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Italien von 500 auf 110 Banken in 12 Monaten – EU-Heuchelei in Sachen Frankreich-Defizit

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In Italien wird das kommende Jahr offenbar einen gigantischen Umwälzungsprozess mit sich bringen in der Bankenbranche. Laut Bankenverband-Interview mit der „Börsenzeitung“ sollen bis Ende nächsten Jahres von derzeit 500 Banken in Italien nur noch 110 übrig bleiben. So wie der Verbandschef Sabatini es formuliert, soll es wohl eher um Fusionen und Übernahmen innerhalb der Branche gehen als um Bankenpleiten. Es gehe darum zukünftig vor allem gut geführte Banken auf regionaler Ebene zu haben, so seine Sichtweise.

Die Banken in Italien hätten schon große Fortschritte gemacht beim Abbau notleidender Kredite. Laut EU-Bankenaufsicht liegt Italien jetzt bei einer Quote von 9,7% (fast halbiert in vier Jahren). Ob so eine drastische Reduzierung bei der Anzahl der Banken nur über Fusionen und Übernahmen läuft? Wird es da nicht noch einige Bankenpleiten geben?

EU-Heuchelei gegen Italien

Aktuell läuft da eine wirkliche Schweinerei, so möchten wir es ganz klar ausdrücken. Wie sehr hat die EU-Kommission die neue italienische Regierung nicht dafür kritisiert, dass sie ihr Defizit drastisch erhöhen will. Und nicht nur das. Die Kommission verbot Italien sogar das Defizit von 0,8% auf 2,4% zu erhöhen. Jetzt wird man sich wohl zähneknirschend irgendwo bei 2,0% einigen – aber ein mögliches Defizitverfahren gegen Rom ist noch nicht ganz vom Tisch.

Und nun das. Wie wir es letzte Woche schon schrieben, wird das französische Defizit nächstes Jahr wohl explodieren auf 3,5% oder 3,6%. Dies liegt an den Verbesserungen, die Präsident Macron den „Gelbwesten“ jüngst zugesagt hat. Jetzt hat Paris offiziell bestätigt, dass es ein Defizit von nach 2,6% Defizit in 2018 nächstes Jahr 3,2% werden. Parlamentspräsident Ferrand verweist darauf, dass es sich um ein konjunkturelles Problem handele, und eben nicht um ein strukturelles Phänomen (daher geht das dann in Ordnung?). Damit wird Frankreich gegen die Maastricht-Kriterien in Sachen Defizit verstoßen, Italien aber nicht. Italien wurde das neue Defizit verwehrt. Und Frankreich?

Dann müsste die EU-Kommission Frankreich erst recht das neue Defizit verweigern! Aber nein. Wie EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici bereits signalisiert hat, wird die EU-Kommission für Frankreich wohl eine einmalige und streng begrenzte Überschreitung der Kriterien tolerieren. Italien fordert bereits, dass beide Länder in dieser Sache doch gefälligst gleich behandelt werden sollten. Wie wahr, meinen wir dazu! Was für eine Ungleichbehandlung zwischen zwei großen europäischen Staaten durch die EU-Kommission.

Italien EU Frankreich
© European Union, 2017 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Mauro Bottaro

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Brexit – ein Alptraum für Nordeuropa

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Jetzt haben wir die Bescherung. Erwartungsgemäß haben die Parlamentarier des tief gespaltenen Großbritanniens den von Theresa May ausgehandelten Deal mit der Europäischen Union (EU) mit großer Mehrheit abgeschmettert. Auch May’s sogenannter Plan B, wenn man diesen überhaupt als Plan bezeichnen kann, wird krachend scheitern. Wie von uns erwartet steigt damit die Wahrscheinlichkeit für einen harten und schmutzigen Brexit mit drastischen Konsequenzen für Großbritannien, die EU, aber auch für Deutschland.

Matthias Weik und Marc Friedrich über den Brexit
Matthias Weik und Marc Friedrich

Folgen eines harten Brexits für die Wirtschaft Großbritanniens?

GB ist nicht mehr Mitglied des Europäischen Binnenmarkts und das Ende des freien Warenverkehrs zwischen der GB und dem europäischen Festland ist besiegelt. Viele tausend Regelungen für Handel und Verkehr zwischen GB und der EU sind ungültig und werden durch die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) abgelöst.

Die Wirtschaft des Landes wird erstmal in eine Rezession rutschen

Insbesondere eine der britischen Schlüsselindustrien, die Finanzindustrie wird sich warm anziehen müssen. Arbeitsplätze im Finanzzentrum London werden verloren gehen. Britische Banken benötigen zukünftig für ihre Dienstleistungen, wie beispielsweise Einlagen- und Kreditgeschäft, rechtlich selbstständige Einheiten in einem EU-Staat. Ob und wenn ja wie leicht jedoch Banker aus London die notwendige Arbeitserlaubnis innerhalb der EU-Länder erhalten ist noch vollkommen offen.

Der IWF geht von Wachstumsverlusten für die britische Wirtschaft im Falle auf vier Prozentpunkte in fünf Jahren aus. Kurzfristig wird der Außenhandel in die Bredouille kommen. Das Pfund wird abermals deutlich abwerten und die Inflation steigen. Die Renditen britischer Staatsanleihen werden ebenfalls steigen, mit Konsequenzen für den Staatshaushalt. Die Aktienmärkte werden deutlich nach unten korrigieren. Inwieweit das auf die Märkte innerhalb der EU überschwappt, ist nicht klar zu prognostizieren. Wir gehen jedoch von erheblichen Folgen aus. Von einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf der Insel ist auszugehen. Diese wird weitreichende Folgen auf den Immobilienmarkt, insbesondere im unteren und mittleren Preissegment, haben. Langfristig erwarten wir jedoch auf Grund der starken Abwertung der Währung und neu geschlossener Handelsdeals mit verschiedenen Ländern eine Erholung der Konjunktur. Ferner gehen wir im Falle eines harten Brexits davon aus, dass wir bald die größte Steueroase mitten in Europa haben werden – Großbritannien.

Welche menschliche Tragödie an der Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland auf uns zukommen wird möchten wir uns überhaupt nicht ausdenken.

Zumeist wird in den Medien nur über die gravierenden Folgen für Großbritannien – zweitgrößte Volkswirtschaft Europas – gesprochen, aber nicht über die Auswirkungen für Europa und insbesondere für Deutschland.

Chaotische Zustände in der Luftfahrt

Im Bereich der Luftfahrt werden chaotische Zustände herrschen, denn zahllose Verkehrsrechte und Betriebsgenehmigungen werden ungültig. Inwieweit die EU Flüge mit Sonderregeln aufrechterhalten kann, ist nicht klar. Der Airline-Verband IATA fordert bereits eine wechselseitige Anerkennung von Lizenzen, Sicherheits- und Industriestandards. Ansonsten müssen alle Gepäckstücke von Passagieren, die über Großbritannien nach Europa reisen, abermals durch die Sicherheitskontrolle.

Der Brexit wird für die deutsche Wirtschaft teuer

Mit einem bilateralen Außenhandelsvolumen von rund 122 Mrd. Euro pro Jahr (Exporte plus Importe) rangieren die Briten auf Platz fünf der wichtigsten Partnerländer. Der Handelsüberschuss Deutschland gegenüber GB betrug 2017 knapp 47 Milliarden Euro.

Allein in Deutschland hängen 750.000 Arbeitsplätze vom Handel mit Großbritannien (GB), einem der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, ab. GB ist ein extrem wichtiger Exportmarkt für Autos aus Deutschland. Ferner produzieren deutsche Automobilhersteller, wie beispielsweise BMW (Mini und Rolls-Royce) in GB. Großbritannien ist ebenfalls ein wichtiger Exportmarkt und Produktionsstandort für die Chemie- und Pharmaindustrie. Knapp 17.000 Mitarbeiter deutscher Firmen stellen in GB laut dem Branchenverband der Chemischen Industrie VCI Vorprodukte her. Diese werden überwiegend in Deutschland weiterverarbeitet. Die Branche geht von Problemen bei Zulieferungen aus GB auf Grund fehlender relevanter Zulassungen aus.

Niemand kann heute die enorm hohen volkswirtschaftlichen Kosten und Schäden auf Grund der immensen Komplexität bei einem Brexit ohne Vertrag seriös berechnen. Im Falle eines schmutzigen Brexits werden insbesondere die intensiven Lieferketten zwischen Industrieunternehmen in Deutschland und GB unterbrochen. Endlose Lastwagenkolonnen an den Grenzen zu GB werden zum Alltag gehören. Produktionsausfälle auf Grund nicht rechtzeitig gelieferter Teile werden die Folge sein. Von der Problematik von aufkommenden Zöllen und den damit verbundenen Kosten ganz zu schweigen. Laut Berechnungen des Industrie- und Handelskammertags (DIHK) müssten deutsche Unternehmen jährlich allein drei Milliarden Euro für den Zoll zahlen. Hinzu kommen knapp 200 Millionen Euro für Zollformalitäten. Folglich wird es in Zukunft bestimmt nicht billiger.

EU – wer bezahlt für Großbritannien?

Großbritannien ist nach Deutschland der größte Nettozahler in der EU. 16,5 Milliarden Euro fehlen im EU-Haushalt allein von April 2019 bis Ende 2020 bei einem britischen EU-Austritt ohne Abkommen.
Die Gelder, welche durch den Brexit entfallen, müssen auf die übrigen Mitgliedsstaaten verteilt werden. Demgemäß werden Mehrbelastungen auf den größten Nettozahler Deutschland zukommen. Die Rede ist von bis zu 4,2 Milliarden Euro zusätzlich bis Ende kommenden Jahres

Sperrminoritätsregel – der Super-Gau für Deutschland

Wesentlich teurer zu stehen kommen wird uns die „Sperrminoritätsregel“ im Ministerrat. Mit dem Verlassen Großbritanniens ist das Gleichgewicht innerhalb der EU unwiederbringlich gestört und die Südeuropäer haben ab dann die Mehrheit im Europäischen Rat und können folglich die Nordeuropäer überstimmen. Ein jeder kann sich ausmalen was da auf uns zukommen wird und wer die Rechnung begleichen darf. Wir gehen von erheblichen Mehrkosten für Deutschland in Zukunft aus.

Die Welt wird auch nach dem Brexit nicht untergehen und Deutschland und die restlichen EU-Länder werden auch in Zukunft mit den Briten Geschäfte treiben. Fakt ist: weder Deutschlands wichtigster Handelspartner USA noch unser drittwichtigster Handelspartner China sowie die meisten Länder der Erde sind nicht Mitglied der EU und dennoch treiben wir als Exportweltmeister offensichtlich äußerst fleißig und erfolgreich Handel mit ihnen.

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben gemeinsam die vier Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ und „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/, www.instagram.com/friedrich_weik/, bei YouTube und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

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Michael Borgmann: Brexit und FTSE

Das schier endlose Theater rund um den BREXIT perlt bislang am britischen Leit-Index FTSE relativ unbeachtet ab, Die technische Situation dort indiziert unmittelbar bevorstehende charttechnische Entscheidungen. Grund genug, sich diesen Index einmal näher anzuschauen.

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Das schier endlose Theater rund um den BREXIT perlt bislang am britischen Leit-Index FTSE relativ unbeachtet ab, Die technische Situation dort indiziert unmittelbar bevorstehende charttechnische Entscheidungen. Grund genug, sich diesen Index einmal näher anzuschauen. Meine täglichen Einstiegs-Chancen finden Sie kostenlos hier.

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IWF senkt weltweiten Konjunkturausblick wegen Deutschland und Italien

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Der IWF senkt aktuell zum zweiten Mal binnen drei Monaten seine globale Wachstumsprognose. Aber erstmal ein, zwei Schritte zurück in der globalen Betrachtung, bitte. China hatte heute früh seine Jahreszahlen für sein Wirtschaftswachstum verkündet mit „nur“ 6,6% Wachstum im Vergleich zu 2017. Das ist der schlechteste Wert seit 28 Jahren! Mal ganz abgesehen davon, dass man die Höhe dieser Wachstumsraten über 6% sowieso anzweifeln könnte… aber egal. Im letzten Quartal war es ein Wachstum von nur noch 6,4%, also noch schwächer als im Jahresschnitt. Die „Schwäche“ in China soll am Handelskrieg mit den USA liegen.

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Dann kam heute Mittag der aktuellste Bericht der Deutschen Bundesbank heraus, wo offiziell von einem „kräftigen Dämpfer für die Industrieproduktion“ in Deutschland gesprochen wird. Die Abschwächung der deutschen Konjunktur ist wohl doch mehr als ein kurzer Ausrutscher nach unten.

Und jetzt bringt der IWF die zweite Abstufung seiner Wachtsumsprognose binnen drei Monaten. Zufall? Immerhin… noch glaubt der IWF an ein Wirtschaftswachstum auf globaler Ebene im Jahr 2019 von 3,5%, nach +3,7% in der Oktober-Prognose. Seitdem hat man schon abgesenkt wegen des Handelskriegs zwischen China und den USA. Und heute begründet man die erneute leichte Absenkung von -0,1 Prozentpunkten mit den Daten aus Deutschland. Aber auch die finanziellen Probleme in Italien und die Grundproblematik rund um die Türkei hatte man in seine heutige Absenkung der Prognose einfließen lassen. Der IWF im Wortlaut:

The further downward revision since October in part reflects carry over from softer momentum in the second half of 2018—including in Germany following the introduction of new automobile fuel emission standards and in Italy where concerns about sovereign and financial risks have weighed on domestic demand—but also weakening financial market sentiment as well as a contraction in Turkey now projected to be deeper than anticipated.

Risiken wie Brexit und Handelskrieg waren vorher schon berücksichtigt worden. Aber wie gesagt: Von 3,7% auf 3,5% Wachstum… 3,5% sind immer noch eine Menge! Hier noch auszugsweise ein weiterführender Text vom IWF, Zitat:

The global economy continues to expand, but third-quarter growth has disappointed in some economies. Idiosyncratic factors (new fuel emission standards in Germany, natural disasters in Japan) weighed on activity in large economies. But these developments occurred against a backdrop of weakening financial market sentiment, trade policy uncertainty, and concerns about China’s outlook. While the December 1 announcement that tariff hikes have been put on hold for 90 days in the US-China trade dispute is welcome, the possibility of tensions resurfacing in the spring casts a shadow over global economic prospects.

High-frequency data signal subdued momentum in the fourth quarter. Outside the United States, industrial production has decelerated, particularly of capital goods. Global trade growth has slowed to well below 2017 averages. The true underlying impetus could be even weaker than the data indicate, as the headline numbers may have been lifted by import front-loading ahead of tariff hikes, as well as by an uptick in tech exports with the launch of new products. Consistent with this interpretation, purchasing managers’ indices, notably in the category of new orders, point to less buoyant expectations of future activity.

Hier können Sie die aktuellen Aussagen des IWF auch nochmal in einem 30-minütigen Video anschauen.

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Die IWF-Zentrale in Washington DC. Foto: AgnosticPreachersKid CC BY-SA 3.0

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