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Insurtechs: Finanzierungsengpässe in der Corona-Krise

Die Insurtechs waren die neuen Helden der Versicherungsbranche. Jung, modern und voller guten Ideen machten sich die Start-Ups daran, die gesamte Branche zu übernehmen. Und das zunächst mit Erfolg: Jedes Jahr konnten sich die jungen Firmen über mehr Kunden freuen. Die Corona Krise hat allerdings auch die Insurtechs voll erwischt. Denn die erfolgsverwöhnten Startups stehen vor ernsten Finanzierungsengpässen. Was genau bedeutet das für Kunden der Versicherungen? Und wie sieht die Zukunft der Insurtechs aus?

Wie wurden die Insurtechs so erfolgreich?

Die Insurtechs wurden so erfolgreich, weil die jungen Firmen es schafften, genau die jahrzehntelangen Probleme der Versicherungen endlich anzugehen. So kann man bei den meisten Insurtechs zum Beispiel Online eine Privathaftpflicht abschließen und direkt auf alle wichtigen Vertragsunterlagen zugreifen. Aber auch eine Schadensmeldung ist unkompliziert und schnell möglich. Außerdem haben sich die Versicherer an die wandelnden Ansprüche ihrer Kunden angepasst. Inzwischen bieten zum Beispiel viele Haftpflichtversicherer auch eine Hundeversicherung gleich mit an. Und auch Fahrräder und E-Bikes können inzwischen versichert werden.

Die größten Verbesserungen konnten die Insurtechs aber beim Vertragsabschluss und bei der Kündigung einführen. Denn zum einen dauert es bei einer modernen Plattform endlich keine unzähligen Stunden mehr, bis man einen neuen Vertrag abgeschlossen hat. In der Regel dauert das Ganze sogar nur ein paar Minuten. Direkt danach bekommt man dann ein passendes und personalisiertes Angebot zugeschickt. Der Abschluss dauert dann nur noch wenige Sekunden.

Insurtechs in Zeiten der Corona Krise: Das Problem der Startups

Das Geschäftsmodell der Insurtechs ist nach wie vor beliebt. Bei einem Versicherungswechsel entscheiden sich vor allem junge Menschen sehr häufig für einen Wechsel zu einem Insurtech. Die Insurtechs können sich auch jetzt noch über die gleichen Marktanteil-Zuwächse freuen, die die Anbieter auch vor der Corona Krise hatten. Das traditionelle Versicherungsgeschäft findet sich weiterhin auf dem absteigenden Ast.

Allerdings rächt sich jetzt das Geschäftsmodell der meist jungen Start-Ups. Denn diese verfügen so gut wie nie über irgendwelche Reserven oder können selbst größere Investitionen stemmen. Das nötige Kapital wird normalerweise komplett von den Investoren bereitgestellt. Denn da es sich bei den meisten Insurtechs immer noch um Risiko-Investitionen handelt, ist den Firmen der Gang zur Bank verwehrt. Das ist in der aktuellen Situation fatal. Denn in Zeiten der Krise will niemand große und gewagte Investitionen tätigen. Wenn ein Unternehmen also keine starken Finanzpartner an der Seite hat, die wirklich an die Firma glauben, dann geht den Startups jetzt sehr schnell das Geld aus.

Was bedeutet das für die Kunden?

Für die Kunden der Insurtechs ändert sich erstmal nichts. Denn alle Unternehmen, die über eine deutsche Zulassung verfügen, haben ihre eigenen Kunden ausreichend abgesichert. Denn Insurtechs unterliegen genau den geleichen BaFin Regeln, wie alle anderen Versicherungen auch. Die seriösen Anbieter sind außerdem bei zuverlässigen Rückversicherern versichert. Die Kunden deutscher Unternehmen müssen sich also erstmal keine Sorgen machen.

Die Zukunft ändert sich nicht

Die Branche der Insurtechs steht aktuell vor nie gekannten Herausforderungen. Und es werden wohl mit ziemlicher Sicherheit nicht alle Anbieter diese Krise überleben. Allerdings liegt das nicht am Geschäftsmodell der Insurtechs an sich, sondern viel mehr daran, dass es sich bei vielen Anbietern um Start-Ups mit wenig Rücklagen handelt. Der Trend hinzu den Insurtechs wird sich also fortsetzen. Nach wie vor suchen die Kunden nach immer einfacheren und digitaleren Lösungen, um das eigene Leben zu bewältigen.

Es sieht wohl sogar danach aus, als könnten die Insurtechs am Ende noch von der Corona Krise profitieren. Denn es scheint, als hätte Covid-19 unsere Welt für immer verändert. Man wird wohl auch in Zukunft versuchen, den menschlichen Kontakt dort zu vermeiden, wo es geht. Und davon wird wohl auch der Versicherungskaufmann betoffen sein. Die Unternehmen, die es also aus dieser Krise schaffen, können sich auf eine aussichtsreiche Zukunft freuen.



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