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Italiens Banken: die große Sorge

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Italiens Banken sind das große Sorgenkind der Eurozone. Mit dem gestern verkündeten „Deal“ zwischen der iatlienischen Regierung und der EU-Kommission schien die Lösung gefunden zu sein: die Problem-Banken des Landes, also jene, die unter besonders hohen Quoten fauler Kredite leiden, können ihre faulen Kredite abladen, wenn sie sich im Gegenzug dafür staatliche Garantien erkaufen (deren Preis sich wiederum an den Preisen für die Credit Default Swaps der jeweiligen Bank orientieren). Aber seltsamerweise gerieten die Aktien der betroffenen Banken gestern stark unter Druck, viele davon wurden vom Handel ausgesetzt, nachdem sie tief ins Minus gerutscht waren.

Warum? Weil Märkte ein Gedächtnis haben und sich dementsprechend erinnerten, was einst mit den Banken Irlands und Spaniens im Gefolge der Finanzkrise passierte.  Diese mußten nämlich nicht, wie nun Italiens Banken, für die staatlichen Garantien marktorientierte Zinsen zahlen – und genau das bringt Banken wie Unicredit, Banco Populare und vor allem das schwächste Glied der Kette, Monte dei Paschi, unter Druck.

Was die Märkte begreifen, aber nicht die handelnden Politiker, die den Deal zwischen Italien und der EU-Kommission eingefädelt haben, ist, dass die betroffenen Banken vor allem eines brauchen: eine Rekapitalisierung. Und solange das nicht passiert, werden Italiens Banken unter Druck bleiben.

Das zwischen dem italienischen Wirtschaftsminister Padoan und der EU-Kommisarin Verstager vereinbarte Modell sieht vor, dass die Banken ihre faulen Kredite in Investmentvehikeln bündeln könnten, wobei für die am wenigsten riskanten Assets der Staat Italien garantiert, um die Kreditpakete für Investoren attraktiver zu machen. Die Garantie bezieht sich also gewissermaßen nur auf die Sahnestücke innerhalb eines Pakets voll mit faulem Kuchen. Und genau das dürfte viele Investoren davon abhalten, hier willig zuzugreifen.

Für die Banken Italiens bedeutet das, dass sie zwar die höherwertigen Teile der schlechten Kredite gut an den Markt bringen können, der schlechtere (und deutlich größere) Teil aber nur zu Discount-Preisen verkaufbar ist. Und das bedeutet, dass die Banken herbe Abschreibungen vornehmen müssen, weil in ihrer Bilanz jene Kredite noch deutlich höher wertgestellt sind.

Im November betrug das Volumen fauler Kredite nach Angaben der italienischen Notenbank 201 Milliarden Euro. Und das in einem Staat, der 2,19 Billionen Euro Schulden hat (Stand September 2015) – und damit nominal die dritthöchste Verschuldung der Welt aufweist (nach den USA und Japan). Und diese Schulden wiederum schlummern bei den italienischen Banken, die sich voll gesogen haben mit italienischen Staatsanleihen. Und genau diese Kombination ist so gefährlich: Bnaken mit enormen Volumen von faulen Krediten innerhalb eines extrem hoch verschuldeten Landes, dessen Schulden wiederum die Banken des Landes halten. Es droht nicht weniger als eine Kettenreaktion mit ungeahnten Folgen, wenn Italien, wenn Europa das Problem nicht in den Griff bekommt..

 

 

 

 

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Jupp

    28. Januar 2016 12:16 at 12:16

    Welche Möglichkeiten bleiben denn jetzt noch, die Banken zu retten? Wäre ein Aufkaufen der Bankaktien durch den italienischen Staat (bzw. eine Verstaatlichung der Banken) finanziell und rechtlich möglich? Ich würde mich freuen, wenn FWM dieses Thema noch intensiver analysieren könnte, da ich glaube dass uns die (mittlerweile nicht mehr ganz so intensiv diskutierte) Euro-Krise langfristig größere Probleme bereiten könnte als die China-Krise.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      28. Januar 2016 12:18 at 12:18

      @Jupp, ein großes Thema. Wenn alle Stricke reißen, nimmt die EZB die italienischen Bad Banks in ihre Bücher – und streicht dann später ein paar Nullen weg.. :)

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