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Italiens Banken crashen weiter

Es kracht heute einmal mehr im italienischen Bankensektor - und das dürfte eher nicht am Ausscheiden der Italiener gegen Deutschland am Samstag liegen...

FMW-Redaktion

Es kracht heute einmal mehr im italienischen Bankensektor – und das dürfte eher nicht am Ausscheiden der Italiener gegen Deutschland am Samstag liegen. Es handelt sich vielmehr um den ersten außerbritischen Kollateralschaden durch den Brexit, durch den sich der Fokus mehr und mehr auf die Achillesverse des europäischen Banken-Sektors richtet – und das ist nun einmal der italienische Banken-Sektor.

So fallen Banken wie der italienische Platzhirsch Unicredit heute weiter:

Unicredit0407162

Und damit einmal mehr ein neues Allzeittief bei der Aktie:

Unicredit040716

Fast noch schlimmer sieht es bei der Bank mit den wohl größten Problemen aus, Monte dei Paschi di Siena:

Monte dei Paschi040716

Sieht aus, als fiel dieser Chart bald vollends auf Null..

Und der italienische Leitindex MIB40 deutlich schwächer als der Dax:

DaxMIB40040716
(Dax schwarz, MIB40 orange)

Was ist da los? Iatliens Banken dürften insgesamt ca. 360 Milliarden Euro faule Kredite in ihren Büchern haben. Das entspricht etwa einem Viertel des gesamten italienischen BIPs. Von diesen 360 Milliarden stammen etwa 200 Milliarden von Kunden, die wohl faktisch insolvent sind – die Kredit-gebenden Banken werden dieses Geld also nicht mehr wiedersehen. Davon haben die Banke aber noch nicht einmal die Hälfte abgeschrieben – da kommt also bilanziell noch einiges auf die Banken zu! Und das bedeutet: faktisch sind Italiens Banken insolvent, sie haben schlicht viel zu wenig Eigenkapital, um das auffangen zu können.

Viele italienische Banken handeln derzeit zu einem Zehntel ihre Buchwertes – und dürften kaum in der Lage sein, neue Gelder am Markt aufzunehmen. Was Italien mit dem Rettungsfond Atlante unternommen hat, ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein: alleine die Hälfte des Volumens des Rettungsfonds ist bereits aufgebraucht durch den Kauf von Aktien zweier Banken, nachdem die Märkte sich verweigert hatten. Italiens Ministerpräsident Renzi war letzte Woche mit dem Versuch gescheitert, 40 Milliarden Euro in die Banke zu pumpen – die EU ließ das nicht zu (weil zuerst die Aktinäre und Anleihegläubiger herangezogen werden müssen nach EU-Recht). Italien belibt also faktisch alleine mit seinen Problemen.

Die Anleihen der Banken wiederum sind überwiegend in der Hand italienischer Privatleute – etwa 250 Milliarden Euro. Wenn die Banken pleite gehen, wird wohl auch ein Teil dieser Menschen in die Insolvenz gehen und in Italien einen politischen und ökonomischen Tsunami auslösen. Italien, das zeigen die Aktienkurse seiner Banken, steht auf der Kippe..



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2 Kommentare

  1. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind Italienische Banken mit 360 Mrd. Euro fauler Kredite belastet. Nach meinem Wissen wird Geld aus Krediten erst geschöpft, das so genannte Giralgeld, Geld das vorher gar nicht existierte. Die Kunden die da mit 200 Mrd. Euro drin hängen, was ist mit denen? Wie sind die überhaupt gesichert, gar nicht, vermute ich mal. Dann die Anleihen 250 Mrd. (Schuldschein), eine andere Form von Giralgeld, auch aus dem Nichts geschöpft und völlig wertlos. Auf diesem System basieren alle Aktienmärkte. Wenn in früheren Zeiten die Aktien noch einen Nennwert hatten, sind die heutigen zu Nennwertlosen Papieren verblichen. Der Wert aller Börsen wird aus simulierten Programmen generiert, alles Schall und Rauch. Hat man ein Unternehmen auf dem Kicker, wird ein entsprechender Algo auf geschaltet, das macht man wenn zu viele Private in Besitz von Aktien sind. Und wenn dann doch alles schief geht mit den Italienischen Banken, ja dann kommt Mutti und sagt, da müssen wir geschlossen eine Lösung finden. Das heißt, Deutschlands Steuerzahler wird es richten….

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