Der Iran und die USA haben sich geeinigt, zumindest auf den ersten Blick. Es gibt noch längst kein Kriegsende oder gar einen Friedensvertrag. Viele wichtige Aspekte dürften ungeklärt sein. Denn beide Seiten haben keinerlei Vertragstext veröffentlicht. Lediglich gibt es ein Abkommen, dass weitere ausführliche 60 Tage laufende Verhandlungen nach sich ziehen soll. Dieser „Deal“ soll am kommenden Freitag in der Schweiz unterschrieben werden. Aber diese Unterschrift soll immerhin die Straße von Hormus freigeben. Heute früh sehen wir zum Wochenstart die zu erwartende Marktreaktion: Aktienfutures steigen deutlich, der Ölpreis fällt! Nachfolgend zeigen wir Aussagen von beiden Seiten im Detail. Wichtig: Glaubt der Iran wirklich, mit einer Forderung nach einem 300 Milliarden Dollar Wiederaufbauplan bei den USA durchzukommen? Hier könnte es völlig verschiedene Sichtweisen geben, die gar nicht abgeklärt sind.
Iran-Deal: Aussagen von Donald Trump
Donald Trump schrieb vor sieben Stunden auf Truth Social (übersetzt): Dieses großartige Abkommen wird der gesamten Region Frieden und Sicherheit bringen. Viele Präsidenten haben versucht, Frieden mit dem Iran zu schließen, und alle sind vor mir gescheitert. Die Staats- und Regierungschefs der Region haben zum ersten Mal einen Präsidenten gefunden, der ihnen helfen kann, echten Frieden zu erreichen. Mit der Öffnung der Meerenge nach der Unterzeichnung des Abkommens am Freitag zum Zwecke der Minenräumung wird das Öl an beiden Enden wieder für die Region und die Welt fließen! Präsident DONALD J. TRUMP.
Und dies schrieb Donald Trump kurz davor auch auf Truth Social (übersetzt): Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun unter Dach und Fach. Herzlichen Glückwunsch an alle! Hiermit genehmige ich die vollständige Freigabe der Straße von Hormus und ordne gleichzeitig die sofortige Aufhebung der Seeblockade durch die US-Marine an. Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen! Präsident DONALD J. TRUMP.
Aussagen aus dem Iran
Eine gut informierte Quelle erläutert laut heutiger Meldung der Agentur Tasnim die im iranisch-amerikanischen Memorandum of Understanding festgelegten Bedingungen für die Aufnahme weiterer Verhandlungen zur Erzielung eines endgültigen Abkommens. „Gemäß Artikel 13 des Memorandum of Understanding werden die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen nach der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding und der Überprüfung der Umsetzung der Klauseln bezüglich der Aufhebung der Seeblockade, der Einleitung des Prozesses zur Öffnung der Straße von Hormus, der Freigabe eines Teils der iranischen Vermögenswerte sowie der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Bereich des Verkaufs von Öl, Petrochemikalien und Derivaten beginnen“, erklärte die informierte Quelle am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Tasnim. Die Ankündigung folgt auf frühere Bestätigungen der Einigung über das MoU durch den stellvertretenden iranischen Außenminister Kazem Gharibabadi und den pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entwicklung auf seiner Plattform „Truth Social“ und genehmigte die Aufhebung der Seeblockade. Die Unterzeichnungszeremonie soll am 19. Juni in der Schweiz stattfinden.
Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi bestätigte laut Tasnim, dass die Absichtserklärung (MoU) zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten fertiggestellt wurde und am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet wird. „Wir haben alle unsere wichtigen Standpunkte in den Entwurf der Absichtserklärung aufgenommen“, sagte Kazem Gharibabadi am Montag in einem Fernsehinterview. „Diese Vereinbarung bedeutet nicht, dem Feind zu vertrauen; sie wurde unter aktiver Misstrauenshaltung verfasst. Wir werden die Umsetzung der US-Verpflichtungen überwachen.“ Der stellvertretende Minister erklärte, dass ab Montagabend die US-Seeblockade gegen den Iran beendet werde, zusammen mit „der sofortigen und dauerhaften Beendigung des Krieges und der Militäroperationen an verschiedenen Fronten, einschließlich des Libanon“.
Die Ankündigung folgt auf wochenlange intensive Verhandlungen, die von Pakistan vermittelt und von Katar, Saudi-Arabien und der Türkei unterstützt wurden. Zuvor hatte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif am Sonntag bekannt gegeben, dass ein „Friedensabkommen“ erzielt worden sei, und US-Präsident Donald Trump begrüßte die Ankündigung auf Truth Social.
Er fügte hinzu, dass nach der offiziellen Unterzeichnung der vollständige Text des MoU veröffentlicht werde und dass iranische Beamte zuvor der Öffentlichkeit über die Medien die verschiedenen Aspekte und Erfolge erläutern würden. Der stellvertretende Minister gab bekannt, dass die iranische Militärmacht direkten Einfluss auf den endgültigen Text genommen habe, berichtete Press TV. „Die Drohungen des Iran heute Abend waren wirksam, um bestimmte Punkte im Verhandlungstext voranzubringen“, sagte Gharibabadi und bezog sich dabei auf Warnungen der iranischen Streitkräfte an die USA bezüglich der Folgen der Angriffe des israelischen Regimes am Sonntag auf die südlichen Vororte von Beirut. „Wir haben dem MoU erst zugestimmt, nachdem wir jeden einzelnen Punkt und jede Forderung in den Text aufgenommen hatten. Die Verhandlungen dauerten bis eine Stunde vor der Bekanntgabe an.“
Er schrieb auch der entschlossenen Reaktion der Hisbollah auf den israelischen Terrorismus zu, dass sie die Fertigstellung erleichtert habe.
„Unsere Streitkräfte waren bereit, eine entschlossene Antwort zu geben. Auch Trump bezog Stellung und kritisierte das zionistische Regime. Die Hisbollah gab entschlossene und entschiedene Antworten auf den Terrorakt des zionistischen Regimes.“ „Die militärische Macht und die von uns ausgesprochenen Drohungen trugen dazu bei, den Text fertigzustellen und mehrere Punkte voranzubringen, an denen wir arbeiteten“, sagte Gharibabadi. Der Beamte betonte zudem, dass das MoU nicht nur ein Produkt der Diplomatie, sondern auch der militärischen Erfolge des Iran sei. „Es verdankt seine Existenz dem reinen Blut unserer Märtyrer, der Standhaftigkeit des Volkes, dessen rund um die Uhr andauernder Präsenz auf den Straßen zur Unterstützung des Systems und der Streitkräfte, dem reinen Blut des gefallenen Führers, der Führung des Führers und den Bemühungen der Beamten.“
Er erklärte, der Feind sei in all seinen Zielen besiegt worden. „Der Feind, der angegriffen hat, um seine finsteren Ziele zu verwirklichen, hat in all seinen Zielen eine Niederlage erlitten, und die Islamische Republik hat in diesem Krieg große Siege errungen.“ Gharibabadi skizzierte einen zweistufigen Prozess nach der Unterzeichnung am Freitag. Zunächst werde sofort eine Überprüfungsphase beginnen. „Am Freitag findet die offizielle Unterzeichnung statt, und die Leiter der beiden Delegationen werden Gespräche führen, um die künftigen Modalitäten der Verhandlungen festzulegen. Bis dahin werden die Verpflichtungen der US-Seite hinsichtlich der Beendigung des Krieges, der Aufhebung der Blockade und der Freigabe von Vermögenswerten überprüft. Der Beginn der 60-tägigen Verhandlungen ist an die Umsetzung dieser US-Verpflichtungen geknüpft.“
Während der 60-tägigen Verhandlungsphase, so sagte er, würden mehrere Themen erörtert, darunter die Beendigung der primären und sekundären Sanktionen der USA gegen den Iran sowie die Aufhebung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der IAEO. Er erklärte, dass auch die Atomfrage diskutiert werde, ebenso wie ein Mechanismus für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Entwicklung des Iran nach dem aufgezwungenen Krieg. Der stellvertretende Minister sagte, es solle auch ein System geschaffen werden, um die ordnungsgemäße Umsetzung der Verpflichtungen beider Seiten zu überwachen. Gharibabadi bestätigte, dass Vermittler bei den bevorstehenden Gesprächen weiterhin eine Rolle spielen werden.
Er bekräftigte zudem, dass die iranischen Streitkräfte „immer den Finger am Abzug halten werden, um jeder feindlichen Verschwörung entgegenzuwirken“, und dass Teheran weiterhin voll und ganz darauf vorbereitet sei, auf jeden Komplott zu reagieren. Der stellvertretende Minister schloss mit der Feststellung, dass das iranische Volk nach der Veröffentlichung des MoU selbst sehen werde, dass die Verpflichtungen des Iran im Vergleich zu den Errungenschaften des Landes vernachlässigbar seien. Die Unterzeichnungszeremonie ist für Freitag, den 19. Juni, in der Schweiz angesetzt. Es wird erwartet, dass nach der Unterzeichnung weitere technische und politische Gespräche folgen werden, um die Einzelheiten der Umsetzung zu klären, so Tasnim.
Mehr-Bericht vom Samstag
Die iranische Agentur Mehr berichte am Samstag, dass eine dem iranischen Verhandlungsteam nahestehende Quelle neue Einzelheiten aus dem Entwurf des 14-Punkte-Absichtsprotokolls zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten veröffentlicht und damit den bislang detailliertesten öffentlichen Überblick über den Inhalt des Dokuments gegeben habe. Ob diese Aussagen wirklich den aktuellsten Stand der vorläufigen Einigung zwischen USA und Iran darstellen, ist aber nicht klar.
Der Quelle zufolge enthält der Entwurf unter anderem folgende Details: Vollständige Aufhebung der Seeblockade innerhalb von 30 Tagen, eine Verpflichtung der USA, ihre Streitkräfte aus dem Umfeld des Iran abzuziehen, Wiederöffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen nach iranischen Vorgaben, Aussetzung der Sanktionen gegen den Verkauf von Öl und petrochemischen Produkten sowie deren Derivaten und uneingeschränkter Zugang des Iran zu seinen Finanzmitteln. Und laut diesem Plan sollen sich die USA und ihre Verbündeten Wiederaufbaupläne in Höhe von insgesamt mindestens 300 Milliarden US-Dollar vorlegen. Dass die USA und Israel dies tun, ist nun wirklich nicht zu erwarten.
Der Iran soll isch lediglich verpflichten keine Atomwaffen herzustellen. Also keine Abgabe des vorhandenen Uran. Auch das wirkt so, als wäre es für die gegnerische Seite kaum akzeptabel. Auch sollen 24 Milliarden US-Dollar der eingefrorenen iranischen Gelder während der 60-tägigen abschließenden Verhandlungsphase freigegeben werden. Wie gesagt: Ob diese von Mehr am Samstag veröffentlichten Details wirklich den letzten Verhandlungsstand darstellten, ist unklar.
Angeblich berichten iranische Medien auch heute von dem 300 Milliarden Dollar Wiederaufbauplan, der angeblich Teil des Deals sein soll. Hier dürften beide Seiten über den Mediator Pakistan aneinander vorbei reden. Und am Freitag kommt es in der Schweiz zu einer bösen Überraschung, weil es nicht mal eine grobe Einigung gibt?
BREAKING: Iranian media reports that the proposed U.S.-Iran agreement includes the release of $24 billion in frozen Iranian assets and a $300 billion reconstruction fund for Iran.
The reported terms sharply contrast with previous public statements from President Trump and Vice…
— The Iranian Letter (@TheIranianzg3z) June 15, 2026
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken















Wenn das stimmt …dann hat Trump so gut wie gar nichts erreicht…im Gegenteil…das Abkommen ist für Israel und seine Verbündeten schlimmer als der Obama Deal von 2015…
Hauptgrund : Ende Juni wären die Ölreserven zu Ende gegangen und dann hätte auch das künstliche Drücken des Ölpreises… über die Futures Märkte… nichts mehr gebracht…Preise von über 150 wären die Folge gewesen…
Inwieweit die Märkte jetzt reagieren wird man sehen..schon vor 13 Tagen wurden ja schon die 7620 im S& P 500 erreicht….
Es kömmt also immer auf die Interpretation des Gesamtmarktes an…was er am Ende daraus macht…viele Analysten sehen ja die 8100 im Index kommen…bis zum Jahresende 26…nun…wir werden sehen..denn niemand hat ne Glaskugel…auch die Analysten nicht…aber die 8100 wären schon ne Hausnummer..keine Frage ( Buffet Indikator von knapp über 250 )..
Offene Straße von Hormus -> sinkende Ölpreise -> niedrigere Inflation -> übermorgen keine Diskussion der FED über Zinserhöhung, vlt sogar noch eine Senkung in 2026 – Trump hat mit Walsh sein Ziel erreicht.
Wie Trump allerdings diesen Deal bzw. die Absichtserklärung als Sieg verkaufen will ist mehr als fraglich…
Bereits vor der Unterzeichnung des Deals am kommenden Freitag sollen die Ölsanktionen gegen die Islamische Republik Iran beendet werden, was für mich deswegen nachvollziehbar ist, da der 45. US-Präsident Donald John Trump das JCPOA-Abkommen 2015 im Jahr 2018 einseitig aufkündigte, verbunden mit der Verhängung von Ölsanktionen.
Falls dem so ist, ist der Iran dümmer als gedacht und hat sich grandios über den Tisch ziehen lassen. Da Trump seine Streitkräfte nicht abziehen dürfe, wird wohl Hormus weiterhin zu bleiben.