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Ist Ihr Portfolio auf Inflation vorbereitet?

Die Inflation konnte in den vergangenen 20 Jahren auch dank Welthandel eingedämmt werden. Die meisten Produkte werden heutzutage nicht mehr in den USA oder Europa hergestellt, sondern in Asien. Ob dort versklavte Arbeitnehmer ohne Rechte schuften und der Müll einfach in den Fluss gekippt wird, um die Preise niedrig zu halten, interessiert keinen Käufer. Dieses Verhalten hält aber die Preise niedrig, selbst wenn es in Deutschland üppige Lohnzuwächse gibt. Das war früher anders. Der Hersteller, der seinen Arbeitnehmern 5% Lohnsteigerung gewährte, erhöhte anschließend den Preis seiner Produkte, was zu Inflation führte. Tut das heute ein chinesisches Unternehmen, wird morgen in Kambodscha zu noch niedrigeren Umwelt- und Sozialstandards produziert und der Preis bleibt niedrig.

Trump arbeitet bereits an höherer Inflation, ohne es zu ahnen

Doch Trump, Johnson und Co. drehen dieses Rad der Geschichte gerade zurück. Welthandel ist out, und damit auch die Ära der niedrig bleibenden Produktpreise. Und als wäre das noch nicht genug, droht Trump inzwischen jedem Land, das nicht bei drei auf den Bäumen ist, mit Sanktionen bis hin zu totaler Vernichtung. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er an einen Staatsführer gerät, der auf diese Drohungen und Angriffe mit einem Krieg reagiert. Zum Beispiel der Iran. Viel zu verlieren hat der nach Jahrzehnten der Sanktionen eh nicht mehr. Dann fällt nicht nur der inflationsmindernde Welthandel in sich zusammen, es steigen auch noch die Ölpreise – und schon haben wir die beseitigt geglaubte Inflation zurück. Zentralbanken stehen dann vor der Wahl, entweder die Zinsen zu erhöhen oder Inflationsraten zu riskieren, die wie in den 70er Jahren zweistellige Werte erreichen.

Es liegt auf der Hand, was in diesem Fall mit den Anlagepreisen geschieht, die auf 0%-Inflation und ebenso niedrige Zinsen vertrauten. Bei zum Beispiel 4% Inflation und nur 2% Zinsen werden die Preise von Anleihen, Aktien und Immobilien soweit sinken, dass die auf dem niedrigeren Preisniveau erzielbare Rendite wenigstens an 2% heranreicht. Andernfalls wäre es sinnvoller, das Kapital in Tagesgeld umzuschichten.

Die Folgen einer höheren Inflationsrate können für viele Anlageklassen dramatisch sein

Nun sind 2% Zinsniveau noch kein Horrorszenario, die galten vor wenigen Jahren noch als Niedrigzins. Wie sähe es zum Beispiel bei 5% Zinsen aus, Normalität vor 12 Jahren? Eine zehnjährige Bundesanleihe würde 39% Kursverlust erleiden, bis die Rendite von heute -0,29% auf dann +5% stieg. Der Preis einer Immobilie, die heute 1% Rendite abwirft, müsste um 80% sinken, um dem Käufer 5% Jahresrendite anbieten zu können. Chronisch defizitäre Aktiengesellschaften wie Tesla, die auf eine konstante Versorgung mit neuen Krediten und Kapitalerhöhungen vertrauen, sähen sich auf einmal mit drastisch steigenden Kapitalkosten oder sogar dem Ausbleiben neuer Kredite konfrontiert. Profitable Gesellschaften wie Apple würden nicht mehr mit dem 24-fachen Jahresgewinn gehandelt, sondern wie früher vielleicht nur noch mit dem Zehnfachen. Daraus ergibt sich ein Abschlagspotenzial von 60%.

Kurz gesagt: Anleger sollten beginnen, sich Gedanken um die Möglichkeit unerwartet steigender Inflation zu machen. Gerade Donald Trump arbeitet eifrig daran, ein Umfeld für steigende Inflation zu schaffen. Darauf ist der Kapitalmarkt mit seinen aktuellen Anlagebewertungen nicht vorbereitet.



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2 Kommentare

  1. Erinnern wir uns doch an die Aussagen von Greenspan zu Immobilienmarkt vor dem Crash, Grundaomide, überbtreibungen höchsten Regional…Bla bla bla….etwa das gleich als die Kanzlerin hinstand und sagen musste die Bankeeinlagen sind sicher….

    Wenn die Mächhtigen Lenker Beruigungspillen Verteilen sollten man besonders auf der Hut sein…

  2. In dem Artikel ist meiner Meinung nach ein logischer Fehler, bei 4% Inflation und 2% Zinsen werden die Preise von Aktien, Immobilien u.s.w. nicht sinken sondern STEIGEN ! weil letztendlich reale Werte mehr Wert sind als fiktive.

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