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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Anleihen

Italien: Panik erreicht neue Dimension

Der panikartige Abverkauf an Italiens Finanzmärkte beschleunigt sich!

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Die Panik an Italiens Finanzmärkten erreicht eine neue Dimension! Italiens Aktienmarkt nun mit dem tiefsten Stand seit August 2017:


(Alle Charts durch anklicen vergrößern)

Aber noch wichtiger ist der freie Fall der 10-jährigen italienischen Anleihe, die nun bei 2,96% rentiert und damit deutlich höher (erstmals seit Jahren!) als die 10-jährige US-Staatsanleihe (derzeit bei 2,86%). Wollen die Märkte also ernsthaft wieder anfangen, Risiken adäquat einzupreisen? Können die das überhaupt noch, aber haben sie es nicht schon längst verlernt nach jahrelangem Notenbanken-Dumping?

Man flieht in die Sicherheit – die Rendite der deutschen Bundesanleihe fällt auf 0,27% – und damit steigt der spread (der Renditeaufschlag) zur 10-jährigen italienischen Anleihe auf 270 Basispunkte:

Italiens Banken unter Druck, wie hier Intesa Sanpaolo, die über 81 Milliarden Euro an italienischen Staatsanleihen halten:

Der Markt wird nun die Schmerzgrenzen austesten, bis die EZB dann doch eingreifen wird – obwohl sie das eigentlich nicht will. Aber sie wird es tun müssen, um den Euro zu retten: „whatever it takes to preserve the Euro“, so Draghi im Jahr 2012, der die Wende einläutete und das QE der EZB ankündigte. Nun endet das QE – und sofort ist die Panik wieder da!

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten:

 

 


Die Ponte Vecchio in Florenz, einer der zahlreichen Schönheiten in Italien
Foto: Martin Falbisoner

7 Kommentare

7 Comments

  1. Pit M.

    29. Mai 2018 10:23 at 10:23

    deutsche Anleihenrendite (10 Jahre) nun über – 25 % … 🙂
    läuft in der Euro Zone

  2. Sven

    29. Mai 2018 10:34 at 10:34

    Was soll die EZB denn machen? Über das OMT Programm italienische Staatsanleihen kaufen? Das wäre bei Neuwahlen dann eine Einladung an Lega und 5 Sterne zum hemmungslosen Schuldenmachen da man den Wählern sagen kann: die EZB finanziert schon alles.
    Und genau dass wird man dann auch in Lissabon, Madrid und Paris machen wollen. Gleiches Recht für alle.
    Sonst kann bei der EZB niemand die Klappe halten aber es ist verdächtig ruhig bei der EZB. Dort ist man wahrscheinlich auch planlos und weiß das jede Aktion die Euro Krise langfristig nur vertiefen wird.

  3. martini

    29. Mai 2018 11:00 at 11:00

    Folker Hellmeyer: „Ohne Mario Draghi wäre Italien pleite!“

    https://aktien-boersen.blogspot.de/2018/05/folker-hellmeyer-ohne-mario-draghi-ware.html

  4. Marcus

    29. Mai 2018 11:05 at 11:05

    Schön wenn es zu einem bereinigenden Gewitter kommt. Dadurch wird nur etwas rückabgewickelt was sowieso kein stabiles Fundament hatte.

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Anleihen

Die Zinsfalle wird für die Notenbanken immer problematischer – deutsche Renditen fielen unter die japanischen

Die Notenbanken in der Zwickmühle: Sie können die Zinsen kaum anheben, ohne massive Verwerfungen an den Finanzmärkten auszulösen

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Eigentlich wollte man doch die Bilanzen der Notenbanken reduzieren (Tapering) und die Zinssätze behutsam nach oben bringen – passiert ist in letzter Zeit aber zum Teil das Gegenteil. Die ausstehenden Anleihen, die eine negative Rendite abwerfen, haben weltweit ein Volumen von 10,6 Billionen Dollar erreicht. Das ist der höchste Stand seit 2016. Selbst in Ländern wie Spanien und Portugal muss man bis zu einer Laufzeit von drei Jahren Negativzinsen in Kauf nehmen. Deutschland fiel mit minus 0,12 Prozent für die 10-Jährigen sogar unter das Niveau von Japan.

 

Die durch die Notenbanken erzeugte Zwangslage

Seit Anfang des Jahres sinken die Renditen an den Rentenmärkten und die Fed hat im März bekanntgegeben, den Zinserhöhungszyklus auszusetzen. Damit wird es selbst am langen Ende schwierig nach Inflation überhaupt eine positive Rendite zu bekommen. Folge: Investoren treiben weiter die Preise von Aktien, Immobilien und die Kurse von Hochzinsanleihen. Versicherungen und Pensionskassen, die sehr strikte Anlagerichtlinien haben, dürfen keine Aktien oder Hochzinsanleihen halten und sind daher sogar gezwungen, negativ rentierende Staatsanleihen zu kaufen.

Gleichzeitig steigt die Verschuldung der Unternehmen immer weiter an. Je länger die Niedrigzinsphase anhält, desto größer wird die Gefahr für die Märkte. In Europa hat die EZB ihr Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensbonds zwar beendet, jedoch hält sie den Anleihebestand in ihrer Bilanz konstant und ersetzt die auslaufenden Papiere durch neue.

Damit dürfte die Bundesbank im Jahr 2019 für 50 Milliarden Euro Bundesanleihen kaufen, immerhin ein Viertel des Neuemissionsvolumens.

 

Duration wird zur Bedrohung

Die immer weiter sinkenden Zinsen verändern die Struktur des Anleihemarktes fundamental. Fondsmanager müssen in längere Laufzeiten ausweichen, was zu einer höheren Duration führt. Das Problem: Je größer die Laufzeit und je kleiner der Kupon ist, umso größere Auswirkungen haben Zinsänderungen. Ein Portfolio mit einer Duration von fünf Jahren verliert fünf Prozent an Wert, wenn die Zinsen um einen Prozentpunkt steigen. Die steigende Duration der Anleiheindizes führt daher dazu, dass der Ausverkauf am Bondmarkt im Fall einer Zinswende stärker würde.

Mit ihrer extrem expansiven Geldpolitik haben sich die Notenbanken in eine Zwickmühle manövriert. Sie können die Zinsen kaum anheben, ohne massive Verwerfungen an den Finanzmärkten auszulösen.

Aber: Das ist das Szenario bei einer Zinswende nach oben, bei fallenden Zinsen könnten die Kurse aber sogar steigen, aber dann bekäme man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Rezession. Dazu später mehr.

 

Japanisierung schreitet voran

Die Japanisierung der Bundesanleihe ist komplett: Erstmals seit Jahrzehnten lagen die Renditen für deutsche Staatsanleihen über alle Laufzeiten hinweg niedriger als die japanischer Staatsanleihen. Wie hat Japan in jüngster Vergangenheit auf die Erosion der Zinserträge für Pensionskassen reagiert? Der japanische Government Pension Investment Fund (GPIF) ist mit 1,2 Billionen Anlagevolumen einer der größten Pensionsfonds der Welt. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen in Japan seit 2012 hat der Fonds seine Staatsanleihequote von rund 60 Prozent auf 35 Prozent reduziert und die Aktienquote von 24 auf 50 Prozent erhöht. Eine Strategie nicht ohne Risiko, wie man am Einbruch des Pension Fund um neun Prozent im vierten Quartal 2018 feststellen musste.

Bisher ist man in Europa noch ein Stück von solchen Maßnahmen entfernt. Der Werkzeugkasten der EZB mit seinem OMT-Programm (Outright Monetary Transactions oder geldpolitische Outright-Geschäfte, vielleicht besser, vorbehaltlose geldpolitische Geschäfte) sieht nur den Ankauf von Anleihen vor. Aber halt, Europa ist falsch, in der Schweiz kauft die Notenbank schon Aktien.

