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Italien bleibt hart bei Neuverschuldung – die Märkte reagieren dementsprechend

Es kommt so wie wir es gestern erwartet hatten. Italien bleibt hart. Man will nicht von seiner Neuverschuldung in Höhe von 2,4% des BIP abweichen. Brüssel bestand darauf, dass Rom sich an maximal 0,8% hält, welche die Vorgänger-Regierung als Ziel ausgegeben hatte. Aber die neue Regierung fühlt sich daran nicht gebunden, weil man ja für eine neue Politik gewählt worden sei.

Also liegt der Ball nun aktuell in Brüssel. Die EU-Kommission kann eigentlich gar nicht anders als das „Defizitverfahren“ gegen Italien einzuleiten. Wie wir gestern dazu schon geschrieben hatten: Wir vermuten, dass Brüssel Rom offiziell „verurteilt“, und die Geldstrafe auf 0 Euro ansetzt, um die Stimmung in der italienischen Bevölkerung nicht noch mehr gegen die EU aufzuheizen.

Und die Märkte reagieren, wie sie in dieser Situation reagieren müssen, nämlich mit mehr Angst vor einem Schuldenberg in Italien, der mehr und mehr außer Kontrolle gerät. Denn die Mehrausgaben der neuen Regierung sollen nicht in Investitionen fließen, sondern in höhere Renten, Grundeinkommen etc. Ein struktureller Push für die Wirtschaft ist dieser Geldsegen also nicht!

Die Rendite für die zehnjährige italienische Staatsanleihe steigt gegenüber gestern Mittag von 3,43% auf aktuell 3,54%. Der Hochpunkt lag bei 3,76% am 19. Oktober, und das Erreichen dieses Wertes ist durchaus möglich, wenn der Streit nun weiter eskaliert – vor allem wenn Brüssel eine Defizit-Strafe verhängt, die tatsächlich eine reale Geldstrafe beinhaltet. Was, wenn Rom sich einfach weigert sie zu zahlen?

Der Seriosität Italiens in Sachen Finanzen schadet die Verweigerungshaltung Roms auf jeden Fall. Nicht nur die Anleiherenditen steigen, auch der Aktienindex in Mailand fällt. Der MIB 40 fällt von gestern Abend bei 19.233 Punkten auf aktuell 18.930. Mal eben ein Absturz um 300 Punkte!

Italien EU
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro



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2 Kommentare

  1. Die Reaktion der Märkte auf Italien habe ich dramatischer erwartet. Die Renditen der Zehnjährigen gehen sogar zurück, langsam aber sicher. Too big to fail.

  2. Alles wieder long

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