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Italien und Trump: Zwei Schwerpunkte für Brüssel und Berlin in 2017

Italien ist innerhalb Europas das Sorgenkind schlechthin. Es wird die große Aufgabe für die EU im Jahr 2017 sein dafür zu sorgen, dass Italien nicht abstürzt. Also wird man wohl beide Augen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Italien ist innerhalb Europas das Sorgenkind schlechthin. Es wird die große Aufgabe für die EU im Jahr 2017 sein dafür zu sorgen, dass Italien nicht abstürzt. Also wird man wohl beide Augen zudrücken, damit zunächst die Rettung der Banca Monte dei Paschi di Sienna durchkommt. Ein Kollabieren des italienischen Bankensektors kann die EU nicht verkraften. Da müsste notfalls schon die EZB mit unbegrenzten Notkrediten einspringen und alles mit Extra-Geld fluten (womit man gerade bei der Monte dei Paschi beginnt). Ein ähnliches Szenario scheint auch Clemens Fuest, der Chef des ifo-Instituts zu befürchten. So sagt er gegenüber dem Tagesspiegel, dass Italien auf lange Sicht sogar aus dem Euro austreten könnte.

Der Wohlstand in Italien läge derzeit auf dem Niveau des Jahres 2000, also dem Zeitpunkt, als der Euro eingeführt wurde. Die Italiener könnten sagen „wir wollen diese Eurozone nicht mehr“, so Fuest. Sollte Italien beim Rettungsschirm ESM Hilfen beantragen, würde der deutsche Bundestag mit einer Zustimmung hierfür den deutschen Steuerzahlern unkontrollierbare Risiken aufbürden. Die EZB habe für diese Fall bereits den unbegrenzten Aufkauf italienischer Staatsanleihen angekündigt. Dafür würden aber letztlich auch die deutschen Steuerzahler haften (selbe Argumentation wie sein Vorgänger Hans-Werner Sinn). Der EZB würde man als Deutschland also die Entscheidung überlassen, wie viel Kredit man Italien gewähre, so Fuest.

Einer Italien-Rettung via ESM-Programm (wenn sie denn anstehen sollte), dürfe der Bundestag gar nicht erst zustimmen, so Fuest. Aber wir alle wissen ja, dass es wohl doch passieren würde. Denn gerade Mutti geht es ja um die Erhaltung des großen Ganzen, des europäischen Projekts. Letztlich geht es um eine Transferunion. Griechenland ist schon in so einem System, Italien ist gerade auf dem Weg dorthin. So wie es aussieht, erleben wir in Kürze, mit welchem optischen Trick die EU-Kommission genehmigt, dass die Monte dei Paschi mit Staatsgeldern gerettet wird, ohne dass die Kleinanleger an den Rettungskosten beteiligt werden.

Trump

Global gesehen dürfte für Europa in 2017 interessant werden, welche Art und welche Höhe von Importzöllen Donald Trump einführen wird. Dass irgendwas kommt, ist sehr wahrscheinlich. Es ist kaum vorstellbar, dass man einen Importzoll nur für chinesische Waren einführt. Auch Importe aus dem Rest der Welt dürften betroffen sein. China wird, davon darf man getrost ausgehen, umgehend knallhart dagegenhalten. Das dürften zu aller erst Sanktionen für US-Konzerne sein, die bisher in China gute Umsätze machen (Apple, Ford, GM usw). Sie dürften massive Umsatzprobleme bekommen.

Die Frage für uns lautet: Wie wird die EU dagegenhalten? Wird man eine Arbeitsgruppe einsetzen? Wird man unsere Außenbeauftragte Mogherini nach Washington entsenden um mit Trump hierüber zu reden? Bla Bla Bla… oder wird man knallhart antworten, um letztlich zu zeigen, dass es so nicht geht? Wenn Welthandel, dann schon zu größtenteils fairen Bedingungen – darum wird es gehen. Aber Europa ist mehr als schwach und uneinig. Wie Trump sich verhält, sieht man aktuell schon im Fall Großbritannien. Wegen dem Chaos rund um den Brexit sagte Trump vor Kurzem die Wettbewerber Londons wie Dublin und Frankfurt sollten London mal so richtig Geschäft wegnehmen.

Bei Trump läuft es wohl nach dem Motto „diejenigen fertig machen, die Schwäche zeigen“. Und die EU zeigt momentan verdammt viel Schwäche. Wer in der EU will in einem Vier Augen-Gespräch mit Trump dagegenhalten? Angela Merkel? Wer schwach ist und schwach auftritt, wird ausgenommen, fertig gemacht und benachteiligt, so sieht es aus. Trump dürfte dieses Prinzip rücksichtslos durchsetzen. Gut möglich sogar, dass Mutti kräftig kuscht. 10% Extra-Importzölle für deutsche Autohersteller? Besser den Donald nicht mit Gegenmaßnahmen drohen, sonst erhöht er die Importzölle noch weiter… wahrscheinlich ist auch, dass noch mehr als eh schon deutsche Unternehmen Produktion in die USA verlagern um solche Zölle zu umgehen – genau das, was Trump erreichen will. Wer schwach ist, verliert.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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