzungen festhält, geht unter.
      Wer „in volle Deckung geht“, überlebt noch eine Zeit lang.
      Wer sich anpasst, intelligent und proaktiv die Beschleunigung am Strudelrand nutzt, wird umso schneller und energiereicher (damit meine ich nicht die verzopfte Reiche im Energieministerium 😉) daraus hervorgehen.

      Und ja, ich weiß: Macht nur so weiter, Sie sind froh, weit weg zu sein und Ihr Gold noch weiter.

      1. Was Helmut wohl meint, ist die Tatsache, dass weitere Firmen auf Rechnungen sitzen bleiben, die von den insolventen Firmen nicht mehr gezahlt werden können/dürfen.

        Die „Statistik“ die Sie verlinken ist bedingt nützlich. Creditreform ist da, aus meiner Erfahrung, deutlich interessanter, 1. HJ 2025: https://www.creditreform.de/aktuelles-wissen/pressemeldungen-fachbeitraege/news-details/show/insolvenzen-in-deutschland-1-halbjahr-2025

        Die strukturellen Herausforderungen lassen Sie völlig außer Acht.
        Energiepreise, Bürokratie, Lohn- und Lohnstückkosten usw.

        Was Ihre Statistik nicht bietet, und da hat Helmut Recht, sind Informationen bezüglich Wertschöpfung, Förderungen/Subventionen, Kredite usw.
        Das beeinflusst u.a. auch Steuereinnahmen direkt, da Neugründungen meist mit Kreditaufnahme einhergehen und dadurch direkt die lokalen Steuereinnahmen (in jedem Fall, Gewerbe-, Lohn- u.o. Einkommensteuer betroffen sind.

        Auch der Unternehmenskauf/Übernahme nach/bei Insolvenzantrag sind 100% absetzbar, da ist sogar der Zeitraum wählbar.

        Dazu gibt es viele weitere Faktoren, was hier zu weit führen würde.

        Das was wir sehen sind Firmen, wie z.B. VW oder Zulieferer, die neue Firmen mit gleichen Produktionsstraßen in EU Ländern (Ungarn) gründen. Neben dem Kernfaktor, der Löhne, findet man dort auch deutlich geringere Energiekosten, weniger Bürokratie und geringere Steuern.

        Um es einfach zu schreiben: Die stärksten Wertschöpfungsketten wandern ab oder gehen in die Insolvenz, Landwirtschaft und Dienstleistungsunternehmen (mit wesentlich geringeren Wertschöpfungen) bleiben hier.
        Nur damit lässt sich unser Wohlstand und Sozialstaat nicht finanzieren.

        Aktuell ist es so, dass es kaum noch Fachkräftemangel gibt. Stellenausschreibungen erleben in vielen Sektoren Anstürme, mit teils überqualifizierten Bewerbungen. Die Liste an Herausforderungen ist lang…

        1. @Immobilienfisch
          Warum sollte sich eine Leserin auf die genannten strukturellen Faktoren beziehen, wenn die noch nicht einmal Inhalt des Artikels sind?

          Ob Ihr Wertschöpfungsargument unbedingt valide ist, bleibt Interpretationssache angesichts der Tatsache, dass die meisten Insolvenzen auf die Wirtschaftsabschnitte Verkehr und Lagerei (Dienstleistung), Baugewerbe (produzierendes Gewerbe UND Dienstleistung) und Gastgewerbe (Dienstleistung) entfielen.

          Fantasievolle Interpretation ist jedenfalls Ihre Aussage: „Was Ihre Statistik nicht bietet, und da hat Helmut Recht, sind Informationen bezüglich Wertschöpfung, Förderungen/Subventionen, Kredite usw. […] Dazu gibt es viele weitere Faktoren, was hier zu weit führen würde.“
          Die ganze Argumentationskette bezieht sich einzig auf den kurzen Satz von Helmut: „Das Schlimme ist, dass auch gesunde Firmen mit in den Strudel geraten.“
          Kann man so in der komplexen Tiefe sehen, muss man aber keinesfalls, wenn man @Helmut kennt 🤔

          In einem themenverwandten Artikel hat derselbe Autor übrigens darauf verwiesen, dass Fachkräftemangel als eines der Hauptmotive für die Verlagerung von Unternehmensfunktionen ins Ausland genannt wird.
          Angesichts dessen müssten Sie Ihren etwas gewagten letzten Absatz näher begründen und mit Daten untermauern.

