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Internationale Energie-Agentur: Vorsicht wegen Corona

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Öl-Tanker auf hoher See

Die Internationale Energie-Agentur hat ihren Monatsbericht August veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass der globale Anstieg der Fördermenge im Juli um 2,5 Millionen auf 90 Millionen Barrels pro Tag vor allem deswegen zustande gekommen sei, weil Saudi-Arabien seine freiwillige Zusatzkürzung von 1 Million Barrels pro Tag beendet habe. Dazu muss man wissen: Die Saudis haben in den letzten Jahren immer wieder ihre eigenen Fördermengen viel stärker gekürzt als sie es gemäß Vereinbarungen mit ihren Partnern hätten tun müssen. Sie wollten den Ölpreis zum Ansteigen bekommen, und wussten offenbar, wie unzuverlässig viele OPEC-Mitglieder und externe Partner sind, wenn es um Kürzungszusagen geht.

Internationale Energie-Agentur mit Jahresprognose

Aber zurück zur Internationalen Energie-Agentur (IEA). Die globale Angebotsmenge an Öl soll im Gesamtjahr 2020 im Jahresvergleich um 7,1 Millionen Barrels pro Tag fallen, und 2021 um 1,6 Millionen Barrels pro Tag ansteigen. Auf der Nachfrageseite soll es im Gesamtjahr 2020 einen Rückgang von 8,1 Millionen auf 91,9 Millionen Barrels pro Tag geben. Damit passt die Internationale Energie-Agentur das erste Mal in den letzten Monaten seine Prognose für die Nachfrage um 140.000 Barrels nach unten an. Es gebe weiterhin Schwäche im Flugverkehr aufgrund der wieder zunehmenden Corona-Fälle.

Und wie geht es die nächsten Monate weiter? Schauen wir dazu auf das Statement der IEA. Im August könne die Öl-Produktion wieder steigen, da die im Mai vorgenommenen Kürzungen der OPEC von 9,6 auf 7,7 Millionen Barrels pro Tag nachlassen. Wenn jedoch die Länder, die ihre Kürzungsquoten bisher nicht eingehalten haben, ihre Quoten um so viel kürzen, dass sie diese einhalten können, würde die weltweite Ölversorgung nicht unbedingt erheblich zunehmen, so die IEA. Die Daten würden zeigen, dass im Juni die Nachfrage nach Öl das Angebot überstieg, und für den Rest des Jahres gebe es eine implizite Vorratsentnahme. Die anhaltende Unsicherheit bezüglich der Nachfrageseite aufgrund der zunehmenden Corona-Fälle und die Möglichkeit einer höheren Produktionsmenge würden jedoch bedeuten, dass die Wiederherstellung des Gleichgewichts auf dem Ölmarkt weiterhin heikel sei, so die Internationale Energie-Agentur.

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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Devisen

Warum sich der Goldpreis vor dem Wochenende gestärkt zeigt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich auch heute gestärkt. Wir hatten es gestern bereits angesprochen. Der diese Woche gelaufene Aufwärtstrend im Gold scheint noch nicht nachhaltig zu sein, weil in den letzten Tagen die Anlegergelder weiterhin aus Gold-ETF abflossen. Von daher sollte man dem Aufwärtstrend bei Gold noch nicht blind vertrauen. Aber es ist ein ordentlicher Anstieg.

Der Goldpreis stürzte in den letzten Wochen fast 200 Dollar in den Keller, weil die Kapitalmärkte deutlich mehr Hoffnung auf die Corona-Imfpungen hatten, und daher bereit waren in riskantere Geldanlagen zu investieren. Gold war weniger interessant. Seit dieser Woche ist aber (wir erwähnten es gestern) die wichtige negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar wieder angesprungen. Der Dollar fiel immer weiter, und der Goldpreis stieg. Auch heute sehen wir eine weitere Dollar-Abwertung, und Gold (Montag noch bei 1.764 Dollar) konnte sich bis vorhin noch robust bei 1.840 Dollar behaupten (aktuell 1.836 Dollar).

Den Vergleichschart von gestern zwischen Gold und US-Dollar setzten wir hiermit aktualisiert fort. Die Trends sind weiterhin intakt – zumindest in diesem Augenblick. Wir sehen den gegenläufigen Verlauf seit Anfang der Woche. Auch wenn der Goldpreis ganz aktuell ein paar Dollar fällt, so ist die gegenläufige Bewegung im Gesamtbild der Woche erkennbar. Der US-Dollar befindet sich aktuell am tiefsten Punkt seit Frühjahr 2018. Diese Talfahrt hatten wir heute in einem separaten Artikel besprochen (mehr dazu hier).

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar seit Anfang der Woche

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