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Iran versucht Probleme wegzuzaubern – neue Währung, vier Stellen gestrichen

Ganz frisch wurde es von staatlicher Seite verkündet. Der Iran versucht die grassierende Inflation wegzuzaubauern, wie schon andere Nationen vorher auch. Man ändert einfach den Namen der Währung, uns streicht mehrere Nullen. Dass das Ziel damit wohl nicht erreicht werden wird, kann man sich denken. Ändert man nichts an der Wirtschaftspolitik, dem Vertrauen der Bürger in die finanzielle Stabilität einer Volkswirtschaft etc, dann wird die neue Währung nach und nach genau so entwertet werden wie die alte. So auch im Iran?

Iran mit „neuer“ Währung

Was genau hat man verkündet? Offiziell wird der Rial in den bereits existierenden Toman unbenannt. Vier Stellen werden aus der Währung gestrichen. Laut Staatsfernsehen im Iran habe die Zentralbank nun zwei Jahre Zeit um die Umstellung von Rial zu Toman vorzubereiten. Die alte Währung bleibt also solange gültig. Das Vorhaben dieser Umstellung war schon bekannt, aber erst jetzt wurde es vom Parlament bestätigt. Bisher entsprach ein Toman 10 Rial. Frage: Was wird dadurch besser?

Macht man so einen Schnitt, müsste es gleichzeitig auch einen Neustart geben in Sachen Wirtschaft, Politik und Vertrauen in die selbigen. Dieses Vertrauen müssten die Verbraucher empfinden. Sonst könnte man sich im Iran beim Toman wie bisher auch beim Rial sagen: Die Bevölkerung glaubt nach wie vor nicht an die wirtschaftliche Erholung, und auch die Sanktionen der USA gegen den Iran bestehen weiter. Also werden Händler für Güter weiterhin immer mehr, mehr, und noch mehr Toman verlangen, da man kein tiefgehendes Vertrauen in die landeseigene Papierwährung hat? Denn bei reinem Papier ohne hinterlegtem Wert geht es nur um Vertrauen. Sinkt es, will man für seine Waren immer mehr Papier haben.

Und ja, so kann man es sagen: Die US-Sanktionen sind ein Problem für die Inflation im Iran und die stattfindende Streichung von Nullen. Aber das ist nur ein Problem, welches viele andere Probleme überdeckt. Löst man diese Probleme nicht, können solche Maßnahmen nur kurzfristig rein optisch etwas für Erleichterung sorgen.

Blick auf Teheran, die Hauptstadt des Iran
Blick auf Teheran, die Hauptstadt des Iran. Foto: Hansueli Krapf CC BY-SA 3.0



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