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Italien: Bankrott, korrupt und gefährlich – warum die Wahl am Sonntag unser Vermögen gefährdet

Bereits seit Jahren beschreiben wir den maroden Zustand Italiens, und leider gibt es bis dato nichts Positives zu berichten – ganz im Gegenteil. In Italien wächst der Unmut unvermindert. 74 Prozent der Italiener halten die…

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Gastbeitrag von Matthias Weik und Marc Friedrich

Während Deutschland momentan mehr mit sich selbst beschäftigt ist und die Headlines sich damit befassen, ob die SPD-Mitglieder für eine GroKo stimmen und diese folglich zustande kommt oder auch nicht und ob Komiker wie Sigmar Gabriel, Olaf Scholz, Andrea Nahles Minister(in) oder doch nur Vorturner der, in Zukunft in der Bedeutungslosigkeit verschwindenden SPD werden, sind die bedeutend wichtigeren Probleme innerhalb der EU und insbesondere in Italien keinesfalls kleiner sondern größer geworden.

Italien
Matthias Weik und Marc Friedrich

Bereits seit Jahren beschreiben wir den maroden Zustand Italiens, und leider gibt es bis dato nichts Positives zu berichten – ganz im Gegenteil. In Italien wächst der Unmut unvermindert. 74 Prozent der Italiener halten die Lage in ihrem Land für schlecht. Der Missmut der Bevölkerung hat gegenüber dem Staat und seinen politischen Eliten haben besorgniserregende Höchststände erreicht. 72 Prozent misstrauen den Behörden, 78 Prozent der Justiz und der Regierung und 83 Prozent gegenüber den Parteien.

Am 4. März sind Wahlen und wir gehen davon aus, dass die EU- und Eurokritischen Parteien die gro-ßen Gewinner der Wahl sein werden. Sollte die ganze Situation eskalieren könnte sogar ein Austritt Italiens, der sogenannte Exit, auf der Agenda stehen. Knapp 46 Prozent der Italiener sind davon überzeugt, dass es Italien außerhalb der EU besser gehe und nirgendwo in der Eurozone ist der Euro so unpopulär als in Italien. All dies ist verständlich in Anbetracht dessen, dass die verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen der Italiener heute real erheblich niedriger sind als zu Lirazeiten. Zweifellos ist Italien mit seien verkrusteten Verwaltungsstrukturen und seinem mangelnden Willen für tiefgreifende Reformen, einer der Hauptverlierer innerhalb der Eurozone.

Die Arbeitslosenrate Italiens beträgt 10,8 Prozent. Unter den Jugendlichen sind sogar über 32 Prozent ohne Job und Perspektive und folglich verlassen immer mehr junge gebildete Menschen das Land. Für ein Land mit einer ohnehin geringen Akademikerquote ist dies der Supergau. Dies sind verheerende Zahlen für die drittgrößte Wirtschaft der Eurozone. Die staatliche Gesamtverschuldung des betrug zuletzt 133 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nur Griechenland steht mit 179 Prozent Verschuldung noch schlechter da. Laut Maastricht-Vertrag sind höchstens 60 Prozent erlaubt, doch das interessiert heute anscheinend sowieso keinen mehr in Brüssel. Dort sind Vertragsbrüche Tradition, auch wenn diese Verträge von denselben Ländern gebrochen werden die sie erstellt haben.

Die Target2 Verbindlichkeit der italienischen Zentralbank (Banca d’italia) steigen unvermindert. Allein im Dezember 2017 ging es um 3,1 Mrd. Euro, auf über 439 Mrd. Euro und damit auf eine neue Re-kordverbindlichkeit nach oben. Der folgende Chart zeigt die verheerenden Konsequenzen des Euros für Italien auf und ist ein Beweis dafür, dass die komplette Währungsunion aus dem Ruder gelaufen ist.

Italien

Die Kreditfähigkeit des Landes erodiert seit 2010 kontinuierlich. Laut dem Centrum für Europäische Politik (cep) könnte das Staatsdefizit Italiens ins Uferlose wachsen. Matthias Kullas, Mitautor einer neuen Studie der Freiburger Denkfabrik, sagt: „Italien ist das größte Sorgenkind der Euro-Zone. Es besteht die Gefahr, dass das Land zum zweiten Griechenland wird“. In Italien wird viel zu wenig von Unternehmen Investiert, da diese offensichtlich weder großartiges Vertrauen in den Wirtschafts-standort Italien an sich haben, noch an einen Aufschwung des Landes glauben. Wir gehen sogar ein Schritt weiter: Italien kann das Zünglein an der Waage sein wenn es um die Zukunft der EU und des Euros geht. Als drittstärkste Volkswirtschaft in der Eurozone hat Italien das Potential den Euro und schlussendlich die EU zum Einstürzen zu bringen.

Dank der Europäischen Zentralbank (EZB) kann sich Italien bisher viel zu günstig am Kapitalmarkt finanzieren. Die EZB hat große Mengen an Staatsanleihen insbesondere aus Südeuropa. Bislang hat die EZB Staatsanleihen im Wert von knapp 2,5 Billionen Euro erworben. Einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge handelt es sich dabei zunehmend um Anleihen von hoch verschuldeten Staaten wie Italien oder Spanien. Friedrich Heinemann vom ZEW: „Für Italien deuten die Ergebnisse auf ein wirkliches Risikoszenario hin. Italien ist mit knapp 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts besonders stark durch die Anleihekäufe begünstigt und damit in seiner Finanzierung auch besonders davon abhängig geworden“.

Dies ist unserer Ansicht nach nichts anderes als verbotene Staatsfinanzierung durch die Notenbanken. All das hat mit Kapitalismus und freier Marktwirtschaft nichts zu tun – es ist schlicht und einfach Planwirtschaft der Notenbanken und Planwirtschaft hat bekanntermaßen noch nie funktioniert. Wir sind es nicht Müde zu wiederholen: Innerhalb der Eurozone wird Italien (ebenso wenig wie Portugal, Griechenland, ….) niemals wieder volkswirtschaftlich auf die Beine kommen. Folglich wird die EZB unter der Ägide des Italieners Mario Draghi das Land weiter am Leben erhalten, denn Italien kann auf Grund seiner Größe nicht wie in der Vergangenheit beispielsweise Griechenland oder Portugal unter den EU-Rettungsschirm fallen. Italien ist schlicht und einfach: too big to fail.

Obendrein stehen am 4. März in Italien Wahlen an. Noch ist vollkommen offen, wer diese für sich entscheidet. Silvio Berlusconis Forza Italia verspricht Steuererleichterungen für alle. Familien, Unternehmen, Besserverdienende und Niedriglöhner sollen eine Einheitssteuer von 23 Prozent zahlen. Die Partito Democratico“ (PD).beabsichtigt die Einkommenssteuer für Familien zu senken und die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung prüft die Abschaffung von 400 Gesetzen, darunter auch das zur Ausgabenkontrolle des Staates. Ob diese Maßnahmen Italien wieder auf die Beine bringen ist äußerst fraglich. Wir gehen davon aus, dass dies nicht der Fall ist. Mehr denn je von elementarer Bedeutung, dass jetzt die gravierenden Probleme jetzt gelöst werden bevor sie sich zu einem finanziellen Tsunami entwickeln werden welche alle bisherigen Probleme innerhalb der EU sowie der globalen Finanzwelt wir ein milder Sommerregen erscheinen lassen. Dementsprechend ist es zielführend sich und sein Erspartes auf die Möglichkeit des obigen Szenarios vorzubereiten bevor es zu spät ist. Dies bedeutet insbesondere raus aus Staatsanleihen und rein in Sachwerte, denn Sachwerte können bekanntlich nicht wertlos werden und im Gegensatz zum Euro nicht unendlich geschöpft werden. Sie sind durch die Natur limitiert.



Matthias Weik und Marc Friedrich, Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater, schrieben 2012 ge-meinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. Im Jahr 2014 gelang ihnen mit „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“ ein weiterer Bestseller. Das Buch wurde im Jahresranking ebenfalls zum erfolgreichsten seiner Gattung. 2016 ist ihr dritter Bestseller „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen. Im April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) geschrieben haben, erschienen. Das Buch schaffte es auf Anhieb auf die auf Platz 1 der manager magazin und Handelsblattbestsellerliste. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    1. März 2018 15:26 at 15:26

    Angst um mein Vermögen hätte ich, wenn ich im Sachwertfonds der Crashpropheten investiert wäre.

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      Siggi

      1. März 2018 16:12 at 16:12

      Bei Dirk Müller? Stimmt.

      Ansonsten guter Artikel zu Italien – erschreckend.

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      Sabi

      1. März 2018 20:57 at 20:57

      @Columbo:
      Troll!
      Was soll der unqualifizierte Kommentar? Unglaublich. Seien Sie dankbar das es Menschen wie Marc Friedrich und Matthias Weik gibt die ihre Mitmenschen (auch Sie) informieren und kein Geld dafür verlangen. Die Arbeit der beiden kann gar nicht genug hochgeschätzt werden. Immer diese negative Einstellung von vielen hier in diesem Land.

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        Nicola

        2. März 2018 00:45 at 00:45

        @Sabi.. ich lade Sie höflich die Definition von „Troll“ und gleich danach nochmal Ihren Beitrag zu lesen.
        Fakt ist, dass die Fonds der 2 Crashpropheten bis jetzt noch nie im Plus waren.

        • Avatar

          Sabi

          2. März 2018 12:23 at 12:23

          @ Nicola: Den Fonds kenne ich nicht aber was hat das mit dem Inhalt des Artikels denn zu tun?

          Gruss Sabine

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    Hinterfrager

    1. März 2018 15:56 at 15:56

    Jepp, EU-Verträge werden am laufenden Band gebrochen, den „Menschen da draußen“ aber genauso oft das Gegenteil suggeriert. In der Tat: Vor der Krise ist nach der Krise…

    https://www.abendblatt.de/meinung/article213584625/Rechtsbruch-wohin-man-schaut.html

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    asyoulike

    1. März 2018 17:12 at 17:12

    Moin, moin,
    wieder sehr gelungen der Artikel der beiden Autoren.
    Nun kurz meine subjekte Sichtweise der Dinge. Unter der Annahme, dass wie vermutet, eine bzw. mehrere EU kritische Partei die Wahlen gewinnen, so wird das nur als Druckmittel dienen, um Berlin zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen. Frei nach dem Motto, unsere Loyalität, euer Geld. Klingt einfach, ist es auch. Somit ergibt sich eigentlich m.E. nur die Frage, was läßt sich Berlin zusätzlich Italiens Loyalität kosten? Das hat mit London auch jahrelang so funktioniert, funktioniert heute noch mit Griechenland etc. pp. . So geht reale Politik ausserhalb des Parlaments. Denn austreten aus der EU will Italien nicht und kann es nicht. Es wäre gleich am Tag des Austritts pleite, pardon zahlungsunfähig. Es geht nur darum, mehr „Verhandlungsmaße“ aufzubauen.
    Fazit: Diese Thematik der EU bleibt spannend, insbesondere vor dem Aufkommen einer neuen Volkspartei in der BRD.

  4. Avatar

    Bernd

    1. März 2018 18:01 at 18:01

    Einer der wenigen Artikel die sich dem eigentlich wichtigstem Ereignis dieser Tage widmet. Bei einem Kippen Italiens würde nicht nur Andrea Nahles planlos dastehen, da der Krug nur so lange zum Wasser geht bis er bricht. In Deutschland werden zur Zeit mit Dieselquatsch, dem bösen Putin, den armen Syrern, GroKo usw. ganze Sauherden durch die Dörfer getrieben und Strohfeuer so hoch wie griechische Schuldenberge aufgetürmt und abgefackelt das der staunende Betrachter meint im Zentrum der Weltscheibe zu stehen. Fakt ist jedoch das dieses mediale Feuerwerk dazu dient die Bedeutung der Wahlen in Italien herunter zu spielen. Die Regierungskaste schließt die Augen vor dem was kommen könnte und reitet weiter und „erreicht den Hof mit Mühe und Not …“ Allerdings wissen die meisten Deutschen eh nicht was es mit den Target 2 Salden auf sich hat, und dass Diesen auch Forderungen gegenüber stehen die sich bei einem Exit Italiens in Wohlgefallen auflösen werden. Und am Ende ist der Blöde wiedermal der Dumme. Doch lauschen wir weiter dem Spiel der Kapelle!

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    Beobachter

    1. März 2018 18:20 at 18:20

    In Italien wird nicht viel passieren:
    1.Was auch passiert, es wird keine grosse Überraschung
    geben.
    2.Die leben seit Jahren mit chaotischen unstabilen Regierungen u.können mt dem leben.
    Es müsste viel mehr zu denken geben,dass das grösste u.stärkste EU -Land wie DE keine vernünftige stabile Regierug zustandebringt u. der neue Macro-Napoleon noch mehr Zentralismus will, obwohl genau das das grösste Problem ist.

    • Avatar

      Columbo

      1. März 2018 19:22 at 19:22

      Auch DE wird sich an chaotische instabile Regierungen gewöhnen müssen. Der Unterschied zu Italien ist kaum mehr erkennbar.

  6. Avatar

    Michael

    1. März 2018 21:51 at 21:51

    Die EU beweist neuerdings spürbar erkennbaren Charakter, so etwas wie Stärke, wieder gefundene Eier, wie Basti Schweinsteiger es einmal bildlich bezeichnet hat.
    Sie etabliert zumindest verbal Konzepte und Gegenmaßnahmen gegen die infantile Abschottungspolitik des irren Präsidenten der Vereinigten Wonderlands.
    Und sie zeigt gleichzeitig den europäischen Separatistenländchen, wo der Bartl den Most holt. Kein Exit ohne Konsequenzen, die Welt der potenziellen alternativen Partner in einer globalisierten Welt ist nicht allzu groß.
    Apropos groß, das große Britannien zeigt uns allen, wie wenig entscheidungsfähig Separatisten tatsächlich sind. Lächerliche und größtenteils erbärmliche Alles-Verweigerer ohne Plan und Ideen für die Zukunft füttern die Presse mit viel Populismus und Phrasendrescherei ohne eigenes Konzept.
    Italiener mögen eigen sein, vollkommen irre sind sie nicht. Zumindest etwa 54% ;) Die 46% Unzufriedenen dürfen und sollen derweil ihren tragischen Landsmann Mario steinigen, der ihr Land und ganz Europa in die aktuelle Bredouille manövriert hat. Und sie dürfen und werden hoffentlich anhand der großen Briten nachdenken, ob ihr populistisches Austrittsgebrüll auch tatsächlich sinnvoll realisierbar ist.
    Die Konsequenzen wird kein Draghi mehr abfedern und anderen Mitgliedern aufhalsen können.
    Warten wir auf die Wahlen in Bella Italia und den GroKo-Entscheid der SPD. Bis dahin bleibt alles pure Spekulation und Manipulation, des Börsianers Lieblingskind.

  7. Avatar

    Nicola

    2. März 2018 02:09 at 02:09

    Man kann nicht unparteiisch sein. Man kann nur intellektuell ehrlich sein.
    Dies heißt auch, die Leser vor den Gefahren unserer Parteilichkeit zu warnen. Unparteilichkeit ist ein Traum, Redlichkeit ist Pflicht.

    1) zum Titel:
    Der Titel heißt „Italien: Bankrott, korrupt und gefährlich – warum die Wahl am Sonntag unser Vermögen gefährdet“, wo wird im Artikel belegt, dass Italien korrupt sei? Mag sein, aber da der Artikeltext dies nicht betrachtet, finde ich die Verwendung von diesem Adjektiv im Titel komplett unangebracht und tendenziös.

    2)
    Zum Target2-Saldo, wenn man wirklich etwas davon verstehen möchte: (Artikel von Philipp Johann König)
    http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/nachrichten/geldpolitik-target2-und-was-wirklich-dahinter-steckt/6318300-all.html
    https://www.wiwo.de/politik/europa/euro-krise-die-target2-salden-sind-ein-weckruf/14735086-all.html

    3) Zu den „Nachteile“ der Strategie der EZB für Deutschland (Bundeshaushalt):
    https://www.welt.de/finanzen/article172377025/EZB-Geldpolitik-Deutschland-verdankt-seinen-Rekordueberschuss-allein-Mario-Draghi.html
    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/02/22/ezb-erzielt-mit-anleihe-kaeufen-millionen-gewinne/ -> 1/4 davon gehen an Deutschland.

    Was ich damit sagen will, ist, dass die Probleme von einige Länder in Europa viele konkrete Vorteile für Deutschland gebracht haben, finanziell, aber auch strukturell, indem Deutschland viele Experten, Ingenieure z.b., aus diesen Länder kostenlos „importiert“ hat.

    Europa sollte wie eine Einheit verstanden werden, die nicht nur aufs Geld basiert.
    Ein Hand hat 5 Finger, theoretisch kann man auf Kleiner- und Ringfinger verzichten: man kann weiterhin essen, rauchen, schreiben, sich die Zähne putzen, usw., man kann aber mit nur 3 Finger (bzw. 6) sich das Gesicht nicht waschen.

    Es ist echt Schade, dass viele nur einige Zahlen betrachten, ohne das Gesamtbild langfristig wahrzunehmen, und ohne die riesige Vorteile die man bekommen hat zu schätzen. Vor allem, die Vorteile sind bereits aufgetreten, und die Probleme sind nur Risiken.

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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