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Investoren stehen Schlange für HSH Nordbank? Nicht zu früh freuen!

Gestern gab es nach dem Schluss einer Frist positiv klingende Interviews der Hamburger Finanzbehörde und des Finanzministeriums in Schleswig-Holstein zum Thema HSH Nordbank. Die beiden wollen und müssen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gestern gab es nach dem Schluss einer Frist positiv klingende Interviews der Hamburger Finanzbehörde und des Finanzministeriums in Schleswig-Holstein zum Thema HSH Nordbank. Die beiden wollen und müssen als Haupteigentümer der Bank ihre Anteile an Privatinvestoren verkaufen, ansonsten wird die Bank gemäß EU-Vorgaben nächstes Jahr abgewickelt. Gestern lief die Frist ab, bis zu der sich Interessenten melden können. Laut den Aussagen der beiden von gestern gab es reges Interesse. So weit so gut. Es gab schon Befürchtugnen, dass gar kein privater Interessent die HSH Nordbank kaufen wolle.

Offiziell verkündet wurden keine Interessenten-Namen, aber es kursieren die Nord LB aus wahrscheinlicher Käufer, aber auch interessiert sein sollen angeblich die chinesische Großbank ICBC sowie der Finanzinvestor Apollo. Aber ob die Nord LB wirklich ihr Interesse hinterlegt hat, ist in Branchenkreisen aktuell mehr als fraglich. Angeblich sollen gestern „eine Hand voll Bieter“ ihr Interesse bekundet haben. Aber was heißt das? Bisher noch gar nichts. Denn mit der Anmeldung bis gestern hat man sich sozusagen nur das Recht eingeholt später in die Bücher der HSH Nordbank gucken zu können. So könnte zum Beispiel eine chinesische Bank wertvolle Interna der HSH zum Thema Schiffskredite einsehen.

Das könnte wertvolles Wissen bedeuten, ohne dass man dafür auch nur einen Cent zahlen muss. Auch die Nord LB könnte so gratis beim Konkurrenten schnüffeln, welche Kredite notleidend sind, welche Kreditnehmer gut da stehen uvm. Kaufangebote oder verbindliches Kaufinteresse wurden bis gestern noch nicht hinterlegt, nur der Ausdruck, dass man grundsätzlich Interesse hat. Nun hat man bis 31. März Zeit zu sondieren, ob man bei der HSH einsteigen will oder nicht. Bis dahin müssen Kaufangebote vorgelegt werden, die aber noch nicht endgültig verbindlich sind. Danach werden dann Bieter ausgewählt, mit denen man konkret verhandeln will. Diese bekommen dann ab 1. April den Zugang zu einem Raum in der HSH-Nordbank-Zentrale, wo sie die Zahlen der Bank vertraulich einsehen können.

Letztlich konkrete Angebote für die HSH können auch mit Geboten von 1 symbolischem Euro enden. Parallel dazu könnten die potenziellen Käufer je nach Bewertung der HSH verlangen, dass Hamburg und Schleswig-Holstein Zusatz-Bürgschaften übernehmen, je nachdem für wie kaputt man den Laden letztlich bewertet. Denn man glaube bitte nicht, dass ein Käufer die Schulden der HSH und ihre Bad Bank mit kaufen. Das ist natürlich nicht der Fall. Niemand würde den Schrott mitkaufen. Die Bürgschaft der Bundesländer über bisher 10 Milliarden Euro dürfte weiter bestehen bleiben, und wie gesagt: Möglich ist das Verlangen nach einer zusätzlichen Bürgschaft.

Die große Hoffnung von Hamburg und Schleswig-Holstein dürfte sein: Hoffentlich kauft wer auch immer den Laden, ohne eine zusätzliche Bürgschaft für neue Verluste von uns zu verlangen. Dann haben wir den Schaden von 10 Milliarden Euro, und abgehakt ist das Thema! Aber es ist mehr als fraglich, ob diese mögliche Sichtweise aufgehen wird. Denn private Investoren prüfen anders als staatliche Investoren. Private riskieren nämlich ihr eigenes Geld!

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    asyoulike

    28. Februar 2017 13:27 at 13:27

    Moin, moin,
    ein Dauer-Leid-Thema für den Steuerzahler. Leider ist die etablierte Politik nicht in der Lage, dass Problem zu lösen. Sicher geht’s der Politik mehr darum, „Parkberechtigte“ (= dort platzierte Parteifreunde) möglichst lange in Lohn und Brot zu halten, bzw. denen das Beiboot klar zu machen. Sicher wird sich bei der Bahn noch der eine oder andere Posten finden, sonst wird der Posten neu geschaffen.

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Markus Krall über das große Debakel als Resultat der Gelddruck-Orgie

Claudio Kummerfeld

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Dunkle Wolken über Frankfurt

Markus Krall erlebt man in letzter Zeit leider öfters vor allem bei Twitter mit zweifelhaften Äußerungen zu Corona-Themen. Aber dennoch wollen wir seine hochinteressanten Aussagen zur Geldpolitik und Wirtschaftsordnung präsentieren. Denn seine inhaltlichen Aussagen zu diesen Themen sind bestechend. Sicherlich kann man bei einigen seiner Aussagen anderer Meinung sein, dennoch erweitern seine Thesen den Horizont und regen zum Nachdenken an.

Der folgende gestern veröffentlichten Vortrag stammt zwar schon vom 24. Oktober 2020, dennoch ist er auch heute noch aktuell. Die wirtschaftlichen und geldpolitischen Folgen der Coronakrise werden besprochen. Dabei zeichnet Markus Krall ein düsteres Bild über eine bevorstehende massive Inflation und das Ende des Euro. Richtig los geht es ab Minute 12:40 im Video. Banken und Zombieunternehmen sind Klassiker-Themen in seinen Vorträgen, die auch dieses Mal zur Sprache kommen. Auf jeden Fall ist dies mal wieder ein spannender Vortrag von Markus Krall.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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