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Irland denkt an ein Komplett-Verbot von CFDs

Die irische Notenbank (Central Bank of Ireland), die für Irland gleichzeitig auch als Finanzaufsichtsbehörde agiert, hat heute eine Art Denkschrift (Consultation Papier) veröffentlicht. Schon im Vorwort wird…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Die irische Notenbank (Central Bank of Ireland), die für Irland gleichzeitig auch als Finanzaufsichtsbehörde agiert, hat heute eine Art Denkschrift (Consultation Papier) veröffentlicht. Schon im Vorwort wird klargestellt, dass man mit dem Gedanken spielt den Handel und den Vertrieb mit CFDs (Contracts for Difference) in Irland ganz zu verbieten, wie auch den Vertrieb von CFDs, der von Irland aus stattfindet. Somit könnte auch der Devisenhandel betroffen sein, der synthetisch für Privatkunden über CFDs dargestellt wird, und nicht in wirklichen Devisen-Kassageschäften. Die Notenbank lädt interessierte Parteien ein bis zum 29. Mai Kommentare abzugeben, die für oder gegen ein Verbot, oder für sonstige abweichende Einschränkungen sprechen. Aber liest man den Einleitungstext, wird einem relativ schnell klar, dass in Irland die Tendenz Richtung Totalverbot geht.


Die irische Nationalflagge. Foto gemeinfrei

Zitat irische Notenbank von heute:

The Central Bank has published a Consultation on the protection of retail investors in relation to the distribution of CFDs. Contracts for Difference (CFDs) are complex, leveraged, derivative instruments which enable investors to speculate on the short-term price movements of an underlying reference asset.
The Consultation Paper discusses the Central Bank’s concerns in relation to CFDs and outlines proposed measures currently under consideration which are aimed at protecting the interests of retail clients. Options under consideration include the prohibition of the sale or distribution of CFDs to retail clients in and from Ireland and the implementation of enhanced investor protection measures. Director of Asset Management Supervision, Michael Hodson said “CFDs are complex products which are widely advertised to the retail mass market in an online setting. It is timely for the Central Bank to take further and decisive action in relation to CFDs given the evidence that the probability of loss for consumers is very high. This work builds on previous work in this area and proposes stronger protections for consumers.”

Wie auch bei Einschränkungen anderer EU-Mitgliedsstaaten kann man hier schon vorab fragen, warum dann nicht der Zugang zu Futures und Optionen ebenfalls für Privatkunden gesperrt wird, weil sie dort ebenfalls unbegrenzt über ihren Einlage hinaus Geld verlieren können (Unbegrenzte Nachschusspflicht). Bei Futures und Optionen ist die Produktkomplexität noch viel höher als bei CFDs, wo eigentlich nur die Originalkurse von Aktien, Devisenkursen etc 1:1 künstlich nachgebildet werden. Die Schwierigkeit, an der sich Aufsichtsbehörden in der Regel festklammern, ist der Hebel. Mit enormen Hebeln kann der Privatkunde je nach Kategorie (zum Beispiel Devisen-CFDs) sein eingezahltes Kapital oft 50fach oder 100fach höher am Markt einsetzen, und erhöht damit auch die Geschwindigkeit auf dem Weg zum Totalverlust, zur Nachschusspflicht oder zu einem riesigen Gewinn.

In einigen Ländern der EU wie zum Beispiel in Deutschland reicht es der Finanzaufsicht, dass die Anbieter den Ausschluss der Nachschusspflicht garantieren. In UK oder auf Zypern will man von den Anbietern auch eine Limitierung des maximalen Hebels sehen. Dann gibt es eben noch die extremste Form, die des kompletten Verbots des Produkts wie in Beglien, oder ein quasi Verbot in Frankreich und den Niederlanden, das man dort aber als Verbot des Marketings für CFDs bezeichnet. Das Hauptargument der irischen Notenbank laut der aktuellen Denkschrift: Wie auch in anderen Ländern hat man eine Studie durchgeführt, welche Trading-Resultate durch CFDs bei Privatkunden entstehen. 75% der Privatkunden, die zwischen 2013 und 2014 CFDs handelten, haben demnach verloren, und zwar im schnitt 6.900 Euro. Auch habe man festgestellt, dass die Privatkunden sich des Risikos nicht bewusst seien. Das ist letztlich inhaltlich deckungsgleich mit den Studien anderer Länder.

Aber wie letztes Jahr bei anderen Ländern möchten wir auch hier und heute zur irischen Studie sagen: Verbietet ihr die CFDs, müsst ihr doch eigentlich sämtliche hochriskanten Wett- und Spekulationsformen für Privatkunden verbieten, wie zum Beispiel Futures, Optionen, Automaten-Glückspiel, Kasinobesuche, Lottospielen. Wo ist die Grenze, was ist spekulativ und für Privatpersonen ohne finanzielle Vorbildung verständlich, und was unverständlich? Letztlich treibt man die tradingaffinen Personen nur in die Hände von Anbietern außerhalb der EU, wenn man in der EU alles mit Verboten und Einschränkungen zuschüttet. Die Folge: Das Risiko der Privatkunden bei solchen Offshore-Anbietern steigt noch mehr durch schlechte Ausführungen, dubiose Kursstellungen und oft nicht vorhandene Einlagensicherung (Karibik, Mittelamerika usw) deutlich mehr Geld zu verlieren als bei Anbietern in Europa. Aber was wissen wir Kleingläubigen schon…

Hier finden Sie das komplette Consultation Paper aus Irland.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    6. März 2017 14:56 at 14:56

    A propos schlechte Auführung: Das kann einem auch bei Zertifikaten renommierter Anbieter passieren. Ich wurde kürzlich von meiner Bank angeschrieben. Zitat: „Die Royal Bank of Scotland hat bekannt gegeben, dass ein operativer Fehler festgestellt wurde, der die Preisfeststellung bestimmter Zertifikate beeinflusst hat.“
    Das Procedere für eine Entschädigung ist aufwändig und umständlich.
    Aber immerhin, man meldet sich, nachdem der Fehler festgestellt wurde. Ob das alle Anbieter machen würden?

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Wie lange handeln Sie schon mit Aktien? – Werbung

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Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
Im Wesentlichen haben in diesem Jahr drei Faktoren zur Stärkung der Aktionärskultur beigetragen:

1) Die Niedrigzinsen lassen die Menschen nach Alternativen zum klassischen Sparkonto suchen.
2) Online-Broker machen den Aktienhandel auch mit kleinen Geldbeträgen attraktiv.
3) Während der Corona-bedingten Zwangspause des öffentlichen und oft auch beruflichen Lebens hatten viele Menschen erstmals Zeit, sich mit Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Die Millenials entdecken die Börse

In den vergangenen Monaten habe ich bemerkt, dass vor allem junge Menschen die Börse für sich entdecken. Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, zeigen ein großes Interesse an Geldanlagethemen. Das freut mich umso mehr, gelten die Deutschen doch oftmals als Aktienmuffel. Die Rendite der Anlageportfolios hinkte den Menschen in Aktienländern wie den USA deshalb oft deutlich hinterher. Das könnte sich jetzt mit einer neuen Generation von Aktionären ändern.

Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

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