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Insolvenzen: Weltgrößter Kreditversicherer gibt für 2021 und 2022 Entwarnung

Insolvenzen bringen kaum Probleme

Der weltgrößte Kreditversicherer Euler Hermes gibt Entwarnung beim Thema Insolvenzen. Man sagt heute ganz klar, dass die niedrige Zahl der Insolvenzen an den staatlichen Rettungsmaßnahmen liege. Nächstes Jahr soll die Zahl der Insolvenzen zwar ansteigen, aber nur auf das Niveau von 2017. Erst vor Kurzem hatten Wirtschaftsauskunfteien über einen großen Rückstau an Insolvenzen gesprochen (siehe hier und hier). Bei Euler Hermes hört sich das alles nicht so schlimm an – auch wenn man mehrmals auf die staatlichen Hilfen hinweist, die dieses Wunder möglich machen.

Nur ganz leichter Anstieg bei den Insolvenzen

Laut Euler Hermes bleiben die Insolvenzen trotz eines leichten Anstiegs um rund 6 Prozent auch 2021 voraussichtlich auf künstlich niedrigem Niveau. Die Fallzahlen sollen im laufenden Jahr sogar geringer ausfallen als vor der Pandemie im Jahr 2019. Der Grund dafür seien die umfangreichen Maßnahmenpakete, um die Folgen der Covid-19-Pandemie für die Unternehmen teilweise abzufedern. Mit der Verlängerung und Ausweitung dieser Maßnahmen Ende 2020 erwarte man auch für 2021 keinen sprunghaften Anstieg der Firmenpleiten. Ausgehend von den aktuellen Rahmenbedingungen prognostiziert Euler Hermes in seiner aktuellen Analyse zwar einen Zuwachs der Insolvenzen in Deutschland im Jahr 2021 um 6 Prozent, allerdings erst ab dem zweiten Halbjahr und von sehr niedrigem Niveau kommend.

Erst im Laufe von 2022 dürften die Pleiten laut Euler Hermes um rund 15 Prozent zunehmen. Die Fallzahlen 2022 dürften dann jedoch nur etwa 4 Prozent höher liegen als 2019. Dies entspreche in etwa dem Niveau von 2017. Damit stehe Deutschland im internationalen Vergleich gut da. Das Thema Insolvenzen habe sich „entkoppelt“, so die Kreditversicherung. Die Insolvenzentwicklung hänge nicht vom Markt, sondern von Hilfsmaßnahmen ab. Es sei paradox. Trotz einer der größten Wirtschaftskrisen sind Insolvenzen in Deutschland im vergangenen Jahr mit rund -15 Prozent deutlich auf einen neuen Niedrigstand seit 1993 gesunken, so der CEO von Euler Hermes für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dies zeige, wie stark die Insolvenzentwicklung von der tatsächlichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und dem aktuellen Zustand der Unternehmen entkoppelt sei.

Erholung nach der Krise

Die Entwicklung bei den Insolvenzen sei derzeit nicht von Marktmechanismen, sondern von der weiteren Entwicklung und dem Fortbestand von Unterstützungsmaßnahmen abhängig. Dies werde nicht ewig so weitergehen. Aber auch mit der sukzessiven Rückkehr in eine neue Normalität sei ein umgehender oder sprunghafter Anstieg dadurch erst einmal nicht in Sicht. Für deutsche Unternehmen sei dies zunächst eine gute Nachricht in diesen herausfordernden Zeiten. Trotz des erneuten und verlängerten Lockdowns, der viele Branchen empfindlich trifft, seien mit zunehmendem Impffortschritt die gesamtwirtschaftlichen Aussichten für 2021 relativ gut. Und am Horizont winke ab voraussichtlich dem zweiten Halbjahr ein „Nachhol-Boom“ sowie eine deutliche wirtschaftliche Erholung. Also, glaubt man Euler Hermes, dann kommt die deutsche Volkswirtschaft (nicht nur die Industrie) richtig anständig durch die Krise? Der Staat schließt die Lücke während der Lockdowns, danach kommt ein großer konjunktureller Nachholeffekt, und alles wird gut?



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4 Kommentare

  1. Weltgrösster Kreditversicherer gibt Entwarnung-Coronapandemie hat natürlich keine negativen Auswirkungen-Dr.Marlboro sagt:Rauchen ist das gesündeste wo gibt! Zum Schluss bewusst grammatikalisch horribel!Uns Olaf,der mit dem Sparbuch,haut in die gleiche Kerbe indem er verkündet:Wir haben ja über ein Jahrzehnt so toll gewirtschaftet,dass wir uns das noch lange leisten können.Mit das, meint er höchstwahrscheinlich das Verwechseln von Aktiva und Passiva.Die unglaublich vielen Deutschen,welche den Bargeldstau auf ihren Konten kaum mehr ertragen können und sehnsüchtig auf das totale Shopping-go warten sei gesagt:Legt Euch genug zurück damit ihr habt wenn Olaf erkennt,dass Umsatz nicht gleich Gewinn ist!Dann gibt’s nämlich fette Steuererhöhungen,vor allem für die Nicht-EZB-Lieblinge(diejenigen unter uns,welche ihr Dasein mit ehrlicher Arbeit und nicht mit Finanzspekulationen verdienen.Die nglaublich grosse Anzahl der Gesetzesbrüche der Regierung unter der „Genossin für Agitation &Propaganda wird euch den Endsieg a la 45 bescheren!Erstrebenswert?,kaum!

  2. Beeindruckend, Koch: „Genossin für Agitation &Propaganda“, verbraten Sie da gerade Frau Weidel oder Beatrix von Storch im Phrasen- und Floskelschwein?

  3. Macht nix, 1990, 2000, 2010, 2020 oder gar erst 2022, 2030 … Der Untergang wird kommen, die Untoten sind auferweckt, egal wie sehr sie die Meinungsfreiheit durch Zensur auch zu unterdrücken versuchen. Gustl Finck und seine Marionetten leben. Die Netzwerke sind hoch aktiv und funktional. Die Gräber und Gruften selbst im 9. Kreis der Hölle haben sich für die Allgemeinheit geöffnet. Gefangen im Eis, jeder entsprechend seiner Schuld, sind bestrafte Sünder, die sich des Verrats an denen schuldig gemacht haben, zu denen sie besondere Beziehungen hatten.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/csu-peter-gauweiler-kassierte-offenbar-millionen-waehrend-zeit-im-bundestag-a-1fcff63e-7e0d-4b6a-a7cc-88b9fe681ea9
    https://www.sueddeutsche.de/politik/gauweiler-nebeneinkuenfte-csu-finck-1.5247091
    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/welche-rolle-august-von-finck-im-fall-sauter-spielt-17265334.html

  4. Pingback: Insolvenzen: Ausblick; Langzeitanalysen; Freie Analysen

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