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Israel verbietet Binäre Optionen endgültig – die Karawane zieht weiter

FMW-Redaktion

Israel und Binäre Optionen? Weit weg ist das Land von den großen Finanzplätzen Europas, also was soll´s? Nein, Israel ist durchaus wichtig! Das Land war bislang quasi ein Cluster für Anbieter von Binären Optionen. Hier tummelten sich Broker, Zahlungsdienstleister und vor allem Anbieter von entsprechender Technik. Nun hat die Knesset (israelisches Parlament) einstimmig mit 53:0 Stimmen Binäre Optionen komplett aus dem Land verjagt. Man schließt damit ausdrücklich auch die ganze drum herum entstandene Serviceindustrie mit ein.

Warum so eine beeindruckende Einstimmigkeit in der Knesset? Das wirkt ja fast wie bei alten Volkskammer-Wahlen! Seit mehreren Monaten war das Verbot in der Knesset in Verhandlungen, und zuerst sollte es auch andere Produkte umfassen. Schon im März 2016 hatte der Staat Israel den Anbietern verboten Inländern Binäre Optionen anzubieten, denn der Schaden vor allem durch kriminelle Machenschaften war offensichtlich zu groß.

Seitdem ging es darum auch den Vertrieb an Ausländer zu verbieten, was jetzt geschehen ist. Aber warum diese Einstimmigkeit? Den Grund kann man unter anderem finden in aktuellen Aussagen wie zum Beispiel vom Chef der israelischen Finanzaufsichtsbehörde Shmuel Hauser. Der sagte nämlich nach der Abstimmung, dass die israelischen Anbieter von Binären Optionen dem Image des Landes international schaden und Antisemitismus befördern würden. Damit meint er die zahlreichen Betrügereien rund um die Industrie, sowie den wohl fragwürdigen Ruf des Produkts an sich.

Laut Hauser werde das neue Gesetz es den Behörden in einer noch nie da gewesenen Weise ermöglichen gegen die Anbieter diese Branche vorzugehen, bis hin zu Gefängnisstrafen, wenn sie Binäre Optionen weiter von israelischem Boden aus anbieten. Das schließt wie gesagt auch die rundherum existierende Service-Industrie ein. Die Zahl der Anbieter rund um Tel Aviv (Broker, Zahlungsdienstleister, Technikdienstleister) lag wohl bei mehr als 100.

Und nun? Wie man aus Finanzkreisen hört, zieht die Karawane weiter. Die Anbieter, die darauf bestehen weiterhin Binäre Optionen anzubieten, verlagern ihre Geschäftssitze und auch operativen Standorte, oft nach Zypern oder in die Ukraine. Auch Rumänien und Bulgarien sollen bei einigen im Rennen sein. Bis das Gesetz in Kraft tritt, bleiben noch drei Monate Zeit. Interessant ist, dass sich einige Anbieter aufgrund des mehr als schlechten Rufs von Binären Optionen entschlossen haben umzuschwenken und auf den neuesten Trend aufspringen wollen: Kryptowährungen!

Die sind noch so neu, dass ein Verbot dauern dürfte. Und hier ist mehr als in allen anderen Bereichen die Frage, wie man dieses Produkt überhaupt exakt definiert. Denn werden sie verboten, kann man sie als Anbieter einfach umbenennen. Denn wie definiert man so etwas genau? Eine Recheneinheit, die keine richtige Währung darstellt? Binäre Optionen sind im bisherigen Cluster Israel tot – sie leben aber weiter, und auch die Anbieter werden sich anpassen, und weiter irgendeine Art von Geschäft betreiben.

Noch ein kleiner Hinweis: Wer vor hat unter diesem Artikel antisemitische Kommentare zu posten, sollte sich die Mühe sparen – wir von der FMW-Redaktion würden so einen Kommentar nicht freischalten!



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1 Kommentar

  1. Hallo,

    ich kann positiv(wird hier am wenigsten erwartet) aber auch negativ über BO berichten. BEI BO weiß ich vorher mein Risiko und was ich erwarten kann. In meinen Fall 350% + Investitionssumme. Dies geht aber nur an ganz wenigen Tagen zu handeln, da es sonst vom Broker nicht freigegeben wird. Einer dieser Tage könnte nächste Woche Mittwoch sein….

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