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Märkte bleiben erstaunlich ruhig Iran-Krieg: Welche Waffenruhe? USA greifen erneut an – Trump-Ultimatum

Grafik: ChatGPT

Die USA greifen den zweiten Tag in Folge Ziele im Iran an. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Gibt es überhaupt noch eine Waffenruhe? Schon in den vergangenen Wochen galt diese als fragil, doch die jüngsten Angriffe sprechen eher für eine erneute Eskalation des Iran-Kriegs. Gleichzeitig verschärft US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran und droht offen mit weiteren „sehr harten“ Militärschlägen. Die Finanzmärkte reagieren bislang erstaunlich gelassen – doch wie lange noch?


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Iran-Krieg: USA greifen erneut an

Die USA haben ihre Angriffe auf den Iran fortgesetzt und damit die Spannungen im Iran-Krieg weiter verschärft. Wie Bloomberg berichtet, flog das US-Militär bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen Angriffe auf mehrere Ziele im Iran.

Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) richteten sich die Angriffe gegen militärische Überwachungssysteme, Luftverteidigungsanlagen und Kommunikationssysteme. Die Einsätze seien auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump erfolgt und als Reaktion auf die anhaltende iranische Aggression durchgeführt worden.


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Demnach kamen Einheiten des US Marine Corps, der Luftwaffe und der Marine zum Einsatz. Laut Trump wurden bei den Angriffen insgesamt 49 Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert.

Iranische Medien berichteten unterdessen, die Streitkräfte des Landes seien vollständig auf weitere Angriffe vorbereitet und verfügten über die Fähigkeit, zusätzliche amerikanische Ziele ins Visier zu nehmen.

Welche Waffenruhe?

Mit den jüngsten Angriffen stellt sich zunehmend die Frage, wie belastbar die vermeintliche Waffenruhe überhaupt noch ist. Bereits in den vergangenen Wochen galt die Lage als fragil, inzwischen häufen sich jedoch die militärischen Zwischenfälle.

Für zusätzliche Brisanz sorgt die Rhetorik aus Washington. Trump erklärte in einem Interview mit Fox News, Vertreter des Irans hätten ihn gebeten, die Bombardierungen einzustellen. Gleichzeitig machte der US-Präsident deutlich, dass die Vereinigten Staaten ihre Angriffe fortsetzen würden, sollte Teheran kein Abkommen unterzeichnen.

Bereits am Mittwoch hatte Trump den Ton deutlich verschärft. Die USA würden den Iran erneut „sehr hart“ angreifen, falls keine Einigung erzielt werde. Damit wächst die Sorge, dass die aktuelle Eskalation die ohnehin fragile Waffenruhe endgültig untergraben könnte.

Zusätzliche Unsicherheit entstand durch Berichte über die Straße von Hormus. Während iranische Staatsmedien zeitweise von Einschränkungen im Schiffsverkehr berichteten, erklärte das US-Zentralkommando, dass Handelsschiffe die strategisch wichtige Wasserstraße weiterhin passieren.

Märkte bleiben erstaunlich gelassen

Bemerkenswert ist jedoch die Reaktion der Finanzmärkte. Trotz der erneuten Angriffe und der verschärften Drohungen aus Washington blieb eine größere Schockreaktion bislang aus.

Der Brent-Ölpreis notiert weiterhin im Bereich von rund 93 US-Dollar je Barrel und damit nahezu auf dem Niveau des Vorabends. Obwohl geopolitische Risiken zuletzt wieder zugenommen haben, konnten die Ölpreise ihre Erholung bislang nicht entscheidend ausbauen.

Auch an den Aktienmärkten hielten sich die Auswirkungen zunächst in Grenzen. Sowohl der DAX als auch die großen US-Indizes gaben nach Bekanntwerden der Meldungen zwar kurzzeitig nach, konnten einen Großteil der Verluste jedoch wieder aufholen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Bitcoin. Die Kryptowährung stabilisierte sich nach dem jüngsten Abverkauf zuletzt im Bereich von rund 62.500 US-Dollar und reagierte bislang kaum auf die neuen geopolitischen Risiken.

