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iPhone-Lieferungen fallen im Gesamtjahr wohl um bis zu 8,6%

FMW-Redaktion

Nachdem der Einbruch auf Quartalsbasis schon vermeldet wurde, gibt es jetzt indirekt realistische Schätzungen über den Verkaufsrückgang für Apple´s iPhones auf Jahresbasis. Laut Nikkei Asian Review soll ein Zulieferer für iPhone-Komponenten berichtet haben die Lieferungen für iPhones im Gesamtjahr 2016 würden wohl bei 210-220 Millionen Stück liegen – das wäre ein Rückgang von bis zu 8,6% im Vergleich zum Vorjahr, und damit der erste jährliche Rückgang seit 2007.

Der Chef von Foxconn (Hauptlieferant für iPhones) soll seinen Mitarbeitern gesagt haben die Nachfrage nach iPhones werde bestimmt noch bis Anfang 2017 schwach bleiben. Unbeirrbare iPhone-Jünger gehen aber davon aus, dass der aktuelle Nachfrage-Einbruch damit zu tun hat, dass es jetzt zwischen den Zyklen wo neue iPhones herausgebracht werden, mal eine Lücke in der Nachfrage gibt – sie glauben daran, dass jetzt mangels Innovationen einige Kunden ihr bestehendes Modell behalten und „mal“ ein neues Modell überspringen. Stimmt diese Theorie, müsste beim nächsten neuen iPhone die Nachfrage explodieren.

Es gibt für die Nachfrageschwäche auch noch eine andere gute Erklärung – China als einer der wichtigsten Märkte zeigte sich zuletzt sehr schwach. Mal sehen was bei der Meldung für das 2. Quartal herauskommt – hält die zurückhaltende Nachfrage der Chinesen an? Und konsumiert der Westen weiter fleißig neue iPhones?

Laut Nikkei sollen die asiatischen Zulieferer zunehmend angespannt sein, weil Apple´s Orderpolitik angeblich nur bei ständiger Expansion problemlos funktionieren soll. Denn Apple soll keine langfristigen Aufträge vergeben, sondern bleibe bei den Stückzahlen und Abnahmepreisen unverbindlich – so könne Apple die Odermenge quartalsweise anpassen. Auch sei es seitens Apple normal gerne bei seinen Zulieferern deutlich mehr zu bestellen, als zunächst gebraucht werde. Aus diesen Äußerungen von Zulieferern kann man schlussfolgern, dass sie auf nicht abgenommenen iPhones sitzen bleiben, und damit auch auf den Kosten. Nur wenn die Nachfrage konstant immer weiter steigt, kann das Konzept des „zu viel Bestellens“ durch Apple auch für die Zulieferer funktionieren.

Die Apple-Aktie zeigt von dieser heutigen Meldung mit -1,7% recht unbeeindruckt. Sie hat den Vorteil einer am KGV gemessen sehr günstigen Bewertung von gerade mal 12 für 2016 und 11 für 2017 – also ist der Aktienkurs schon jetzt auf einem sehr gesunden Niveau, was die Ertragskraft von Apple angeht. Tja, bleibt es mittelfristig eine Glaubensfrage? Geht es bei Apple derzeit nur um einen Nachfrageeinbruch zwischen den Modell-Zyklen beim iPhone, oder sehen wir  hier eine jetzt einsetzende strukturelle Nachfrageschwäche?



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