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Investieren, spekulieren & Co: Ein neues „Hobby“ für jedermann?

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Adobe.stock / contrastwerkstatt 290574729

Plötzlich träumt der kleine Mann vom großen Reichtum, denn im Zuge der Digitalisierung ist das Investieren und Spekulieren so einfach geworden wie nie zuvor. Ohne Vorkenntnisse oder Mittelsmann kann sich heutzutage theoretisch jeder an den Rechner setzen und mit dem Trading beginnen. Geld machen mit dem Geld anderer Leute – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und dennoch ist das Internet voll von angeblichen Erfolgsstorys, bei denen sich die Personen schon nach kurzer Zeit zur Ruhe setzen konnten und nie wieder arbeiten mussten. Es scheint, als seien solche „Hobbys“ heutzutage der Schlüssel zum Glück…oder zumindest zum schnellen Reichtum. Doch der Schein trügt!

Nichts geht ohne Startkapital

Erst einmal ist es auf den zweiten Blick doch nicht so einfach, mit dem angeblichen Geld anderer Menschen eigenes Geld zu verdienen. Denn so ganz ohne Einstiegskapital geht es dann doch nicht. Zwar ist das Trading auf vielen Plattformen bereits mit kleinem Startkapital möglich, allerdings bleiben dann auch die Gewinne dementsprechend klein. Selbiges gilt natürlich für die Verluste. Auch das Internet hebelt also nicht die klassischen Mechanismen aus: Je mehr Risiko, desto größer die möglichen Gewinne – aber eben auch die Verluste.

Wer also tatsächlich vom großen Reichtum träumt, muss ausreichend Einstiegskapital mitbringen und kann dieses dementsprechend auch verlieren. Und genau das passiert vielen „Hobby-Investoren und -Spekulanten“, denn das Spiel mit der Börse war noch niemals einfach oder vorhersehbar und wird es auch niemals sein. Die Erfolgsstorys im Internet sind oftmals Fake und lediglich ein Mittel zum Zweck, um ein Produkt an den Mann zu bringen, zum Beispiel einen „Guide zum Reichtum“ oder weiteren Schwachsinn. Das wahre Geschäftsmodell hinter diesen scheinbar inspirierenden Geschichten ist also nicht das Trading & Co selbst, sondern das vermarktete Produkt hinter solchen Storys. So weit, so gut!

Der Mythos des „Hobby-Börsianers“

Startkapital und Risikobereitschaft reichen aber immer noch nicht aus, um im Internet viel Geld zu machen, sei es im Online-Casino, beim Daytrading oder anderen riskanten Unterfangen. Denn während es beim Glücksspiel natürlich vor allem Glück braucht, gilt das für die Börse nur bedingt. Tatsächlich lassen sich die Gewinne hier durch Knowhow und die richtige Strategie in vielen Fällen positiv beeinflussen. Wer also wirklich erfolgreich sein möchte, der muss eine entsprechende Expertise mitbringen. Das Stöbern in Foren reicht dafür ebenso wenig aus wie das Üben in Planspielen. Wer die Börse nur als Hobby sieht, scheitert allzu oft an seinem Vorhaben und muss sich von seinem Einstiegskapital schnell verabschieden.

Es mag Ausnahmen geben, doch in der Regel gibt es beim Trading & Co nur ein „Ganz-Oder-Gar-Nicht“. Wer wirklich von seinem „Hobby“ leben möchte, muss viel Zeit investieren. Er muss Bücher lesen, Weiterbildungen belegen, Erfahrungen sammeln und, und, und… Das bedeutet zwar immer noch keine Garantie auf Reichtum, aber zumindest können dann tatsächlich viele Menschen regelmäßige Einnahmen verzeichnen. Für einen „normalen“ Job bleibt jedoch in den meisten dieser Fälle keine Zeit mehr. Den „Hobby-Börsianer“ gibt es also äußerst selten. Stattdessen handelt es sich in der Regel um ein Entweder-oder.

Ein Blick auf die Zahlen

Letzteres machen auch die aktuellen Statistiken deutlich. Demnach gibt es in Deutschland rund 47.000 aktive Trader. Ganze 83 Prozent von diesen Tradern beschäftigen sich täglich mit dem Thema. Nur das Trading betreiben sie bereits für durchschnittlich zwölf Stunden in der Woche und hinzu kommen natürlich noch Recherche, Weiterbildung & Co. Das Trading ist also tatsächlich mehr als ein Hobby, sondern in den meisten Fällen zumindest eine Teilzeitbeschäftigung, wenn nicht sogar die volle Erwerbstätigkeit. Gerade einmal 3.600 Menschen bestreiten aber ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch das Trading. Vom schnellen und einfachen Reichtum kann also nicht die Rede sein.

Da stellt sich die Frage, wie das in anderen „Branchen“ aussieht, in denen Menschen online auf das große Geld hoffen? Immerhin 75,3 Prozent der Deutschen nehmen regelmäßig an Glücksspielen teil – viele davon (auch) in Online-Casinos. Insgesamt werden hierzulande pro Jahr dadurch über elf Milliarden Euro erwirtschaftet. Auch hier gilt aber: Wer wirklich Geld mit dem Glücksspiel verdienen oder sogar von diesem „Hobby“ leben möchte, der muss mehr machen als nur auf sein Glück zu hoffen. Erst einmal gilt es natürlich, das richtige Spiel auszuwählen. Während sich viele Glücksspiele wie Lotterien oder Roulette nämlich nicht beeinflussen lassen, sieht das zum Beispiel beim Blackjack oder Poker anders aus. Mit Erfahrung, Knowhow und der richtigen Strategie lassen sich die Gewinnchancen hier durchaus steigern.

Professioneller Glücksspieler werden?

Scheinbar schließen sich diese beiden Begriffe von Vornherein aus. Schließlich kommt es beim Glücksspiel nur auf das Glück an – und das kommt oder geht, wie es will, richtig? Nicht ganz! Wie bereits erwähnt, gibt es dabei große Unterschiede zwischen den Spielen. Immer mehr, vor allem junge, Menschen leben mittlerweile tatsächlich vom Glücksspiel, vor allem vom Poker. Dieses können sie ausschließlich online betreiben oder sie nehmen zusätzlich persönlich an entsprechenden Wettkämpfen teil. Die besten Pokerspieler der Welt verdienen bis zu 500 US-Dollar pro Stunde oder nehmen Preisgelder in Millionenhöhe mit nach Hause.

Wer von einem solchen Leben träumt, dem sollte aber bewusst sein, dass die Konkurrenz groß ist. Um professioneller Pokerspieler zu werden und überhaupt davon leben zu können, muss viel Zeit investiert werden – in das Spielen selbst, um Erfahrungen zu sammeln, ber auch in den Erwerb von Knowhow durch das Lesen von Büchern oder den Austausch mit Gleichgesinnten in einer entsprechenden Community. Und damit sind eben nicht die unseriösen „Guides“ angeblicher erfolgreicher Glücksspieler, Trader & Co gemeint, sondern Lektüren mit Hand und Fuß. Zu Beginn ist das Pokern also tatsächlich erst einmal ein zeit- und kostenintensives Hobby, denn ganz ohne Verluste hat kein Profi begonnen. Erst mit der Zeit steigen dann bestenfalls die Einnahmen, bis sie vielleicht eines Tages für den Lebensunterhalt ausreichen. Eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht.

Fazit

Schlussendlich lässt sich also festhalten, dass Trading, Glücksspiel & Co durch das Internet einfacher zugänglich sind als jemals zuvor und somit in der Theorie tatsächlich ein „Hobby“ für jedermann darstellen können, der volljährig ist. Trotzdem sollten die finanziellen Gefahren nicht unterschätzt werden. Die zahlreichen angeblichen Erfolgsstorys im Internet sind nämlich mit gesunder Skepsis zu betrachten und zeichnen oft ein falsches Bild vom angeblich einfachen sowie schnellen Reichtum. Die Praxis sieht jedoch anders aus: Die meisten Personen verlieren bei diesen Freizeitbeschäftigungen mehr Geld als sie verdienen. Schlimmstenfalls rutschen sie sogar in eine Sucht ab und ruinieren sich dadurch finanziell.

Doch das muss nicht sein. Es gibt durchaus Menschen, welche mit dem Pokern, Daytrading oder anderen „Online-Hobbys“ mittlerweile Geld verdienen – sei es nur ein Nebenverdienst oder sogar der große Reichtum. Was diese wenigen Erfolgsgeschichten gemeinsam haben, ist aber, dass die betreffenden Personen viel Knowhow sowie Erfahrung mitbringen und Zeit investieren, um sich stetig zu verbessern. Sie gehen die Sache also professionell sowie mit Verstand an und kalkulieren eventuelle Verluste direkt mit ein.

Wer demnach bereit ist, viel Zeit und auch etwas Geld in sein „Hobby“ zu investieren, der findet hier nicht nur eine spaßige Freizeitbeschäftigung, sondern tatsächlich Potenziale, um Geld zu verdienen. Nur die wenigsten Menschen werden damit wirklich reich, doch es gibt durchaus immer mehr Deutsche, die ganz oder teilweise vom Trading & Co leben. Wer also wirklich davon träumt, professioneller Pokerspieler, Trader oder so ähnlich zu werden, der sollte sich entsprechende Lektüren zulegen, Seminare belegen, im Internet Tipps einholen, mit anderen Profis austauschen und viel Zeit zum Üben investieren – dann wird sein Traum vielleicht eines Tages wahr.

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Achtung: Korrektur voraus – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Stimmung auf dem digitalen Börsenparkett ist prächtig. Wir haben überhaupt nicht genug Geld, um alle die großartigen Titel des internationalen Kurszettels kaufen zu können, so eine verbreitete Empfindung.

Das sind einige der Zutaten dieser Euphoriewelle, die bereits seit einigen Monaten über die Aktienmärkte hinwegrollt.

Fokussierung auf wenige Trendbranchen: Die Hausse verkürzt sich zunehmend auf einige wenige Titel aus einigen Trendbranchen wie Wasserstoff oder E-Mobilität. Das waren zuletzt etwa die Favoriten auf der Privatanleger-Plattform Tradegate: NEL ASA, Plug Power, Xiaomi, Tesla und Ballard Power.

Es ist ein Warnsignal, wenn eine Hausse nur noch auf den Schultern weniger Aktien liegt. Gesund ist eine Hausse immer dann, wenn sie von möglichst vielen Aktien aus unterschiedlichen Branchen getragen wird.

Kauf zu jedem Preis: Typisch ist dabei, dass die Anleger derzeit bereit sind, für eine „geile“ Aktie jeden Preis zu bezahlen. Die Bewertung interessiert nicht mehr, solange der Titel einer Trendbranche zuzurechnen ist. Typisch ist auch, dass man diese Aktien nicht erst in einer Woche haben will, sondern jetzt sofort. Folglich verzichten immer mehr Anleger auf die Bestimmung eines Kauflimits und fassen stattdessen billigst zu.

In der Folge erleben wir immer öfter prozentual zweistellige Kursanstiege auf Tagesbasis, ohne dass eine Nachricht aus dem Unternehmen vorliegt. Zu Deutsch: Die Kursanstiege sind in der Regel nicht mehr fundamental begründet.

Am Ende entsteht ein gewaltiger Sog, dem wir uns kaum noch entziehen können. Selbst Profis fallen dann um, werfen ihre bewährten Strategien über…..

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Experte: Finger weg von Deutsche Bank und Commerzbank

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Andre Stagge über Commerzbank und Deutsche Bank

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) rät als Langfristinvestment ganz klar ab von Aktien wie Deutsche Bank und Commerzbank. Ausführlich bespricht er die Krise der Banken, und warum 2021 wohl kein gutes Jahr für sie werden wird. Auch wenn die Kurse auf den ersten Blick günstig zu sein scheinen. Eine Welle an Kreditausfällen könnte nun anstehen. Das Thema der faulen Kredite, die auch schon vor der Coronakrise da waren, aber jetzt noch deutlich ansteigen dürfen, besprechen wir oft auf FMW (siehe zum Beispiel hier). Andre Stagge geht aktuell darauf näher ein, und bietet eine Art Gesamtüberblick auf die Lage der Bankenbranche in der Krise.

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Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

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