Folgen Sie uns
  • Brokervergleich
  • Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Allgemein

Italien von 500 auf 110 Banken in 12 Monaten – EU-Heuchelei in Sachen Frankreich-Defizit

Veröffentlicht

am

In Italien wird das kommende Jahr offenbar einen gigantischen Umwälzungsprozess mit sich bringen in der Bankenbranche. Laut Bankenverband-Interview mit der „Börsenzeitung“ sollen bis Ende nächsten Jahres von derzeit 500 Banken in Italien nur noch 110 übrig bleiben. So wie der Verbandschef Sabatini es formuliert, soll es wohl eher um Fusionen und Übernahmen innerhalb der Branche gehen als um Bankenpleiten. Es gehe darum zukünftig vor allem gut geführte Banken auf regionaler Ebene zu haben, so seine Sichtweise.

Die Banken in Italien hätten schon große Fortschritte gemacht beim Abbau notleidender Kredite. Laut EU-Bankenaufsicht liegt Italien jetzt bei einer Quote von 9,7% (fast halbiert in vier Jahren). Ob so eine drastische Reduzierung bei der Anzahl der Banken nur über Fusionen und Übernahmen läuft? Wird es da nicht noch einige Bankenpleiten geben?

EU-Heuchelei gegen Italien

Aktuell läuft da eine wirkliche Schweinerei, so möchten wir es ganz klar ausdrücken. Wie sehr hat die EU-Kommission die neue italienische Regierung nicht dafür kritisiert, dass sie ihr Defizit drastisch erhöhen will. Und nicht nur das. Die Kommission verbot Italien sogar das Defizit von 0,8% auf 2,4% zu erhöhen. Jetzt wird man sich wohl zähneknirschend irgendwo bei 2,0% einigen – aber ein mögliches Defizitverfahren gegen Rom ist noch nicht ganz vom Tisch.

Und nun das. Wie wir es letzte Woche schon schrieben, wird das französische Defizit nächstes Jahr wohl explodieren auf 3,5% oder 3,6%. Dies liegt an den Verbesserungen, die Präsident Macron den „Gelbwesten“ jüngst zugesagt hat. Jetzt hat Paris offiziell bestätigt, dass es ein Defizit von nach 2,6% Defizit in 2018 nächstes Jahr 3,2% werden. Parlamentspräsident Ferrand verweist darauf, dass es sich um ein konjunkturelles Problem handele, und eben nicht um ein strukturelles Phänomen (daher geht das dann in Ordnung?). Damit wird Frankreich gegen die Maastricht-Kriterien in Sachen Defizit verstoßen, Italien aber nicht. Italien wurde das neue Defizit verwehrt. Und Frankreich?

Dann müsste die EU-Kommission Frankreich erst recht das neue Defizit verweigern! Aber nein. Wie EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici bereits signalisiert hat, wird die EU-Kommission für Frankreich wohl eine einmalige und streng begrenzte Überschreitung der Kriterien tolerieren. Italien fordert bereits, dass beide Länder in dieser Sache doch gefälligst gleich behandelt werden sollten. Wie wahr, meinen wir dazu! Was für eine Ungleichbehandlung zwischen zwei großen europäischen Staaten durch die EU-Kommission.

Italien EU Frankreich
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Bundesbank nennt konkrete Gründe für aktuelle Konjunkturschwäche

Veröffentlicht

am

Die deutsche Konjunktur läuft schlecht. Oder sollte man eher „schleppend“ sagen? Wir bei FMW thematisieren die Konjunkturlage laufend. Auf Deutschland bezogen kann man vereinfacht sagen, dass Bau und Dienstleistungen die eigentlich schon existierende Rezession in der Industrie bislang optisch kaum sichtbar gemacht haben. Die Bundesbank nennt in ihrem aktuell veröffentlichten Monatsbericht konkretere Gründe für eine derzeit abflauende Konjunktur, und warum sie Anfang des Jahres noch nicht ganz so schwach ausgesehen hat. Zitat auszugsweise:

Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im Frühjahr 2019 leicht zurückgehen. Sondereffekte, die im ersten Viertel des laufenden Jahres noch zu einem merklichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts beitrugen, laufen aus oder kehren sich sogar um. So ist im Baugewerbe im Quartalsdurchschnitt mit gewissen Rückpralleffekten zu rechnen, nachdem die Bauaktivität in den Wintermonaten wetterbedingt sehr stark ausgeweitet worden war. Ferner dürften wegen Lieferschwierigkeiten im Zuge der Einführung des neuen Abgastestverfahrens WLTP (Worldwide harmonized Light Vehicles Test Procedure) im vergangenen Herbst aufgeschobene Pkw-Käufe inzwischen größtenteils bereits nachgeholt worden sein. Auch fiskalische Impulse wirken sich wohl deutlich geringer aus.

Auch sei für Großbritannien der EU-Austritt ja schon für März erwartet worden. Vorgezogene Einkäufe der Briten bei deutschen Herstellern würden sich jetzt negativ auswirken, da ja nun Umsätze fehlen, die vorher verstärkt getätigt wurden. Auch sagt die Bundesbank aktuell klipp und klar, dass der anhaltende Abschwung in der Industrie ausschlaggebend für die negative Grundtendenz in der Gesamtwirtschaft sei. Auszugsweise von der Bundesbank:

Die Auftragslage der deutschen Industrieunternehmen hellte sich im April 2019 geringfügig auf. Im Vormonatsvergleich legte der Auftragseingang saisonbereinigt um ¼ % zu. Gleichwohl lag er noch spürbar unter dem Vorquartalsstand (– ½ %). Dabei waren ausgeprägte regionale Diskrepanzen zu verzeichnen. Während der Orderzufluss aus dem Inland und aus dem Euro-Währungsgebiet stark schrumpfte (jeweils – 4½% und – 3¼%), gingen aus Drittstaaten erheblich mehr Bestellungen ein (+ 5¾ %). Hier speiste sich der Anstieg vor allem aus Auftragseingängen der Automobilbranche, nachdem diese im Vorquartal noch in zweistelliger Größenordnung eingebrochen waren. Ähnlich wie bei der Produktion könnte dies mit dem verschobenen Brexit-Termin zusammenhängen.

Die deutsche Wirtschaftsleistung werde im Frühjahr wohl leicht rückläufig sein, so die Bundesbank in ihrem aktuellen Bericht.

Bundesbank in Frankfurt
Bundesbank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kandschwar CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Allgemein

Neuer Öl-Krieg? Wer griff die Tanker an? Wer profitiert? Zwei Kommentare

Veröffentlicht

am

Von

Wer hat die Öl-Tanker im Golf von Oman angegriffen? Gibt es einen neuen Öl-Krieg? Und am Interessantesten ist die Frage: Wer profitiert denn nun durch diesen Tanker-Angriff? Der Iran etwa, der ja laut Briten und Amerikanern hinter dem Angriff stecken soll? Wohl kaum. Zuerst lassen wir dazu Florian Homm zu Wort kommen.

Marc Friedrich bespricht Aktionen der USA (um beispielsweise Regierungen zu stürzen) in einer historischen Sichtweise. Ab Minute 7:30 kommt er zum aktuellen Thema.

weiterlesen

Allgemein

Türkische Waffengeschäfte mit Russland – Trumps Reaktionen und wieder muss Deutschland bangen

Veröffentlicht

am

Das Sanktionskarussell dreht sich immer weiter. Die amerikanisch-türkischen Beziehungen stehen bekanntlich nicht zum Besten. Aber gerade jetzt droht sich ein echter Handelsstreit zwischen den beiden Ländern zu entwickeln, der auch andere Nationen in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Das Waffengeschäft der Türkei mit Russland

Obwohl die USA Präsident Erdogan davor gewarnt haben ein russisches Luftabwehr-Waffensystem zu erwerben, scheint die Türkei bereits „Nägel mit Köpfen“ gemacht zu haben. „Wir haben sie längst gekauft“, wie der türkische Staatschef erst kürzlich behauptete. Es handelt sich dabei um russische Boden-Luft-Raketen des Typs S-400. Dies wäre ein Verstoß gegen das CAATSE-Gesetz, welches, wie gegen den Iran angewendet, Sanktionen gegen das Land am Bosporus zur Folge hätte.

Die Strafmaßnahmen mit ihrer fatalen Streuwirkung

Sollten die USA zu solchen Maßnahmen greifen, wären sofort Länder betroffen, die Geschäfte mit der Türkei machen. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sofort berechnete, ginge es im Falle Deutschlands um ein Geschäft von 30 Milliarden Euro, also um Summen, die weitaus bedeutsamer wären als die, die mit dem Iran erzielt würden.

Deutsche Firmen haben nach DIHK-Angaben in der Türkei einen Kapitalstock von rund zehn Milliarden Euro aufgebaut, mit mehr als 130 000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 31,1 Milliarden Euro (2017). Die Firma Bosch hat allein 17 000 Mitarbeiter in der Türkei, dazu beträfen die Sanktionen Großkonzerne wie Siemens und viele Mittelständler wie Schmitz Cargobull, Jungheinrich, Hymer und viele andere. Insgesamt soll es sich um 7000 deutsche Firmen handeln. Das Ganze hat natürlich noch einen militärischen Hintergrund, denn die USA drohen der Türkei mit dem Ausschluss aus dem Rüstungsprogramm für das Tarnkappen-Kampfflugzeug F-35. Maschinen, die bereits gekauft sind, aber noch nicht ausgeliefert wurden.

Fazit

Egal wie man die militärischen und strategischen Beweggründe einschätzt, es zeigt wieder einmal die Dimensionen des globalisierten Welthandels. Sollte es zu Sanktionen kommen, wäre erneut der Ex-Exportweltmeister Deutschland betroffen. Wie würde die deutsche Wirtschaft im Verhältnis zu den USA reagieren? „You can make an educated guess!“

weiterlesen
Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen