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IWF-Chefin Lagarde im VIDEO: Weiter im Amt, es soll weiterlaufen wie bisher, alles in Ordnung?

Christine Lagarde bleibt weiter im Amt als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). So bedankt sich Lagarde (siehe Video) für das Vertrauen, dass das IWF-Aufsichtsgremium ihr...

FMW-Redaktion

Christine Lagarde bleibt weiter im Amt als Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF). So bedankt sich Lagarde (siehe Video) für das Vertrauen, dass das IWF-Aufsichtsgremium ihr weiter entgegenbringe. Es sei sehr schön von vielen Seiten Vertrauen zu spüren, so fassen wir einige Worte von Lagarde mal sinngemäß zusammen. Ihr Fokus habe schon immer auf dem öffentlichen Interesse gelegen. Hähhhhhh? Wurde sie nicht gerade erst gestern verurteilt dem französischen Steuerzahler einen 400 Millionen Euro-Schaden verursacht zu haben, und das weil sie sich nicht mit den Fakten eines Rechtsstreits befasst habe?

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IWF-Präsidentin Christine Lagarde. Foto: Fonds monétaire international / Gemeinfrei

Auch wenn es schwer ist in Zeiten von Terror-Toten so ein Thema zu behandeln, aber bezogen auf die eigentlich benötigte Seriosität so eines Amtes ist es ein verdammter Skandal, dass jemand, der gerade aufgrund von Fahrlässigkeit bzgl. einer Summe von 400 Millionen Euro verurteile wurde, auch weiterhin Milliarden-Entscheidungen für bettelarme Länder treffen soll. Mit welchem Renommee soll Frau Lagarde dies in Zukunft auch weiterhin tun? Nun, dazu sagt sie zum Schluss im Video: Nun, es sei jetzt einfach mal Zeit Stop zu sagen, die Seite umzuschlagen, und weiterzumachen – man müsse jetzt weiterarbeiten mit denen, die ihr vertrauen würden.

Also auf Deutsch: Schwamm drüber, gut ist, Mund abwischen, und weiter geht’s. Na dann ist ja alles bestens oder? Wie will Frau Lagarde denn demnächst bettelarmen Drittewelt-Ländern sagen sie sollen sich an strenge Verfahrensregeln, Rechtsstaatlichkeit etc halten, wenn sie selbst letztlich eine verurteilte Straftäterin ist? Lustig, aber eher schon traurig ist, dass sie offiziell nicht als Straftäterin gilt, aber verurteil wurde… wie auch immer: Ihr Aufsichtsgremium schreibt, dass man das „vollumfängliche Vertrauen“ in Christine Lagarde bestätige, und in ihr Können vertraue ihre Aufgaben auch weiterhin effektiv ausführen zu können. Na dann ist ja alles bestens… wie war das noch mit der Vorbildfunktion von Führungskräften für „die da unten“? Straftaten, schwere Veruntreuung und Fahrlässigkeit scheinen jetzt gesellschaftskonform zu sein (dafür gibt´s ja auch in Deutschland jüngst genug Beispiele). Ist das jetzt vom ethischen Standpunkt her erlaubt? Ist das die Botschaft? (Original-Statement des IWF unter dem Video)

The Executive Board of the International Monetary Fund (IMF), issued the following statement:

“The Executive Board met today to consider recent developments in the legal proceedings in France involving Managing Director Christine Lagarde. The Executive Board took all relevant factors into account in its discussions, including the Managing Director’s outstanding leadership of the Fund and the wide respect and trust for her leadership globally.

“In this context, the Executive Board reaffirms its full confidence in the Managing Director’s ability to continue to effectively carry out her duties.

“Under the Fund’s governance framework, the Managing Director is appointed by the Executive Board and performs her duties under the Board’s direction. In the exercise of its oversight responsibilities, the Executive Board has met regularly, since the Managing Director’s appointment in 2011, to consider whether developments in the legal proceedings in France relating to the Managing Director have affected her ability to lead the Fund.

“The Executive Board looks forward to continuing to work with the Managing Director to address the difficult challenges facing the global economy.”



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3 Kommentare

  1. Klasse Bericht.Für den kleinen Bürger ist es ein Skandal und für die Obrigkeit leider nur eine zu vernachlässigen Lappalie.Die da oben lassen sich doch nicht so einfach in die Suppe spucken.Die halten zusammen.Nur wird dieser Zustand nicht ewig anhalten und der lethargisch geneigte Bürger wird sich irgendwann zu Worte melden.

  2. Und noch einmal
    Natürlich kann die Frau im Amt bleiben,
    denn auch in Deutschland kann man noch Verkehrsminister von Bayern werden, wenn man rechtkräftig dafür verurteilt wurde eine Frau betrunken totgefahren zu haben.
    Innenminister von NRW (und somit oberster Polizeiinspektor) kann man noch werden, wenn man wegen zwei Meineiden rechtskräftig verurteilt ist.
    Und deutscher Finanzminister kann man noch werden, wenn man ***vergessen*** hat, wo die 100 TSD geblieben sind.
    Wir würden in Gelächter ausbrechen, wenn das Nachrichten aus Russland oder Nor-Korea wären; leider kommen sie aus Deutschland.
    Viele Grüße
    H. J. Weber

  3. Egalité – Vor dem Gesetz sind alle gleich – oder etwa doch nicht…?
    Wenn das nicht mehr gilt, bitte ich dringend darum, mir auch 400 Mio. auf mein Konto zu überweisen. Darf ruhig fahrlässig sein.

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