Folgen Sie uns

Aktien

Italien schockt mit Koalitions-Inhalten, türkische Notenbank unterstützt ihre Währung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Italien und die Kapitalmärkte zeigen sich aktuell recht schockiert – das betrifft Anleihen wie Aktien. Heute dringen Inhalte des Koalitionspapiers an die Öffentlichkeit, über das die rechtspopulistische Lega derzeit mit der Fünf-Sterne-Bewegung verhandelt. Die Inhalte schocken, und fördern genau das zu Tage, was viele Beobachter lange befürchtet haben.

Italien verunsichert die Märkte

Populistische Parteien könnten nach der Regierungsübernahme versuchen aus dem Euro auszutreten und/oder die Schulden des Landes einfach nicht mehr anzuerkennen. Und genau das steht im heute bekannt gewordenen Entwurf. So enthält das Papier eine Forderung, wonach Italien Staatsschulden in Höhe von 250 Milliarden Euro erlassen bekommen soll, die durch die EZB gehalten werden. Damit würden die schlimmsten Befürchtungen der Euro-Kritiker auch hierzulande Realität (gemeinsame Haftung für Verluste der EZB). Auch vom Euro-Ausstieg Italiens ist konkret die Rede.

Die italienischen Kapitalmärkte zeigen sich dementsprechend „begeistert“ und stürzen ab – auch wenn die beiden Parteien offenbar solch drastische Aussagen im endgültigen Vertrag milder formulieren wollen. Im Chart (Verlauf seit März) haben wir den italienischen Aktienindex und die zehnjährige italienische Staatsanleihe übereinander gelegt. Beide fallen heute deutlich im Kurs. Die Anleihe fällt von gestern 137% auf jetzt 135,50% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Somit steigt die Rendite und damit auch die Risikoprämie für den Ausfall italienischer Staatsanleihen. Das bedeutet: Italien ist wieder zurück auf der Bühne der richtig unsicheren Kapitalmärkte. Für Spekulanten können sich hier gute Chancen ergeben, mit entsprechend hohen Risiken.

Italien

Italien und EU-Flagge
© European Union , 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

Türkische Lira

Die türkische Lira hatte in den letzten Wochen und Monaten immer weiter abgewertet gegen Dollar und Euro (wir berichteten schon diverse Male). Bis heute früh war der Euro vs Lira auf wahnsinnige 5,32 angestiegen – ein Rekordtief für die Lira, welches die Abwertung der Lira immer schneller und dramatischer zeigte. Dann kam heute die Aussage der türkischen Zentralbank. Man werde notwendige Schritte unternehmen um ungesunden Preisbewegungen in den Märkten entgegenzuwirken. Im Klartext: die Zentralbank will wohl im eigenen Besitz befindliche Euro und Dollar verkaufen und dafür die eigene türkische Lira kaufen, damit sie wieder steigt.

Der Markt reagierte sofort, und Euro vs Lira fiel zügig von 5,32 auf 5,20. Das ist bei den vorigen Anstiegen nur eine winzige Gegenbewegung, aber im kurzen Bild verhagelt das den aktiven Tradern auf der Long-Seite erstmal die Performance. Mal sehen, ob diese Aussage der Zentralbank die Lira stabilisieren kann. Man kann da seine Zweifel haben. Nun kann es zum Showdown kommen – wer ist stärker und drückt mit mehr Volumen in den Markt, die Trader oder die Zentralbank?

Türkische Lira
Euro vs Türkische Lira seit 8. Mai.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Masud79

    16. Mai 2018 17:38 at 17:38

    Und kümmerts den Dax ? Nö
    Nur noch krank der Index

  2. Avatar

    asyoulike

    16. Mai 2018 17:52 at 17:52

    Moin, moin,
    interessant der Artikel über Italien. Sagen wir es einfach auf Deutsch, Italien ist pleite! Das darf aber nicht sein, also wird diese Pleite verschoben und kaschiert. Jetzt noch eine Regierung, die massiven Druck auf Berlin machen wird. Ziel, wir bleiben nur in der EU, wenn unsere Schulden zumindest teilerlassen werden. Mit dem Austritt Italiens würde die EU sicher ihr Ende finden. Dieses ist nicht im interesse von Berlin, dann kämen die Target II Salden etc. pp. auf den Tisch und in Berlin wäre Ausnahmezustand (im wahrsten Sinne des Wortes). Ergo wird Berlin alles tun (wohl wirklich alles!), um Italien in der EU zu halten.
    Nun aber die Realität. Dieses Spiel auf Zeit geht nicht ewig, also die Frage, wann kommt der Knall oder gibt es schon Anzeichen für eine Ersatzwährung? Der Bürger wird zum Bürgen seines Staates. Richtig so, er hat dafür gewählt, nun soll er auch für seine Wahlfehler gerade stehen. Viel Spass dabei.

  3. Avatar

    Columbo

    16. Mai 2018 17:53 at 17:53

    Sie haben längst wieder zurückgerudert und dementiert. Ist überhaupt interessant, daß die Märkte immer alles schon vor den Medien wissen.

  4. Avatar

    Pit M.

    16. Mai 2018 19:17 at 19:17

    Die EU ist am Ende – und wenn man dass jetzt wieder kittet, dann verschiebt man den ganz großen Schock weiter in die Zukunft. Was Leute wie Bernd Lucke oder H.W. Sinn schon vor Jahren über das EU Euro – System gesagt haben trifft nun langsam ein. Aber schon damals waren einen sachliche Diskussion nicht möglich – auch da wurde jede Kritik am System als rechts usw. abgetan.

  5. Avatar

    Wolfgang Koch

    17. Mai 2018 10:25 at 10:25

    Für jeden Sch…gibt es Umfragen mit,“wenn möglich“einem,dem Besteller passenden Ergebnis!Traut Euch doch mal eine in D zu machen mit dem Titel:Whatever it takes(was sind Sie bereit für die Rettung des €uro zu geben?)Faktisch ist die Situation identisch mit „nachem Krieg“!Der Unterschied liegt darin,dass Deutschland dieses Mal „gewonnen“ hat.Wir dürfen mal USA spielen mit Marshallplan und so.Die Adenauer der Warmwasserstaaten können sich dann im Wirtschaftswunder sonnen!P.s.Eigentlich braucht es obiges nicht.Es steht ja eine Fussball-WM bevor an der der/die Michel/ine noch unaufmerksamer ist als sonst schon!Wenn er/sie dann aufwacht,sind die Sauereien gelaufen,aber wir sind Weltmeister oder Papst oder sonstwas,titelt zumindest das Neue Deutschland der Chefredakteurin A.M.Auf geht’s Michel/ine,Karrieremachen bis min.72 ist angesagt!Und seien wir mal ehrlich:Gebrauchtwerden bis zur Kiste ist doch auch etwas.

  6. Avatar

    Ralf Resch

    19. Mai 2018 04:25 at 04:25

    Der Herr Erdogan hat sich selbst einen 11 Meter geschossen-und treibt seine Lira in den Abgrund.In nächster Zeit kann man davon ausgehen das die Lira sich kaum stabilisiert.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Abwarten beim Dax, ifo steigt, 5G startet, Tradingideen bei Adidas und Mastercard

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Sollte man sich jetzt in den Dax reinkaufen? Im folgenden Video bespricht Manuel Koch die aktuelle Lage und die Aussicht für die nächsten Wochen mit einem Experten. Noch 3 bis 4 Wochen solle man abwarten. Würden die Kurse dann zurückkommen, seien es Kaufkurse. Wenn nicht, dann sehe der Markt neue Jahreshöchststände.

Der heute veröffentlichte ifo-Index gebe weiteren Optimismus für die deutsche Konjunktur. Auch im Video angesprochen wird das von Telefonica an den Start gebrachte 5G-Netz.

