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Italien: Grundeinkommen ab 2019, Rendite steigt, und das Ausmaß der EZB-Rettung

Redaktion

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Die Regierung in Italien versucht offenbar gerade die Quadratur des Kreises. Auf der einen Seite hat gestern Vize-Premier di Maio angekündigt, dass das im Wahlkampf versprochene Grundeinkommen in Italien kommen werde. Das wird gigantische Geldsummen verschlingen! Woher das Geld dafür kommen soll, ist unklar. Also bleibt offenbar nur der Weg der drastisch steigenden Neuverschuldung.

Aber Italiens Finanzminister Tria sagte ebenfalls am Wochenende, dass Italien die Haushaltsregeln der EU einhalten werde, also das Defizit nicht über 3% treiben wird. Wie aber soll das gehen? Di Maio jedenfalls sagte die Regierung werde eine historische Wahl treffen zwischen dem Wohl der Menschen und dem, was die Ratingagenturen wollen. Man werde die Italiener immer an erster Stelle setzen – also mehr neue Schulden?

Diese aktuelle Lage treibt die Rendite der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen weiter in die Höhe. Nachdem charttechnisch seit Monaten bei 3,17% eine Art Widerstand vorhanden war (gut sichtbar im Chart), geht die Rendite aktuell rauf auf 3,23%. Nach oben ist jede Menge Platz vorhanden (fallende Anleihekurse).

Italien

EZB rettet Italien

Der folgende Chart seit dem Jahr 2010 zeigt über der Null-Linie die Netto-Käufe und darunter die Netto-Verkäufe italienischer Staatsanleihen durch bestimmte Investorengruppen. Der fette dunkelblaue Berg, der sich seit 2015 immer weiter aufgebläht hat, ist die Banca di Italia, die als Teil des Eurosystems im Auftrag der EZB diese Anleihen aufgekauft hat.

Wie man sieht: Auf dem Höhepunkt der Aufkäufe im Jahr 2017 war die EZB der einizge Käufer italienischer Schulden. Auch davor und danach gab es keine Investorengruppen, die auch nur annähernd große Volumina kauften. Der italienische Staat hätte seine Neuverschuldung also gar nicht ohne die EZB schaffen können. Das zeigt das enorme Ausmaß einer Marktverzerrung. Die EZB wollte ja offiziell nur die Wirtschaft anheizen, hat aber in Wirklichkeit vor allem Italien vor dem Bankrott gerettet.

Nicht, dass Italien finanziell gesundet ist in den letzten drei Jahren. Nein, der Bankrott wurde nur verschoben. Die Schuldenlast stieg immer weiter an. Es ging nur darum, dass die EZB als Ersatz einspringt für einen privaten Kapitalmarkt, der wohl in diesem großen Umfang kein Vertrauen mehr hatte, und nicht mehr bereit war diese Schulden zu kaufen.

Italien
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    3. September 2018 10:42 at 10:42

    Die Rendite der Zehnjährigen ist aber seit heute am sinken.

  2. Avatar

    Denker

    3. September 2018 16:44 at 16:44

    Wahnsinn das da noch nichts gravierendes passiert ist,… alles ruhig und ohne Konsequenzen.
    Scheinbar hat man den Markt so im Griff durch Manipulation das wir uns noch auf Jahre über Wohlstand freuen können.

  3. Avatar

    asyoulike

    3. September 2018 17:38 at 17:38

    Moin, moin,

    die Meldung passt doch in die Landschaft. Heute hörte ich in NDR Info, dass man wohl bei den etablierten Blockparteien keinen Wert auf weitere Bloßstellungen durch eine Alternative legt. Wie paßt das zusammen? Nun, wenn die Opposition in der BRD platt gemacht wurde, dann kann Italien jedes Geld bekommen, dass es sich wünscht. Die anderen Staaten selbstverständlich auch, auch die Türkei und Afrika, selbstverständlich. Wer sollte das dann auch kritisieren? Ach so, naja, die Finanzmarktwelt schaut schon kritisch, ist aber zu klein, um denen oben etwas zu tun. Dann wird dieses Medium sicher unter der Kategorie „Spinner“ geführt.
    Verbesserungsvorschlag für Italien. Jeder Bürger in Italien bekommt einen Ferrari. Dann entsteht Beschäftigung und zahlen tut es die EU, d.h. Berlin.
    Fazit: Achtung, Achtung, hier spricht Berlin. Schwere Target-II-Salden-Verluste im Anflug auf Berlin. In den Vororten kämpft heldenhaft die Lokalpresse und Blockparteien gegen die Informationsverbreitung von Target-II-Salden-Verluste.

    • Avatar

      Koch

      3. September 2018 19:19 at 19:19

      Die deutsche Wochenschau vom 02.09.2018:Obwohl der südeuropäische Feind seine neue Wunderwaffe Target2,die Implosionsbombe schlechthin,massiv einsetzt,stürmen unsere alternativlosen €urorettungstruppen heldenhaft voran!Im direkten Kampf,Schuldnersoldaten gegen unsere,wie für dich gemacht Kreditsoldaten,werden diese gnadenlos unter zuhilfenahme von ESM-Geschützen,zerrieben!Die Führerin,in Ihrer unglaublichen Gnade& Weisheit,meint dazu:Stirbt der €uro,dann ist’s vorbei mit dem Endsieg!Und das,kann ja bekanntlich nicht sein.Die,geheime,demnächst anlaufende Teufels/Müggelberg-Offensive wird Berlin freikämpfen(auch den Flughafen!)und definitiv den Endsieg bringen!Wir schaffen das,Führerin!Weltheil Angela!P.s.Entschuldigung assyoulike.Ich laufe nicht ständig mit steifem rechten Arm herum,habe aber einen Opa gehabt der einer der wenigen war,welcher von der Bismarck gerettet wurde!Ich bin Demokrat durch & durch.Gerade das ist es ,was mich am derzeitigen Regime zweifeln lässt.Der Klügere gibt solange nach,bis er der Dumme ist.Nicht mit mir.Devot bis zur Selbstaufgabe ist bei mir nicht vorgesehen.

      • Avatar

        bademeister

        3. September 2018 21:12 at 21:12

        Anscheinend ist halb Deutschland schon ganz geil darauf, seine tiefsten braunen Wurzeln aus der brennenden Erde auszugraben…und sei es nur zur Veranschaulichung von eigenen, oft legitimen Beweggründen oder Bedürfnissen….der Moppel hat damit sicher nichts am Hut, legt aber zunehmend realitätsfremd… unausweichlich den Grundstein für zukünftig sehr bewegte Zeiten.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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