Der Iran-Konflikt eskaliert: Nach den Angriffen der USA und Israels wurde Ayatollah Ali Chamenei getötet. Die geopolitischen Spannungen verschärfen sich, während Investoren die Auswirkungen auf die Märkte neu bewerten. Ölpreis und Gold reagieren sensibel auf die wachsende Unsicherheit. Ein Bericht von Bloomberg beleuchtet die wichtigsten Hintergründe und aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten.
US-Angriff auf den Iran
Die USA und Israel haben koordinierte, umfangreiche Raketenangriffe auf den Iran gestartet, bei denen Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde. Die Attacken richteten sich gegen militärische Einrichtungen des Landes und sollten nach US-Angaben verhindern, dass Teheran eine Atomwaffe entwickelt.
Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Ziele im gesamten Nahen Osten. Die Auswirkungen auf die Finanzmärkte sind noch nicht abschließend absehbar, wobei der Gold– und Ölpreis bereits reagierten. Einige digitale Vermögenswerte konnten jedoch von der Volatilität profitieren. Hier der aktuelle Stand der Entwicklungen:
Ayatollah Ali Chamenei
US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Beitrag in sozialen Medien, Chamenei – erst der zweite Oberste Führer seit Gründung der Islamischen Republik 1979 – sei getötet worden. Trump bezeichnete ihn als „einen der bösartigsten Menschen der Geschichte“ und erneuerte seinen Aufruf an die iranische Bevölkerung, sich gegen das Regime zu erheben.
Iranische Staatsmedien wiesen Trumps Darstellung zunächst unter Berufung auf Kreise aus dem Umfeld des Führungsbüros zurück. Zuvor hatte Teheran erklärt, zahlreiche Spitzenvertreter seien in Sicherheit, darunter Präsident Masoud Pezeshkian. Über den Status des 86-jährigen Chamenei hatte jedoch Unklarheit geherrscht. Gegen 5 Uhr morgens in Teheran bestätigte das Staatsfernsehen schließlich seinen Tod und erklärte, er sei in seinem Bürokomplex getötet worden. Es wurden 40 Tage Staatstrauer ausgerufen.
Unabhängig davon teilte Israel mit, dass auch Mohammad Pakpour, Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), bei den Angriffen ums Leben gekommen sei.
Ziele im Iran
Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, Ziel der Operationen seien Führungs- und Kontrollzentren der Revolutionsgarde, Luftabwehrsysteme, Raketen- und Drohnenabschussrampen sowie militärische Flugplätze gewesen. Erstmals habe das US-Militär dabei kostengünstige Einweg-Angriffsdrohnen im Gefecht eingesetzt, so CENTCOM auf der Plattform X.
Trump kündigte an, die Bombardierungen sollten im Laufe der Woche fortgesetzt werden. Das US-Militär meldete keine Berichte über gefallene oder verletzte US-Soldaten infolge der Einsätze.
Das iranische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf den Roten Halbmond von 201 Todesopfern und 747 Verletzten. Die halbamtliche iranische Studierenden-Nachrichtenagentur meldete, 85 Menschen seien bei einem Raketentreffer auf eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormozgan getötet worden.

Vergeltungsmaßnahmen
Der Iran startete daraufhin eine Welle von Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte und verbündete Ziele in der Region, darunter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien. Selbst über Dubais Hochhauskulisse und wohlhabenden Stadtteilen waren Abwehrsysteme im Einsatz. CENTCOM bestätigte „minimale“ Schäden an US-Einrichtungen. Auch Israel geriet unter Beschuss.
Ölpreise und die Straße von Hormus
Laut einer Analyse von Bloomberg Intelligence preisen die Ölmärkte inzwischen einen „sich ausweitenden Eskalationszyklus“ ein, der den Brent-Ölpreis in Richtung 80 US-Dollar pro Barrel treiben könnte.
Öltanker meiden zunehmend die strategisch wichtige Straße von Hormus. Iranische Medien berichteten, die Passage sei „praktisch geschlossen“. Zuvor hatten die USA Schiffe gewarnt, den Persischen Golf und das Arabische Meer zu meiden, insbesondere im Umkreis von 30 Seemeilen um US-Militäreinrichtungen.
Bereits die bloße Drohung militärischer Maßnahmen hatte den Ölpreis in der vergangenen Woche steigen lassen. Brent-Rohöl legte am Freitag um 2,5 Prozent auf 72,48 US-Dollar pro Barrel zu – der höchste Schlusskurs seit Juli. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus fast 20 Prozent.