  2. Ja @ Kathie Worst
    Das ist die typische Milchmädchenrechnung.
    Denn wenn z. B. ein Zulieferer der Autoindustrie (eine in das Handelsregister eingetragene GmbH mit z. B. 200 Mitarbeitern) pleite geht, und von den Entlassenen sich nur 2 Personen (z. B. aus dem Rechenzentrum) selbständig machen, dann sind die Neugründungen von Betrieben doppelt so hoch wie die Anzahl der Betriebe, die in Insolvenz gegangen sind.

    Noch ein Beispiel:
    Die größte Bäckereikette Deutschlands ist Junge Die Bäckerei (Con Pane GmbH) mit rund 5.600 Mitarbeitern.
    Wenn die Pleite gegen und sich von den entlassenen Mitarbeitern dann 50 selbständig machen und einen Betrieb gründen, dann gibt es in der Statistik 50-mal mehr Betriebsgründungen als Pleiten.
    Dann ist immer noch offen, wie viel von den neugegründeten Unternehmen die ersten Jahre überstehen.

    …Rund die Hälfte aller Unternehmensgründungen in Deutschland übersteht die ersten fünf Jahre nicht…
    https://www.sanverdi24.de/warum-viele-firmen-innerhalb-der-ersten-jahre-insolvenz-anmelden/

    Was eine Katastrophe sein kann, denn bei sehr vielen Neugründungen ist der Inhaber persönlich haftbar, und zwar mit seinem ganzen Vermögen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. „Denn wenn z. B.…“

      Aber nur wenn Helmut, aber nur wenn!
      Den Beweis und die Statistiken dazu, bleibst du uns schuldig.

    2. @Helmut
      Zu meinem Bedauern macht es nicht wirklich Sinn, mit Ihnen über dieses Thema zu debattieren. Denn Sie lesen noch nicht einmal die Links und Quellen.
      Dort steht klipp und klar Betriebsgründungen und Betriebsaufgaben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung.
      Das schließt eben genau die Soloselbständigen und Kleinunternehmen aus, die Sie zum wiederholten Mal in Ihrer Milchmädchenargumentation anführen.

      Außerdem konstruieren Sie irgendwelche Annahmen, von denen Sie nicht wissen, ob und wie oft sie tatsächlich eintreten. Es könnte genauso gut umgekehrt sein: Ein zwar fachlich brillanter, aber kaufmännisch ungeschickter Mensch wurstelt mit seinem Unternehmen (100 Mitarbeiter in 10 Zweigniederlassungen = Betrieben) vor sich hin, bis er pleite geht.
      Ein Kollege greift die Geschäftsidee erfolgreich auf, strafft die Firmenstrukturen und expandiert auf 500 Mitarbeiter – allerdings nur noch in 5 Zweigniederlassungen (=Betriebe). Damit stünden 10 Betriebsaufgaben nur 5 Betriebsgründungen gegenüber.

      Sie sehen also, Ihre Beispiele sind wertloser Schall und Rauch. Solange Sie dafür keine konkreten Zahlen und Belege nachweisen können, bleiben es reine Vermutungen ohne jede Datenbasis.

  3. Permanix hat das Rezept

    @ Helmut, sehe ich genau so, wenn eine Branche schlecht ist und Alteingesessene mit allen Reserven nicht mehr können, werdens wohl die Neugründer sehr schwer haben und wenn sie den Beruf wechseln sind sie als Quereinsteiger und Neulinge noch chancenloser. Und da lockt noch die Verführung des Bürgergeldes wo Nichtstun gut bezahlt ist. Der „ Wennmut- Fan würde natürlich einen Wechsel als Trader vorschlagen wo über 70% Verluste machen und er als einziger nur immer Gewinne meldet. Er würde auch allen vorschlagen in die Innenstadt zu ziehen wo er sich so wohl fühlt und natürlich möglichst nahe am Sozialamt.
    Habe gerade den Film eines Silvesterabends in De gesehen mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen,
    da fühlt er sich wohl der grösste Neidhammel. ( Bombenstimmung im Steuerparadies)

