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Ist kognitive Automation die Zukunft des Börsenmarktes?

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Von Björn Zimmermann


Quelle: Pexels

Kognitive Automation wird immer mehr im Zusammenhang mit der Verbesserung von Arbeitsvorgängen in Unternehmen gebracht. Die Technologie, welche die künstliche Intelligenz (KI) verwendet, soll dabei helfen, große Mengen an Daten – selbst jene, die unstrukturiert sind – sinnvoll und schnell zu verarbeiten, umk mit einer effektiven Analyse bei wichtigen Entscheidungen zu helfen. Nun sollen die smarten Softwarepakete auch für den Börsenmarkt interessanter werden. Ist kognitive Automation tatsächlich die Zukunft des Börsenmarktes?

RPA, KI und kognitive Automation

Zahlreiche Begriffe werden mit dem Bereich der Automationen assoziiert, die oft beinahe als Pseudonym füreinander verwendet werden. Tatsächlich gibt es jedoch wichtige Unterschiede, die sich auf die Verwendung verschiedener Strategien bei Problemlösungen auswirken. Die Robotergesteuerte Prozessautomation (RPA) kommt in der Finanzbranche bereits in vielen Bereichen zum Einsatz, ihre Möglichkeiten sind jedoch stark begrenzt. Robotergesteuerte Abläufe basieren auf den Eingaben des Programmierers, weshalb sie nur jene Tasks ausführen, die auch mit genauen Anweisungen aufgegeben wurden. Daher können einfache und monotone Tätigkeiten schnell und einfach automatisiert werden. Wird die RPA durch Machine Learning (ML) erweitert, können deutlich komplexere Abläufe erledigt werden, da die Maschine durch Nutzerverhalten dazulernen kann. Tatsächlich kann man hier noch nicht von einer KI sprechen, denn die Maschine übernimmt lediglich das vorgezeigte Verhalten, anstatt selbst Schlussfolgerungen zu treffen – sämtliche Ansätze sind regelbasiert. Erst wenn man von kognitiver Automation spricht, ist KI im Prozess involviert. Und dies führt zu einer deutliche Steigerung des Anwendungsbereichs einer Maschine. Bei kognitiver Automation werden Technologien wie ML mit Natural Language Processing (NLP) und Stimmerkennung kombiniert, um unstrukturierte Daten und Big Data analysieren zu können. Diese Daten können aus zahlreichen Quellen stammen, wie Nachrichten, E-Mails, Presseartikel, soziale Medien und Sprachaufnahmen. Die kognitive Automation ist also in der Lage, die relevanten Informationen aus diesen Quellen aufzuspüren, zu extrahieren und anschließend zu interpretieren.


Quelle: Pexels

Kognitive Automation an der Börse

Mittlerweile nutzen einige Aktienhändler kognitive Automationslösungen, um Aktien effektiv zu kaufen und verkaufen, darunter Goldman Sachs in New York. Ein Prozess, der früher 600 Mitarbeiter benötigte, wird in dem Headquarter des Unternehmens heute von zwei Personen erledigt. Statistisch gesehen wird rund 34 % der Arbeitszeit im Investment-Sektor dazu genutzt, Recherche zu betreiben, Analysen zu lesen und Nachrichten zu verfolgen. In diesem Bereich kann die kognitive Automation einen wichtigen Teil des Workloads übernehmen, da sie überflüssige Informationen herausfiltert bzw. die Essenz der Datenmenge einer Recherche schnell zusammenfasst. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass diese Form der Automation unstrukturierte Daten verarbeiten und deshalb Informationen aus allen möglichen Quellen ziehen kann. Das Endprodukt der Analyse soll für Firmen schnell und übersichtlich lesbar sein und gleichzeitig die Basis für wichtige Entscheidungen an der Börse bilden. Um diese Informationen auf diese Weise aufarbeiten zu können, stehen Tools wie die Datenanalyse-Plattform Sisense zur Verfügung. Diese liefert schnelle und akkurate Ergebnisse. Die Resultate werden hier sogar plattformübergreifend angeboten, können also auch direkt auf das Smartphone gesendet werden. Aber nicht nur in der Analyse setzen Unternehmen mittlerweile auf kognitive Automationen. Auch im Kundenservice kommen immer mehr intelligente Chatbots und E-Mail-Manager zum Einsatz, die mit Hilfe der neuen Technologien zunehmend effizienter arbeiten. So kann ein automatisierter Chatbot im Kundenservice nicht nur simple Fragen beantworten, sondern durch gezielte Dialogführung sämtliche Informationen erhalten, die für die effektive Lösung eines Problems benötigt werden, um schließlich den perfekten Lösungsansatz präsentieren zu können. Hierfür dienen Chat-Anwendungen wie der novomind iAGENT Chatbot, welcher bereits von zahlreichen Unternehmen erfolgreich implementiert wurde.

Kognitive Automation bietet besonders an der Börse große Vorteile, da hier Unmengen an unstrukturierten Daten tagtäglich von Mitarbeitern durchforstet werden müssen, um Entscheidungen zu An- und Verkäufen zu treffen. Dabei ist es oft schwer, die vollständige Anzahl an Informationsquellen zu Rate zu ziehen, da die Datenmenge in diesem Bereich heutzutage beinahe grenzenlos ist. Mit der intelligenten Technologie können wichtige Rückschlüsse aus großen Mengen an unstrukturierten Daten gezogen und einfach aufbereitet werden, sodass Mitarbeiter bei ihren Entscheidungen stark unterstützt werden.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    Marktbeobachter

    1. Mai 2019 16:29 at 16:29

    Wollen wir es nicht hoffen, denn es wäre gleichbedeutend mit dem Entzug der Geschäftsgrundlage für ein Format wie der finanzmarktwelt.

  2. Avatar

    Hans Winkelmann

    1. Mai 2019 21:55 at 21:55

    Marktbeobachter: Nö, der Bot ließt ebenfalls täglich Finanzmarktwelt.de.

    • Avatar

      leftutti

      2. Mai 2019 10:10 at 10:10

      …und schreibt dort täglich 2 bis 10 inhaltsleere Bot-Kommentare über dumme Bären, EZB und Brexit ;)

  3. Avatar

    Hans Winkelmann

    2. Mai 2019 21:45 at 21:45

    leftutti: Da hat er aber eigentlich keine Zeit zu. Machine Learning ist immer noch extrem rechenaufwendig. Außerdem muß er sich dann mit hoch diversifizierten Abwehrmechanismen auseinandersetzten. Das lohnt sich vermutlich nur bei Wahlen.

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      Hans Winkelmann

      2. Mai 2019 22:04 at 22:04

      Bei automatisierter sentiment analysis hängen die Früchte extrem niedrig. Ein Grund sind open source und offene API’s u.a von den big playern.
      Selbst für „Otto-Normal-Coder“ interessant.

      Da kann man sich einiges an teuren Agentur-Services sparen. Das Motto der Zeit könnte lauten: bau dir dein eigenes Aladin (oder so ähnlich). Der Zug ist jedenfalls nicht mehr aufzuhalten. Die Resourcen dafür sind für jeden verfügbar. :-)

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        Peter Reiner

        7. Mai 2019 11:18 at 11:18

        Deshalb finde ich es auch sehr wichtig sich in dem Bereich weiterzubilden. Es nützt nichts sich vor diesen Dingen zu verschließen. Denke viele haben auch einfach Angst bzw. Sorge davor, weil sie im Grunde gar nicht wissen was es alle auf sich hat mit KI, Digitalisierung und allen anderen Bergriffen aus dem Bereich. Da fühlt man sich eher bedroht weil man gar nicht auf die Idee kommt es könnte eine Hilfe für einen sein.
        Ich gehe jetzt schon öfter zu einem Kongress von Akademie3 und es hilft wirklich sich in diesen Bereich fortzubilden, Erstens nimmt es die Skepsis und zweitens zeigt es auch auf, wo überall Entwicklungsmöglichkeiten sind. Ich denke das kann für viele Sparten wichtig sein und bringt auch einiges an Potenzial.

        • Avatar

          Hans Winkelmann

          7. Mai 2019 13:19 at 13:19

          Ich praktiziere Machine Learning auch schon ein paare Jahre, mehr oder weniger als Hobby. Die Breite der Anwendungsmöglichkeiten ist wirklich erstaunlich. Von der Krebsfrüherkennung über Marketing bis hin zum traden. Alles ist dabei. Die meisten Menschen nutzen bereits ML indirekt über Google, Facebook, Youtube etc., ohne es bewußt wahrzunnehmen. Die Technik rückt nun langsam in den „consumer-Bereich“ vor und steht immer häufiger, als Werkzeug bereit, für Nutzer die nicht unbedingt Formeln und Programmierungen beherrschen müßen. Immer öfter reicht das „Domain-Wissen“.

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            leftutti

            7. Mai 2019 22:07 at 22:07

            Mittlerweile nutzen einige Aktienhändler kognitive Automationslösungen, um Aktien effektiv zu kaufen und verkaufen, darunter Goldman Sachs in New York. Ein Prozess, der früher 600 Mitarbeiter benötigte, wird in dem Headquarter des Unternehmens heute von zwei Personen erledigt.
            Die Treffer- und Vorhersagequoten der Goldmänner sind derweil von mittelmäßig auf nicht mehr vorhanden gesunken.

