Folgen Sie uns

Allgemein

Iran: Das wahrscheinlichste Rache-Szenario

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Die Unsicherheit über den bevorstehenden Vergeltungsschlag des Mullah-Regimes im Iran ist groß. Am wahrscheinlichsten ist ein massiver Drohnenangriff auf US-Truppen.

Die Hinweise auf bevorstehende Vergeltungsmaßnahmen des Iran verdichten sich

Deutlicher kann man es kaum formulieren als der Chef des obersten nationalen Sicherheitsrats des Iran, Ali Schamchani dies heute tat. Laut einem Bericht der halbamtlichen Agentur Tasnim formulierte er eine klare Drohung gegen die andauernde Militärpräsenz von US-Soldaten im Nahen-Osten: „Wenn die US-Truppen unsere Region nicht freiwillig und senkrecht verlassen, werden wir etwas tun, um ihre Leichen waagerecht hinauszubefördern“. Nach der Ermordung des iranischen Generalleutnants Qasem Soleimani, dem Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, sinnt das Mullah-Regime in Teheran auf Blutrache.

Soleimani war der Kopf hinter der Strategie der asymmetrischen Kriegsführung der Perser gegen die USA, Israel und deren Verbündete. Er führte Spezialeinsätze außerhalb des Iran durch und baute Milizen im Irak, Syrien, Jemen und im Libanon auf und erweiterte die Einflusssphäre Teherans im gesamten Nahen Osten. Er war einer der engsten Vertrauten des iranischen Revolutionsführers Ajatollah Ali Chamene’i sowie sein wichtigster Militärstratege. Amerikanische und britische Militärs bezeichneten ihn als „iranischen Rommel“, in Anlehnung an Johannes Erwin Eugen Rommel, genannt Wüstenfuchs, ein deutscher Generalfeldmarschall und brillanter Militärstratege während des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Der ehemalige US-Army-General und frühere JSOC- sowie ISAF-Kommandeur Stanley A. McChrystal verglich den „schattenhaften Einfluss“ von General Soleimani im Iran sogar mit jenem von J. Edgar Hoover in den Vereinigten Staaten.

Der Iran muss eine Reihe von Faktoren berücksichtigen

Langsam scheint auch US-Präsident Trump klar geworden zu sein, in was für ein Wespennest er mit der Tötung von Soleimani gestochen hat. Nicht umsonst warnt der US-Präsident Teheran vorsorglich davor für den Mord an dem General Rache zu nehmen und versucht die Mullahs mit der Drohung 52 Ziele im Iran zu attackieren, abzuschrecken. Dabei stehen gemäß Präsident Trump auch Kulturgüter des Iran auf der Liste möglicher Ziele, was ein klarer Verstoß gegen die Genfer Konventionen wäre. Wer auch immer Trump den Tötungsbefehl gegen Soleimani empfohlen hat, war sich entweder des Eskalationspotenzials dieser Maßnahme nicht bewusst, oder hat das diesbezügliche Informationsdefizit aufseiten Trumps ausgenutzt, um den Präsidenten der Vereinigten Staaten in eine schwierige Lage zu bringen. Auf jedenfalls widerspricht die gesamte Aktion sämtlichen früheren Aussagen Trumps zur Vermeidung eines Krieges und zum Abzug aller Truppen aus der Region.

Da Trump entweder mangels Kenntnis der komplexen Situation im Nahen Osten oder auf Basis falscher Empfehlungen gehandelt hat, kann man davon ausgehen, dass keine rationale Strategie hinter dem Handeln Trumps steckt. Das macht es auch für die Iraner schwierig, eine aus ihrer Sicht adäquate Antwort zu finden, ohne eine kriegerische Eskalation zu provozieren. Egal, für welche Art der Rache sich die iranische Führung entscheiden wird, die Reaktion Trumps darauf ist schlicht nicht vorhersehbar.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen

Seiten: 1 2

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Kritisch on fire

    7. Januar 2020 21:44 at 21:44

    Es würde mich schon sehr, sehr wundern wenn sich der Iran auf Raketenangriffe auf US Militärbasen beschränken würde. Dieser Mord an einer Führungsperson des Iran wird die Staatsspitze nur glaubhaft und der Bevölkerungsmeinung adäquad „sühnen“ in dem sie einen ganz massiven Schlag setzen wird – ein General, Admiral oder einer vergleichbaren Position. Ich fürchte, dass das Iran-Regime gar keine andere Wahl hat – leider für uns alle. Ein ganz grosses „Dankeschön“ an mr. president.

  2. Avatar

    Christoph

    7. Januar 2020 22:40 at 22:40

    Denke, es wird Auge um Auge Zahn um Zahn vergolten… Sprich Tötung eines hohen Amerikaners. Ggf. Sogar Bolton. Da dieser gerade gegen Trump Aussagen will, würde das Verschwörungstheorien Tür und Tor öffnen und die amerikanischen Politiker gegeneinander aufpeitschen…

    So oder so… Amerika wird jede Aktion, wenn auch im Notfall eine false flag Aktion dazu nutzen ein paar alte Raketen loszuwerden :(

  3. Avatar

    md

    8. Januar 2020 01:40 at 01:40

    may day may day, fmw ist jemenad noch wach. bitte melden. was geht an den märkten ab. danke

  4. Avatar

    Lausi

    8. Januar 2020 02:22 at 02:22

    Warum nicht old-style-mäßig den Konflikt aus der Welt schaffen? Trump und Chamenei sollen sich einfach duellieren, wobei der Ajatollah die Art der Waffen auswählen darf (Krummsäbel?) Das würde doch eine Menge Blutvergießen vermeiden – aber leider sind diese Zeiten wohl vorbei…

  5. Avatar

    Nico

    8. Januar 2020 07:31 at 07:31

    War ja eine Ansage nach Maß, die Vorhersage des Angriffs auf die US-Truppen im Irak. Nur dass derartig relevante Meldungen, die ihn den Medien erscheinen, schon längst dem US- und dem israelischen Geheimdienst und damit auch den US-Streitkräften bekannt waren. Deshalb auch die vermiedene Katastrophe. Die gefährlichen Aktionen kommen aus dem heiteren Himmel und werden nicht vorher publiziert.

  6. Avatar

    BrettonWood

    8. Januar 2020 09:44 at 09:44

    Am meisten treffen könnten die Iraner Donald aber beim Ölpreis, wenn der Ölpreis steigt sifft die Wallstreet ab, Inflation zieht an und die ganze Liquiditätsparty des Westen kommt in Erklärungsnot, anstatt Amis zu töten, was sicher einen weitere Eskalation bewirkt sollte man den Ölpreis torpedieren und zwar heftig und lange, damit der Ölpreis im November bei mindestens 100 Dollar steht und Donald ist weg….

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Allgemein

Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage