Europa

Jahreszahlen vom Statistischen Bundesamt Insolvenzen weiter im Auftrieb – aktuelle Daten und Forderungen der Wirtschaft

Die Zahl der Insolvenzen legt weiter zu, und die Aussichten sind wenig rosig. Wir zeigen aktuelle Daten und Forderungen aus der Wirtschaft.

Insolvenz-Stempel
Grafik: Mark-Mainka-Freepik.com

Am Dienstag zeigte der zuverlässige IWH Insolvenztrend, der aktueller ist als die staatlichen Statistiken, für den Monat Februar weiter Auftrieb bei den Insolvenzen. Heute hat das Statistische Bundesamt Daten für das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht, welche die negative Entwicklung in einem größeren Bild zeigen.

Insolvenzen für das Gesamtjahr 2025

Im Jahr 2025 haben die deutschen Amtsgerichte 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen registriert, 10,3 % mehr als im Vorjahr. Die Zahl war bereits 2024 und 2023 jeweils um mehr als 20 % angestiegen (2024 zum Vorjahr: +22,4 %, 2023 zum Vorjahr: +22,1 %). Höher als 2025 hatte die Zahl der Insolvenzen zuletzt im Jahr 2014 mit 24.085 Fällen gelegen. Während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf 32.687 Fälle gestiegen.

Langfristige Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland

Wirtschaftsverband mit aktueller Aussage

“2025 war ein ausgesprochen schwaches Jahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen: Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden. Das ist eine so hohe Frequenz wie seit elf Jahren nicht mehr. Auch der Dezember markiert erneut einen traurigen Rekord, mit dem höchsten Stand sogar seit 14 Jahren, so sagt es aktuell der Wirtschaftsverband DIHK als Kommentar zu den heute gemeldeten Insolvenzen für 2025.

Der Blick auf das Jahr 2026 macht wenig Hoffnung auf eine Trendwende. Wie die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage zeigt, kommen die leichten konjunkturellen Auftriebskräfte – etwa durch staatliche Rüstungsausgaben – in der Breite noch nicht an. Gerade der Mittelstand, mit hunderttausenden Unternehmen, bleibt weitgehend außen vor. In vielen kleineren und mittelgroßen Betrieben zeigen sich deutlich gedämpfte Erwartungen. Zudem gefährden die Entwicklungen im Nahen Osten die ohnehin fragile Lage weiter. Steigende Energiepreise und die Angst um neue Störungen in Lieferketten setzen viele Unternehmen zusätzlich unter Druck.

Angesichts dieser Entwicklung ist es überfällig, die Wirtschaft spürbar zu stärken: Runter mit den Arbeits- und Energiekosten, spürbarer Bürokratieabbau, verlässliche Rahmenbedingungen – und das sehr rasch. Nur ein konsequenter Reformkurs kann verhindern, dass sich die Insolvenzwelle weiter durch die Breite der Wirtschaft frisst. Und nur mit einer starken Wirtschaft können wir die geopolitischen Schocks abfedern”, so der DIHK.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Verlässliche Rahmenbedingungen kann ich erst dann erkennen, wenn die Bundeskanzler Friedrich Merz-Bundesregierung/Koalition ihren Absichtserklärungen, die Körperschaftssteuer, die Stromsteuer und die Luftverkehrssteuer zu senken, konkrete Taten folgen lässt. Hierbei geht es auch um das Konsumklima, und um mittelständische Unternehmen in Form einer GmbH.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage