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Italiens Rettungsaktion für Monte dei Paschi: „Einmalig“ und „vorübergehend“..

Italien hat 2,23 Billionen Euro Schulden – da kommt es doch auf 20 Milliarden mehr Schulden auch nicht mehr an, oder? Alles nur „einmalig“, „vorübergehend“ und natürlich nicht vom Steuerzahler finanziert..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Italien hat 2,23 Billionen Euro Schulden – da kommt es doch auf 20 Milliarden mehr Schulden auch nicht mehr an, oder? Das zumindest is die Auffassung der neuen italienischen Regierung unter Gentiloni, die Rettungsaktion für Monte dei Paschi sei, falls sie denn überhaupt zum Tragen komme, „einmalig“ und „vorübergehend“. Der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan, der sein Amt behalten hat nach der Niederlage Renzis im Referendum, zeigte sich „wirklich perplex“ über Kritiken, wonach diese 20 Milliarden Euro von den italienischen Steuerzahlern aufgebracht werden müssten. Vieles spricht dafür, dass sich Italien das Geld am Anleihemarkt besorgen wird, wo man, der EZB sei Dank, ja recht geringe Risikoprämien zahlen muß.

Am Mittwoch dürfte das italienische Parlament dem 20-Milliarden-Rettungsplan zustimmen, es handele sich ohnehin nur um eine notwendige Vorsichtsmaßnahme, falls Monte dei Paschi es nicht schaffe, die notwendigen fünf Milliarden Euro zu besorgen. Gestern Abend hatte die Verwaltung des Rettungsfonds Atlante, Quaestio, plötzlich seine Bedenken gegen einen Brückenkredit, den man gestern vormittag noch lautstark geäußert hatte, fallen gelassen. Begründung? Keine. Vermutlich hat sich die Lage von Monte dei Paschi in wenigen Stunden so deutlich verbessert, dass man nun sein Urteil geändert hat..

Dabei hatte der italienische Steuerzahler seit dem Jahr 2009 schon einmal vier Milliarden Euro in die Bank gepumpt, Investoren weitere acht Milliarden. Insofern ist die Aussage der italienischen Regierung, dass es sich um einen einmaligen und vorübergehenden Akt handle mit dem Rettungsplan, durchaus sehr optimistisch.

Immerhin kann sich der italienische Bankensektor heute erholen,, vor allem Monte dei Paschi nach der plötzlichen Kehrtwende von Quaestio:

bmps20-12-16

Noch ist völlig unklar, wie und ob vor allem die Anleihehalter von Monte dei Paschi betroffen wären von dem bail-out der Regierung – nach EU-Recht müssten zunächst Aktionäre und Anleihehalter die Zeche zahlen, dann erst der Steuerzahler. Politisch aber kann sich Gentiloni eine quasi-Enteignung von Anleihehaltern und Aktionären nicht leisten, ohne der Opposition und vor allem Cinque Stelle weiteren Auftrieb zu geben. Wahrscheinlich ist, dass man die Geschädigten dann ent-schädigen würde..

Schon die Finanzierung des 20-Milliarden Rettungspakets ist brisant: die Regierung sagt, nicht der Steuerzahler übernehme die Summe, sondern es würden am Anleihemarkt dafür Investoren gefunden. Aber letztlich sind es dann doch die Steuerzahler, die die Zinsen für diese Anleihen werden bezahlen müssen – bzw. werden sich dadurch die Schulden des Staates noch weiter erhöhen.

Seit Bekanntwerden des 20-Milliarden-Rettungsplans steigen übrigens auch die Aktien der Deutschen Bank – sie liegen mit einem Plus von 2% an der Dax-Spitze. Wer hätte gedacht, dass die einst so stolze Deutsche Bank auf den guten Willen der italienischen Regierung angewiesen ist, seine eigenen Problembanken zu retten..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    20. Dezember 2016 11:16 at 11:16

    Die Finanzmarkthistorie lehrt uns das aus „vorübergehend“ und „einmalig“ im Regelfall immer permanent geworden ist…

  2. Avatar

    obolon

    20. Dezember 2016 14:26 at 14:26

    Nennen wir es einfach mit Draghis Worten „whatever it takes“, wir retten alles, die Gelddruckmaschine steht doch im Keller. Völlig krankes Finanzsystem.

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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