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Ironie: Mario Draghi warnt vor Problem, das er selbst schafft

Claudio Kummerfeld

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am

Kennen Sie den „Europäischen Ausschuss für Systemrisiken“ (ESRB)? Nein? Er wurde nach der Finanzkrise geschaffen, um Krisen vorbeugen zu können. Und wer ist in diesem Gremium der Chef? EZB-Präsident Mario Draghi. Heute hat diesesr ESRB seinen Jahresbericht zur Finanzstabilität in der Eurozone vorgelegt, und das auf 101 Seiten (hier einsehbar). Wir möchten an dieser Stelle nur die entscheidende Seite als Grafik abdrucken.

Wie praktisch, dass Mario Draghi in beiden Gremien den Vorsitz hat, EZB und ESRB. Dann kann er nämlich gleichzeitig vor den Risiken warnen, die er vorher geschaffen hat. Denn schaut man auf die folgende Grafik, dann ist das Risiko Nummer 1 für die Finanzstabilität in der Eurozone die Zitat „Fehlbewertung von Risiken und übermäßige Risikobereitschaft angesichts niedriger Finanzierungskosten und der Suche nach Rendite“. Im Klartext: Weil die EZB mit Billionensummen Anleger vom Anleihemarkt verdrängt, und weil die EZB die Zinsen abgeschafft hat, müssen Investoren nun wie die Wahnsinnigen irgendwo sonst nach Rendite suchen, was zu enormen Problemen führen kann. Aber der Verursacher dieser Probleme ist wer? Sie kennen die Antwort.

Mario Draghi
Mario Draghi heute in Frankfurt. Foto: EZB

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    sabine

    29. Juli 2019 18:13 at 18:13

    Na? Die Super-EU.
    Noch fragen wegen des Brexit?
    Ja, England wird untergehen ohne die EU:
    Der Pfund wird abschmieren, die Arbeitslosigkeit ins Unermessliche steigen, zusammen mit der Hyperinflation, die Firmen werden abwandern, und der Finanzsektor nach Brüssel, Paris und Frankfurt wechseln (Hahaha!!!!) und so weiter und so weiter. EUkatastrophe.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eukatastrophe
    Auf dem Mist wachsen die besten Pflanzen.

    https://l-gassmann.de/diktatur-europa/

    • Avatar

      leftutti

      29. Juli 2019 19:43 at 19:43

      @sabine: EUROzone, ESRB, EZB. Hallo!!! Wir sprechen vom EURO und der Europäischen Zentralbank. Nicht von der EU. Die Briten haben eine eigene Währung, eine eigene Zentralbank. Und ein traditionell veritables Handelsbilanzdefizit. Ein abschmierendes Pfund wäre da wohl nicht das schlechteste.

      Wegen der Arbeitslosigkeit würde auch ich mich nicht sorgen, bald werden Millionen von Niedrigstlohnjobs für ein paar hundert EUR im Monat frei, z. B. in Krankenhäusern, der Pflege oder der Hotellerie.

      Ob Firmen abwandern werden, werden wir sehen, die Automobilbranche erzittert zumindest derzeit vor Boris dem Großen. Und diese Branche ist normalerweise nicht zimperlich, wenn es um Arbeitsplätze oder Abwanderung geht, liegt ihnen eine gewisse Planungssicherheit doch am Herzen:
      https://www.n-tv.de/wirtschaft/PSA-droht-mit-Abzug-der-Astra-Produktion-article21175134.html
      https://www.n-tv.de/wirtschaft/Britische-Autobauer-sehen-Existenz-bedroht-article21170989.html

      Die Briten zocken ja gerne und wetten auf alles, was zwei und mehr Möglichkeiten beinhaltet. Warum nicht auch auf das „sehr umfassendes Freihandelsabkommen“, welches der andere blonde Wirrkopf ganz im Westen telefonisch in Aussicht gestellt hat? Nach seiner Nicht-Wiederwahl in einem Jahr wäre das allerdings eine miese Option…

      Ob es den Iren, Nordiren, Schotten und den Menschen in Gibraltar auch gefallen wird, bleibt abzuwarten. Langweilig wird es sicher nicht im großen Britannien.

  2. Avatar

    Michael

    29. Juli 2019 19:15 at 19:15

    An anderer Stelle würde man so etwas als Interessenkonflikt bezeichnen. Oder als Schildbürgerstreich, machcherorts sogar als große Verarsche :)

  3. Avatar

    Koch

    29. Juli 2019 21:35 at 21:35

    Don’t worry Sabine.Ich bin bei dir!Ich bin 1,95 m gross,98 kg schwer ,blond,blauäugig,extrem deutschlandaffin,Beleidigungen,wie zuletzt gewohnt und über sie erhaben“!Ich liebäugele demnächst mit einer Ausreise auf die Kanalinseln,weil mir die EZB-Politik,insbesondere Frollein Lagarde ,Angst macht!“Das“Pfund dort,wird mir total von Nutzen sein.Und meine 2 hochwertigen Audis,Q5 A5 Cabrio,sowie meinen Tesla s,werde ich auch nutzen können!Das alternativlose Merkeldeutschland scheint an sein verdientes Ende gekommen zu sein!

    • Avatar

      leftutti

      29. Juli 2019 22:08 at 22:08

      @Koch, das ist so ironisch-sarkastisch-satirisch, dass weder Sabine, noch ich es richtig deuten können. Sabine steht auf 1,95 groß und blond und den Pfund, und wird somit glücklich und zufrieden sein. Ich stehe auf den fränkischen Humor, und bin ganz optimistisch, dass Sie auf der falschen Straßenseite mit den offenen Privatrennwagen und -panzern auf den Kanalinseln viel Spaß haben werden ;)

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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