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Italien: Der Euro ist nicht das wirkliche Problem!

Warum der Euro praktisch nichts mit den Problemen Italiens zu tun hat..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Italiens sich anbahnende neue Regierungskoalition aus Lega und Cinque Stelle schockte die Märkte zunächst mit der Forderung einer Streichung von Milliarden von Schulden – was dann aber zumindest im Koalitionsabkommen nicht weiter verfolgt wurde. Heute hat der neue Ministerpräsident Conte versucht, die Lage etwas zu beruhigen (Europa sei unser aller Heimat, Italien habe identische Interessen mit Europa etc.), gleichwohl versprach Conte aber zugleich radikale Änderungen: so etwa in der Flüchtlingspolitik (Dublin-Abkommen müsse geändert werden), eine einheitliche Steuer (flat tax) sowie ein Grundeinkommen. Die Schulden Italiens seien tragbar, müssten jedoch durch Wachstum reduziert werden. Man wolle durch Wachstum und nicht durch Austerizität die Schulden abbauen etc. etc.

Was aber ist Italiens Problem? Die Antwort mag für viele überraschend sein – es ist neben einem sehr unflexiblen und ineffektiven Arbeitsmarkt die Tatsache, dass wenige Familien im Besitz großer Vermögen sind und diese Vermögen meist risikoavers investieren, wie eine Studie gezeigt hat. Es sind dann fast ausschließlich diese Familien und ihre in der Regel zu großen und ineffektiven Unternehmen, die von den italienischen Banken Kredite bekommen, während eben diese Banken meist anderen, eigentlich effizienten kleinen Unternehmen keine Kredite vergeben (sondern sich stattdessen vorwiegend mit italienischen Staatsanleihen vollgesaugt haben, für die sie kein Eigenkapital hinterlegen müssen).

All das zeigt: der Euro ist nicht das eigentliche Problem der italienischen Wirtschaft, zumal durch Einführung der Gemeinschaftswährung das BIP pro Kopf in Italien nicht gesunken ist.

Hier Anmerkungen zur Lage Italiens von Lars Erichsen:

Welche Risiken für deutsche Haushalte unter anderem mit Italien verbunden sind, thematisiert Florian Homm – und macht das mit intensiven Bewegungen seiner Hände – was einen Zuseher zu der Anmerkung veranlaßte: „So viele Handbewegungen, Herr Homm hat heute einen Italiener gefrühstückt.“

20 Kommentare

20 Comments

  1. Avatar

    Wolfgang M.

    5. Juni 2018 17:40 at 17:40

    Das Video von Lars Erichsen ist schon etwas oberflächlich, bei der Angabe von Fakten und seinen Schlussfolgerungen. Das BIP Italiens ist nicht 5-6 mal so groß wie das von Griechenland, sondern 9-10 mal so groß (nur ein Beispiel).
    Klar sind Italiens Probleme nicht allein der fehlenden Abwertungsmöglichkeit durch den Euro geschuldet, sondern struktureller Natur. Aber liegt es an der Kreditvergabe der Banken?
    Da hat der Staat eine gehörige Mitschuld. Noch 1995 musste Italien 27% seiner Steuereinnahmen für Zinszahlungen nutzen, 1999 waren es 16% und heute sind es gerade noch 10%. Italien hat dadurch 400 Mrd. € gespart und hätte dieses Geld für Investitionen oder Schuldendienst nutzen können. Wie könnte das Land, bei dem das Privatvermögen der Bürger höher ist als das in D, heute dastehen? Ob da die Kreditvergabe der Banken an kleine Unternehmen das ausschlaggebende Argument ist?
    Wieso sind die Diäten italienischer Abgeordneter eigentlich 60% höher als in D? Ja, in D herrscht auch extremer Reformunwille und wir sollten wirklich nicht den großen Schulmeister spielen, aber Schuldzuweisungen an D für italienisches Wirtschaften sind auch nicht angebracht.

