Folgen Sie uns

Aktien

Italien: Neuwahlen schon im Februar? Endspiel um Monte dei Paschi..

Nachdem der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi das Referendum klar verloren hat, werden die Rufe nach baldigen Neuwahlen lauter. Und Monte dei Paschi kämpft ums Überleben..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Nachdem der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi das Referendum klar verloren hat, werden die Rufe nach baldigen Neuwahlen lauter: vor allem die eurokritische Bewegung Cinque Stelle sowie die Lega Nord fordern, dass bereits im Februar Neuwahlen stattfinden müssten. Die Berlusconi-Partei Forza Italia dagegen könnte mit der Neubildung der Regierung durch Staatspräsident Sergio Matarelli leben – sofern Renzi der Regierung nicht mehr angehört. Nach derzeitigen Umfragen bräuchten Cinque Stelle und Lega Nord die Unterstützung von Forza Italia, um durch eine Koalition unter Führung der Cinque Stelle an die Regierung zu kommen – um dann ein Referendum um den Austritt aus der Eurozone abzuhalten.

Unterdessen wird Renzi auf Bitten des Staatspräsidenten im Amt bleiben, bis das Haushaltsbudget verabschiedet ist (was angeblich bereits morgen geschehen soll). Renzi selbst sei „in Tränen gewesen“ („in lacrime“) seit ihm klar wurde, dass das Referendum verloren gehe, wie „Repubblica“ berichtet. Er habe alles versucht, aber sei gescheitet, wofür er die volle Verantwortung übernehme, so Renzi in einem Statement auf seiner Facebook-Seite, die einen Rückblick über seine 1000 Tage als Regierungschef gibt.

Bislang scheint das Szenario von Neuwahlen den italienischen Aktienmarkt nicht zu schocken – der Leitindex MIB40 kann zulegen:

mib4006-12-16

Der MIB40 hatte sich seit dem 29.November deutlich besser entwickelt als der Dax – und seit Bekanntwerden des Ergebnisses des Referendums setzt sich dieser Trend fort:

daxmib06-12
(Dax schwarz, MIB40 orange)

Unter Druck stehen jedoch die Aktien von Monte dei Paschi, die nach Verlusten auch heute wieder vom Handel ausgesetzt wurden. Offenkundig will Italien mittels Steuergeldern die drittgrößte Bank retten – heute gibt es ein Treffen zwischen Vertretern des italienischen Finanzministeriums und der EZB. Der Grund: nach dem verlorenen Referendum sind internationale Investoren offenkundig nicht mehr bereit, die von Monte dei Paschi geplante Kapitalerhöhung mitzumachen. Nun versucht Italien offenkundig, bei der Rettung die (vorwiegend italienischen) Aktieninhaber und Anleihehalter nicht über die „Klinge springen zu lassen“. Offenkundig sollen nachrangige Anleihen der Bank in Aktien gewandelt werden. Doch das Mißtrauen ist offenkundig groß, da die Zeit davon läuft (bis zum Wochenende muß ein Deal stehen – daher wurde Monte dei Paschi wegen limit down vom Handel ausgesetzt:

bmps06-12-16

Europas Aktienmärkte scheint all das nicht zu kümmern – es ist ja auch bald Weihnachten, und da hat man doch einen gesetzlichen Anspruch auf eine Weihnachtsrally, oder?

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    sascha

    6. Dezember 2016 15:57 at 15:57

    Freue mich schon auf die D-Mark :-)

  2. Avatar

    Bademeister

    6. Dezember 2016 16:14 at 16:14

    60% Nein-Stimmen sind schon eine Ansage, da müssen/sollten jetzt dann zeitnahe Taten folgen. Eine Übergangsregierung bis 2018 hätte bei dem klaren Wahlergebnis wahrscheinlich keine Chance durchzuhalten.
    So gesehen ist es positiv zu werten, dass baldige Neuwahlen anstehen könnten. Neuwahlen würden aber massive Unsicherheit um ein eventuelles Machtvakuum nach der Wahl mit sich bringen, und ob das gut für Italien und die europäischen Märkte sein kann?

    Eine Baustelle mehr in der politischen Landschaft Europas!

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      6. Dezember 2016 16:21 at 16:21

      @Bademeister, noch bezeichnender ist übrigens, dass 80% (!) der 18-24-jährigen mit „Nein“ gestimmt hatten beim Referendum!

  3. Avatar

    marc

    6. Dezember 2016 17:34 at 17:34

    Namhafte Politikexperten in Italien sind sich einig:
    Renzi kommt wieder. So erstaunlich das klingt, aber die
    sagen, er hätte sich durch sein konsequentes Verhalten grosse Achtung verschafft und viele Italiener hätten ihn wieder gern.
    Chancen hätte die Opposition nur bei sofortigen Neuwahlen, aber die durchzusetzen ist schwierig bis unmöglich. Je mehr Zeit vergeht, desto größer die Chancen für Renzi.

  4. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 17:46 at 17:46

    Keine Chance ! – Keine… !

    Das wird zu 99 % genauso ausgehen wie bei Griechenland.

    Es sei denn, Itailen möchte vollends ins Chaos stürzen, man bedenke : „wir“ haben den ESM und die Italiener stünden vor dem Nichts.

    Oder wäre die Lira „Etwas“ ? ;)

    „Der Grund: nach dem verlorenen Referendum sind internationale Investoren offenkundig nicht mehr bereit, die von Monte dei Paschi geplante Kapitalerhöhung mitzumachen. Nun versucht Italien offenkundig, bei der Rettung die (vorwiegend italienischen) Aktieninhaber und Anleihehalter nicht über die „Klinge springen zu lassen“.“

    Das sagt doch alles, man stelle sich mal vor, was in Italien los wäre, würde man wircklich aus dem EUR/EU austreten ? Ui…..