            Auch im Kundenservice kommen immer mehr intelligente Chatbots und E-Mail-Manager zum Einsatz, die mit Hilfe der neuen Technologien zunehmend effizienter arbeiten.
            Wer diesen Wahnsinn am Telefon oder per E-Mail schon einmal 30 Minuten lang ohne erkennbaren Fortschritt erduldet hat, weiß die zunehmende Efizienz realistisch einzuschätzen.

            Am Ende weiß man, woher der aktuelle Irrsinn an den Börsen basiert und wartet geduldig auf den Terminator aus der Zukunft, der die Skeptiker eliminieren soll ;)

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            Peter Reiner

            16. Mai 2019 11:00 at 11:00

            Ja, ich habe auch erst so richtig auf dem Kongress alle Anwendungsfelder mitbekommen, zumindest einen Ausschnitt. Da sieht man dann auch mal wo in anderen Bereichen schon einiges umgesetzt wurde bzw. gerade dabei ist. Erweitert meiner Meinung nach ungemein den Horizont. Mich hat da auch sehr die Medizin beeindruckt. War auch ein sehr spannender Vortrag muss man sagen, aber was da heute schon alles geht, Wahnsinn. Du hast ganz recht, die Nutzung der Dinge müsste auch jeden nur etwas mehr Bewusst werden, dann denke ich würde man sich in dem Bereich auch mehr engagieren.

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            Hans Winkelmann

            16. Mai 2019 12:57 at 12:57

            Ich halte das mittlerweile für die größte tech-Revolution nach dem Internet. Es ist in der öffentlichen Wahrnehmung nur nicht ganz so present- wie damals das WWW in den 90zigern.

            Na ja, jedenfalls habe ich mir dieser Tage einen neuen Server angemietet, um als „early adopter“, auch remote, weiterhin ganz vorne dabei zu sein. Wenn man die Methodiken erst einmal drauf hat, kann man so ziemlich alles mit ML beleuchten (absolut spannend).

            Auch bei den „starts“ des tradings liegt machine learning voll im trend :-).

            https://chatwithtraders.com/

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            Hans Winkelmann

            16. Mai 2019 13:07 at 13:07

            Machine Learning wird das neue Fibonacci. Entsprechend häufiger werden wir zukünftig so technisch induzierte, selbsterfüllende Prophezeiungen an den Märkten sehen. Das kennen wir ja schon von diesem lustigen „retracement-Spielchen“.

  4. Avatar

    Hans Winkelmann

    3. Mai 2019 16:30 at 16:30

    Nehmen wir eimal an, dass die besten Algos unserer Zeit an ein bis zwei Händen abzuzählen und in Gänze offengelegt sind. Was ist dann eigentlich, wenn jeder dasselbe macht- flash crash durch ALgo-Konvergenz? Gut es kommt dann ggf. immer noch auf entsprechende Kombinationen an (zum Beispiel Algo-Ensemmbles, finanztechnische Feinheiten etc.). Aber mal ehrlich, wenn ich mir dieses hier ansehe… Markus Koch „Höhere Rendite dank künstlicher Intelligenz? | Die goldene Couch | Talk 13/21“ …scheint mir das in vielen anderen Bereichen des ML bereits bekannt- und das selbe zu sein. Wenn das mal gut geht. :-). Am Ende steht die selbsterfüllende Prophezeiung der Algos- nicht der Anleger. Logische Fortentwicklung :-). Andererseits haben wir, wenn jeder die selben Algos auf die selben Probleme ansetzt, dann endlich wieder die vielerorts vermisste Berechenbarkeit der Märkte- im wahrsten Sinne des Wortes. :-)

  5. Avatar

    Hans Winkelmann

    8. Mai 2019 00:25 at 00:25

    leftutti: Ja genau, die Institutionellen tun sich kurioser Weise noch schwer, mit den Nerds der Szene gleichzuziehen. Darum gibt es zum Beispiel auch soetwas wie https://www.kaggle.com/. Wo Ausschreibungen von großen, gestandenen Firmen laufen, handfeste buisiness-Probleme zu lösen (getarnt als Wettbewerb) :-). Auf der anderen Seite gibt es aber auch schon Anbieter, wo Du quasi nur noch eintippst, sofern du dein „Domain-Wissen“ richtig geortnet hast und ggf., begünstigend, anno dazumal in Statistik zwei Scheine gemacht hast :-).

  6. Avatar

    Hans Winkelmann

    8. Mai 2019 00:41 at 00:41

    Bei den ML-Alogos ist das einwenig wie mit Google…Wer intelligent fragt, bekommt auch intelligente Antworten. Wer doof fragt… na ja (große Spielwiese) :-).

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

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Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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