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Europa

Italien revidiert BIP-Zahlen nach unten – es riecht nach Rezession

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Italien hat heute seine bereits vorab vermeldeten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das 1. Quartal nach unten revidiert. So ist die Wirtschaft im Vergleich zum 4. Quartal 2018 jetzt „nur noch“ um 0,1% gewachsen. Die Vorabschätzung zeigte noch einen Zuwachs von 0,2%. Solche Differenzen mögen sich nicht nach viel anhören, sind aber im Statistik-Universum verdammt große Sprünge – und das gerade bei dieser wohl wichtigsten volkswirtschaftlichen Kennzahl.

Noch deutlicher fällt die Abwärts-Revision aus beim viel wichtigeren Jahresvergleich. Die Vorabschätzung lag bei +0,1%, und wurde heute revidiert auf -0,1%.

Im Vergleich von Quartal zu Quartal lag man zuletzt zwei Monate nacheinander im Minus, also schon in einer Rezession. Nun mit ganz mauen +0,1% ist man diesem Gruselwort „Rezession“ haarscharf entkommen. Aber schauen Sie selbst bitte die beiden Grafiken, welche die Lage verdeutlichen. Italien krampft aktuell an der konjunkturellen Null-Linie herum. Es kann jederzeit weiter in den Keller gehen.

Lega-Chef und Innenminister Salvini sagte vor Kurzem Italien werde gegenüber Brüssel gute wirtschaftliche Daten präsentieren. Die hätte er aktuell mehr denn je gebraucht, denn gerade erst hat die EU-Kommission einen Brief nach Rom geschickt. Es geht um den aktuellsten Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien. Das Land habe nicht genügend Fortschritte gemacht. Bis heute (was für ein Zufall) müsse Rom Stellung nehmen. Sonst droht wohl ein neues Defizitverfahren für Italien. Tja, ob diese heute präsentierten mehr als wackligen revidierten Zahlen in Brüssel jemanden überzeugen können? Denn wie gesagt, diese Zahlen zeigen nur eines: Das Land hängt weiterhin kurz vor der Rezession.

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Europa

Verbraucherpreise März veröffentlicht – ein erstaunliches Ergebnis

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Brieftasche Beispielfoto - aktuelle Verbraucherpreise wurden veröffentlicht

Soeben hat das Statistische Bundesamt für Verbraucherpreise für den Monat März als Vorabschätzung veröffentlicht. Im Vergleich zu März 2019 sind sie um 1,4 Prozent gestiegen nach 1,7 Prozent im Februar und 1,7 Prozent im Januar. Wie bitte? Wie kann das sein? Strom – und Ölpreise stürzen so richtig übel in den Keller, und der Gesamtschnitt der Verbraucherpreise sinkt nur minimal? Das muss man sich im Detail anschauen. Im Jahresvergleich sind die Verbraucherpreise für Energie (Strom und Öl) um 0,9 Prozent gesunken. Folgt hier der große Absturz für die Verbraucher erst mit Verzögerung im April?

Den Gesamtschnitt hochgehalten haben die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel mit aktuell +3,7 Prozent. Im Februar waren es bereits +3,3 Prozent. Also, ein ganz klein wenig scheinen die Preise im Lebensmittelhandel durch die Coronakrise doch angezogen zu sein – aber halt nur ein wenig. Bis jetzt reicht das aus um den Gesamtschnitt der Verbraucherpreise mit 1,4 Prozent Steigerungsrate erstaunlich stabil zu halten. Kommt im April der Rutsch nach unten, falls der Ölpreis-Crash dann voll an den Tankstellen durchschlagen sollte? Abwarten. Die Statistiker haben aktuell noch Folgendes anzumerken. Zitat:

Die Datenerhebung für die Verbraucherpreise im März 2020 war in den Statistischen Ämtern – von einigen regionalen Engpässen abgesehen – nur geringfügig durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt, da die Preise grundsätzlich in einem Zeitraum von mindestens einer Woche um die Monatsmitte erhoben werden. Daher ist die Datenqualität weiterhin gut. Die endgültigen Ergebnisse für März 2020 werden am 16. April 2020 veröffentlicht.

Details der aktuellen Verbraucherpreise

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Arbeitslosigkeit in Deutschland vor starkem Anstieg – ifo mit Frühwarnung

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Steht Deutschland vor einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit? Das ifo Institut hat soeben das ifo Beschäftigungsbarometer veröffentlicht, das auf monatlichen Meldungen von  ca. 9000  Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß-und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors basiert. Das Barometer stürzt so stark ab, wie noch nie seit Einführung (also seit dem Jahr 2002). Neueinstellungen würden gestoppt, Deutschland erlebe in Sachen Jobs eine „Vollbremsung“. Eine deutlich steigende Arbeitslosigkeit scheint damit vorgrogrammert zu sein!

Hier der Wortlaut von ifo:

„Die deutschen Unternehmen legen bei den Personalplanungen eine Vollbremsung hin. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im März deutlich gefallen auf 93,4 Punkte, von 98,0 Punkten im Februar. Das ist der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002. Es ist zudem der niedrigste Wert seit Januar 2010. Neueinstellungen werden gestoppt. Der Handel, die Dienstleister und der Bau verzeichnen neue Rekorde beim Rückgang des Barometers. Im Handel wird es verstärkt Entlassungen geben, bei den Dienstleistern in geringem Umfang. Nur auf dem Bau gibt es keine Änderungen beim Personal. In der Industrie ist das Barometer wenig gefallen. Jedoch waren auch schon vorher Entlassungen vorgesehen. Das wird sich jetzt fortsetzen.“

Der Chart des ifo Beschäftigungsbarometers im freien Fall:

Kommt die Massenarbeitslosigkeit in Deutschand? Der ifo Beschäftigungsbarometer deutet darauf hin

Grafik: ifo

Auch Deutschland wird von einer Welle der Arbeitslosigkeit erfaßt werden – je länger der lockdown durch die Corona-Krise dauert, um so größer wird das Problem werden.

Gestern gab es in den USA einen historisch nie dagewesenen Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe:


source: tradingeconomics.com

Die Zahl der sich neu arbeitssuchend Meldenden übersteigt mehrfach die bisherigen Rekorde in Krisen der Vergangenheit:

Die Arbeitslosigkeit wird in Deutschlsnd stark ansteigen

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Exporte: So brutal brechen die Erwartungen aktuell ein

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Viele deutschen Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Dass die deutschen Exporte einbrechen und dass die Stimmung mies ist, das war zu erwarten. Aber wie mies ist die Erwartungshaltung aktuell? Das kann man an den Exporterwartungen ablesen, welche das ifo-Institut heute ganz frisch veröffentlicht hat. Die Daten basieren auf ca. 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Die Unternehmen werden gebeten, ihre Exporterwartungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Erwartungen für die nächsten drei Monate als „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“ kennzeichnen. Der Saldowert der Planungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „zunehmen“ und „abnehmen“. Und was kam raus? Der Chart zeigt den aktuell katastrophalen Absturz! ifo dazu mit seiner Aussage im Wortlaut:

Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im März von minus 1,11 auf minus 19,8 Punkte gefallen. Dies ist der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009. Die Corona- Pandemie bremst den weltweiten Handel aus. Die länderübergreifende Logistik wird schwieriger. Deutschland als Exportnation ist besonders davon betroffen. Die Exporterwartungen sind in nahezu allen Industriebranchen gesunken, teilweise deutlich. Besonders hart trifft es die Autoindustrie, welche mit deutlichen Rückgängen bei den Exporten rechnet. Auch im Maschinenbau ist der Ausblick düster. Gleiches gilt auch für die Hersteller von Textilien und Bekleidung. Ein vergleichsweise moderater Rückgang war bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen und in der Chemischen Industrie zu beobachten.

ifo Exporterwartungen als Grafik

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