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Europa

Italien fällt in die Rezession!

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Italien ist nun offiziell in einer Rezession (definiert als zwei negative Quartale in Folge). Wie das italienische Statistikamt Istat mitteilte, fällt das BIP im 4.Quartal nach einer Vorabschätzung um -0,2% (Prognose war -0,1%), nachdem es bereits im 3.Quartal 2018 um -0,1% geschrumpft war. Die Schwäche kommt vor allem aus dem Binnenkonsum, während der Export des Landes ordentlich läuft, wie Istat konstatiert:

„The quarter on quarter change is the result of a decrease of value added in agriculture, forestry and fishing as well as in industry and a substantial stability in services. From the demand side, there is a negative contribution by the domestic component (gross of change in inventories) and a positive one by the net export component.
The carry-over annual GDP growth for 2019 is equal to -0.2%.“

Italien hat sich, anders als Deutschland, seit der Finanzkrise kaum erholt:

Gestern hatte Italiens Ministerpräsident Conte bereits angedeutet, dass auch das 4.Quartal unter Null liegen werde – und dafür vor allem den Abschwung in Deutschland und China verantwortlich gemacht (während die Daten von Istat ja doch eigentlich zeigen, dass der Binnenkonsum der Bealstungsfaktor ist, und nicht etwa der Export!). Italiens Regierung dürfte mit den heutigen, schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen eine weitere Bestätigung sehen für stumulierende Maßnahmen, die jedoch die Verschuldung weiter nach oben treiben (derzeit 131% des BIP).

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist, dass die Arbeitslosenquote Italiens im Dezember 2018 nun nur noch bei 10,3% liegt – im Vormonat waren es noch 10,6%.

In der Eurozone insgesamt betrug das Wachstum im 4.Quartal +0,2% – wie schon im 3.Quartal 2018 (2.Quartal war +0,4%). Bei den großen Ländern der Eurozone schnitt Spanien mit +0,7% am Besten ab, Frankreich wuchs mit +0,3% immerhin etwas stärker als der Durchschnittswert. Die genauen Zahlen aus Deutschland werden erst ab nächsten Monat erwartet – die Bundesregierung hatte offiziell ihre Wachstumsprognose für 2018 von 1,8% auf 1,0% nach unten revidiert.

Die schwachen Zahlen Italiens und die damit verbundenen Sorgen um die Schwäche der europäischen Wirtschaft insgesamt haben den Euro belastet – und scheinen auch dem Dax, der zuvor noch euphorisch gestartet war, zugesetzt zu haben:

(Chart durch anklicken vergrößern)

 

 


Von Adriana verolla – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28475526

7 Kommentare

7 Comments

  1. Michael

    31. Januar 2019 11:53 at 11:53

    Die schwachen Zahlen Italiens und die damit verbundenen Sorgen um die Schwäche der europäischen Wirtschaft insgesamt … na habedieehre, sollte da tatsächlich ein Zusammenhang bestehen 😉

  2. asyoulike

    31. Januar 2019 12:01 at 12:01

    Moin, moin,

    klar, die Verantwortung für den ital. Abschwung liegt in der BRD. Wie gut würde man in Rom und Athen nur leben, wenn diese BRD nicht wäre. Alles Schlechte kommt von dort. Haben wir ja immer schon gewußt. Vielleicht wird es nun Zeit, dass endlich etwas passiert mit der EUdSSR. Der Zusammenbruch läßt wohl noch etwas auf sich warten.
    Das Positive dieser Meldung über eine ital. Rezession ist, dass der Mühlstein Italien selbst für die BRD zu schwer wäre. Kein Vergleich zu Griechenland. Aber als linientreuer BRDler wissen wir ja, „wir schaffen das“. Den etablierten Ortsgrößen bei uns ist das Lachen schon lange vergangen. Die sind sich über ihre Verantwortung im klaren oder werden darüber dann im klaren sein.
    Fazit: Eine Frage muss immer erlaubt sein, was geht mich als BRD Steuerzahler Italien an?

  3. Prof. Dr. Donald Marx

    31. Januar 2019 12:56 at 12:56

    Welche Relevanz haben schon eine Rezession in Italien oder kollabierende Weihnachtsumsätze im deutschen Einzelhandel, betrachtet man einmal die absoluten Top-News des Tages:
    https://www.n-tv.de/panorama/Zu-viel-Sex-ruiniert-die-Duenen-auf-Ibiza-article20836812.html

  4. Beobachter

    31. Januar 2019 13:14 at 13:14

    Warum hacken wir immer auf Italien ein,? ganz klar die Kryptowährung „ Euro ist für viele Länder zu stark u.für Deutschland zu schwach, darum wurde man auch Exportweltmeister.
    Ich bin sicher, wenn in einigen Monaten die Wirtschaft weltweit schwächelt, werden sich die an Chaos gewohnten Italiener besser durchwursteln als Alle andern.Die fehlenden Sozial- u.Arbeitslosengelder werden den Familenmenschen in Italien weniger zusetzen als den Ländern von der Nordschiene.
    Ich habe vor 35 Jahren selber erlebt wie 3 Generationen in einem unfertigen Haus als Selbstversorger in Süditalien wunderbar lebten. ( Verfügbares Einkommen fast Null ) Lebensqualität nicht = Einkommen.