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      tm

      6. Juni 2018 09:58 at 09:58

      Der Staat hat eine Mitschuld? Seit 1992 – mit kurzer Ausnahme 2009/10 – erwirtschaftet Italien Primärüberschüsse im Staatshaushalt und die Staatsschuldenquote sank von 1994 bis 2007 und nun wieder seit 2017. Was hätten die Regierungen seit Anfang der 1990er Jahre denn anders machen sollen in finanzpolitischer Hinsicht? Die hohen, in den 1970er und 1980er Jahren aufgetürmten Schulden lassen sich doch nicht einfach wegzaubern und gerade in den 1990er Jahren waren die Zinsen sehr hoch und dennoch wurde die Schuldenquote gesenkt.

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    tm

    6. Juni 2018 09:50 at 09:50

    „Austerizität“

    Lasst doch bitte vor der Veröffentlichung jemanden korrekturlesen – nicht ein Artikel ohne Fehler.

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      Maitdjai

      6. Juni 2018 11:23 at 11:23

      tztztz…Wer das Wort kennt, versteht es schon! Ich denke die „Aktualitaet“ der Artikel hat hier eher Prioritaet, als der „Rechtschreibungs-Standard“ von deutschen „Ober“ – Lehrern> :-)

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        tm

        6. Juni 2018 11:43 at 11:43

        klar, versteht man alles auch mit noch mehr Fehlern. Aber finden Sie wirklich, einmal Korrekturlesen hätte so lange gedauert, dass der Artikel nicht mehr aktuell gewesen wäre? ALso von einer professionellen Seite erwarte ich auch ein entsprechend professionelles Auftreten im Stil und nicht nur im Inhalt. Sie sehen das offenbar anders…

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          sabine

          6. Juni 2018 13:02 at 13:02

          Bei „ALso“ schreibt man das „l“ klein.
          Wenn wir schon dabei sind.

          • Avatar

            tm

            6. Juni 2018 13:47 at 13:47

            Ich bin ja auch nicht der Betreiber dieser – letztlich kommerziellen – Seite… Ist Ihnen die Rechtschreibung tatsächlich vollkommen egal?

        • Avatar

          Maitdjai

          6. Juni 2018 13:46 at 13:46

          Ja, sehe ich so. Die Artikel sollten so, wie sie reinkommen, veroeffentlicht werden. Ohne daran „rum zu korregieren“. Inhaltlich gelesen, werden sie vor der Einstellung bestimmt! Sonst wuerden sie ja nicht eingestellt. Sei’s drum.

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    Columbo

    6. Juni 2018 10:52 at 10:52

    Auf Italien herumhacken ist derzeit sehr beliebt in DE. Dabei liegt die Zukunft der EU womöglich gerade bei den „Neuen Volksparteien“(um das Unwort „Populisten“ zu vermeiden) und nicht bei veralteten Systemen wie Deutschlands Groko.

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      Maitdjai

      6. Juni 2018 11:17 at 11:17

      Yes Sir! Da koennte was dran sein…Lol

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    Wolfgang M.

    6. Juni 2018 11:28 at 11:28

    tm. Ihr Hinweis auf italienische Haushaltsüberschüsse ist schon eine sehr politikfreundliche Betrachtung der Wirtschaftsdaten. Klar ist die Schuldenquote Italiens von 2000 – 2007 von 105 auf knapp 100% gefallen (wachstumsbedingt), seither kontinuierlich aber bis auf 132% gestiegen. Obwohl die Zinslast in Relation zu den Einnahmen von 14 auf 8% (von 2000 bis heute) gefallen ist, in ähnlicher Relation auch im Verhältnis zum BIP. Dabei hat „Maestro“ Draghi auch mit seiner „whatever it take“-Politik ab 2012 nochmals gewaltig nachgeholfen, um Italien Zeit für Reformen zu geben. In den letzten 17 Jahren lag die Neuverschuldung des Staates auch immer zwischen 1,3 und 5,4%. Wenn es bei einer in der Wirtschaftsgeschichte historischen Reduktion der Zinssätze Italiens für Staatsschulden von 1995 bis heute nicht zumindest zu einem Schuldenstopp kommt, muss schon einiges im Argen liegen. Aus meiner Beurteilung hat der Staat daran auch einen gewissen Anteil. Nicht mehr und nicht weniger.
    Gruß

    • Avatar

      tm

      6. Juni 2018 11:51 at 11:51

      Ich sprach nicht von Haushaltsüberschüssen, sondern von Primärüberschüssen. Und wenn die Fakten politikerfreundlich sind, ändert das nichts an den Fakten. Primärüberschüsse sind ein klares Zeichen und die liefert Italien seit 1992.

      Die Schuldenquote ist mit Ausbruch der Finanzkrise, an der Italien keine Schuld hatte, gestiegen – 2014 wurde die Quote stabilisiert, 2017 ist sie gefallen und es deutet bisher auch noch alles daraufhin, dass sie 2018 auch fallen wird. Angesichts der hohen ererbten Schulden ist der Handlungsspielraum aber nunmal begrenzt und ein Schuldenabbau kann nicht mal eben vonstatten gehen.

      Dann mal konkreter: Was hätte die italienische Regierung ab 2008 und danach machen sollen? Bis 2007 war die Schuldenquote kontinuleirlich um 18 Prozentpunkte gefallen, was coh eine beachtliche Leistung darstellt. Dann kam die größte Wirtschaftskrise seit 1929 – für Italien sogar teils schlimmer als damals.

      In deutschen Onlineforen liest sich das immer so, als gäbe es da ganz einfache Rezepte und schwupps würden die Schulden inken, die Wirtschaft florieren und alles wäre gut, aber so einfach ist es doch nicht.

      • Markus Fugmann

        Markus Fugmann

        6. Juni 2018 11:55 at 11:55

        @tm, bitte mehr Sorgfalt bei der Rechtschreibung in Ihren Kommentaren:

        „war die Schuldenquote kontinuleirlich um 18 Prozentpunkte gefallen, was coh eine beachtliche Leistung darstellt.“

        Wir bei FMW legen, wie Sie stets betonen, sehr viel Wert auf gute Rechtschreibung… :)

        • Avatar

          tm

          6. Juni 2018 13:46 at 13:46

          :-) Ich hab nur darauf gewartet, dass so etwas kommt – nur schreibe ich in einem Forum, Sie schreiben Artikel, die Sie letztlich auch vermarkten. Sehen Sie da tatsächlich keinen Unterschied in der Relevanz? Oder anders gefragt: Stört es Sie nicht, wenn Sie im Spiegel, der FAZ oder was immer Sie auch lesen, haufenweise Fehler finden?

          • Avatar

            Petkov

            6. Juni 2018 20:35 at 20:35

            Das ist was anderes. Die zweifellos vielen Fehler im Spießel sind meist semantischer Natur und FMW ging es um Syntax ;-)

      • Avatar

        Wolfgang M.

        6. Juni 2018 12:07 at 12:07

        tm, mit Verlaub, aber was helfen denn Primärüberschüsse, wenn sie zu einem Rückgang des Defizits von 105 auf 100% in 7 Jahren (2000 – 2007) führen? Das würde ja bedeuten, dass man in diesem Tempo 50 Jahre braucht, um das Maastrichtkriterium zu erfüllen. Ohne dass in der Zwischenzeit eine Rezession dazwischenkommt, die ca. alle 7-10 Jahre auftritt. Natürlich ist das Problem hochkomplex, aber es ging mir nur um Thema Staatsschulden und deren Tilgung.
        Schönen Tag

        • Avatar

          tm

          6. Juni 2018 13:49 at 13:49

          Es waren 18 Prozentpunkte seit 1994 – und das bei hohen Zinsen, was den Rückgang massiv erschwert hat. Also 1,5 Prozentpunkte pro Jahr. Das mag wenig erscheinen, aber ich habe Zweifel, dass bei einem Land wie Italien mit massiv alternder Gesellschaft viel mehr möglich wäre. Genau das muss doch aber das Kriterium sein, an dem ich die Regierung messe: War ein stärkerer Rückgang der Schuldenquote möglich oder wahrscheinlich?

          • Avatar

            Wolfgang M.

            6. Juni 2018 16:34 at 16:34

            tm, ein letzter Versuch. Im Jahr 1994 lag das Zinsniveau für die italienischen Staatsanleihen bei 10%, im Jahr 2007 vor Ausbruch der Finanzkrise lag das Niveau bei 4,5%. Obwohl das italienische Wachstum in diesem Zeitraum fast immer schwache Raten aufwies, musste auch ohne großes Zutun ein Primärüberschuss entstehen, durch die riesigen Zinsersparnisse (wo lagen damals die deutschen Zinsen?). Fallende Zinslast bei moderatem Wachstum und niedriger Inflation, das waren die Hauptursachen für den moderaten Defizitrückgang und nur ein wenig der Reformeifer italienischer Politiker. Aber das war die Zeit vor der Finanzkrise und jetzt bei einem Schuldenstand von 132% zum BIP gibt es eine neue Situation. Zinsanstieg und bald eine mögliche Rezession in den kommenden Jahren nach Jahren des Aufschwungs? Was für ein Cocktail!
            Persönliche Anmerkung:
            Eine meiner Töchter lebt bei Florenz und hat mich vor einem Jahr zum Opa gemacht (Cosimo). Ich mag das Land und wünsche mir beileibe kein Chaos.
            Gruß

  5. Avatar

    Beobachter

    6. Juni 2018 12:09 at 12:09

    @Colombo, ich muss Ihnen Recht geben,wenn es wirklich chaotisch wird, wird Italien besser zurecht kommen als die nördlichen Kreditgeber.Ich war 1985 in Sizilien u.alle warnten mich vor der dortigen Armut.Was wir dort antrafen erstaunte uns, ein Zusammenleben von 2–3 Generationen als Selbstversorger.
    Brot,Wein, Fleisch, Gemüse würde alles selbst angebaut u. konnte zusätzlich noch verkauft werden.Das auffallende für uns war, dass man nachts Wache stehen musste, dass die wertvollen Lebensmittel nicht gestohlen wurden.Dass die Südländer mit wenig Geld besser leben als wir hat auch mit dem Klima zu tun.Ein Rohbauhaus ,das im Verlauf von 20 Jahren fertiggestellt wird reicht völlig , da es eben keine Heizung braucht.Eine Wohnungsnot gibt es nicht u.für die Pflegekosten braucht es keine Milliarden u.ausländisches Personal .Dort kann man in seiner gewohnten Umgebung in Würde altern.Den grossen Fehler den wir machen, ist wenn wir die Löhne vergleichen.D.h. die Lebensqualität ist im tiefsten Süden für den Normalbürger viel besser als bei uns.
    Nach meinen letzten Infos wird übrigens FR bald ebenso verschuldet sei wie Italien, mit dem Unterschied ,dass die ItaloBanken viele eigene Staatsanleihen besitzen.Da doch FR u. DE Banken u.die EZB da auch involviert sind wird der Schwarze Peter doch auch an allen hängen bleiben.Übrigens mit der Umverteilung
    durch die Tiefzinspolitik werden die sogenannten Hochlohnländer immer ärmer.
    Das war mein Eindruck vor dreissig Jahren, ich nehme an ,das das heute noch ähnlich ist, während es bei uns schlechter wird für den Normalbürger.

  6. Avatar

    Beobachter

    6. Juni 2018 14:58 at 14:58

    Italien ist für die EU die grössere Knacknuss als Griechenland,denn während die Griechen knapp EU
    freundlich waren u. die Hilfe gegen vorgegebene Budgetdisziplin erhielten, wird die neue Italoregierung
    schon wegen der Wahlversprechen sich nicht von Brüssel disziplinieren lassen. Trotzdem wird Brüssel u. die EZB LA BELLA ITALIA nicht fallen lassen können.Die Gläubiger haben mehr zu verlieren als die Schuldner !
    Hat man doch schon bei der Griechenlandrettung gesagt, man habe die deutschen u.französischen Banken gerettet u. nicht Griechenland.Könnte gar nicht so falsch sein.

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Euro vs US-Dollar: Der Euro im Kampf um einen Rebound

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Verschiedene Euro-Geldscheine

Der Euro zum US-Dollar hat am gestrigen Handelstag mehrmals versucht, nach dem starken Absturz der letzten Tage, eine Gegenreaktion auf der Oberseite zu erzielen. Die wichtige Unterstützung bei 1,1632 hat in den Vormittagsstunden gut gehalten. Das hat den Euro-Bullen gut gefallen. Noch dazu haben sich im Chart mehrere Spikes ausgebildet, die darauf hingewiesen haben, dass der neue Abwärtstrend bald zu Ende sein könnte. Der Kurs ist zuerst in eine Seitwärtsphase übergegangen. Das hat gezeigt, dass der Verkaufsdruck auf den Euro nachgelassen hat. Viele Händler, die Short positioniert waren, haben ihre Trades glattgestellt. Das hat den Euro zum USD ein wenig entlastet. Natürlich von einer Trendwende konnte noch nicht die Rede sein, aber zumindest hat der Euro gegen den USD nicht mehr so stark an Wert verloren.

Am Nachmittag dann, während der amerikanischen Session, haben die Bullen die Long-Seite angegriffen. Der Kurs ist aus der engen Seitwärtsrange nach oben ausgebrochen und der kleine Break-Out war somit gelungen. Der Major ist angestiegen und erreichte gestern im Hoch die Marke von 1,1685. Die Bullen hätten sich natürlich mehr gewünscht. Das Ziel war die 1,1700 „big figure“. Dieses Niveau konnte jedoch gestern nicht erzielt werden, da im Bereich von 1,1685 der 120er Moving Average verlief. Diese Hürde konnte nicht mehr überwunden werden. Dafür hat der Euro nicht genügend Kraft entwickelt. Das haben die Long-Trader schnell gemerkt und mussten ihre Positionen glattstellen, um wenigstens die kleinen Gewinne abzusichern. Danach ist EUR/USD erneut gefallen. Im späten Handel notierte das Währungspaar bei ca. 1,1670. Der Kurs ist erneut in eine Seitwärtsphase übergegangen und bewegte sich nur in einer engen Range von ca. 12 Pips. Die Händler waren nicht mehr bereit in den Euro vs USD zu investieren.

Der gestrige Handel bei EUR/USD war nicht besonders spannend. Die Volatilität war relativ gering. Viele Trader haben sich zurückgehalten. Der Euro ist angeschlagen, aber jetzt noch zu verkaufen, kann mit einem höheren Risiko verbunden sein. Viele rechnen damit, dass der Kurs zuerst eine Erholung erfahren wird, bevor die nächste Verkaufswelle kommt.Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Major vor dem Wochenende einen Rebound schafft. Freitags wollen viele Händler ihre Positionen glattstellen, um die Gewinne zu realisieren und keine Trades übers Wochenende zu halten. Das kann dazu führen, dass die Volatilität bei EUR/USD heute steigen wird.

Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Freitagmorgen, notiert der Euro zum US-Dollar bei ca. 1,1668. In der asiatischen Session heute Nacht haben die Händler versucht, den wichtigen Widerstand bei 1,1675 zu durchbrechen. Dazu kam es jedoch nicht, weil der Kurs seit gestern schon durch den 120er Moving Average gedeckelt ist. Damit der Euro seine Erholung fortsetzen kann, muss zuerst diese Hürde überwunden werden. Solange das nicht gelingt, kann der Euro vs USD weiter unter Druck geraten. Auf der Unterseite befindet sich die nächste wichtige Unterstützung bei 1,1632. Sollte diese brechen, wird der Major die 1,1600 „big figure“ ansteuern. Hier sollte der Kurs aber halten, da sich ansonsten die Lage für den Euro noch verschlechtern würde. Wer konservativ denkt, kann auf diesem Niveau seine Positionen schließen. Der Daily Pivot Point beim Euro zum USD befindet sich heute bei 1,1661.

Chart zeigt Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktuell: Türkische Lira bewegt sich – Zentralbank mit großer Überraschung!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira hat die letzten Tage immer weiter abgewertet. Ein Debakel! Nicht nur dass die Lira eh schon anfällig war. Nein, hinzu kommt seit einigen Tagen noch eine kräftige Dollar-Stärke, die gegen die türkische Währung drückt. Vor wenigen Minuten hat die türkische Zentralbank ihre neueste Zinsentscheidung verkündet. Die Erwartung am Markt lag bei einem unveränderten Leitzins von 8,25 Prozent. Verkündet hat die Zentralbank jetzt eine echte Überraschung. Sie erhöht den Leitzins um satte 200 Basispunkte auf 10,25 Prozent!

Aussagen der Zentralbank zum Leitzins

Die Erhöhung im Leitzins habe man beschlossen um den Disinflationsprozess wiederherzustellen und die Preisstabilität zu unterstützen, so sagt es die Zentralbank aktuell zur Entscheidung, die für die türkische Lira wichtig ist. Man sei der Ansicht, dass die Aufrechterhaltung eines anhaltenden Disinflationsprozesses ein Schlüsselfaktor sei, um ein geringeres Staatsschulden-Risiko, niedrigere langfristige Zinssätze und eine stärkere wirtschaftliche Erholung zu erreichen. Um den Disinflationsprozess auf dem angestrebten Pfad zu halten, sei die Fortsetzung eines vorsichtigen geldpolitischen Kurses erforderlich. In dieser Hinsicht werde der geldpolitische Kurs unter Berücksichtigung der Indikatoren des zugrunde liegenden Inflationstrends festgelegt, um die Fortsetzung des Disinflationsprozesses zu gewährleisten. Man werde weiterhin alle verfügbaren Instrumente zur Verfolgung der Ziele der Preisstabilität und der Finanzstabilität einsetzen, so die Zentralbank.

Türkische Lira erst einmal mit Kehrtwende?

Ob Präsident Erdogan mit dieser Entscheidung glücklich sein wird? Er hatte die Führung der Zentralbank bereits ausgetauscht, und will niedrigere Zinsen – immer weiter sollen sie fallen. Jetzt 200 Basispunkte rauf, das dürfte wenig Begeisterung bei ihm hervorrufen. Kredite in der Türkei dürften teurer werden, aber die türkische Lira dürfe erst einmal davon profitieren. Als erste Reaktion seit 13 Uhr wertet die Lira gegen den US-Dollar schon mal etwas auf. US-Dollar vs Lira verliert von 7,70 auf 7,57. Nur so wenig? Schließlich waren 200 Basispunkte eine echte Überraschung für den Devisenmarkt! Ist das kurzfristig- und mittelfristig eine Kehrtwende für die türkische Lira? Und Markt kann man diese Nachricht noch gar nicht richtig fassen? Wird die Lira nun tagelang weiter aufwerten, und USDTRY und EURTRY somit fallen? Der folgende Chart zeigt USDTRY im Verlauf der letzten zehn Tage. Der Abwärtsbalken am Ende zeigt die aktuelle Reaktion auf die Zinsentscheidung.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen Türkische Lira seit zehn Tagen

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Euro vs US-Dollar: Wenig Hoffnung auf eine Erholung

Agata Janik

Veröffentlicht

am

Zahlreiche Euro-Geldscheine

Der Euro vs US-Dollar hat auch in der gestrigen Handelssitzung seinen frischen Abwärtstrend fortgesetzt. Der Euro gerät gegen den USD weiter unter Druck und es wird von Tag zu Tag für den Major schwieriger werden, den übergeordneten Aufwärtstrend aufrecht zu erhalten. Viele Händler, die langfristig den Euro favorisiert haben und Long-Positionen hielten, fangen jetzt sukzessive an, diese wieder glatt zu stellen. Niemand will zusehen, wie seine Gewinne dahin verschmelzen. Der Euro bekommt das zu spüren und verliert gegen den Greenback weiter an Wert.

Am Mittwochmorgen, als die Unterstützung bei 1,1675 noch gehalten hat, haben die Bullen kurzfristig versucht, den Kurs nach oben zu reißen und über den Bereich von 1,1730 zu bekommen. Der Euro hat sich auch zeitweise erholt und der Kurs ist bis 1,1720 angestiegen. Auf diesem Niveau traf jedoch der Major auf einen starken Widerstand. Der Euro konnte nicht genügend Dynamik entwickeln, um diese Hürde zu nehmen. Die Reaktion darauf ließ nicht mehr lange auf sich warten. Die Bären haben sofort frische Short-Orders am Markt platziert und den Euro erneut in den Keller geschickt. Die 1,1700 Marke wurde ohne Probleme unterschritten und der USD wurde weiter favorisiert.

Am Nachmittag, in der amerikanischer Session, hat sich die Abwärtsbewegung weiter fortgesetzt. Der Euro wurde immer schwächer. Als die wichtige Unterstützung bei 1,1675 unterschritten wurde, haben auch die Break-Out Trader angefangen, den Euro zu shorten. Der Kurs von EUR/USD ist immer weiter gefallen. Im später Handel notierte das Währungspaar bei ca. 1,1657.

Die aktuelle Situation beim Euro vs USD wird immer spannender. Es sieht fast so danach aus, als würde der große Aufwärtstrend zu Ende gehen. Der Dollar setzt seine Erholung auf breiter Front fort. Einer der Gründe, warum der Euro abverkauft wird, sind mit Sicherheit die Sorgen und Ängste der Investoren vor einem erneuen Lockdown in Europa. Die Zahlen der mit dem Covid-19 Neuinfizierten schießen in die Höhe und immer mehr Regionen und Städte innerhalb der EU werden zum Risikogebiet erklärt. Die Reisemöglichkeiten werden erneut eingeschränkt, was dazu führt, dass auch die Wirtschaft darunter leiden wird. Die großen Konzerne bauen ihre Stellen weiter ab und die düstere Stimmung in Europa breitet sich weiter aus. In den USA rückt das Thema Coronavirus langsam in den Hintergrund und der Fokus wird jetzt klar auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen gerichtet. Die Amerikaner haben sich schon fast an das Virus gewöhnt und schenken ihm nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Das wirkt sich auf den USD positiv aus.

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Der Tagesausblick für den Euro vs US-Dollar

Aktuell, am Donnerstagmorgen, notiert der Euro zum USD bei ca. 1,1645. In der asiatischen Session heute Nacht gab es für den Euro nur kurzfristig eine Hoffnung. Im Bereich von 1,1679 haben die Bären aber erneut angegriffen und seitdem bewegt sich der Major weiter in die südliche Richtung.Der Euro ist angeschlagen und es wird für ihn nicht einfach werden, einen Rebound zu erzwingen. Die Short-Seite ist jetzt angesagt. Jede Gegenreaktion auf der Oberseite wird von den Bären dazu genutzt, frische Short-Positionen zu eröffnen. Wer also auf eine Erholung bei EUR/USD setzt, sollte vorsichtig sein und eher kurzfristig Positionen halten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir auch heute einen schwachen Euro sehen werden. Die nächste wichtige Unterstützung befindet sich bei 1,1632. Sollte auch diese Marke brechen, wird der Kurs die 1,1600 „big figure“ suchen. Der Daily Pivot Point beim Euro vs USD liegt heute bei 1,1674.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro gegen US-Dollar

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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