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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Krypto-Währungen

IWF-Lagarde drängt Notenbanker zu eigenen Kryptowährungen – sie hat das Thema nicht verstanden

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IWF-Chefin Christina Lagarde hat bei einem Vortrag in Singapur vor Kurzem massiv dafür geworben, dass Notenbanken weltweit zügig mit der Einführung eigener Kryptowährungen anfangen sollten. Sonst verpasse man den Anschluss, um es sinngemäß auszudrücken. Man dürfe nicht zulassen, dass der derzeit unregulierte Krypto-Markt zu einer Art kriminellem Sumpf verkomme (von uns sinngemäß verkürzt ausgedrückt).

Ein voll reguliertes Kryptowährungssystem sei notwendig, so Lagarde. Diese Kryptowährungen könnten den Zielen der öffentlichen Ordnung sowie der finanziellen Eingliederung, der Sicherheit und dem Verbraucherschutz gerecht werden. Sie könnten das bieten, was der Privatsektor nicht bieten könne, nämlich Datenschutz im Zahlungsverkehr. Der Staat oder Zentralbanken, die können also hunderprozentigen Datenschutz garantieren? Und will der Bürger seine Daten nicht eher vor dem Staat schützen? Aber gut.

Frau Lagarde scheint das Thema Kryptowährungen nicht wirklich verstanden zu haben. Denn die Nutzer dieser Rechnungseinheiten nutzen sie gerade deswegen, weil sie sich staatlicher Kontrolle jeglicher Art entziehen wollen. Sie wollen weder von Staaten, Zentralbanken, noch normalen Banken abhängig sein, und lieber anonym von Bürger zu Bürger Transaktionen abwickeln.

Der Vorschlag von Christine Lagarde wirkt daher ziemlich weltfremd, und widerspricht dem Charakter des „Produkts“. Sie scheint das Thema an sich nicht zu verstehen, und auch nicht die Intention der meisten Nutzer. Sie wollen keine komfortable Notenbank-Kryptowährung. Sie wollen sich vom „alten“ Finanzsystem abkoppeln, und nutzen daher solche Konstrukte. Den meisten Nutzern von Kryptowährungen sollten die Gefahren eines unregulierten Marktes bekannt sein. Aber sie gehen sie ganz bewusst ein, um sich zu entkoppeln von einem System, dass sie vermeintlich zu eng umklammert.

Frau Lagarde scheint aber der Meinung zu sein, dass es den „Millenials“ (wie sie die neue Generation der Geldnutzer selbst nennt) immer mehr um Schnelligkeit, Komfort etc geht, wenn sie Geldtransaktionen durchführen. Notenbanken sollten daher diese Entwicklung nicht verpassen. Sie sollten nach Lagarde´s Meinung die Abwicklung der Transaktionen übernehmen, und private Anbieter dürften drum herum „innovative“ Dienstleistungen anbieten.

Also würden Kryptowährungen zu einem integralen Teil er Notenbank-Angebote verkommen, mit einem Hauch von „jung, dynamisch, innovativ bla bla“. Genau das wollen die meisten Krypto-Nutzer eben nicht. Sie wollen mit Banken, EZB, Fed, Euro, Dollar nichts zu tun haben, und ihre eigenen Recheneinheiten hin und her schieben, weil sie eben keinerlei Kontrolle unterliegen. Natürlich gibt es abgesehen von den Krypto-Leuten den „normalen“ 0815-Verbraucher. Für den könnten Notenbank-Recheneinheiten womöglich eine interessante Funktion im Zahlungsverkehr werden. Aber Kryptos grundsätzlich in ein staatliches Korsett eingliedern… puhhhhh, dann würden sich die Krypto-Nerds wohl etwas Neues ausdenken, um sich vom Staat „abzukoppeln“.

Lagarde Kryptowährungen
Christine Lagarde. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

4 Kommentare

4 Comments

  1. Wolfgang M.

    19. November 2018 16:33 at 16:33

    Das ist mal wieder richtiges Timing, Frau Lagarde. Laut Coinmarketcap ist der Wert aller 2000 Kryptowährungen aktuell auf 170 Mrd.$ gefallen, nach einem Hoch von 830 Mrd.$ – und es ist erstaunlich ruhig geworden.

  2. Goldsammler

    19. November 2018 16:42 at 16:42

    Eine Umschreibung für Bargeldabschaffung könnte man das auch nennen. Die Aussage klingt ein wenig nach Verzweiflung und Angst vor dem Kollaps des Systems.

  3. Zimmermann

    19. November 2018 16:46 at 16:46

    FMW glaubt doch nicht allen Ernstes, dass sich die Staaten, Notenbanken, der ganze Finanzadel ect. über die Kryptos das Heft aus der Hand nehmen lassen und dabei tatenlos zusehen. Da wäre ja das ganz Geschäftsmodel dahin, den Rest der Welt zu unterjochen. Wie naiv muss man eigenlich sein, neben den ganzen Nerds, die damit Rumhantieren, daran zu Glauben. Selbstverständlich werden die in dieses Metier einsteigen und das kontrollieren. Da mache ich mir gar keine Hoffnungen, auch wenn mir persönlich das auch anders lieber wäre.

  4. Patrick Verhulsel

    19. November 2018 18:52 at 18:52

    Hallo,

    ich stehe sehr kritisch gegenüber Kryptos, exhorbitante stromverbrauch, wenn sowas Staatlich/Officel eingeführt wird,möchte ich nicht wissen wie hoch dan der verbrauch wäre,um ein viel höheres als nur verbrauch Dänemark.)der nutzen steht in kein verhältnis zum Aufwand. meiner meinung nach,es gibt viele gute erfindungen keine frage ,aber Kryptos gehören nicht dazu,und wenn ich richtig informiert bin,werden rechenwege immer komplexer,sprich Stromverbrauch wird ja nicht weniger werden im gegenteil.
    Nur meiner meinung.)

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Bitcoin

Bitcoin: Was passiert nach der ETF-Entscheidung der SEC?

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Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

 

Das Bitcoin-ETF

 

Es wurde weitgehend vom Markt erwartet, dass die United States Securities and Exchange Commission den Bitcoin-Anhängern kein Weihnachtsgeschenk machen würde. In ihrer jüngsten Entscheidung über das Bitcoin- ETF entschied sich die SEC, die Dose weiter die Straße hinunter zu kicken. Sie benutzten die gleiche lahme Ausrede, nämlich dass sie mehr Informationen sammeln müssten, um eine Entscheidung zu fällen.

Am 20. Mai verzögerte die SEC ihre Entscheidung über den VanEck-Bitcoin-ETF und fügte eine weitere 35-tägige Frist zur Sammlung weiterer Informationen hinzu. Die Entscheidung der SEC sollte aus zwei Gründen nicht als negatives Zeichen angesehen werden: Erstens haben sie die Genehmigung nicht verweigert, so dass es noch Hoffnung gibt. Schließlich will die SEC die öffentliche Meinung dazu einschätzen, und der einzige Grund, warum Bitcoin heute noch am Leben ist, ist die massive Unterstützung, die es in seiner Gemeinde findet.

 

Bitcoin-Bären müssen umdenken

Daher kann man davon ausgehen, dass die Zulassung des Bitcoin-ETFs nur eine Frage der Zeit ist. Mit anderen Worten, die Bitcoin-Bären müssen ihr Denken neu ausrichten. Tatsache ist, dass die United States Securities and Exchange Commission es nicht eilig hat, voreilige Schritte in Bezug auf die Zulassung des Bitcoin-ETF zu unternehmen. Sie können weiterhin die Dose so oft die Straße hinunter kicken, wie sie wollen. Das liegt daran, dass es keine feste und schnelle Regel für die Erlaubnis von ETFs gibt. Für die SEC ist das Wichtigste, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko für das Finanzsystem zu reduzieren – notfalls durch Verzögerung des Genehmigungsprozesses.

 

Die Volatilität von Bitcoin und Handelsstrategien

Vorerst wird die SEC im Informationsbeschaffungsmodus bleiben und weiterhin  die Volatilität von Bitcoin bewerten. Apropos Volatilität: ein wichtiger Anwendungsfall von Bitcoin-Futures unter professionellen Händlern ist, dass sie die Bitcoin-Futures in einer marktneutralen Strategie nutzen. Was ich damit meine, ist, wenn diese professionellen Händler an Credit Default Swaps-Produkten beteiligt sind und ihre Strategie marktneutral ist, verwenden sie Bitcoin-Futures, um das Delta in ihrer Strategie zu erhöhen. Und das ermöglicht es ihnen, aufgrund der höheren Volatilität Geld zu verdienen.

Denken Sie daran, dass es noch nicht lange her ist, dass Bitcoin-Futures das Rekordniveau von 33.700 Kontrakten mit einem Nominalwert von fast 1,23 Milliarden Dollar erreichten. Es ist auch wichtig zu bedenken, dass Bitcoin nicht „das Tier“ ist, das für seine höhere Volatilität bekannt ist: Tatsächlich hatte es einige Perioden gegeben, in denen die Volatilität von Bitcoin niedriger war als beim NASDAQ-Index.

In den letzten Tagen, insbesondere nach dem Konsensereignis in New York, haben wir eine geringere Volatilität für Bitcoin gesehen, und es scheint, dass der Preis in einen Konsolidierungsmodus eingetreten ist. Im Moment ist der Widerstand von $8.300 stark, und der Preis braucht einen starken Katalysator, um seine Bewegung in Richtung 10.000er Marke fortzusetzen.

 

Dennoch ist die Hauptfrage, wie sich die zukünftige SEC-Entscheidung auf den Preis von Bitcoin in der Zukunft auswirken kann?