 

Mein Fazit

Die Notenbanken haben in ihrer Aufarbeitung der Finanzkrise von 2008 ein Experiment gestartet und ein Monster geschaffen. Dies wird aus den oben angeführten Entwicklung der Anleiherenditen und der damit verbundenen möglichen Turbulenzen bei auch nur geringfügigen Anheben der Zinsen deutlich.

Die große aktuelle Blase besteht derzeit nicht am Aktienmarkt, sondern an den Anleihemärkten. Und ein Ende der Manipulation ist noch nicht in Sicht.

Der S&P 500 hat ein KGV von 17 und der Rentenmarkt? Selbst bei den 10-jährigen US-Staatsanleihen liegt die Zahl deutlich über 40, bei den deutschen Anleihen im Minusbereich ist das KGV gar nicht mehr messbar. Man kann aus den 500 Werten des S&P 500 sicher ein paar Aktien finden, die hohe KGVs aufweisen, für eine nüchterne Betrachtung zählt aber nur der Durchschnitt.

Die niedrigen Zinsen halten die Investoren immer noch in den Aktienmärkten.

Was aber nicht heißt, dass die Aktienkurse einen Fallschirm haben. Wie in der Quartalssaison gerade beobachtet, fallen selbst Dickschiffe um 10 Prozent, wenn sie einen schlechten Ausblick liefern. Derzeit liegen die „Multi- Nationals“ wie Caterpillar oder 3M dick im Minus, weil man die sich verschlechternden Gewinnaussichten durch den Handelskrieg einpreist.

Sollte es zu einer Rezession kommen, können sich die Aktienindizes halbieren, wie in der Vergangenheit stets beobachtet, weil es auch die Unternehmensergebnisse tun.

Ich schreibe hier schon öfters von der Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession 2020, das könnte die Überraschung sein, von der kaum ein Volkswirt heute ausgeht. Die Aktienmärkte sollten es bald anzeigen.

Zusammengefasst: Keine schöne Perspektive. Entweder kracht es bei den Bondinvestoren durch steigende Zinsen (besonders bei den High Yields) oder die Zinsen fallen weiter und dann kommen die Aktienmärkte unter Druck, weil die Konjunktur einbricht.

 

EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kiefer CC BY-SA 2.0

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Anleihen

So stark reduziert China seinen Besitz an US-Staatsanleihen

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Wirft China massenhaft US-Staatsanleihen auf den Markt, sozusagen als „Rache“ oder Instrument im Handelskrieg mit den USA? Die USA importieren viel, viel mehr aus China als umgekehrt. Von daher können die USA auch Zölle auf mehr Handelsvolumen erheben als die Chinesen. Von daher müsste sich China nach Alternativen umschauen, um die Amerikaner treffen zu können.

Da wäre der gigantische Berg an US-Staatsanleihen, welche von China gehalten werden, ein Druckmittel. Schnell große Mengen davon am freien Anleihemarkt verkaufen, das würde an den Märkten für Turbulenzen sorgen. Aber Finanzexperten sind sich relativ einig, dass China dieses Mittel nicht wählen wird. Aber tun die Chinesen es bereits? Nicht schnell auf einen Schlag große Mengen abstoßen, sondern nach und nach, Monat für Monat eher kleine Mengen?

Veränderungen beim Eigentum von US-Staatsanleihen

Die heute Nacht offiziell vom US-Finanzministerium veröffentlichten Daten für den Monat März zeigen, dass China zumindest offiziell US-Staatsanleihen im Wert von 10,4 Milliarden Dollar verkauft hat (netto). Der offiziell ermittelbare Besitz Chinas belief sich auf 1,1205 Billionen US-Dollar gegenüber 1,1309 Billionen US-Dollar im Februar (aktuell der niedrigste Wert seit zwei Jahren).

