Aktien

Italien-Turbulenzen: So sieht die Flucht über die Alpen aus – Bankaktien überall in Europa im Minus

Die Finanzmarktkrise rund um Italien ist heute das beherrschende Tagesthema an den Märkten. Der Vergleich zwischen der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe zu seinem italienischen Gegenstück veranschaulicht die Lage sehr gut. Es findet bei den institutionellen Anlegern aktuell die Flucht „über die Alpen“ statt, nach Deutschland in Richtung Sicherheit.

Die Kurse der deutschen Anleihe steigt daher, womit die Rendite sinkt. Die Kurse der italienischen Anleihen (schwarz im Chart) sinken. Daher steigt die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihe aktuell gegenüber gestern um wirklich sagenhafte 0,31% auf 3,22%. Das ist der Risikoaufschlag, den heute neue Käufer italienischer Anleihen erhalten.

3,22%, das muss man mal in Relation setzen zu aktuell 3,03% für zehnjährige US-Papiere, wo die Amerikaner doch gerade laufend ihre Leitzinsen rauf setzen (gleichzeitig weiterhin Nullzins in Euroland). Deutschland liegt für zehn Jahre aktuell bei 0,46% (0,06% weniger als gestern).

Italien vs Bund

Europäische Bankaktien

Wir hatten vorhin schon berichtet. Die Italiener ziehen die europäischen Bankaktien als Ganzes heute in den Keller. Logisch – wenn sie pleite gehen, sind italienische Papiere in den Büchern europäischer Banken nichts mehr wert! Hier mal ein Blick auf einige ausgewählte Einzeltitel. Die Deutsche Bank verliert heute 4,07%, die Commerzbank verliert 6,34%. Im Chart sieht man die beiden Aktien übereinander gelegt seit 4. September.

Franzosen und Spanier dürften noch mehr vor Italien zittern in Sachen Banken-Chaos und Anleihe-Ausfälle – auch wenn ein Staatsbankrott in Italien wohl kaum gleich morgen früh vermeldet wird… die BNP Paribas verliert heute „nur“ 4,1%, die Societe Generale 4,19%. Credit Agricole notiert mit -4,5%. Bei den drei Franzosen bietet der Chart das selbe Bild.

Die spanische Santander verliert heute 4,48%. Unicredit verliert heute als Italiens Nummer 1 mehr als 8%. Und die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse? Sie verlieren aktuell jeweils weniger als 3%. Es ist gut möglich, dass die neue Regierung in Italien in nächster Zeit noch weiter mit harten Aussagen drauf haut, und dass sich die Lage damit noch verschlimmert!



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