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Investmentbanking: Die Wette auf ein Horror-Quartal bei Goldman, JPM, Deutsche und Co

FMW-Redaktion

In drei Wochen beginnt die Quartalssaison und die großen US-Banken wie JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America und Co melden ihre Zahlen für das 1. Quartal. Am Markt gibt es seit zwei Tagen einige Trader, die angefangen haben auf katastrophal schlechte Zahlen der großen Banken zu wetten, die aus einem extrem schwachen Investmentbanking resultieren sollen. Und eines ist klar: Sind die Zahlen bei den großen US-Banken schlecht, dürfte unsere liebe Deutsche Bank wohl kaum besser abschneiden. Ausgangspunkt für diese Spekulationen sind die Quartalszahlen, die die relativ kleine Investmentbank Jefferies am Dienstag gemeldet hatte. Sie hat eine Besonderheit in ihrer Bilanzierung – ihr Quartal endet immer einen Monat früher, so endet hier rein bilanziell gesehen das 1. Quartal Ende Februar – deswegen konnte Jefferies jetzt schon melden und ist eine Art Frühindikator für den Rest der Branche. Hier ein Ausschnitt aus der Original-Meldung:

„Investment banking net revenues for the first quarter were $231 million, compared to $272 million for the first quarter of 2015, a decline of $41 million. This is substantially a result of Equity Capital Markets net revenues for the first quarter being $44 million versus $79 million for the comparable quarter in 2015, a reduction of $35 million. As equity prices fell during the quarter, a significant portion of equity capital markets activity was postponed to future periods. Our second quarter backlog is solid. Consistent with our strategy, our balance sheet, liquidity and key risk metrics ended the quarter at even more conservative levels than after we took aggressive actions in fourth quarter 2015. Our balance sheet at February 29, 2016 was $35.2 billion, down $3.4 billion from 2015 year-end and $8.6 billion from the year ago period. We estimate period-end tangible leverage to be 9.8 times. We continue to have ample excess liquidity.“

Der Investmentbanking-Umsatz geht also spürbar zurück, noch drastischer die Gesamtbilanz im Vergleich zum Vorjahresquartal. Auch merkwürdig ist die Erwähnung von Jefferies am Ende dieses Originaltextes, dass man auch „weiterhin ausreichend Liquidität habe“… die Wette gegen große Player wie Goldman könnte dadurch an Fahrt aufnehmen in den nächsten Tagen, weil es ein offenes Geheimnis in der Branche ist, dass so manche Bank (wir nennen hier mal keine Namen) im 1. Quartal massiv daneben gelegen hat – da nenne man z.B. die Prognosen für die Sektoren Öl und Devisen (Euro).

Nichts genaues weiß man nicht – wie die Zahlen ausfallen, wissen wir alle erst in drei Wochen, von daher handelt es sich wie gesagt um eine Short-Wette einiger Zocker, der man sich nicht blind anschließen sollte. Ein Analyst der Credit Suisse schrieb am Dienstag (wie passend, der Tag der Jefferies-Verkündung) der Umsatz von Goldman Sachs im Investmentbanking im 1. Quartal werde um 32% einbrechen im Vergleich zum Vorjahr.

Laut Aussagen mehrerer Investmentbanker (darunter z.B. der Finanzchef von Morgan Stanley) war die oft verrückte Volatilität am „globalen Kapitalmarkt“ im 1. Quartal daran schuld, dass es schwer war im üblichen Maß Anleihen und Aktien zu emittieren. Naja, also kein strukturelles Problem, sondern der Markt war schuld an den schlechten Ergebnissen, die zu erwarten sind? Dann werden die Umsätze wohl im Q2 nachgeholt? Citi z.B. hat angedeutet im Q1 könnte der Investmentbanking-Umsatz um 25% eingebrochen sein – man möchte wohl schon mal ein bißchen Dramatik aus den Zahlen nehmen – der Markt kann sich dann jetzt schon nach unten anpassen.

Schaut man sich die Aktienkurse der großen US-Banken in dieser Woche an, ist bisher nichts Weltbewegendes nach unten passiert. Also haben wir es bisher mit einer Short-Wette einiger Zocker zu tun, untermauert mit Ankündigungen schlechter Zahlen für das Investmentbanking. Geht sie auf? Kommen die Zahlen doch viel schlechter rein als erwartet, z.B. bei Goldman, wo man vor Zahlen keine Wasserstände verkündet?



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