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Italien-Referendum: Wolfgang Schäuble´s Griechenland-Ansage gerade jetzt ist wohl kein Zufall

Was für ein Zufall. Am Sonntag den 4. Dezember fand in Italien das Referendum statt, das letztlich über die Zukunft Italiens entschieden hat. Wir wissen es jetzt alle: Es wird in Rom so weitergehen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was für ein Zufall. Am Sonntag den 4. Dezember fand in Italien das Referendum statt, das letztlich über die Zukunft Italiens entschieden hat. Wir wissen es jetzt alle: Es wird in Rom so weitergehen wie bisher. Eventuell gibt es Neuwahlen, aber das System mit zwei Parlamentskammern, die sich gegenseitig blockieren, bleibt bestehen. Und egal wer möglicherweise neu an die Macht kommt, oder ob nur ein Nachfolge-Premier nach Matteo Renzi bestellt wird: Das politische Chaos in Italien bleibt, Reformen sind nicht gewollt. Das kann man so festhalten. Eine klare Ansage an potenzielle Investoren: Baut eure Fabriken lieber in einem anderen Land!

schaeuble
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Angela Merkel. Foto: Tobias Koch / Wikipedia (CC BY-SA 3.0 de)

Und just an diesem Tag den 4. Dezember gibt unser aller Finanzminister Wolfgang Schäuble dem Finanz-Fachblatt „Bild am Sonntag“ ein knallhartes und für jeden verständliches Interview, in dem es vordergründig um Griechenland geht. Wenn Griechenland im Euro bleiben wolle, führe kein Weg vorbei an der Umsetzung der vereinbarten Reformen. Eine erneut klare Ansage, die aber auch als Wink Richtung Rom zu verstehen ist, da man ja nicht weiß, wer dort demnächst regiert. Vielleicht Populisten, die einfach dumpf drauf los die Staatsverschuldung noch weiter hochtreiben, und die Verschuldungskriterien aus Maastricht einfach ignorieren? Es ist wohl eine generelle „Disziplinierungsansage“.

Inhaltlich erwähnte Schäuble Griechenlands Schuldenproblem gerade jetzt, weil die Finanzminister der Euro-Mitglieder sich heute in Brüssel treffen, um die aktuellen „Fortschritte“ der griechischen Reformanstrengungen zu bewerten. Denn die Fortschritte sind Bedingung für die abschnittsweise stattfindenden Auszahlungen des 80 Milliarden Euro-Kredits. Aktuell anstehen tut die weitere Liberalisierung des Arbeitsmarkts – also die Lockerung des Kündigungsschutzes. Aber zu dem ganzen Thema hatte Wolfgang Schäuble sich in der Vergangenheit schon so oft geäußert, dass eine erneut so öffentliche Äußerung nicht nötig gewesen wäre.

Der Wink Richtung Rom ist eindeutig, auch wenn er geschickt in ein Geschenkpapier mit der Aufschrift „Athen“ versehen ist. Schäuble hat wohl kaum Lust auf ein zweites Athen in Rom. Das würde er nervlich wohl kaum noch verkraften, nach dem jahrelangen Stress rund um die Griechenland-Rettung, die inzwischen (seien wir mal ehrlich) nur noch eine künstliche Beatmung des Patienten (der griechischen Staatskasse) ist. Ach ja, und Schäuble lies es sich erneut nicht nehmen klar gegen die EU-Kommission zu schießen, die ja jüngst mal wieder Deutschland aufforderte doch bitte endlich mehr Schulden zu machen, und damit mehr Brücken und Straßen zu bauen (Thema „Konjunkturprogramm). Da sagte Schäuble es fehle in Deutschland nicht an Geld für Investitionen. Es fehle an fertig geplanten Bauprojekten, in die Geld investiert werden könne. Im Klartext: Die Bauplanungen in Deutschland kommen nicht hinterher. Auch aufschlussreich: Laut Schäuble würde es in Griechenland keinen Arbeitslosen weniger geben, wenn man in Deutschland die Schuldenlast erhöhe.

7 Kommentare

7 Comments

  1. Avatar

    verinet

    5. Dezember 2016 11:57 at 11:57

    “ stirbt der Euro stirbt Europa“ …..da wird weiter gerettet werden da kann Schäuble drohen wie er will letztendlich wirds dann Mutti richten

  2. Avatar

    gerd

    5. Dezember 2016 12:05 at 12:05

    „…Im Klartext: Die Bauplanungen in Deutschland kommen nicht hinterher.“

    Da haben wirs wieder:
    In Deutschland fehlen die Fachkräfte – in der Regierung.

  3. Avatar

    Christian

    5. Dezember 2016 12:52 at 12:52

    Griechenland-Rettung was für ein Witz! Richtig ist Bankenrettung auf Kosten der Steuerzahler!!!!

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    hans

    5. Dezember 2016 13:09 at 13:09

    Straßen bauen???? Hat es das in dieser Form nicht schon mal gegeben, damals baute man Autobahnen.

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    Bub

    5. Dezember 2016 15:20 at 15:20

    Schubst doch den alten endlich mal die Treppen runter *sry

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    asisi1

    5. Dezember 2016 17:36 at 17:36

    Schäuble kann doch faseln was er will.
    am ende wird Deutschland alles bezahlen“müssen“.

  7. Avatar

    Thomas

    5. Dezember 2016 22:05 at 22:05

    Sorry, aber ich finde eure Kommentare gegen Schäuble echt nervig…wir können in unserem Lande froh sein, dass einer versucht, das Ganze hier etwas zusammenzuhalten und vernünftig zu Haushalten…
    Wer würde es denn eurer Meinung nach besser machen?

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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