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Europa

Internationale Energie-Agentur: Produzenten öffnen die Schleusen, Ölförderung im Juni +720.000 Barrels pro Tag

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat heute ihren Monatsbericht veröffentlicht. Darin wird gleich zu Beginn der globale Öl-Fördermengen-Anstieg von 720.000 Barrels pro Tag alleine für den…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) hat heute ihren Monatsbericht veröffentlicht. Darin wird gleich zu Beginn der globale Öl-Fördermengen-Anstieg von 720.000 Barrels pro Tag alleine für den Monat Juni erwähnt. Auch schreibt die IEA im selben Satz, dass die Produzenten die Schleusen geöffnet hätten. Die Fördermenge liege nun 1,2 Millionen Barrels pro Tag über der Menge vor einem Jahr. Nicht OPEC-Mitglieder seien nun zurück im Wachstumsmodus.

Im Jahresdurchschnitt 2017 erwartet die IEA bei Nicht OPEC-Förderern einen Zuwachs von 0,7 Millionen Barrels pro Tag und für 2018 ein Plus von 1,4 Millionen Barrels pro Tag. Gestern hatten wir bereits über den aktuellsten OPEC-Monatsreport berichtet. Die Daten bestätigt heute auch die IEA. Die OPEC habe im Juni 32,6 Millionen Barrels pro Tag gefördert, ein deutliches Plus von 340.000 Barrels. Verantwortlich sind auch für die IEA die Saudis, sowie Nigeria und Libyen.

Die IEA erwähnt, dass die Compliance-Quote auf 78% gesunken sei, den niedrigsten Wert des Jahres. Im Mai waren es noch 95%. Damit bezieht man sich auf die Fördermengenkürzung der OPEC über 1,2 Millionen Barrels pro Tag, die seit Anfang des Jahres in Kraft ist. 78% bedeutet, dass die OPEC-Mitglieder sich derzeit nur zu 78% an ihre eigenen Kürzungszusagen halten. Vor allem die Saudis ziehen diesen Wert nach unten, weil sie aktuell sogar über ihrer maximalen Fördermenge liegen. Die Nicht OPEC-Mitglieder, die bei den Kürzungen mit machen, liegen bei 82%.

Während die globale Angebotsmenge auf 97,46 Millionen Barrels pro Tag im Juni gewachsen ist, liegt die Erwartung der IEA für die Nachfragemenge für das laufende Jahr im Schnitt bei 98 Millionen liegen, weil sie im 2. Quartal kräftig angestiegen ist um 1,5 Millionen Barrels pro Tag. Die Lagerbestände für Öl innerhalb der OECD-Staaten sind von April bis Mai von 300 auf 266 Millionen Barrels über dem Fünfjahres-Durchschnitt gefallen. Für Juni prognostiziert man aktuell einen weiteren kleinen Rückgang.

Aber immer noch ist es ein verdammt weiter Weg 266 Millionen Barrels abzubauen. Denn wie wir schon gestern sagten: Die Lagerbestände auf den Fünfjahres-Durchschnitt runterzubringen, das ist für die OPEC die wichtigste Kennzahl überhaupt im Rahmen ihrer Kürzungsbemühungen. Aber genau die erodieren ja gerade.

Ein IEA-Experte sagte dazu heute, dass die Ausbalancierung (zwischen Angebot und Nachfrage) stattfinde. Sie dauere eben nur länger, als es die allermeisten Beobachter erwartet hätten. So hätte wohl kaum jemand vorhergesehen, dass es Nigeria und Libyen fertig bringen würden 700.000 Barrels pro Tag mehr zu produzieren, was ja gerade geschehe. Wenn die beiden so weitermachen, würde der Frust bei den anderen OPEC-Mitgliedern steigen, weil ihrer Kürzungsbemühungen damit verwässert würden.

Das ist in der Tat so. Und wir meinen, dass alle derzeitigen Vorgänge in der OPEC das Risiko deutlich größer werden lassen, dass die Fördermenge von dieser Seite her weiter spürbar steigen könnte. Der Ölpreis (WTI) notiert aktuell bei 45,10 Dollar. Im Augenblick scheinen sich gute und schlechte Nachrichten gegenseitig aufzuheben, so dass der Ölpreis kaum weiß, ob es rauf oder runter gehen soll. Denn erst gestern gingen die Öl-Lager in den USA erneut spürbar zurück, was eigentlich für steigende Preise spricht – aber seitdem fiel der Ölpreis um genau 1 Dollar.


Der WTI-Ölpreis seit 16. Mai.

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Europa

Verbraucherpreise in Deutschland zweiten Monat in Folge in der Deflation

Claudio Kummerfeld

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Verbraucherpreise schwanken

Soeben hat das Statistische Bundesamt als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich zu Oktober 2019 ist es ein Minus von 0,2 Prozent, nach ebenfalls -0,2 Prozent im September. Die Erwartung lag für heute bei -0,3 Prozent. Es ist offensichtlich, dass die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung die Verbraucherpreise insgesamt in den Negativbereich drückt – was die Statistiker auch ausdrücklich erwähnen. Die Grafik zeigt die Details der aktuellen Vorabschätzung (endgültige Zahlen am 12. November).

Grafik zeigt aktuelle Details der Verbraucherpreise für Oktober

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Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

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EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

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Europa

Arbeitsmarkt im Oktober: Leicht erholt, weiterhin Millionen in Kurzarbeit

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Bundesagentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit hat vor wenigen Minuten die aktuellsten Zahlen für den deutschen Arbeitsmarkt für den Monat Oktober veröffentlicht. Die offizielle Arbeitslosigkeit (tief gehalten dank dem Instrument der Kurzarbeit) liegt bei 2,76 Millionen (-87.000 im Monatsvergleich) oder 6,0 Prozent, nach 6,2 Prozent im September. Es sieht also nach ein wenig mehr Optimismus am Arbeitsmarkt aus. Aber wie gesagt, die Kurzarbeit hält Millionen Menschen aus der Arbeitslosenstatistik raus.

Leichte Erholung am Arbeitsmarkt

Hier die aktuelle Headline-Aussage der Bundesagentur für Arbeit zur aktuellen Lage am Arbeitsmarkt:

Die deutsche Wirtschaft hat sich im dritten Quartal 2020 deutlich erholt. Die Dynamik des Aufholprozesses lässt allerdings am aktuellen Rand nach. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen nimmt die Unsicherheit wieder zu. Der Arbeitsmarkt steht weiter unter Druck, zeigt aber eine spürbare Besserung. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nehmen wieder etwas zu, unterschreiten jedoch deutlich die Vorjahreswerte. Auch die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeitern stabilisiert sich, bleibt aber auf einem niedrigeren Niveau. Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) sind im Oktober im Zuge der Herbstbelebung erneut kräftig gesunken. Saisonbereinigt waren spürbare Rückgänge zu verzeichnen. Der Einfluss der Corona-Krise zeigt sich allerdings weiterhin in einem erheblich höheren Niveau von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung als im Vorjahr. Nach wie vor wird der Arbeitsmarkt durch den massiven Einsatz von Kurzarbeit gestützt. Im Vergleich zum Höhepunkt im April und Mai hat sich die Inanspruchnahme aber um mehr als die Hälfte verringert, ohne dass sich dadurch die Arbeitslosigkeit erhöht hätte.

Kurzarbeit

Zum Thema Kurzarbeit hat die Bundesagentur für Arbeit aktuell folgende Aussage veröffentlicht. Zitat:

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis August zur Verfügung. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit wurde in diesem Monat für 2,58 Mio Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 3,32 Mio im Juli und knapp 6,00 Mio im April, dem Monat mit der höchsten Kurzarbeiterzahl in der Corona-Krise. Im August des Vorjahres waren 51.000 konjunkturelle Kurzarbeiter registriert. Der durchschnittliche Arbeitsausfall belief sich im August 2020 auf 36 Prozent. Damit hat der Einsatz von Kurzarbeit in diesem Monat rechnerisch Arbeitsplätze für 918.000 Beschäftigte gesichert und deren vorübergehende Arbeitslosigkeit verhindert. Im Juli betrug der Arbeitsausfall ebenfalls 36 Prozent, im April aber noch 48 Prozent. Im August 2019 gab es einen Arbeitsausfall von 23 Prozent. Im August 2020 waren nach vorläufigen Angaben 7,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in konjunktureller Kurzarbeit, nach 10,0 Prozent im Juli und 17,9 Prozent im April, dem Monat mit der höchsten Kurzarbeiterquote.

Erst gestern veröffentlichte das ifo-Institut seine aktuellsten Schätzungen zur Kurzarbeit in Deutschland. Laut ifo sinkt die Kurzarbeit im Oktober um 450.000 auf 3,3 Millionen betroffene Beschäftigte. Zuvor betrug der Rückgang rund eine Million Beschäftigte pro Monat. Damit seien nun noch 10 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, nach 11 Prozent im September. ifo sieht also noch spürbar höhere Zahlen bei der Kurzarbeit als die Behörde.

Grafik zeigt aktuelle Detaildaten zum deutschen Arbeitsmarkt

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