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Italien erholt sich – die Ruhe vor dem großen Renditesturm?

Redaktion

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Italien scheint sich zu beruhigen. Nur wovon, und warum? Die von den Märkten nicht gewollte Regierung aus Fünf Sterne und Lega kommt, und die Regierungsmitglieder sind genau so EU-feindlich wie erwartet. Der vom Staatspräsidenten Matarella nicht gewollte Wirtschaftsminister ist nun Europa-Minister. Was ist daran positiv? Die Beziehungen zum Rest Europas dürften mehr als problematisch werden. Zu feiern gibt es gar nichts.

Da Italien im Euro ist, können wir auf dem Devisenmarkt nicht ablesen, wie die Märkte in Bezug auf Italien reagieren. Bleibt also als stärkstes Indiz der Anleihemarkt. In den letzten Wochen waren die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen kräftig angestiegen von 2,0% Mitte Mai auf bis zu 3,23% am 29. Mai(Chart). Mehr Risiko bezüglich eines Zahlungsausfalls bedeutet eine höhere Rendite für die Neu-Käufer der Anleihen – denn sie wollen sich für ihr gestiegenes Risiko natürlich bezahlen lassen!

Italien

Seitdem ging die Rendite wieder zurück auf aktuell 2,57%. Da könnte man doch fast meinen, dass das Schlimmste überwunden ist? Italien hat eine neue Regierung. Die hat ihre Forderung nach einem Euro-Austritt klammheimlich begraben. Also wird man auch diese Regierung „schon irgendwie“ gezähmt bekommen durch die Euro-Partner? Wohl kaum, denn die Versprechungen der neuen Regierung an ihre Wähler sind monströs. Es wird richtig viel Geld kosten.

Und es wird richtig viel Streit geben. Man kann folgendes Szenario kreieren. Die Wahrscheinlichkeit ist durchaus gegeben, dass es so kommt, was aber keine Garantie darstellt. Die Italiener poltern durch Brüssel wie Trump durch Washington, und reizen EZB und EU-Kommission bis zum Geht nicht mehr. Rückzahlungen von Anleihen, die durch die EZB gehalten werden, könnten zum Beispiel einfach verweigert werden. Mit aller größter Wahrscheinlichkeit dürfte die Neuverschuldung Italiens massiv ansteigen, und jede Norm sprengen.

Von sonstigen Konflikten in Sachen EU-Grenzschutz, Unterbringungen von Flüchtlingen uvm haben wir da noch gar nicht gesprochen. All diese Unsicherheit und das bevorstehende Chaos sollten die Renditen wieder in die Höhe treiben. Der folgende Chart zeigt seit Anfang Mai, wie italienische Staatsanleihen (orange) im Kurs gefallen sind, wodurch die Rendite anstieg. Gleichzeitig stieg der Kurs der deutschen Staatsanleihe (schwarz), weil Anleger aus Italien nach Deutschland in „die Sicherheit“ flüchteten.

Seit knapp einer Woche fällt die deutsche Anleihe wieder, und Italien steigt. Dementsprechend relativieren sich die Renditen auch wieder ein wenig. Es wirkt also so, als wäre eine Beruhigung eingetreten. Wer aber glaubt, dass das große Chaos in den nächsten Wochen erst so richtig los geht, nachdem die Regierung in Rom ihre Arbeit aufgenommen hat, der könnte den deutschen Bund kaufen in der Voraussicht, dass „die große Herde“ der Trader in den nächsten Wochen folgen wird, wenn sie sieht, was aus Rom alles verlautbart wird. Man könnte damit versuchen die nächste Spekulationswelle gegen Italien zu antizipieren, und vor allen anderen richtig positioniert zu sein – gegen italienische Anleihen (short) und long im Bund. Wie gesagt – das kann so kommen, muss es aber nicht. Es hängt nur davon ab, wie die neue Regierung in Rom sich in den nächsten Tagen und Wochen „benimmt“.

Italien Deutschland Rendite

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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