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Iran: Los geht´s mit der Öl-Flut

FMW-Redaktion

Ja, 500.000 Barrels pro Tag zusätzlich bedeuten für das aktuelle globale Öl-Überangebot eine Flut. Der Ölpreis hat sich zerlegt – gerade in den letzten Tagen ging es immer weiter bergab aufgrund der Tatsache, dass einfach mehr Angebot als Nachfrage auf dem Weltmarkt vorhanden ist.

Der Iran macht jetzt seine Ankündigungen wahr und exportiert 500.000 Barrels pro Tag mehr, so die Aussagen iranischer Offizieller. Experten sind sich nicht einig ob die Förderanlagen per sofort auf Knopfdruckt so viel mehr Öl fördern können, aber laut Daten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) liegen im Persischen Golf 18 Großtanker randvoll mit Öl, die für dieses Ereignis (Ender der Sanktionen) Öl auf Vorrat halten. Sie sollen 12 Millionen Barrel Rohöl in ihren Tanks haben, was sofort an Kunden ausgeliefert werden kann.

Irans Öl-Minister Zangeneh sagte gestern die Länder die zuletzt ihre Produktion erhöht hätten, müssten sie nun etwas drosseln – dies war als Antwort gemeint auf eine Anmerkung zum noch größer werdenden Überangebot durch iranisches Öl. Der Iran werde zu seinen früheren Fördervolumen zurückkehren.

Vergleicht man verschiedene Analysten-Stimmen von gestern und heute Nacht, schwanken die Einschätzungen von kurzfristig +200.000 bis +600.000 Barrels pro Tag mehr Fördermenge aus dem Iran ab sofort. Aber das auf den Tankern bevorratete Öl dürfte auch eine kurzfristige massive Steigerung der Exporte möglich machen. Und gerade bei dem politischen Konflikt mit Saudi-Arabien dürfte es möglich sein, dass man die Saudis mehr als nur ärgern will und höchst aggressiv mit Kampfpreisen nach Europa und Asien drängt.

Der Direktor der National Iranian Oil Company Javadi sagte wenn der Iran seine Produktion jetzt nicht erhöhe, würden seine Nachbarstaaten ihre Fördermenge noch weiter ausbauen als ohnehin schon und damit dem Iran mögliche Marktanteile wegnehmen. Javadi sagte aber auch der Iran werde seine Öl-Produktion nicht übermäßig steigern, wenn andere Öl-Produzenten in Relation zu ihrer bisherigen Produktion ebenfalls zurückhaltend bleiben würden.

Einige Bankanalysten glauben nicht an die große Öl-Flut aus dem Iran, aber wenn man sich die Aussagen anhört und sieht mit welchen Rabatten die Saudis jetzt schon die europäischen Kunden auf ihre Seite ziehen wollen, ist man eher geneigt an eine weiter steigende Öl-Flut zu glauben. Abgesehen davon bekommt der Iran jetzt wieder Zugriff auf die im Westen eingefrorenen Bankguthaben, welche grob geschätzt bei 50 Milliarden US-Dollar liegen sollen. Bisher kam man irgendwie auch ohne diese Gelder aus – aber jetzt kann man dieses Cash direkt umsetzen in den Kauf neuer (deutscher?) Maschinen um seine Industrie zu modernisieren, und natürlich auch in den gerade erst angekündigten Kauf neuer Airbus-Flugzeuge. Los geht´s…



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