Konkret besprochen werden im folgenden Video zwei Handelsempfehlungen der trading house Börsenakademie. Die Aktien von Adidas und Mastercard seien beide ein Kauf. Man könnte mit einer Stop-Buy-Order einsteigen.

weiterlesen

Aktien

Anleger warten ungeduldig auf den Volks-Tesla – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

vorgestern hatte Elon Musk im Rahmen einer weithin beachteten Präsentation (Battery Day) die neue Tesla-Batterie des Modells 4680 vorgestellt. Die Ingenieure waren begeistert von der neuen Rundzelle. Die Investoren hingegen waren eher ernüchtert und schickten die Aktie nach der Präsentation erst einmal südwärts.

Wer hat nun Recht, die Ingenieure oder die Investoren?

Ich meine, die Ingenieure. Denn die neue Batterie wird den Tesla-Autos eine um 16 % verbesserte Reichweite verschaffen und dies bei verringerten Produktionskosten (-14 %). Damit rückt der sogenannte Volks-Tesla in greifbare Nähe. Vor Steuern soll dieses E-Auto nicht mehr als 25.000 USD kosten und soll damit für breite Schichten erschwinglich sein.

Dabei wird der US-Autobauer den Anteil des Siliziums im Batteriekern weiter senken und durch billigeres Graphit ersetzen. Gleichzeitig werden die Batteriespeicher der neuen Generation weniger Kobalt enthalten und stattdessen mehr Nickel. Besonders unter Umweltaktivisten ist Kobalt aufgrund seines wenig umweltverträglichen Abbaus umstritten. Also von der Technikseite nur gute Nachrichten für Tesla und die Branche der E-Mobilität.

Tesla braucht noch Zeit

Warum war die Investorenseite dann enttäuscht? Nun, Elon Musk hatte keine Revolution verkündet. Der Fortschritt ist beträchtlich, aber er braucht Zeit. So wird der eingangs angesprochene Volks-Tesla erst in knapp 3 Jahren das Licht des Marktes erblicken. Vor allem die Umstellung des Produktionsprozesses der Akku-Batterien wird viele Monate in Anspruch nehmen. Derzeit arbeiten die Batteriehersteller in China und Japan, wie etwa Panasonic oder CATL, unter Volllast. Jetzt schon ist absehbar, dass dem Markt im kommenden Jahr erschwingliche Batterien fehlen werden. So haftet der neuen Tesla-Batterie zunächst etwas Theoretisches an.

Tech-Investoren sind heuer – zumindest nach dem März-Tief – bekanntlich sehr verwöhnt worden. Es war praktisch unmöglich für uns, Kursraketen zu vermeiden. Das haben wir sehr angenehm auch im NextGeneration-Depot der Premium-Chancen gespürt. Mit Titeln wie Zur Rose, Apple, Tomra oder auch…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: „Zeit, dass etwas Luft aus der Blase entweicht“

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Es sei nun Zeit, dass etwas Luft aus der Blase der Aktienmärkte entweicht, sagt der Vermögensverwalter Hendrik Leber in einem Interview von money.de. Das einzige, was derzeit positiv sei, so Leber, sei, dass es genug Geld gäbe.

Ansonsten aber dominieren laut Leber schlechte Nachrichten für die Aktienmärkte:

  • die Unsicherheit vor der US-Wahl (Trump hat auf der Pressekonferenz gestern Nacht erneut offen gelassen, ob er das Ergebnis der Wahl akzeptieren wird)
  • der Stimulus durch die US-Politik kommt nicht mehr vor der Wahl
  • bei vielen Aktien wie etwa Tesla seien die Bewertungen viel zu hoch – ein Zeichen für eine Blase wie im Jahr 200

Hendrik Leber hält daher erst einmal sein Pulver trocken und wartet ab. Aber eine optimistische Botschaft für die Aktienmärkte hat der Vermögensverwalter dann doch: er glaubt, dass schon Ende des Jahres der Impfstoff kommen werde und sich damit das Corona-Problem erldigt habe (was wir jedoch für extrem unwahrscheinlich halten):

Die Aktienmärkte mit Anzeichen einer Blase

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen