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Internationale Energie-Agentur: Öl-Nachfrage rückt in den Fokus

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Die Internationale Energie-Agentur hat heute ihren aktuellsten Ölmarktbericht veröffentlicht. Ausgerechnet heute, einen Tag nach den Vorfällen mit den Öltankern zwischen dem Oman und Iran. Bis vor Kurzem sei es nur um die Angebotsseite am Ölmarkt gegangen, als da wären Libyen, Iran, Venezuela, und die Fördermengenkürzung der OPEC. Diese Sichtweise habe Brent im April über 70 Dollar geschoben, so die IEA.

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Die aktuelle Tanker-Story hat die IEA in ihrem Bericht aber schon mit erwähnt. Aufgrund einer Angst vor Verknappung des Angebots (so unsere Klar-Formulierung der IEA-Aussagen) sei Öl gestern um 4% gestiegen. Die Themen auf der Angebotsseite seien aktuell nicht verschwunden. Aber jetzt liege der Fokus auf der Nachfrageseite, da die ökonomischen Indikatoren schwächeln würden (also tendenziell sinkende Öl-Nachfrage).

Im Mai habe die OECD (Mutterorganisation der IEA) eine Prognose für das globale BIP-Wachstum herausgegeben. 2019 sollen es +3,2% werden, weniger als in der vorigen Prognose. Das weltweite Wirtschaftswachstum sei auf die niedrigste Rate zurückgefallen sei der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Folgen für die Nachfrage nach Öl seien offenkundig, so die IEA. Das Wachstum in der globalen Öl-Nachfrage könne aber von vermutlich +1,2 Millionen Barrels pro Tag in 2019 auf +1,4 Millionen Barrels pro Tag in 2020 steigen. Hier einige Detailaussagen der IEA im Wortlaut zur Nachfrageseite:

The consequences for oil demand are becoming apparent. In 1Q19, growth was only 0.3 mb/d versus a very strong 1Q18, the lowest for any quarter since 4Q11. The main weakness was in OECD countries where demand fell by a significant 0.6 mb/d, spread across all regions. There were various factors: a warm winter in Japan, a slowdown in the petrochemicals industry in Europe, and tepid gasoline and diesel demand in the United States, with the worsening trade outlook a common theme across all regions. In contrast, the non-OECD world saw demand rise by 0.9 mb/d, although recent data for China suggest that growth in April was a lacklustre 0.2 mb/d. In 2Q19, we see global demand growth 0.1 mb/d lower than in last month’s Report. For now though, there is optimism that the latter part of this year and next year will see an improved economic picture. The OECD sees global GDP growth rebounding to 3.4% in 2020, assuming that trade disputes are resolved and confidence rebuilds.

Auch sagt die Internationale Energie-Agentur, dass es für die Angebotsseite schwierig sein werde die Nachfrage zielgenau zu treffen. Massenhaft zusätzliche Ölproduktion komme aus Nicht OPEC-Staaten auf den Markt. Alleine die USA würden im laufenden Jahr 90% des Zuwachses von 1,9 Millionen Barrels pro Tag ausmachen. Und wir wissen ja (unsere Anmerkung), dass die Fracker in den USA völlig unberechenbar sind. Es handelt sich um jede Menge kleine, mittelgroße und große Privatunternehmen, die anders als staatliche Ölkonzerne in anderen Ländern nicht von oben herab zu regulieren sind.

Heute hat die Internationale Energie-Agentur zum ersten Mal einen Öl-Ausblick für 2020 gegeben. Eine klare Botschaft für das Jahr 2020 sei, dass es viele Angebotssteigerungen außerhalb der OPEC geben werde, um ein wahrscheinliches Niveau der Nachfrage zu decken. Dies könne eine willkommene Nachricht für die Verbraucher und die allgemeine Gesundheit der derzeit anfälligen Weltwirtschaft sein, da sie den erheblichen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise begrenzen werde.

Kurz-Fazit unsererseits: Die IEA sieht die Nachfrage-Seite schwächeln. Auf der Angebotsseite könnte es zu nicht kontrollierbaren zusätzlichen Mengen kommen. Also: Abwärts mit dem Ölpreis auf mittlere Sicht gesehen?

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Der Aktien-Schröder

Aktienmärkte: Zukunftsprognose – oder nur noch bullshit? Marktgeflüster (Video)

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Was sagen uns die Aktienmärkte eigentlich noch über die Zukunft? Bis zur Finanzkrise waren die Aktienmärkte ein guter Indikator für das, was in der Zukunft passieren wird: sie sagten oft zutreffend Rezessionen oder auch starke Zeiten der Wirtschaft voraus – aber das scheint nun vorbei zu sein. Denn die Aktienmärkte sind zu einer Art Wette auf die Liquidität der Notenbanken degeneriert, die – wenn überhaupt – nur noch sehr eingeschränkt versuchen, in der Gegenwart zukünftige Entwicklungen zu bepreisen. Ursache dafür ist die Abschaffung des Zinses als Signalfunktion für Risiken durch die Notenbanken, deren finanzielle Repression die Herde der Investoren in Risiko-Assets zwingt. Das kommt auch heute wieder beispielhaft zum Ausdruck:  an der Wall Street wieder neue Allzeithochs, und das vor allem deshalb, weil der Staat China offenkundig hochverschuldete, kurz vor dem Kollaps stehende Unternehmen wie die HNA Group retten will. Macht diese Party noch Sinn? Wäre es nicht vielleicht besser, wenn diese Unternehmen nicht gerettet werden müßten?

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Gold/Silber

Silberpreis: Die Rückeroberung der 18-Dollar-Marke

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Silber Beispielfoto

Im Windschatten des Goldpreisanstiegs kann sich auch der Silberpreis wieder erholen und schafft den Sprung über charttechnisch wichtige Marken. Wie nachhaltig dieser Anstieg ist und ob der Schwung für neue zyklische Höchststände ausreicht, muss sich noch zeigen. Die jüngste Dynamik bei der Preisentwicklung des Hightech-Edelmetalls stimmt gleichwohl zuversichtlich.

Das Chartbild beim Silberpreis in US-Dollar sieht konstruktiv aus

Nachdem der Goldpreis in US-Dollar bereits neue zyklische und in den meisten anderen Währungen, so auch im Euro, Allzeithöchststände erreicht hat, tut sich der Silberpreis damit noch schwer. Dies hat dazu geführt, dass das Verhältnis der Gold- und Silberpreise zueinander in historischer Dimension auseinanderklafft: Ganze 88 Unzen Silber muss man derzeit für eine Unze Gold bezahlen. Berücksichtigt man das Verhältnis der beiden Edelmetalle in der Erdkruste (1:15), die überirdischen Bestände (1:5) und die Produktionsmenge (1:8), dann scheint der Silberpreis im Verhältnis zum Goldpreis aktuell zu niedrig und Silber signifikant unterbewertet zu sein. Das Gold-Silber-Ratio liegt deutlich über dem historischen Mittel und über dem natürlichen Verhältnis. Das Zwittermetall aus Industrie- und monetärem Edelmetall (Geldmetall) läuft der Entwicklung seines gelben Brudermetalls bereits seit Beginn der jüngsten Hausse-Phase im Sommer 2019 hinterher.

Damals begann die US-Notenbank ihren jüngsten Zinssenkungszyklus. Umso niedriger die Zinsen und umso höher die Bewertung von Anleihen und Aktien, desto attraktiver werden die zins- und dividendenlosen Edelmetalle für Investoren. Auch deshalb, weil die parallel zur Niedrigzinspolitik erfolgte Liquiditätsflutung der Märkte die knappen Geldmetalle relativ zur explodierenden Geldmenge aufwerten lässt. Immerhin hat der Silberpreis im Windschatten der jüngsten Rekordjagd des Goldpreises die Marke von 18 US-Dollar zurückerobern können und sich bis an die im Chart als rote gestrichelte Linien erkennbaren Widerstände herangearbeitet. Übergeordnet arbeitet der Silberpreis damit aber immer noch an dem Abschluss der lang gezogenen Konsolidierungsformation nach der Sommerrallye.

Silberpreis Chart in US-Dollar

Gelingt der Ausbruch aus dieser Formation, dann steht auch beim Silberpreis der Anlauf auf die zyklischen Höchststände von Anfang September bei 19,63 US-Dollar pro Unze auf der charttechnischen Agenda.

Der Silberpreis in Euro ist schon ein gutes Stück weiter

Für Anleger aus dem Euroraum entwickelt sich der Preis erfreulicher, ähnlich wie beim Gold. Zum Vergleich: In US-Dollar hat der Silberpreis auf Jahresbasis 14,4 Prozent zugelegt – in Euro um 20 Prozent. Da in diesem Zeitraum die Teuerungsrate in den USA sogar höher war als in Europa, ist die Kaufkraft einer Unze Silber in Europa um sechs Prozent stärker angestiegen als für einen in den USA lebenden Silber-Investor. In Euro notiert die Unze Silber (31,1 Gramm) aktuell bei 16,96 Euro.

Silber in Euro vs Silber in USD

Die Investmentnachfrage ist der entscheidende Impulsgeber für die Rallye

Die Stabilität des Silberpreises und die jüngste Aufwärtsentwicklung stimmt in doppelter Hinsicht zuversichtlich: Zum einen steigt das Edelmetall in einer Phase der Dollar-Stärke an – was auch die Outperformance in Euro erklärt. Normalerweise korrelieren der Dollar und die monetären Edelmetalle Gold und Silber negativ zueinander. Dies mag daran liegen, dass die aktuelle Coronavirus-Krise in China stattfindet und damit sowohl der US-Dollar als auch Gold und Silber als sichere Häfen von risikoaversen Investoren angesteuert werden. Zum Zweiten speist sich die Silbernachfrage zu gut der Hälfte aus der Industrienachfrage. In Anbetracht der aktuellen Produktionsstillstände in der Automobil- und Elektroindustrie in China, wo Silber als elektrischer Leiter und in Spiegeln eine wichtige Rolle spielt, ist die Robustheit der Silbernotierungen positiv zu werten.

Der Grund für die relative Stabilität gegenüber zum Beispiel dem Industriemetall Kupfer ist die deutlich anziehende Nachfrage vonseiten der Investoren. Besonders die Nachfrage der großen physisch gedeckten Silber-ETF erklärt diese Preisstabilität. Noch vor Jahresfrist lagen die weltweit bekannten Bestände dieser ETF bei 510 Millionen Unzen. Aktuell sind es bereits 630 Millionen Unzen – ein Plus von 23,5 Prozent innerhalb von nur 12 Monaten. Da die Produktion im gleichen Zeitraum stagnierte, wirkt die Investorennachfrage positiv und kompensiert den aktuellen Nachfrageausfall aus der verarbeitenden Industrie.

Fazit und Ausblick

Im Zuge der anhaltenden konjunkturellen Schwächephase, die flankiert wird von der akkommodierenden Geldpolitik der Notenbanken weltweit, hält sich das Hightech-Industriemetall Silber preislich sehr stabil und kann zuletzt sogar im Kielwasser des Goldpreises reüssieren. Sollte es in Folge der noch nicht vollumfänglich sichtbaren Schäden durch die Coronavirus-Epidemie zu noch aggressieverer Geldpolitik kommen, wird sich auch die Nachfrage der Investoren nach dem Geldmetall Silber weiter verstärken. Da im Laufe des Jahres mit einer Normalisierung der Industrieproduktion in China nach dem Abklingen der Virus-Epidemie zu rechnen ist, bleibt das Umfeld für einen weiter steigenden Silberpreis in Summe konstruktiv. Gelingt der Ausbruch aus der Konsolidierungsformation endgültig, sind in diesem Jahr sogar neue zyklische Höchststände und aufgrund der relativen Unterbewertung gegenüber dem Gold sogar eine Outperformance des Silberpreises gegenüber dem Goldpreis sehr wahrscheinlich.

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Wie geht es weiter bei Gold? Die Detailanalyse direkt am Chart

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Der Dow 30 strauchelt seitwärts. Gold ist toll angestiegen. Kann es kräftig weiter nach oben gehen? Das schaue ich mir im folgenden Video direkt am Chart genauer an. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“  (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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