    1. Würde, würde, würde,…

  4. Statistik hilft immer

    @ Kathie, aber auch nicht so intelligent wie sie sich fühlen und der Schall und Rauch kommt eher von ihrem Beispiel.Eine Betriebsgründung wird wohl eher mit wenigen Personen gemacht und nicht mit über hundert Leuten. Sie können es drehen und wenden wie sie wollen, die Arbeitsplätze und die Firmen wandern aus und die Einwanderung in die Sozialsysteme lassen einzig diese Branche prächtig wachsen. Dieser unproduktive Betrieb hat sich fantastisch entwickelt. Kathie, ihre optimistische Statistikverdreherei ist ein Hohn für alle die um ihren Arbeitsplatz bangen und Existenzängste heben. Es gibt m.M dafür auch eine Statistik,

    1. @Name Changer
      Bitte keine Whataboutismen und Strohmann-Argumente in Richtung Migration und Sozialsysteme. Auf diese billigen Ablenkungsmanöver fallen sachkundige Leser nicht herein.
      Für Wahlkampf und xenophobe Ideologien sind Social-Media-Plattformen besser geeignet. Versuchen Sie doch besser dort Ihr Glück und nehmen Sie Ihren andalusischen Kumpel gleich mit 😉

      Was Sie als „Statistikverdreherei“ bezeichnen, ist eine offizielle Darstellung von DESTATIS, die Sie leider aus Desinteresse und Ignoranz nicht einmal in Betracht gezogen haben.

  5. Hallo @ Kathie Worst

    Natürlich haben Betriebsschliesungen eine grösere Bedeutung als Betriebsgründungen.
    Denn Betriesschliesungen kosten in der Regel mehreren Mitarbeiter die Stellen.
    Aber es wird Kapital freigesetzt, das wohl schlecht verwendet wurde, wenn der Betrieb pleite geht.
    Wir sollten das hier beenden, denn einfacher konnte/kann ich es nicht erklären.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      Netter Manipulationsversuch 😉
      ABER: Größere wirtschaftliche Bedeutung bezieht sich auf Betriebsaufgaben UND Betriebsgründungen.

      Weiterhin gilt unverändert: Hypothetische Beispiele, die auf unbelegten Annahmen und Vermutungen beruhen, sind keine Erklärungen.
      Es bleibt also dabei, Ihre Argumentationsversuche sind wertloser Schall und Rauch.

  6. @ Kathie, Opti- Misten und Mistinnen braucht das Land, wegschauen und schönreden haben noch jedes Problem gelöst. Solange der Staat noch immer mehr gutbezahlte Beamtenjobs schafft als die Industrie verliert, ist De noch immer das „ Reiche Land“
    WIR SCHAFFEN DAS

    1. @Name Changer
      Inhaltsbezogene Antworten und Sachargumente zählen weniger zu Ihren Kernkompetenzen, nicht wahr?!

      Auch dieses Mal gilt analog zu vorhin:
      Bitte keine Whataboutismen und Strohmann-Argumente in Richtung Beamtenjobs und angebliche Schönredner. Auf diese billigen Ablenkungsmanöver fallen sachkundige Leser ebenfalls nicht herein.
      Für Wahlkampf-Ideologien sind Social-Media-Plattformen besser geeignet. Versuchen Sie doch besser dort Ihr Glück und nehmen Sie Ihren andalusischen Kumpel gleich mit 😉

  7. @ Kathie, ein weiser Mann auf FMW sagt oft, „ Alles hängt mit Allem zusammen“ Bei ihrer Statistikgrübelei vergessen sie das Wichtigste, DIE PSYCHOLOGIE“ Eine Firmenschliessung oder Stellenverlust ist beim grossen Fachkräftemangel ,der seit Jahren alle in Sicherheit wiegten, ein grosser Schock.
    Sie haben sicher einen sicheren Job, denn Staaten werden nie geschlossen, sie werden immer mit Schulden durchgefüttert.

  8. Wir sind jetzt in einer Dynamik, in der man den Markt direkt beobachten muss. Statistiken sind immer nachlaufend. Wenn heute z.B. wieder an die 10.000 Stellenstreichungen gemeldet werden, werden die Menschen nicht sofort und auch nicht alle arbeitslos. Aber die Stellen sind zukünftig weg, die Unternehmen haben Aufwand für Sozialpläne und weit mehr als 10.000 sind aufgeschreckt und kippen ihre Ausgaben.

    Eine Regierung kann jetzt nicht sitzen und warten, wie die Arbeitslosenstatistik in einem halben Jahr aussieht, sie müßte handeln.
    Alles andere ist unverantwortlich.

    Und Handlungsbedarf besteht. Dringend.

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