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Aktien

Ist UBER wirklich 50 Milliarden Dollar wert?

Redaktion

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am

Von Claudio Kummerfeld

Die umstrittene Taxi-Alternative saugt sich anscheinend mit immer mehr Geld voll und kommt auf eine geschätzte Bewertung von 50 Milliarden Dollar. Aber kann das sein? Ist UBER wirklich 50 Milliarden Dollar wert?

Uber Übersicht
Grafik: Taxi Deutschland eG/Wikipedia (CC-BY-SA 4.0)

Wie „Wall Street Journal“ und „New York Times“ berichten, will sich der alternative Taxi-Anbieter Uber weitere 1,5 Milliarden Dollar bei Investoren besorgen. Die Firma ist noch nicht börsennotiert, macht minimalste Umsätze (letztes Jahr laut informierten Kreisen 400 Millionen Dollar), und wäre rein rechnerisch mit dieser Kapitalmaßnahme 50 Milliarden Dollar wert. Wenn man bedenkt, dass in Brasilien, Indien, Deutschland und selbst in den USA Land auf Land ab Klagen und Verbote gegen UBER laufen, und das Unternehmen vielerorts nicht tätig sein kann, ist es kaum begreiflich, dass Investoren weiter Milliardensummen in diese Geschäftsidee pumpen. Vielleicht ist es eine Mischung aus Euphorie, Anlagenotstand (Zinsen bei 0) und der Überzeugungskraft des Unternehmenschefs?

Beim Chef Traivs Kalanick hört man nie etwas von Problemen, sondern nur vom Wachstum und davon, den Menschen weltweit helfen zu wollen. Die weltweit vorhandenen Gesetze zur Taxi-Beförderung sollen sich wohl eher seinem Geschäftsmodell anpassen – so hat man zumindest den Eindruck. So hatte das Magazin gruenderszene.de letztes Jahr Einblick in die Pläne von Uber, wie Gesetze an das Geschäftsmodell angepasst werden sollen:

Die Vorschriften sollten gewerbliche Angebote wie UberBlack von nicht-kommerziellen Gelegenheitsfahrern wie bei UberPop unterscheiden. Für letztere soll eine Art Minijob für Selbständige geschaffen werden, bei dem bis zu einer Höchstgrenze von etwa 450 Euro monatlich nur pauschale Abgaben fällig werden. Die Unterscheidung von privaten und gewerblichen Anbietern könnte auch für andere digitalwirtschaftlichen Angebote wie Airbnb, Ebay oder Helpling genutzt werden

Mindeststandards im Bezug auf Emissionen sollen beibehalten werden; die Rückkehrpflicht für Mietwagen, die derzeit den Betrieb von UberBlack torpediert, soll „ersatzlos gestrichen werden“

Fahrer sollen ausreichend gut Deutsch sprechen und über Führungszeugnis und Führerschein verfügen; nicht mehr notwendig sei hingegen die Überprüfung der Ortskenntnis.

Auch in Berlin wurde im April eine einstweilige Verfügung gegen UBER erlassen. Die Reihe von Problemen für das Unternehmen ließe sich endlos fortsetzen, Brüssel, New York…

Man könnte fast scherzhaft glauben UBER benötigt die frischen Gelder für die Anwaltshonorare, um die weltweit laufenen Prozesse und Verbote „abarbeiten“ zu können. Soll dieses Geschäftsmodell wirklich zukunftsfähig sein? Uber mag für Anleger in Zukunft vielleicht der Mega-Renditeknüller werden, denn man kann sich ja immer irren – aber es sieht derzeit nicht danach aus. Man bekommt zwar keine Einsicht in die Zahlen von Uber, aber derzeit riecht es eher nach Flop statt Knüller.

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Aktien

IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff- und Merger-Montag

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die vierte Woche in Folge gibt es pünktlich Montag Mittag eine Impfstoff-Meldung, diesmal von Moderna. Und IHS Markit soll von S&P Global gekauft werden. Markus Koch spricht von einer massiven Konsolidierung im Bereich der Finanzdaten.

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Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

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