  5. Pingback: das-bewegt-die-welt.de

  6. Pingback: Aktuelle Meldungen und Nachrichten vom 31. Januar 2019 | das-bewegt-die-welt.de

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Europa

Italien: Industrieaufträge brechen weiter deutlich ein

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Aus Italien hört man derzeit wenig gute Nachrichten. Gestern hörte man zum Beispiel, dass die Nachfrage der Konsumenten nach Autos bei unseren südlichen Nachbarn deutlich nachlässt. Heute nun gibt es mal wieder schlechte Nachrichten zur italienischen Industrie.

Erneut liegen die Aufträge für die Industrie in Italien deutlich im Minus. Die aktuellsten Daten von heute stammen aus Februar. Laut der offiziellen Statistikbehörde ISTAT ist es im Jahresvergleich ein Rückgang um 2,9%. Bei Aufträgen aus dem Inland ist es ein Plus von 0,6%, bei Aufträgen für die italienische Industrie aus dem Ausland sind es -7,7%. Selbst im Monatsvergleich von Januar zu Februar sind es kräftige -2,7% bei den Gesamtaufträgen, wobei Monatsvergleiche aufgrund saisonaler Schwankungen immer mit Vorsicht zu genießen sind.

Die Industrieproduktion steigt noch um 1,3%, aber davon kann man sich schon nichts mehr kaufen als Börsianer oder Ökonom. Denn es geht um die Zukunft, und da sehen die nächsten Monate düster aus für die Industrie, wie auch in Deutschland.

Der Chart zeigt die Industrieaufträge in Italien seit 2012. Daher wirken die Abstürze der letzten Monate am Ende des Charts nicht so gravierend. Sie sind es aber!

Italien Industrieaufträge

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Europa

Erzeugerpreise: Die OPEC rettet die Preissteigerungen

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Gestern zeigten es bereits die Verbraucherpreise für die gesamte Eurozone. Die Energiepreise steigen deutlich stärker als die Preise insgesamt, und somit ziehen sie den Schnitt nach oben. Heute kann man dieses Phänomen erneut gut besichtigen. Nicht die EZB mit ihrem Billionen (virtuell) gedruckter Euros sorgt für einen großen „Abstand“ zur Null-Linie (Deflationsangst).

Nein, es sind die Energiepreise, und hier natürlich in aller erster Linie der Ölpreis! Schauen wir uns die heutigen Daten an. Die deutschen Erzeugerpreise sind im Monat März im Jahresvergleich um 2,4% gestiegen. Das Statistische Bundesamt teilt mit, dass als Teil davon die Energie-Erzeugerpreise um 6,6% gestiegen sind. Ohne sie läge der Gesamtschnitt nur bei +1,2% statt 2,4%. Also machen die Energiepreise de facto die Hälfte der Teuerungsrate aus.

Man sieht seit geraumer Zeit, dass die Erzeugerpreise immer nur teilweise auf die Endverbraucher-Preise umgemünzt werden. Aber dennoch kann man sagen, dass ohne die Hilfe der OPEC (Verknappung des Öl-Angebots, daher seit Wochen deutlich steigender Ölpreis) die Preissteigerungen auch bei den Verbrauchern deutlich schwächer ausfallen würden. Und somit hätte die EZB ohne die OPEC noch mehr Anlass die Zinswende noch weiter in die ferne Zukuft zu schieben als ohnehin schon (schwache Preissteigerungen? Ohhh, wir müssen die Zinsen auf 0 belassen).

Die deutschen Erzeugerpreise können ihre prozentuale Teuerungsrate seit Monaten konstant hoch halten. In den letzten vier Monaten lagen sie zwischen 2,4% und 2,7%, davor sogar monatelang über 3%. Die folgende Grafik zeigt die Erzeugerpreise seit 2014. In blau sieht man die Öl-Erzeugerpreise. Sie stürzten Ende 2018 stark ab. Aber der ganz frische Aufwärtshaken rettet wie gesagt aktuell die Durchschnittswerte bei allen Indizes, die Preissteigerungen darstellen (Erzeuger, Verbraucher etc). Letztes Jahr halfen hohe Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Damit ist es vorbei. Nun muss Öl die Preissteigerungen retten.

Erzeugerpreise

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Europa

Aktuell: Deutsche Einkaufsmangerindizes – Industrie weiter ganz schwach, schrumpft 4.Monat in Folge

„Beim Exportneugeschäft mussten die Industriebetriebe das zweithöchste Minus seit zehn Jahren hinnehmen“!

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Der von Markit ermittelte deutsche Einkausmanagerindex (April; Sammelindex) ist mit 52,1 leicht besser ausgefallen als erwartet (Prognose war 51,7; Vormonat war 51,4) – wegen den Dienstleistern..

Der Index für das Gewerbe aber ganz schwach, er liegt bei 44,5 (Prognose war 45,0; Vormonat war 44,1). Die Industrieproduktion liegt bei 45,6 (Vormonat war 45,0). Damit schrumpft die deutsche Industrie den 4.Monat in Folge!


source: tradingeconomics.com

Der Index für Dienstleistung wieder stark, er liegt bei 55,6 (Prognose war 55,1; Vormonat war 55,4)

Dazu Markit:

„Beim Exportneugeschäft mussten die Industriebetriebe das zweithöchste Minus seit zehn Jahren hinnehmen. Ausschlaggebend hierfür war den Befragten zufolge vor allem die schwache Nachfrage im Automobilsektor (..)“

„Die Auftragsbestände sanken insgesamt so zügig wie seit Juni 2013 nicht mehr“.


„Die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist verschlechterten sich im April weiter“.

Beispielbild für Stahlproduktion. Foto: Omzfoundry Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

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