Zwei OPEC+-Delegierte erklärten gegenüber Bloomberg, das Bündnis werde bei einem Treffen am Sonntag eine stärkere Produktionsausweitung prüfen. Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Gruppe hatte nach einer dreimonatigen Förderpause ab April wieder moderate Produktionssteigerungen in Aussicht gestellt. Der Iran produziert rund 3,3 Millionen Barrel Öl pro Tag und ist damit der viertgrößte Produzent innerhalb der OPEC.
Reisebeeinträchtigungen
Mehrere Golfstaaten schlossen ihren Luftraum, hunderte Flüge von und zu einigen der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt wurden gestrichen. Emirates, die weltweit größte internationale Fluggesellschaft, sowie Qatar Airways, die zweitgrößte Airline der Region, setzten sämtliche Flüge aus.
Der internationale Flughafen Dubai wurde nach einem mutmaßlichen Luftangriff auf eines der Hauptterminals teilweise beschädigt.
Auswirkungen auf die Märkte
Die Ölmärkte sind über das Wochenende geschlossen. Unbefristete Swap-Futures auf Öl, also Terminkontrakte ohne festes Ablaufdatum, stiegen an der Kryptobörse Hyperliquid um rund 5 Prozent auf 70,60 US-Dollar pro Barrel. Entsprechende Kontrakte auf Gold und Silber legten um etwa 2,1 % bzw. 2,4 Prozent auf 5.385 US-Dollar und rund 96 US-Dollar je Feinunze zu.
Bitcoin machte frühere Verluste wett und gewann am Samstag zeitweise bis zu 2,5 %. Am Sonntagmorgen notierte die Kryptowährung in Asien bei rund 68.000 US-Dollar, während Ether um bis zu 4,9 Prozent auf 2.055 US-Dollar stieg. Die Erholung folgt auf einen monatelangen Abverkauf am Kryptomarkt.
US-Politik
Trump veröffentlichte ein Video, in dem er die iranische Bevölkerung aufforderte, sich gegen die seit 1979 herrschende Theokratie zu erheben. Die Regierung sei „bereit zur Übernahme“, so seine Botschaft.
Trump, der das Wochenende in seinem privaten Club in Florida verbringt, plant nach der nächtlichen Videobotschaft keine weitere Fernsehansprache an die Nation. Im US-Kongress verlaufen die Reaktionen weitgehend entlang der Parteilinien: Republikaner unterstützen überwiegend das militärische Vorgehen, während Demokraten eine Abstimmung über eine Resolution fordern, die die Befugnisse des Präsidenten für weitere Militärschläge einschränken würde.
FMW/Bloomberg
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irna.ir meldet den Tod von Religionsführer Ajatollah Seyyed Ali Khamenei. Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann David Wadephul kritisiert die Vergeltungsschläge der Iranische Revolutionsgarde, beispielsweise in Richtung Saudi-Arabien. Die aktuelle Situation in der Straße von Hormus wirkt sich ja auf das heutige Meeting der Öl-Allianz OPEC+ in Sachen Ölfördermenge aus.
Jeder Angriffskrieg, wenn er kein UN- Mandat hat, ist völkerrechtswidrig.
Nun kann man auch das schönreden.
Welcher Staat wurde nochmal auch von den USA angegriffen, weil angeblich Massenvernichtungswaffen existierten, oder daran gebaut würden?
Dann noch Afghanistan, Libyen, Venezuela usw.
War es zu vertreten, dass durch die Sanktionen gegen den Irak 500.000 Kinder unter 5 Jahren verhungert sind?
Die damalige US-Außenministerin hat das für angemessen erachtet.
Auch das waren Sanktionen ohne UN- Beschluss.
Ja- sber das sind die Guten, die dürfen das.
Auf der aderen Seite sollten wir den Alliierten dankbar sein, dass sie das Nazisytem zerbomt haben und die Russen es mit Millionen an Opfern bis nach Berlin geschafft haben.
Aber Russland und andere Länder sind überfallen worden. Und Deutschland hatte den USA den Krieg erklärt.
Warum trifft es eigentlich fast immer Länder, die größere Ölvorkommen haben?
Warum nicht Nordkorea, das ja eines der schlimmsten Terror-Systeme hat.
Ach- Nordkorea hat die A-Versicherung.
Die will der Iran sicher auch haben.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
„Ja- sber das sind die Guten, die dürfen das.“
Wer sind die Guten und wer behauptet das außer Dir? Wieder mal volles Geschwafel am Sonntagmorgen. Kriege hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Jeder Tote ist einer zuviel. Nicht die Guten sind es, sondern die Mächtigen und psychisch Auffälligen.
hallo Helmut,
da sind wie unterschiedlicher Meinung. Alle genannten Kriege der USA waren unrechtmäßig und nicht hilfreich. Aber dieser Angriff auf den Iran ist mehr als gerechtfertigt, ja geboten. Der Iran ist der größte Terrorfinanzierer der Welt und seine Führung hat dem gesamten Westen oft genug den Tod gewünscht. Es sollte uns zu denken geben, dass die arabische Welt das deutlich unterstützt und die Iraner den Angriff auf ihr Land auf den Straßen feiern.
Und was die UN angeht: das war eine schöne Idee. Aber da die Mehrheit der Mitgliedsländer selbst üble Systeme sind, und viele Vertreter der UN korrupt bis an die Schmerzgrenze sind, kann man auf diese Institution nicht mehr bauen.
@Felix
Nicht zu vergessen, die Versorgung der Proxys (Terrormilizen) im Nahen Osten mit Waffen, Munition, Raketen und Geheimdienstinformationen.
Und analog dazu die vielen tausend Angriffsdrohnen und das entsprechende Know-How zum Nachbau, die vom Terrorregime im Iran an das Terrorregime in Moskau geliefert wurden.
Erst die haben die ultimative Eskalation des Angriffskriegs in der Ukraine und den jahrelangen barbarischen Terror gegen die Zivilbevölkerung ermöglicht, der anscheinend als nötig befunden wurde, weil man an der Front nicht weiterkommt.
Zwar beschloss die Öl-Allianz OPEC+ heute die Ölfördermenge zu erhöhen, was mit einer Prognose in Sachen marktwirtschaftlich bedingte Ölnachfrage begründet wurde, diese wird jedoch die Auswirkungen der aktuellen Hormus-Blockade nicht entsprechend kompensieren können/Quelle: n-tv.de.
Hallo @ Felix.
Natürlich ist der Iran ein Verbrechersystem.
Nur- die Revolution muss von innen heraus geschehen.
Die USA haben doch hervorragende Strategen, die in Ländern Opositionen mit Waffen ausstatten können usw.
Ein Land bombardieren fördert eher den inneren Zusammenhalt für das Regime. Und wenn dann noch Religion dabei ist….
Die Einpeischer werden nun sagen: Seht her, wie die Ungläubigen mit uns umgehen.
Wenn wir uns gegen diese Ungläubigen nicht wehren, dann geht es uns wie in Libyen, Irak oder Afghanistan.
Wobei der Iran ein sehr großes Land ist, mit etwa 90 Millonen Einwohner.
Natürlich wäre zu wünschen, dass das Regime morgen kippt und das Land zur Ruhe kommt und auch die alte enge Freundschaft zu Israel wieder hergestellt wird.
Kein US-Soldat wird sich trauen, einen Fuß auf
iranischen Boden zu setzen. Kleine Sabotagetrupps vielleicht.
Also kann nur auf eine schnelle Revolution gehofft werden.
Aber was ist, wenn die Russen und die Chinesen dem Iran moderne satellitengelenkte Hyperschallraketen geliefert haben und der erste Flugzeugträge auf Grund geht; oder zwei?
Ich denke, wir hoffen alle, dass die Iraner es schaffen das Regime zu stürzen.
Wenn die Amis nach Venezuela auch an das Öl kommen, dann kann das Sterben des Dollars auch noch hinausgezögert werden.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@ Holger, jetzt geht es nicht um die Produktionsmenge, sondern um die Transportwege, Lieferketten u.s.w.
Wie ist denn der Ölpreis beim Ausbruch des Ukrainekrieges explodiert ? Die Russlandbasher meinten ja, Russland müsste sein Öl fast verschenken.Nachdem Trump die Zinsen nicht runterbringt wird auch das Ziel der tiefen Ölpreise von ihm selber torpediert werden. Er ist ein Selbstzerstörer nach Noten und Kanten.
Ich habe mir die ganze Zeit die Statements vom Bundeskanzler und dem Außenminister durch den Kopf gehen lassen, in denen explizit der Iran für seine Gegenmaßnahmen – sprich Angriffe auf US-Militärbasen auf der arabischen Halbinsel – , also gegen seinen Angreifer, verurteilt werden. Also Iran wird für eigene Zurwehrsetzung verurteilt, Ukraine nicht. Entscheidend ist also nicht, wer angegriffen wird, sondern wer angreift. Kann man so machen, klingt nur ein wenig saublöd.
@Matthias
Merz kritisierte in erster Linie den iranischen Versuch, den Konflikt über Israel und US-Militärbasen hinaus gezielt auszuweiten. Von den angegriffenen Ländern, einschließlich der dortigen US-Stützpunkte, waren keinerlei Offensivschläge ausgegangen. Das gilt erst recht für die zivile Öl-Infrastruktur im Persischen Golf oder die Öltanker in der Straße von Hormus, die nun ins Visier Teherans geraten sind.
Der klitzekleine Unterschied ist also, dass sich die Ukraine auf eigenem Grund und Boden verteidigt und lediglich strategische Ziele im Land des Aggressors attackiert – und das mit einer Handvoll Drohnen und nicht massiv mit ballistischen Raketen, Hyperschallraketen und Marschflugkörpern. Diese Waffengattungen werden der Ukraine bekanntermaßen aus unerfindlichen Gründen seit Jahren vorenthalten.
Die Ukraine bombardiert nicht willkürlich Wohngebiete, Flughäfen, Häfen und andere zivile Ziele in mindestens neun am Angriff unbeteiligten Ländern – wie es aktuell der Iran in der gesamten Golfregion und bis nach Jordanien tut. Sie ist auch kein theokratisches Terrorregime, das in der gesamten Region fanatisch-religiöse Terrormilizen sowie Terrorzellen in den westlichen Ländern installiert und unterstützt. Die Ukraine arbeitet zudem nicht am Bau von Atomwaffen.
Die Ukraine agiert nicht als Regionalmacht in Drittstaaten. Sie verfolgt nur das legitime Ziel, dass sich Russland vom eigenen souveränen Staatsgebiet zurückzieht. Der Iran hingegen will, dass die gesamte Weltordnung wackelt.
Der Unterschied ist die gezielte Schwächung der Invasionslogistik im Gegensatz zur Erpressung des globalen Welthandels.
Ich will damit nicht ansatzweise den Angriff seitens des US-Friedenspräsidenten und seines rechtskonservativen Freundes Bibi inkl. ultrarechter Koalitionspartner rechtfertigen. Aber Ihr Vergleich hinkt dermaßen, dass er nicht unwidersprochen bleiben soll. Man könnte auch in Ihren Worten sagen, der Vergleich „klingt ein wenig saublöd“ – auch wenn er aus Sicht des Kreml nachvollziehbar wirkt.
Hallo @ Matthias
Das sind doch die Guten.
Ich mag jetzt nicht aufzählen, wieviel völkerrechtswidrige Angriffskriege Kriege die USA nach dem 2. Weltkrieg geführt haben.
Der Massenmörder und Friedensnobelpreisträger Obama war sogar stolz darauf, dass sich die USA während seinen 2 Amtszeiten ohne Unterbrechung im Krieg befanden.
Er war sogar so stolz auf seine tausendfache Drohnenmorde, dass er in seinem Buch geschrieben hat:
*Ich bin gut im Menschen töten*
Ein Land, das viel Öl hat, aber keine A-Versicherung, lebt gefährlich.
Damit will ich das verbrecherische Rregime im Iran nicht schönreden.
Das muss durch eine Revolution im Land weggeputscht werden und nicht durch Bombardierungen.
Und gerade darin, diese Revolutionen anzuzetteln, haben die USA doch Jahrzehnte Erfahrungen.
Wie sieht es denn heute in den Ländern aus, die von den USA bombardiert wurden?
Irak: Anfängliche Invasion 2003, gefolgt von langjährigen Kämpfen, Rückzug 2011 und erneutes Eingreifen gegen den IS ab 2014.
Afghanistan: Militärische Präsenz und Luftschläge bis zum vollständigen Rückzug im Jahr 2021.
Syrien: Luftschläge und Drohnenangriffe (insbesondere gegen ISIS ab 2014), punktuelle Angriffe auf syrische Regierungsanlagen.
Jemen: Drohnenangriffe gegen Al-Qaida und Angriffe gegen Huthi-Rebellen (auch 2024).
Somalia: Luftschläge und Spezialoperationen gegen die Al-Shabaab-Miliz.
Pakistan: Umfangreiche Drohnenangriffe in den Stammesgebieten (besonders bis ca. 2018).
Libyen: Militärische Intervention 2011 (NATO-Luftschläge) und nachfolgende Drohnenangriffe
Das alles wurde auch schöngeredet im Westen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut