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Italien die dritte: Die nächste kaputte Bank muss zügig Geld auftreiben – Lust auf eine brutale Penny Stock-Zockerei?

Haben Sie schon mal was von der Banca Carige gehört? Sie ist die neuntgrößte Bank Italiens, und börsennotiert. Der hier dargestellte Langfrist-Chart der Aktie zeigt die glorreiche Entwicklung des Aktienkurses seit…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Haben Sie schon mal was von der Banca Carige gehört? Sie ist die neuntgrößte Bank Italiens, und börsennotiert. Der hier dargestellte Langfrist-Chart der Aktie zeigt die glorreiche Entwicklung des Aktienkurses seit dem Jahr 2003. Die Aktie stand im Jahr 2006 bei 443 Euro. Seitdem der lange brutale Absturz. Letztes Jahr wurde die Aktie dann zum Pennystock, und notiert jetzt bei sagenhaften 0,198 Euro.

Wie es aus italienischen Finanzkreisen verlautet, verlangt die EZB aktuell von der Banca Carige, dass man seine Kapitallücke in Höhe von wohl 600 Millionen Euro schließen soll. Die Aktie steigt heute unerklärlicherweise von 0,19 auf 0,198 Euro, also gigantische 4,2% (ja, das war Ironie). Was für ein Rumgezocke auf der dritten Stelle hinter dem Komma, unglaublich! Würden Sie sich diesen Spaß antun als Aktien-Zocker?

Bekommt die Banca Carige frisches Geld (woher auch immer), wäre es die dritte Kapitalerhöhung seit 2014. Aber die Frage ist: Welchen kreativen Dreh lässt man sich in Rom, Frankfurt und Brüssel für diese Bank einfallen? Bei der völlig kaputten Monte dei Paschi hatte man den genialen Einfall die Bank als „im Grunde genommen gesunde Bank“ einzustufen. Damit konnte die Bank „vorübergehend kapitalisiert“ werden.

Bei den Veneto-Banken, die jüngst rausgehauen wurden, fand man eine noch elegantere Lösung. Die EU-Institutionen erklärten sich einfach für „nicht zuständig“, obwohl es für kaputte Banken klare EU-Regeln gibt. Weil man nicht zuständig war, durfte Italien die Sache selbst in die Hand nehmen. Und so pumpt der italienische Steuerzahler bis zu 17 Milliarden Euro in die zwei Veneto-Banken. Welche kreative Lösung wird für die Banca Carige erfunden? Wir wissen es jetzt auch noch nicht.

Wir sind wirklich gespannt. Oder sagt man sich in diesem Fall, dass die Bank klein genug ist um sie den Bach runtergehen zu lassen mit vollen Verlusten für Aktionäre und Anleihegläubiger? Das wäre mal was Neues für Italien! In Banker-Kreisen hört man heute wie auch letzte Woche doch tatsächlich so eine Art Optimismus, dass die europäische und italienische Politik sich nun endlich des Problems annehme, das Italien seit Jahren lähmt, nämlich die völlig kaputten Banken, die mit Schrottkrediten überladen sind.

In gewisser Weise stimmt das ja auch. Nur werden die Schrottkredite eben verlagert, von den Banken zum Steuerzahler. Aber das ist ja ähnlich wie in anderen Industriestaaten. Ab einem gewissen Schuldenstand ist es egal – die neuen Schulden einfach auf den existierenden Staatsschuldenberg oben drauf packen, und dann ist auch gut! Vielleicht gibt es schon sehr kurzfristig eine Entscheidung bei dieser Bank. Wir sind gespannt.


Die Aktie der Banca Carige seit 2003.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    berti

    3. Juli 2017 15:31 at 15:31

    Jawoll, deswegen gehts heut wieder uffwärts

  2. Avatar

    walter

    3. Juli 2017 15:38 at 15:38

    …hoert mir blos mit den scheixx Banken auf,die fasse ich nicht mal mit der Beisszange an…

    • Avatar

      columbo

      3. Juli 2017 16:14 at 16:14

      Da erschließt sich mir wieder der Sinn des gelben Metalles, besonders für die mittel- bis langfristige Zukunft. Da kann es jetzt noch so tief fallen. Wir nähern uns Einstiegskursen.

      • Avatar

        walter

        3. Juli 2017 16:24 at 16:24

        Wie gesagt,bei 999$…for sell…und dann kauf ich MSP,lol ha ha
        ..aber bis es soweit ist,da geh ich nochmal ordentlich auf die Wies“n….
        Mal sehen,wie Fugmanns Stimme heute noch rueber kommt!

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Netflix-Quartalszahlen: Nutzerwachstum deutlich besser als gedacht, Aktie +11 Prozent

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Soeben wurden die Netflix-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier zeigen wir die wichtigsten Eckdaten.

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Der Gewinn liegt bei 1,19 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,30/Erwartungen 1,39). Im laufenden Quartal erwartet man 2,97 Dollar.

Die Zahl neuer Abonnenten liegt bei 8,51 Millionen (erwartet 6,5). Für das laufende Quartal gibt man ganz aktuell die Zielmarke von 6 Millionen neuen Abonnenten aus.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Go Big or Go Home – Janet Yellen gibt Vollgas

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Janet Yellen spricht heute ab 16 Uhr deutscher Zeit im US-Kongress. Das kann die Kurse bewegen.

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Goldman Sachs mit Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet!

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden die Quartalszahlen von Goldman Sachs veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 11,74 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 9,96/Erwartungen 9,50).

Der Gewinn liegt bei 12,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 4,69/Erwartungen 7).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 293 Millionen US-Dollar für das vierte Quartal 2020, 13 Prozent niedriger als im vierten Quartal 2019 und 5 Prozent höher als im dritten Quartal 2020. Das vierte Quartal 2020 enthielt Rückstellungsreduzierungen für Großkundenkredite, laut Goldman Sachs aufgrund einer Stabilisierung im breiteren wirtschaftlichen Umfeld nach den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie. Dies wurde teilweise aufgehoben durch höhere Rückstellungen aufgrund des Wachstums von Kreditkartenkrediten
im Vergleich zum vierten Quartal 2019.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +2,2 Prozent.

Kommentar vom Chef:

“It was a challenging year on many fronts, and I am deeply proud of how our people helped clients respond to the economic disruption brought on by the pandemic and the extreme market volatility experienced over the past months. Our people responded admirably to a series of professional and personal challenges, while working from home or in offices that were reshaped dramatically. Thanks to their perseverance, we were able to help clients navigate a difficult environment, and, as a result, achieved strong results across the franchise, while advancing our strategic priorities. We hope this year brings much needed stability and a respite from the pandemic, but we remain ready to handle a wide range of outcomes and are poised to meet the needs of our clients.”
– David M. Solomon, Chairman and Chief Executive Officer

Grafik zeigt die Quartalszahlen von Goldman Sachs

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Die Goldman Sachs-Zentrale in New York Downtown. Foto: Youngking11 CC BY-SA 3.0

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