    Aber mal so herum gesehen :
    Crashtourismus innerhalb Europas wäre doch ganz lustig… Ich wäre dabei, war noch nie in Italien… Ein EUR-Austritt würde mich wenigistens an den Gardasee locken, dürfte ich dann in „harten EUR“ bezahlen, wegen der Kapitalverkehrskontrollen ?… :D

    VG

    Marko

  5. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 18:08 at 18:08

    Das war etwas „hart“ ausgedrückt, triffts aber bei diesen ganzen Austritts-Referenden.
    Der Staat, der aus dem EUR austritt, hat definfitiv ein richtiges, grosses Problem.
    Es gäbe nur einen Staat, der beim EUR-Austritt kein Problem hätte , aber der macht das nicht.

    VG
    Marko

  6. Avatar

    marc

    6. Dezember 2016 18:11 at 18:11

    Wenn Italien austritt, ist Schluss mit Europa.
    Den Gardasee würden die meisten deutschen Touristen dann vorläufig nicht beglücken, da sie ziemliche wirtschaftliche Probleme hätten.
    @Marko, wenn sie noch nie in Italien waren, es ist ein wunderschönes Land, ich liebe es.
    Fahren Sie am besten gleich hin, bevor es zu spät ist.

    • Avatar

      Petkov

      6. Dezember 2016 19:31 at 19:31

      Naja, der Marko hat sich als Südtiroler schon strategisch positioniert oder irre ich mich ;-)

  7. Avatar

    asyoulike

    6. Dezember 2016 18:23 at 18:23

    Moin, moin,
    bitte keine Panik! Wieso sollte Italien aussteigen? Sie selbst müssen die Schulden doch nicht mehr zahlen, bleibt am Ende nur einer der zahlt. Genau, liebe Mitleser, die BRD wird für alles aufkommen. Das Ende der EU kommt mit dem finanziellen K.O. der BRD. Vorher kommen noch Steuererhöhungen etc. pp. . Bis zum großen Finale.

    • Avatar

      Volante

      7. Dezember 2016 06:09 at 06:09

      Looool. Irgendwie endet jede Diskussion damit, dass die BRD zahlt.

      Wer am meisten an etwas verdient soll auch zum Schluss am meisten zurückgeben.

      Diese ist im Fall der EU im Euroraum nunmal Deutschland. Kommt der „Deutsche“ nicht für die Schulden anderer Länder auf kann er seine Target 2 Salden auchmal schön als zweifelhafte Forderungen umbuchen. Omg das würd ich zugern sehen ;)

      Aus dieser Misere gibts kein vernünftigen Ausstieg. Die einzige sinnvolle Lösung ist den Patienten ins künstliche Koma zu schicken. Ich habe fertig und hört auf mit dem jammern und dieses Stammtisch gequassle.

      So nun hab ich fertig. An meine deutschen Freunde => bitte schön produktiv sein. Die EU will von euch gerettet werden. Danke für alles…

  8. Avatar

    Marko

    6. Dezember 2016 18:35 at 18:35

    Nein Marc,

    die bei der EU haben haben nach der Griechenland-Krise gelernt, defintiv.
    Wenn Italien austritt, wird das für dieses schöne Land in einer Katastrophe enden.
    Bedenken Sie mal alleine den reichen Norden nebst Südtirol, gegenüber dem Süden, na dann wünsche ich viel Spaß beim Austritts-Referendum.
    Alleine die Umstellung von EUR auf Lira dürfte sich über Jahre hinwegziehen, die Schulden Italiens stünden da in harten EUR.
    Der sogenannte „Solidaritäs-Beitrag“ zur EU müsste immer in EUR bezahlt werden, machen die Briten übrigens, obwohl die noch nicht ausgetreten sind, und dies gar nicht wollen, na ja egal.. Ist ein anderes Thema….

    VG
    Marko

    • Avatar

      marc

      6. Dezember 2016 19:55 at 19:55

      Ok, kann sein, dass Italien auch nicht austritt.
      Wollte nur sagen, daß wenn es austritt, nicht nur Italien
      ein Problem hätte, sondern alle! Anders als bei Griechenland oder England.

  9. Avatar

    patrick

    6. Dezember 2016 19:39 at 19:39

    ciao
    mattarella – nicht matarelli

  10. Avatar

    marc

    6. Dezember 2016 20:02 at 20:02

    PS: Die Schulden würde Italien bei einem Italexit
    natürlich nicht zurückzahlen….Staatsbankrott….siehe Argentinien.

  11. Avatar

    Thomas

    6. Dezember 2016 23:09 at 23:09

    Es wird so kommen, dass die Monte dei Paschi vom Steuerzahler gerettet wird.
    Wieder einmal wird die EU gegen ihre eigenen Regeln verstoßen und danach wird es wieder einen Aufschrei (und das zu Recht) der radikaleren Parteien geben, einhergehend mit weiterem Rechts- oder Linksruck.

  12. Avatar

    Marko

    7. Dezember 2016 23:26 at 23:26

    Marc,

    das ist für einen Staat aus der EUR-Zone nicht machbar ( ein Staatsbankrott, Italien ist nicht Argentinien, Sie wissen, warum ?), ein Staatsbankrott Italiens, wäre mit Abstand das Allerschlimmste… ;) Warum sind die Griechen im letzten Moment „abgesprungen“ ?

    Dann komme ich als Crashtourist nach Italien, billig Urlaub machen (im ehemaligen) Europa, die Italiener wollten das dann eben offenbar so. Ich will so ein Szenario nicht…
    Aber : jeder so , wie er mag…

    VG

    Marko

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage