Stark steigender Ölpreis an den Märkten in Folge des Iran-Kriegs: Das bringt Inflation in die Industrienationen, was die dortigen Zentralbanken dazu veranlassen sollte, die Zinsen zu erhöhen. Eine nachvollziehbare Logik, die auch zeitweise in den Anleiherenditen ablesbar war. Doch in diesem Fall kann man sagen: Höhere Zinsen würden nichts an der Brennstoffknappheit und am globalen Kampf um Öl und Gas ändern. Höhere Benzinpreise wären mit höheren Zinsen nicht einzudämmen. Außerdem wären Rezessions-Tendenzen auch deflationär, würden also gegen höhere Zinsen sprechen? Ein Top-Analyst an der Wall Street spricht aktuell über ein Szenario, dass vom einfachen Mainstream-Szenario der höheren Zinsen abweicht.
Zinsen erhöhen durch Inflationsantstieg? BofA mit differenzierter Sichtweise
Investoren, die auf eine hawkische Reaktion auf steigende Ölpreise setzen, könnten die Federal Reserve falsch einschätzen, so sagt es aktuell laut Bloomberg die Bank of America, die davor warnt, dass Versorgungsschocks auch zu Phasen stabiler Zinsen und sogar zu starken Zinssenkungen führen können. Während die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen seit Beginn des Iran-Krieges parallel zu den steigenden Ölpreisen gestiegen ist, was die Erwartungen höherer Kreditkosten widerspiegelt, warnt der US-Ökonom Aditya Bhave, dass dies „ein Fehler sein könnte”.
Ein Energieschock sei nicht unbedingt hawkisch, argumentiert er, da er zu Spannungen zwischen den Mandaten der Zentralbank führen könne, stabile Preise zu fördern und die Beschäftigung zu unterstützen. „Dies ‚vergrößert die Schwänze‘ der Politikverteilung: ein höheres Risiko einer längeren Beibehaltung, Schwanzrisiken von Zinserhöhungen, aber auch größere Risiken von starken Senkungen“, schrieb er heute. Die Renditen kurzfristiger Staatsanleihen sind in diesem Monat bisher um bis zu 20 Basispunkte gestiegen, und Händler preisen für dieses Jahr Zinssenkungen von 40 Basispunkten ein, verglichen mit mehr als 60 Basispunkten vor Beginn des jüngsten Konflikts.
Die Ölpreise sind am Dienstag eingebrochen, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung die Marke von 100 Dollar pro Barrel durchbrochen hatten. Dennoch verschärfen sich die Förderkürzungen im Nahen Osten weiter und reduzieren das weltweite Angebot um etwa 6 %. Die Drosselstelle in der Straße von Hormus bleibt nahezu blockiert.
Bhave schrieb, dass die bisherige Reaktion des Marktes Anklänge an das Jahr 2022 hat, als Russland in die Ukraine einmarschierte. Damals, so sagte er, hatte die USA eine niedrigere Arbeitslosenquote und die Verbraucher verfügten über reichlich Konjunkturhilfen. „Wir haben jetzt einen schwachen Arbeitsmarkt, eine moderat erhöhte Inflation und bescheidenere fiskalische Unterstützung“, sagte er. „Dies bereitet uns auf eine eher zurückhaltende Reaktion der Fed vor, sollte der Ölschock anhalten.“
FMW/Bloomberg
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Ein entsprechend hoher Ölpreis würde ja dafür sorgen, daß die Wirtschaft hinkt. Eigentlich eine Grundlage für die Federal Reserve, die Zinsen zu senken. Dies hätte aber wiederum steigende US-Anleiherenditen zu Lasten des für die US-Volkswirtschaft wichtigen Konsumklimas zur Folge. Somit spricht ja momentan einiges dafür, daß die Fed die Zinsen erst einmal unverändert lässt.
2012 hatte Ben Bernanke auch ein neues QE angekündigt,obwohl die Inflation bei 3,1 Prozent lag und damit über dem FED Ziel, damals, von unter aber nahe 2 Prozent.. heute 2 Prozent.
Begründung, der angeblich schwache Arbeitsmarkt, in Wirklichkeit wollte er die Märkte pushen. Begründungen finden sich viele…finden sich immer.
Was macht Kevin Warsh wenn er die Spitze erklimmt…? Das ist doch die Frage! 2012 kritisierte er Ben Bernanke ’s QE heftig und da standen die Märkte bei einem Bruchteil zu heute.
Der FED Chef bestimmt die Richtung. Das war bei Paul Volcker nicht anders. Er bestimmt die Richtung in der Geldpolitik,ob hawkish oder dovish.