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Irankonflikt – wie die Welt hinters Licht geführt wurde

Ist der Irankonflikt eine reine Farce?

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Ist der Irankonflikt eine reine Farce? Nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Quassem Soleimani, dem großen Drahtzieher vieler militärischer Aktionen sowie von Terrorakten – nicht zuletzt stand er auch für Europa auf der großen Fahndungsliste -, war man vom Schlimmsten ausgegangen. Manche Medien verstiegen sich schon in große apokalyptische Visionen, wie der mögliche Beginn eines Dritten Weltkriegs. Eben weil dieser Mann für viele Iraner ein Volksheld und Märtyrer war und ist. Die iranische Führung hatte fürchterliche Rache geschworen, ein Blutbad für die verhassten Amerikaner angekündigt. Was folgte, war ein Luftangriff mit 15 Raketen, von denen fünf sogar noch das Ziel verfehlten. Aber das Skurrile daran war, dass die Amerikaner vor dem Angriff sogar noch rechtzeitig gewarnt wurden.

Irankonflikt: Eine Militäraktion auf unterster Eskalationsstufe

Nicht nur, dass die amerikanischen Soldaten vor dem Luftangriff rechtzeitig gewarnt wurden, wie der US-Sender CNN berichtete und man rechtzeitig in Luftschutzbunkern Zuflucht suchen konnte. Nein, die unterschiedliche Bewertung des Angriffs zeigt, um welche Farce es sich gehandelt hat.

Donald Trump stellte sofort klar, dass es keine Opfer unter den US-Streitkräften gegeben habe und auch die Sachschäden nicht besonders hoch ausgefallen seien.

Die irakische Führung feierte die „Operation Märtyrer Soleimani“ hingegen als vollen Erfolg. Man berichtete von 80 toten US Soldaten und von einer völlig zerstörten militärischen Basis des verhassten Feindes. Deshalb zog die Propagandaabteilung in den revolutionären Garden noch in der Nacht durch iranische Städte, um mit Siegesmärschen auf den Straßen den großen Erfolg zu feiern. Damit hatte man im Lande offiziell das Gesicht gewahrt.

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sorgte selbst auf Twitter für deeskalierende Worte: Er sprach von„angemessenen Maßnahmen zur Selbstverteidigung“ nach Artikel 51 der UN-Charta. „Wir wollen keine Eskalation oder Krieg, aber wir verteidigen uns gegen jede Aggression“, so seine Twitterpost.

Als Ergebnis aus diesem Wirrwarr ist schlusszufolgern, dass beiden Seiten im Irankonflikt an keinem Krieg gelegen ist. Für die USA, weil das amerikanische Volk kriegsmüde ist und selbst die Anhänger Trumps keinen Nahostkrieg mehr wollen, allenfalls das Zeigen amerikanischer Stärke. Und für Trump gelten für die nächsten 10 Monate sowieso andere Prioritäten, wie US-Wirtschaft, Aktienmarkt und die permanente Zurschaustellung der eigenen Regierungsverdienste.

Auch der Iran hat kein Interesse an einer totalen Konfrontation mit der Weltmacht Amerika. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Die heimische Wirtschaft ist auch infolge der Sanktionen mit einer Schrumpfung um 10 Prozent tief in die Rezession gerutscht, außerdem gibt es Demonstrationen im Lande, die sich gegen die Regierungspolitik richten.

Schlussendlich ist dies aber keine Garantie für einen Frieden in der Region. Der Iran wird weiter sein Atomprogramm vorantreiben, Terrorakte finanzieren und Israel die Vernichtung wünschen. Vielleicht verstärkt man auch Cyber-Attacken gegen die USA. Der Irankonflikt wird also weiter andauern.

Die iranische Führung hat prophylaktisch schon einmal die USA vor Vergeltung gewarnt. Sollten sich Bomben gegen iranisches Territorium richten, drohen die Revolutionären Garden, würden der Golfstaat Dubai und das israelische Haifa von Raketen zerstört werden.

Fazit

Unabhängig von diesem Revancheakt – was einem aber abseits dieser Aktion zum Nachdenken bringen muss, ist die aktuelle Zusammensetzung der US-Regierung unter der Ägide Donald Trumps.

In puncto Außenpolitik ist die US-Regierung derzeit mit viel „Greenhorns“ besetzt. Beginnend mit dem Präsidenten selbst und seinem Stellverteter Mike Pence – einem ehemaligen Gouverneur aus Indiana – ist nach dem Ausscheiden von Jim Mattis und John Bolton nicht mehr viel Erfahrung in den entscheidenden Gremien vorhanden. Der Nationale Sicherheitsberater, Robert O’Brien, Außenminister Mike Pompeo, oder Verteidigungsminister Mark Esperanto – sie alle sind außenpolitische Neulinge. Das entscheidende Kriterium war wohl die bedingungslose Loyalität zum Regierungschef, eine Eigenschaft, die im komplizierten Irankonflikt wohl nicht wirklich weiterhilft.

Im Irankonflikt fehlt der Trump-Adminisstration aussenpolitische Erfahrung

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Macwoiferl

    10. Januar 2020 09:53 at 09:53

    Methode Trump eben, siehe gestrige Analyse FMW.
    Kurspflege um jeden Preis.
    Immer in markt-appetitlichen Happen serviert.
    Nordkorea: Rallye. Europa-Zölle: Rallye. Handelsdeal: Rallye. Steuerreform: Rallye.
    Einziger Lebenszweck der Trump-Junta: Kurspflege.
    Wer sich dagegen stellt wird kleingehackt (Powell).
    Vorgehen: Inszeniere eine (kleine) Krise und anschließend mit großem Dampfgebläse eine Hoffnungslösung.
    Der große Sumpf-Befreier bedient in Wahrheit nur eine kleine Finanzclique (noch dazu mit Insiderwissen).
    Trump mag der Worst Businessman On Planet Earth sein (denn im Business geht es um Fakten).
    Was seine Produktion heißer Luft angeht ernenne ich ihn hiermit zum World´s Best Ballooning Man.
    Das ist doch mal was!

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    Quintus

    10. Januar 2020 10:05 at 10:05

    @Wolfgang Müller
    Die veröffentlichten Satellitenbilder zeigen allerdings sauber platzierte Einschläge.
    Trump hat bestritten, dass die iranischen Angriffe zu irgendwelchen Opfern geführt haben, aber Hajizadeh sagte, dass das US-Militär nach dem Angriff durch den Iran mindestens neun Einsätze durchgeführt habe, wobei es die Verwundeten nach Jordanien und in die besetzten Gebiete gebracht habe, während Chinook-Hubschrauber die verletzten Amerikaner in das US-Hospital in Bagdad gebracht hätten.

    Gibt es eventuell doch Opfer? Aus Israel kommt die unbestätigte Meldung, verletzte US-Soldaten sind zur medizinischen Versorgung nach Tel Aviv gebracht worden.

    Nicht nach Ramstein ins Landstuhl Regional Medical Center (LRMC), das mit rund 3300 Mitarbeitern das grösste US-Militärhospital darstellt, das sonst verletzte Soldaten aus dem Irak oder Afghanistan immer versorgt.

    Nach Berichten, die die israelische Zeitung Haaretz erhalten hat, landete ein US-Flugzeug mit amerikanischen Soldaten, die durch den iranischen Raketenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al-Asad verwundet wurden, vor Stunden in Tel Aviv.
    Nach Angaben von informierten Quellen wurden 224 verletzte Soldaten in das Tel Aviv Sourasky Medical Center Hospital gebracht. Dort kann man die Verwundeten „inkognito“ pflegen.

    Das meldet auch Jack Khoury in seinem Tweet. Sein Account ist mittlerweile gesperrt.
    Alles sehr mysteriös…
    Nur eines bestätigt sich immer wieder: Im Krieg stirbt die Wahrheit als Erstes

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    joachim

    10. Januar 2020 10:07 at 10:07

    Laut meinem Informationsstand waren beim ersten Vergeltungsschlag der Iraner 10/12 erfolgreiche Raketentreffer kolportiert worden…die Fachwelt wundert sich über die hohe Präzision und Zielgenauigkeit bei gleichzeitigem Einsatz veralteter Waffen!

    Ja, vermutlich ist alles nur eine trumpsche Show, bei der die iranische Regierung mangels Alternativlosigkeit brav mitspielt.

    Gleichzeitig haben sich die vor dem Mord an dem General immer mehr auseinanderdriftenden Lager im Iran durch dieses Ereignis wieder vereint.
    Also eine absolute win-win Geschichte für Trump und die derzeitigen offiziellen iranischen Machthaber.

    Und immer das wiederkehrende Muster: Trump erschafft, manchmal aus heiterem Himmel oder mit einem Auge an der Wall Street und dem Wählerbarometer, einen Konflikt, um ihn anschließend als „größter und weisester Führer“ erfolgreich zu lösen.
    Egal ob Nordkorea, Handelskrieg oder der Iran…alles wird g(l)ut!

    Wie weit der immer skurriler ausartende Wahlkampf Trumps das Weltgeschehen und somit auch die Märkte in 2020 noch beeinflussen wird, lässt sich derzeit nur erahnen…

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    Lausi

    10. Januar 2020 10:54 at 10:54

    Nachdem sich die Iraner zweimal in den Fuß geschossen haben (einmal die Massenpanik bei der Trauerveranstaltung mit ca. 40 Toten und desweiteren der unbeabsichtigte Abschuss des Passagierflugzeuges), haben sich wohl ihre Rachegelüste fürs erste ziemlich gelegt. Außerdem sind die Iranis nicht doof, und wissen, dass sie bei der erdrückenden militärichen Überlegenheit der USA nicht die geringste Chance hätten. Aber Nadelstiche und Terroraktionen können natürlich schon noch folgen.

    • Avatar

      Gixxer

      10. Januar 2020 14:37 at 14:37

      Ist es schon bewiesen, dass das Flugzeug abgeschossen wurde?
      Bisher habe ich nur von Mutmaßungen gehört.

      • Avatar

        Quintus

        11. Januar 2020 10:55 at 10:55

        @Gixxer
        Leider wurde aus der Mutmaßung nun eine traurige Tatsache. Die iranischen Regierung hat den Abschuss zugegeben.

        https://www.welt.de/politik/ausland/article204931112/Iran-gibt-unbeabsichtigten-Abschuss-von-ukrainischem-Flugzeug-zu.html

        • Avatar

          Gixxer

          11. Januar 2020 14:48 at 14:48

          Ja, habe es auch gehört.
          Leider ist bei derartigen Konflikten immer auch die zivile Bevölkerung mit betroffen, auch wenn sie anscheinend gar nichts damit zu tun hat.

          • Avatar

            Michael

            11. Januar 2020 19:06 at 19:06

            @Gixxer, was heißt „anscheinend“. Hat sie denn vielleicht doch?

            Ich frage mich, warum zu dem Zeitpunkt des Krisenhochpunktes überhaupt ziviler Luftverkehr über Teheran möglich war? Warum wurde der Flugverkehr nicht unterbunden? Warum agieren Fluggesellschaften so sorg- und verantwortungslos? Welchen Anteil tragen die USA nach ihrem provakativen Erstschlag und ihrer Drohung eines Angriffes auf 52 mögliche Ziele?

            Hier darf sich keiner der Beteiligten aus der Affäre ziehen, nicht Iran, nicht USA, nicht die Fluggesellschaft. Eine einseitige Schuldzuweisung und ein iranisches Bauernopfer werden zwar wie immer die Folge sein. Zur Aufklärung des Falles trägt das nicht viel bei.

  5. Avatar

    Beobachter

    11. Januar 2020 22:45 at 22:45

    @ Michael, ihre Meinung kann ich teilen.Meine am ersten Tag gepostet Meinung, dass wegen dieses Irrtums die iranische Reaktion weniger aggressiv war hat sich bestätigt. Aber die von den Börsen gespielte Entspannung der Lage wird nur kurzfristig dauern.Generell wurde die Lage nur verschlechtert u.der GröPaz hat bis jetzt in der Aussenpolitik nur versagt.Sein Erfolg im Wahlkampf beschränkt sich also weiterhin auf das Pushen der Börse u.das Bremsen des Anstiegs des Ölpreises.Man muss als Präsident auch das entsprechende Volk haben, die solche Qualitäten eines Präsidenten entsprechend schätzt.Wobei natürlich vor allem die Finanzelite diese nicht nachhaltigen einmaligen Wahlkampfmethoden schätzt.
    Das Pushen der Börsen durch den Präsidenten u.der Firmenbosse durch Aktienrückkäufe ist für mich unglaublich kurz gedacht u.absolut dumm u.dämlich.China u.Russland müssen sich keine Mühe geben,
    die Amis sind drauf u.dran sich selber zu besiegen.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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