Europa

Italien senkt Wachstumsprognose und erhöht Defizitprognose – na sowas..

Die Spatzen pfeiffen es von den Dächern – auch wenn es nicht offiziell bestätigt ist: Italien senkt seine Wachstumsprognose von +1,0% für 2019 auf nun nur noch +0,1%. Rom strebt aber für dieses Jahr an, +0,3% oder +0,4% zu erreichen – good luck!

Was aber bedeutet das für die Verschuldung Italiens? Nun, die italienische Regierung hatte ihre Kalkulation der zusätzlichen Verschuldung in Relation zum BIP aufgrund eben der Erwartung von +1,0% Wachstum angestellt. Ergo: weniger Wachstum, mehr Schuldenaufnahme in Relation zum BIP, denn die Regierung will natürlich nicht ihren Budgetplan ändern angesichts der nun veränderten Lage.

Warum auch – Geld ist ja auf der Welt überall reichlich vorhanden, das kann dann die italienischen Schulden kaufen, für die letztlich dann die gesamte Eurozone haftet..

Derzeit rentiert eine 10-jährige italienische Staatsanleihe bei 2,55% – und damit minimal mehr als eine 10-jährige US-Staatsanleihe. Und das bei einer Verschuldung von knapp 130% des BIP:

Statistik: Italien: Staatsverschuldung von 2008 bis 2018 in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Hier eine Aufstellung interessanter Kennzahlen für Italien

Man erinnere sich an die Schlammschlacht zwischen Rom und Brüssel, an das Feilschen, wie hoch das Defizit zum BIP sein dürfe. Nun aber wird durch die Senkung der Wachstumsprognose das Defizit Italiens laut Erwartung der italienischen Regierung -2,3% oder -2,4% betragen – und Brüssel wird dazu wahrscheinlich lautstark schweigen!

Womit klar wird, dass da viel Polit-Theater und wenig Ernsthaftigkeit in dem Streit zwischen Rom und Brüssel war – eher eine Art symbolischer Auseinandersetzung..


Von Diliff – Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2127844



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