Die Finanzmärkte setzen bislang offenbar weiter auf eine begrenzte Eskalation des Konflikts. Dazu dürfte auch beitragen, dass der mittlerweile seit mehr als 100 Tagen andauernde Krieg bei vielen Anlegern einen gewissen Gewöhnungseffekt ausgelöst hat. Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die heute beginnende FIFA-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko – ein globales Großereignis, während dessen eine weitere Eskalation auch politisch unerwünscht sein dürfte.

Doch während die Märkte vergleichsweise ruhig bleiben, sprechen die jüngsten Entwicklungen eine andere Sprache: Die USA greifen erneut Ziele im Iran an, Trump verschärft seine Drohungen und die Waffenruhe wirkt zunehmend brüchig. Die entscheidende Frage lautet daher: Handelt es sich noch um eine Waffenruhe – oder bereits um die nächste Eskalationsstufe im Iran-Krieg?

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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5 Kommentare

  1. Da hat der 47. US-Präsident Donald John Trump in Sachen Anzahl Tomahawk-Marschflugkörper aber schön mitgezählt. Die Finger der Iranische Revolutionsgarde liegen am Abzug. Offenbar ist es Präsident Trump mit dem Fox-Interview gelungen, einen entsprechend steigenden Ölpreis zu verhindern. Was ich jetzt schreibe, meine ich wirklich nicht ironisch: Vielleicht hat Donald John Trump ja Religionsführer Mojtaba Khamenei zu seinem 80. Geburtstag am kommenden Samstag eingeladen.

    1. Zum 80. fällt mir in dem Fall nur treffend ein.

      Je oller umso doller!

  2. der „waffenstillstand“ dient in den letzten wochen hauptsächlich dazu die kontrolle um hormuz zu verteidigen/zu erlangen.

    offenbar haben die amis immer wieder versucht bei nacht und nebel das projekt freedom zumindest auf sparflamme umzusetzen – und die iraner dementsprechend das zu unterbinden. ein gegenseitiges abtesten inkl. zerstörungsversuche der dazu notwendigen mullah-infrastruktur. nicht mal axios wurde hier benutzt – ist ja sonst ein illegaler krieg. also wurde nicht viel darüber berichtet, ausser wenn dem orangenen wieder etwas die blutdruckkontrolle seine betablocker überwunden hat und er damit angeben mußte, dass man tanker durchgebracht hätte.

    nun scheint aber ende vom gelände zu sein. donnie kapiert sehr langsam, dass ihn die mullahs mit pseudoverhandlungen im nasenring durch die manege führen um zeit zu gewinnen über die kontrolle der hormuz-strasse die ölpreise und inflation zu treiben – und dabei im verhältnis möglichst wenige militärschläge zu kassieren. das ziel ist definitiv die (us-] finanzmärkte als hebel in schwierigkeiten zu bringen und damit bei verhandlungen alle karten in der hand zu halten.

    die derzeitige eskalation könnte allerdings absehbar zu einem finalen showdown um hormuz führen – die sparflammenscharmüzel als verhandlungsbegleitung scheinen vorbei zu sein. die mullahs eskalieren über die ansage der kompletten sperrung. donnie wird sich absehbar entscheiden müssen ob und wann (während der brot und spiele?) ebenfalls mit bodentruppen eine totaleskalation riskiert. die iraner werden dann mit praktisch allen mitteln insb. versuchen mittels angriffen auf die infrastruktur im golf die us/israel allianz zu stoppen. was das für den ölpreis (auch langfristig) und die inflation bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

  3. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Das liegt daran… das die Notenbanken bisher noch nicht …auf die kriegsbedingte Inflation reagiert haben…

    Zinserhöhungen wurden immer nur angekündigt…. aber noch nicht umgesetzt…

    Die Einstellung der Marktteilnehmer könnte sich ändern…wenn die Geldpolitik wirklich gestraft wird…bisher aber immer nur Reden und keine Taten…
    An der Börse zählt aber nur was wirklich geschieht…nicht was kommen könnte..und im Moment weitet zum Beispiel die FED ihre Bilanz aus..
    Sollte zum Beispiel der neue FED Chef ernsthaft erwägen.. die aufgeblähte Bilanz massiv zu reduzieren…dann wären die Aktienmärkte nicht mehr so ruhig..wie jetzt…

  4. An FMW-Nutzer Deutsche Eiche: Sie sagen es, Ihnen fällt dies dazu ein.

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