Im Jahresvergleich von März 2018 bis März 2019 sank das Volumen von 1188 um 68 Milliarden Dollar auf jetzt 1,1205 Billionen Dollar. Im Verlauf des letzten Jahres (Grafik) sieht man: Es ging jeden Monat ein klein wenig bergab, und auf ein Jahr gesehen kann man schon einen deutlichen Rückgang erkennen. Die ersten Monate im Jahr 2019 nahm das Volumen sogar etwas zu, und aktuell erleben wir den ersten Rückgang seit November 2018.

Bedenken muss man immer auch folgendes: Es ist schwierig zu erkennen, ob und welche Volumen Länder wie Russland oder China über Verwahrstellen in Drittstaaten wie zum Beispiel Belgien oder den Caymans halten. In Finanzkreisen ist es ein offenes Geheimnis, dass Regierungen ihre Besitzverhältnisse für die Öffentlichkeit so schwerer erkennbar machen. Die Cayman Islands sind immerhin laut der offiziellen Liste der achtgrößte Halter von US-Staatsanleihen! Dort nahm das gehaltene Volumen in den letzten 12 Monaten um 53 Milliarden Dollar zu. In Belgien wuchs das gehaltene Volumen in den letzten 12 Monaten um 60 Milliarden Dollar.

US-Staatsanleihen - Ausländische Besitzer
Grafik: US-Finanzministerium. Zum Vergrößern bitte anklicken.

US Treasury Department - US-Staatsanleihen
Treasury Department building in Washington, D.C. Foto: AgnosticPreachersKid CC BY-SA 3.0

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Anleihen

Nur noch 0,53% Rendite für 30jährigen Kredit an Deutschland – satte Gewinne für Kurs-Zocker

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Absage an höhere Zinsen durch die Notenbanker, Rezession in der Industrie, unsichere Gesamt-Konjunktur in Europa. Und die Renditen für Staatsanleihen fallen, und fallen, und fallen. Heute hat die Finanzagentur Deutschland GmbH für den deutschen Staat eine neue Tranche einer bereits aufgelegten 30jährigen Bundesanleihe verkauft. Bei einem Angebotsvolumen von 1 Milliarde Euro lag die Nachfrage bei einem Volumen von 1,44 Milliarden Euro.

Die Rendite sinkt wie gesagt immer weiter. Dies sieht man beispielsweise im folgenden Chart für 30jährige deutsche Staatsanleihen, der ein Jahr zurückreicht. Vor einem Jahr lag die Rendite noch bei 1,33%, jetzt nur noch bei 0,51%. Die heutige Emissionsrendite lag bei 0,53%. Bei der vorigen Emission vor zwei Monaten waren es noch 0,74%. Ein weiterer kräftiger Absturz! Und das bei 30 Jahren Laufzeit.

Da der Zinskupon bei dieser Emissionsserie bei 1,25% liegt (also reale Zinszahlung von 1,25%), muss der Börsenkurs der Anleihe (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten) weit über dem Nominalpreis von 100% liegen, damit die Rendite unter 1,25% sinken kann. Und mit den immer schlechteren Nachrichten von Konjunktur und EZB steigt daher der Kurs immer weiter an, und somit fällt die Rendite immer weiter ab. Denn Neu-Käufer der Anleihen müssen immer mehr bezahlen für einen unveränderlich höhen Zinskupon.

Der folgende Chart zeigt die aktuell laufende Anleihe-Serie. Rot markiert sieht man die immer weiter fallenden Renditen. Allein schon an den Emissionskursen sieht man, welche Kursgewinne möglich waren in den letzten Monaten. Lag der Kurs vor genau einem Jahr noch bei 99,69%, so liegt er jetzt schon bei 119,51%.

Rendite-Übersicht bei 30 Jahren Laufzeit

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