Nun, es gibt drei Szenarien, die von großer Bedeutung sind: Erstens, wenn die SEC weiterhin die Dose die Straße hinunter kickt, ist es wahrscheinlich, dass der Preis in einer gewissen Bandbreite bleiben wird. Grundsätzlich alos eher eine Konsolidierungsperiode. Zweitens, wenn und wann immer die SEC ein negatives Urteil über den ETF fällt, ist es wahrscheinlich, dass sie den Preis nach unten drücken wird und die früheren Unterstützungsniveaus getestet werden. Diese wichtigsten Unterstützungsniveaus sind 6.000 $, 5.000 $, 4.000 $ und 3.130 $.

Wenn die SEC schließlich beschließt, grünes Licht für den Bitcoin-Börsenfonds zu geben, wird sie dagegen ein großes FOMO (Fear Of Missing Out) unter den Anlegern erzeugen, das den Preis für Bitcoins nach oben bringen wird.

 

Naeem Aslam

 

 

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Bitcoin

Bitcoin: Wiederaufleben der Blase – oder nur ein Strohfeuer?

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Der Preis von Bitcoin ist massiv gestiegen seit Jahresbeginn – man spekuliert, dass vor allem Chinesen stark gekauft haben. Aber dennoch ist der Bitcoin-Preis meilenweit von seinen Allzeithochs entfernt – der Crash kam durchaus mit Ansage (siehe hierzu „Wie groß ist die Chance, dass die Bitcoin-Blase platzt? Knapp 100%..“).

Wie aber geht es jetzt weiter mit Bitcoin? Dazu hat Sven Henrich eine erstklassige charttechnische Analyse vorgelegt (die Sie hier lesen können) und zeigt dabei, dass es nun bald zu einer Entscheidung kommen wird:

 

Geht also die Rally weiter – oder ist das nur ein Strohfeuer? Der Versuch einer Antwort in diesem Video:

 

 

 

Von Frank Liebig – Archiv Frank Liebig, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61315444

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Bitcoin

Bitcoin verdoppelt binnen sieben Wochen – ein gesundes Comeback?

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Auf einmal ist Bitcoin wieder in aller Munde. Aber ist das ein gesunder Anstieg? Ein gesundes Comeback? Schauen wir doch mal auf einen langfristigen Chart. Hier sehen wir uns zunächst einmal den Verlauf im Bitcoin (in USD) seit Ende 2016 an.

Bitcoin seit Ende 2016

Man sieht den extrem schnellen und völlig überzogenen Anstieg im Bitcon Ende 2017. Ein Anstieg von 4.000 auf fast genau 20.000 Dollar, und das in nur drei Monaten. Dass dieser Hype platzen würde, war sehr wahrscheinlich. Und so kam es auch. Nun hat Bitcoin sich charttechnisch das ganze Jahr 2018 über „erholt“. Man kann als Chartist durchaus von einer gesunden Bodenbildung sprechen, wenngleich es natürlich nie eine Garantie gibt, dass der Kurs nicht noch weiter durchsackt unter Kurse von 3.200 Dollar (Tief von Ende 2018).

Seit Ende März diesen Jahres, wo der Handelskrieg zwischen USA und China begann immer mehr an Fahrt aufzunehmen, haben wohl einige Spekulanten die Chance genutzt jenseits vom Gold auch den Bitcoin aus Ausweichsektor für fallende Aktienindizes zu nutzen. Von da an stieg Bitcoin binnen sieben Wochen um 100%, von 4.000 auf jetzt 8.000 Dollar. Nur aus charttechnischer Sicht kann man diesen aktuellen Anstieg durchaus als Zeichen sehen, dass weitere Anstiege bevorstehen könnten, wohl auch immer mit zwischenzeitlichen Rückschlägen (bitte nicht als Tradingidee auffassen!).

Die Euphorie in der Krypto-Szene wird aktuell noch dadurch befeuert, dass die Krypto-Börse „BAKKT“ gestern verkündete in Kooperation mit dem US-Börsengigangen ICE einen Bitcoin-Future aufzulegen (die ICE ist immerhin Muttergesellschaft der New York Stock Exchange). Das befeuert die gute Laune aktuell weiter.

Schauen wir uns die aktuelle Lage im Bitcoin an dieser Stelle nochmal in einem kurzfristigeren Chart an, der bis Anfang des Jahres zurückreicht. Monatelang gab es keine Aufmerksamkeit für Bitcoin, bis Anfang April. Da sprang der Kurs plötzlich von 4.100 auf 5.200 Dollar in nur zwei Tagen. Dann seit Mitte letzter Woche folgte der zweite Schub, der bis heute anhält. Ein Anstieg von 6.000 auf aktuell über 8.100 Dollar. Momentan sieht es nach einem durchaus gesunden Anstieg mit fester Basis aus (wenn man das bei Kryptowährungen überhaupt so formulieren kann). Weitere Anstiege könnten immer mal wieder von plötzlichen Rückschlägen unterbrochen werden. Aber nochmal: Bitte fassen Sie dies nicht als Tradingidee oder Aufforderung auf. Bitte immer eine eigene Meinung bilden!

Bitcoin seit Januar 2019

Grafiken: xtb

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