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Italien schockt mit Koalitions-Inhalten, türkische Notenbank unterstützt ihre Währung

Italien und die Kapitalmärkte zeigen sich aktuell recht schockiert – das betrifft Anleihen wie Aktien. Heute dringen Inhalte des Koalitionspapiers an die Öffentlichkeit, über das die rechtspopulistische Lega derzeit mit der Fünf-Sterne-Bewegung verhandelt. Die Inhalte schocken, und fördern genau das zu Tage, was viele Beobachter lange befürchtet haben.

Italien verunsichert die Märkte

Populistische Parteien könnten nach der Regierungsübernahme versuchen aus dem Euro auszutreten und/oder die Schulden des Landes einfach nicht mehr anzuerkennen. Und genau das steht im heute bekannt gewordenen Entwurf. So enthält das Papier eine Forderung, wonach Italien Staatsschulden in Höhe von 250 Milliarden Euro erlassen bekommen soll, die durch die EZB gehalten werden. Damit würden die schlimmsten Befürchtungen der Euro-Kritiker auch hierzulande Realität (gemeinsame Haftung für Verluste der EZB). Auch vom Euro-Ausstieg Italiens ist konkret die Rede.

Die italienischen Kapitalmärkte zeigen sich dementsprechend „begeistert“ und stürzen ab – auch wenn die beiden Parteien offenbar solch drastische Aussagen im endgültigen Vertrag milder formulieren wollen. Im Chart (Verlauf seit März) haben wir den italienischen Aktienindex und die zehnjährige italienische Staatsanleihe übereinander gelegt. Beide fallen heute deutlich im Kurs. Die Anleihe fällt von gestern 137% auf jetzt 135,50% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Somit steigt die Rendite und damit auch die Risikoprämie für den Ausfall italienischer Staatsanleihen. Das bedeutet: Italien ist wieder zurück auf der Bühne der richtig unsicheren Kapitalmärkte. Für Spekulanten können sich hier gute Chancen ergeben, mit entsprechend hohen Risiken.

Italien

Italien und EU-Flagge
© European Union , 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

Türkische Lira

Die türkische Lira hatte in den letzten Wochen und Monaten immer weiter abgewertet gegen Dollar und Euro (wir berichteten schon diverse Male). Bis heute früh war der Euro vs Lira auf wahnsinnige 5,32 angestiegen – ein Rekordtief für die Lira, welches die Abwertung der Lira immer schneller und dramatischer zeigte. Dann kam heute die Aussage der türkischen Zentralbank. Man werde notwendige Schritte unternehmen um ungesunden Preisbewegungen in den Märkten entgegenzuwirken. Im Klartext: die Zentralbank will wohl im eigenen Besitz befindliche Euro und Dollar verkaufen und dafür die eigene türkische Lira kaufen, damit sie wieder steigt.

Der Markt reagierte sofort, und Euro vs Lira fiel zügig von 5,32 auf 5,20. Das ist bei den vorigen Anstiegen nur eine winzige Gegenbewegung, aber im kurzen Bild verhagelt das den aktiven Tradern auf der Long-Seite erstmal die Performance. Mal sehen, ob diese Aussage der Zentralbank die Lira stabilisieren kann. Man kann da seine Zweifel haben. Nun kann es zum Showdown kommen – wer ist stärker und drückt mit mehr Volumen in den Markt, die Trader oder die Zentralbank?

Türkische Lira
Euro vs Türkische Lira seit 8. Mai.



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6 Kommentare

  1. Und kümmerts den Dax ? Nö
    Nur noch krank der Index

  2. Moin, moin,
    interessant der Artikel über Italien. Sagen wir es einfach auf Deutsch, Italien ist pleite! Das darf aber nicht sein, also wird diese Pleite verschoben und kaschiert. Jetzt noch eine Regierung, die massiven Druck auf Berlin machen wird. Ziel, wir bleiben nur in der EU, wenn unsere Schulden zumindest teilerlassen werden. Mit dem Austritt Italiens würde die EU sicher ihr Ende finden. Dieses ist nicht im interesse von Berlin, dann kämen die Target II Salden etc. pp. auf den Tisch und in Berlin wäre Ausnahmezustand (im wahrsten Sinne des Wortes). Ergo wird Berlin alles tun (wohl wirklich alles!), um Italien in der EU zu halten.
    Nun aber die Realität. Dieses Spiel auf Zeit geht nicht ewig, also die Frage, wann kommt der Knall oder gibt es schon Anzeichen für eine Ersatzwährung? Der Bürger wird zum Bürgen seines Staates. Richtig so, er hat dafür gewählt, nun soll er auch für seine Wahlfehler gerade stehen. Viel Spass dabei.

  3. Sie haben längst wieder zurückgerudert und dementiert. Ist überhaupt interessant, daß die Märkte immer alles schon vor den Medien wissen.

  4. Die EU ist am Ende – und wenn man dass jetzt wieder kittet, dann verschiebt man den ganz großen Schock weiter in die Zukunft. Was Leute wie Bernd Lucke oder H.W. Sinn schon vor Jahren über das EU Euro – System gesagt haben trifft nun langsam ein. Aber schon damals waren einen sachliche Diskussion nicht möglich – auch da wurde jede Kritik am System als rechts usw. abgetan.

  5. Für jeden Sch…gibt es Umfragen mit,“wenn möglich“einem,dem Besteller passenden Ergebnis!Traut Euch doch mal eine in D zu machen mit dem Titel:Whatever it takes(was sind Sie bereit für die Rettung des €uro zu geben?)Faktisch ist die Situation identisch mit „nachem Krieg“!Der Unterschied liegt darin,dass Deutschland dieses Mal „gewonnen“ hat.Wir dürfen mal USA spielen mit Marshallplan und so.Die Adenauer der Warmwasserstaaten können sich dann im Wirtschaftswunder sonnen!P.s.Eigentlich braucht es obiges nicht.Es steht ja eine Fussball-WM bevor an der der/die Michel/ine noch unaufmerksamer ist als sonst schon!Wenn er/sie dann aufwacht,sind die Sauereien gelaufen,aber wir sind Weltmeister oder Papst oder sonstwas,titelt zumindest das Neue Deutschland der Chefredakteurin A.M.Auf geht’s Michel/ine,Karrieremachen bis min.72 ist angesagt!Und seien wir mal ehrlich:Gebrauchtwerden bis zur Kiste ist doch auch etwas.

  6. Der Herr Erdogan hat sich selbst einen 11 Meter geschossen-und treibt seine Lira in den Abgrund.In nächster Zeit kann man davon ausgehen das die Lira sich kaum stabilisiert.

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